Kunst-Werk-Stadt

Hochschulgruppe Uni Konstanz

Interview mit Sarah Hugentobler: Wer spricht, wenn ich spreche?

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Allgemein, Deutsch, Interviews, Kulturell

Wer ist «Ich»? Und bin ich noch «Ich», wenn ich viele bin? Oder bin ich nur «Ich» durch «Dich»?

In «Bin ich das? Ein Solo für Viele» setzt sich die Künstlerin und Swiss Art Award-Preisträgerin Sarah Hugentobler mit Fragen rund um Identität und Wahrnehmung auseinander. Mit Lip-Sync, Videoprojektionen und viel Humor leiht sie ihren Körper den Stimmen dreier ganz unterschiedlicher Menschen. Was passiert, wenn Stimme und Erscheinung nicht zusammenpassen? Und wo verschwimmen die Grenzen zwischen Ich und Du?

Am 24. Oktober ist die Performance im Phönix Theater in Steckborn und am 27. November in der Bachturnhalle in Schaffhausen zu sehen. Im Interview erzählt sie, wie das Stück entstanden ist, welche Herausforderungen sie dabei gemeistert hat und was sie daran fasziniert, den Stimmen anderer Menschen ihren Körper zu leihen.

Sarah Hugentobler bei ihrer Performance mit einem tragbaren Lautsprecher am Shirt. Im Hintergrund zeigt eine Videoprojektion sie im Kostüm beim Musizieren.

Schlachthaus Theater – Sarah Hugentobler, «Bin ich das? Ein Solo für Viele» © Ben Zurbriggen

Welches Verhältnis hast du zu Theater und Rollenspielen? Wie bist du dazu gekommen?

Ich habe schon vor meinem Kunststudium Theater gespielt und fand es immer faszinierend. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich in Theaterproduktionen vor allem in der ausführenden Rolle war und selbst kreieren wollte. Ich wollte meine eigene künstlerische Sprache entwickeln und habe mich deshalb für ein Studium der bildenden Kunst entschieden. Das Theater habe ich aber immer ein bisschen vermisst.

Ich habe mich dann vor allem dem Video gewidmet und dabei eine eigene Arbeitsweise entwickelt, in der ich meine Figuren selbst spiele und mit Lip-Sync arbeite. So konnte ich bereits performen, allerdings vor der Kamera und nicht live. Mich hat es immer interessiert, als bildende Künstlerin mit anderen Disziplinen in Kontakt zu kommen. Als ich anfing, Videos für Theaterproduktionen zu machen, merkte ich, wie spannend es ist, Video und Live-Situationen miteinander zu verbinden.

Deshalb habe ich mich entschieden, einen Performance-Master an der HKB in Bern zu machen. Dort kamen Menschen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen zusammen, etwa aus der bildenden Kunst, dem Schauspiel, der Musik und dem Tanz. In diesem Rahmen konnte ich ausprobieren, wie ich meine Arbeit mit Video und Lip-Sync auf die Bühne übertragen kann. Ich habe dort zum ersten Mal live Lip-Sync gemacht und dabei habe ich gemerkt, wie gut das funktioniert und wie viel Spaß mir das Auftreten macht. Seitdem weiß ich, dass ich diesen Weg weiterverfolgen möchte.

 

Wie ist die Idee zu «Bin ich das? Ein Solo für Viele» entstanden? Gab es einen konkreten Moment, eine Begegnung oder eine Frage, die den Ausgangspunkt bildete?

«Bin ich das? Ein Solo für Viele» ist mein erstes abendfüllendes Bühnenstück. Es ist eine Koproduktion mit dem Schlachthaus Theater in Bern, wo im letzten Herbst die Premiere stattfand.

Der Ausgangspunkt war eine kürzere Performance mit dem Titel «Floating Knights». Dafür habe ich zum ersten Mal Interviews geführt und mit drei unterschiedlichen Männern gesprochen. Es war auch meine erste Performance ohne Video. Dabei habe ich entdeckt, wie faszinierend ich die Sprechweise von Menschen in privaten Gesprächen finde. 

Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, versuche ich, einen Raum zu schaffen, in dem sich die Person wohlfühlt und frei erzählen kann. Zu diesem freien Erzählen gehört für mich auch, dass Menschen ihre Sätze erst beim Sprechen entwickeln. Sie versprechen sich, machen Denkpausen, lachen oder husten. Ich finde es unglaublich interessant, diese Eigenheiten in der Performance zu reproduzieren, also beispielsweise auch einen Versprecher nachzuspielen. Dabei habe ich gemerkt, dass Sprache nicht nur aus Informationen besteht, sondern auch aus Klang und Rhythmus. Ich übe die Aufnahmen sehr musikalisch ein und muss sie oft wiederholen, bis ich mir ihren Rhythmus eingeprägt habe.

Mich interessieren besonders Gespräche mit Menschen, die es nicht gewohnt sind, vor einem Mikrofon zu sprechen oder in der Öffentlichkeit zu stehen. Ihre Art zu erzählen hat eine besondere Qualität, die ich sehr spannend finde. Aus dieser Beschäftigung mit privaten Gesprächen ist schließlich auch «Bin ich das? Ein Solo für Viele» entstanden.

Sarah Hugentobler musiziert auf der Bühne. Im Hintergrund zeigt eine Videoprojektion zwei Dalmatiner.

Schlachthaus Theater – Sarah Hugentobler, «Bin ich das? Ein Solo für Viele» © Ben Zurbriggen

Du hast dich letztlich auf drei sehr unterschiedliche Menschen konzentriert. Was hat dich an ihren Geschichten interessiert?

Zum Beispiel habe ich für das Stück ein neunjähriges Mädchen interviewt, das mir ihr Puppenhaus erklärt hat. Solche Geschichten hört man normalerweise nicht im Radio oder Fernsehen. Mich interessieren genau solche ungewöhnlichen Einblicke.

Ursprünglich hatte ich vor, acht bis zwölf Menschen zu interviewen. Dann habe ich aber gemerkt, dass die drei Personen, mit denen ich gesprochen hatte – ein Mädchen, eine Künstlerin und der Nachbar meiner Eltern –, bereits so viel Material lieferten, dass ich mich lieber intensiver mit ihnen beschäftigen wollte. Aus diesen drei Gesprächen ein Stück zu entwickeln, wurde zum Konzept.

Dabei war von Anfang an Teil des Konzepts, dass ich noch nicht wusste, was die Menschen erzählen würden. Als ich das Projekt für Förderungen einreichte, standen die Form und die Arbeitsweise bereits fest: Ich wollte mit Videoprojektionen und einer Videofigur arbeiten und einen tragbaren Lautsprecher einsetzen, sodass die Stimmen direkt aus meinem Körper zu kommen scheinen. Über Lip-Sync und Körpersprache interpretiere ich sie dann auf der Bühne. Was die Menschen tatsächlich erzählen würden, war dagegen noch offen – und genau diese Offenheit gehörte zum Konzept.

 

Was war die größte Herausforderung bei der Entwicklung dieses Stücks?

Die größte künstlerische Herausforderung war, aus dieser festgelegten Form und den ganz unterschiedlichen Geschichten ein ganzes Stück zu entwickeln. Ich habe mich intensiv mit den drei Personen auseinandergesetzt und versucht, Verbindungen zwischen ihnen und auch zu mir selbst zu finden. Mein Wunsch war, mich so tief in ihre Geschichten einzuarbeiten, dass ich dem Publikum vermitteln kann, was mich an diesen Menschen fasziniert.

Gleichzeitig ist das, was auf der Bühne entsteht, natürlich auch mein ganz persönlicher Blick auf sie. Ich kann die Personen nicht einfach dokumentarisch abbilden. Indem ich ihre Stimmen und Geschichten in einen künstlichen Theaterkontext setze, entstehen Figuren, die auch von meiner Wahrnehmung geprägt sind. Das wirft für mich Fragen nach Verantwortung und Macht auf: Ich entscheide, was ich aus ihren Erzählungen mache, während sie darauf keinen Einfluss mehr haben. In gewisser Weise sind sie meine Puppen in meinem Puppenhaus. Gleichzeitig werde ich während der Aufführung selbst zur Marionette ihrer Stimmen, weil ich ihnen ganz genau folgen muss – bis hin zum Atmen oder Räuspern. Mich interessieren diese unterschiedlichen Machtverhältnisse, die in der Arbeit miteinander entstehen.

Sarah Hugentobler sitzt auf der Bühne und zeigt auf etwas an der Decke des Theaterraums. Neben ihr ist eine Videoprojektion zu sehen.

Schlachthaus Theater – Sarah Hugentobler, «Bin ich das? Ein Solo für Viele» © Ben Zurbriggen

Wie hast du die Geschichten und Stimmen dann in konkrete Bühnensituationen übersetzt?

Das war eine weitere große Herausforderung, denn es gab sehr viel Text. Ich wollte nicht einfach eine Stunde lang dastehen und Lip-Sync machen, sondern die Geschichten in den Theaterraum übersetzen. 

Dabei kam mir wieder das Puppenhaus des Mädchens in den Sinn. Wenn sie erzählt, wo ihre Mutter, ihr Vater und der Hund im Puppenhaus sitzen, zeige ich auf Menschen im Publikum. Wenn sie sagt, dass ein Licht kaputt ist, zeige ich auf die Theaterbeleuchtung. Ähnlich gehe ich mit den Geschichten der anderen beiden Personen um. Der Nachbar meiner Eltern erzählt zum Beispiel von seinem Haus, das er selbst umgebaut hat. Auch diese Geschichte übertrage ich auf den Theaterraum. Solche konkreten Verbindungen zu finden, war für mich entscheidend.

 

Was hast du durch die Arbeit am Theater über die Unterschiede zur bildenden Kunst gelernt – und was kannst du aus beiden Bereichen jeweils für deine weitere Arbeit mitnehmen?

Die Produktionsbedingungen am Theater waren neu für mich. Ein ganzes Stück auf die Beine zu stellen, bedeutet viel organisatorischen und administrativen Aufwand: Ich muss Geld auftreiben, ein Team zusammenstellen und Produktionspartner finden. Das ist anspruchsvoll und ich lerne bis heute dazu.

Am Theater finde ich toll, dass ich vor einem Live-Publikum auftreten und ein ganzes Stück entwickeln kann. Außerdem lassen sich größere Projekte umsetzen, bei denen ich mit anderen Menschen zusammenarbeite und sie für ihre Arbeit bezahlen kann. Gleichzeitig ist die Organisation viel aufwendiger. In der bildenden Kunst schätze ich dagegen, dass man unkomplizierter experimentieren und auch einmal etwas ausprobieren kann, ohne anderthalb Jahre im Voraus planen zu müssen.

Ich möchte auch in Zukunft zwischen Theater und bildender Kunst wechseln und mir aus beiden Bereichen das mitnehmen, was mich interessiert. Ich finde es spannend, wie sie sich gegenseitig inspirieren und voneinander profitieren können.

 

Wo die Performance als Nächstes zu sehen ist:

Sa, 24. Oktober 2026 — 19.30 UHR

Phönix Theater, Steckborn

Sa, 27. November 2026 — 19.30 UHR

Theater Bachturnhalle, Schaffhausen

Lyrik am Bodensee

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken, literarisch

Eilend, eilend schreitet der Reiter voraus, um sich im tiefen Winter mit einem Fährkahn über den Bodensee kutschieren zu lassen. Unwissend verwechselt der Reiter den von zugefrorenen und mit Schnee zugedeckten See mit einem Ödland, in dem von Menschen, Tieren oder Pflanzen keine Spur vorhanden ist. Am anderen Ufer angekommen und von den Bewohner*innen als Held gefeiert, verliert der Reiter aufgrund des Schocks seiner vorherigen waghalsigen Situation das Bewusstsein und fällt tot zu Boden!

Nun der Autor selbst:

Gustav Schwab – Der Reiter und der Bodensee (1826)

Der Reiter reitet durch’s helle Tal,
Auf’s Schneefeld schimmert der Sonne Strahl.

Er treibet im Schweiß durch den kalten Schnee, –
Will heut noch erreichen den Bodensee;

Noch heut mit dem Pferd’ in den sichern Kahn
Will drüben noch landen vor Nacht er an.

Auf schlimmem Weg, über Dorn und Stein,
Er braust auf rüstigem Roß feldein.

Aus den Bergen heraus, in’s ebene Land,
Weit sieht er sich dehnen das Schneegewand.

Weit hinter ihm schwindet so Dorf wie Stadt,
Der Weg wird eben, die Bahn wird glatt.

In weiter Fläche kein Bühl, kein Haus,
Die Bäume gingen, die Felsen aus;

So flieget er hin eine Meil’ und zwei,
Er hört in den Lüften der Schneegans Schrei;

Es flattert das Wasserhuhn empor,
Nicht andere Laute vernimmt sein Ohr;

Keinen Wandersmann sein Auge schaut,
Der ihm den rechten Pfad vertraut.

Fort geht’s wie auf Samt, auf dem weichen Schnee;
Wann rauscht denn das Wasser? wann glänzt der See?

Da bricht der Abend, der frühe herein,
Von Lichtern blinket ein ferner Schein.

Es hebt aus dem Nebel sich Baum an Baum,
Und Hügel schließen den weiten Raum.

Er spürt auf dem Boden Stein und Dorn,
Dem Rosse giebt er den scharfen Sporn.

Die Hunde bellen empor am Pferd,
Und es winkt im Dorf ihm der warme Herd.

„Willkommen am Fenster, Mägdelein,
An den See, an den See, – wie weit mag’s sein?“

Die Maid, sie staunet den Reiter an:
„Der See liegt hinter dir und der Kahn.

Und deckt ihn die Rinde von Eis nicht zu,
Ich spräch’, aus dem Nachen stiegest du.“

Der Fremde schaudert, er atmet schwer:
„Dort hinten die Eb’ne, die ritt ich her!“

Da recket die Magd die Arm in die Höh’:
„Herr Gott! so rittest du über den See!“

„An den Schlund, an die Tiefe bodenlos
Hat gepocht des rasenden Hufes Stoß!“

„Und unter dir zürnten die Wasser nicht?
Nicht krachte hinunter die Rinde dicht?“

„Du wardst nicht die Speise der stummen Brut?
Der hungrigen Hecht’ in der kalten Flut?“ –

Sie rufet das Dorf herbei zu der Mähr,
Es stellen die Knaben sich um ihn her;

Die Mütter, die Greise, sie sammeln sich:
„Glückseliger Mann, ja, segne du dich!“

„Herein zum Ofen, zum dampfenden Tisch,
Brich mit uns das Brot und iss vom Fisch!“

Der Reiter erstarret auf seinem Pferd,
Er hat nur das erste Wort gehört.

Es stocket sein Herz, es sträubt sich sein Haar,
Dicht hinter ihm grinset noch die Gefahr.

Es sieht sein Blick nur den grässlichen Schlund,
Im Geist versinkt er im schwarzen Grund.

Im Ohr ihm donnerts, wie krachend Eis,
Wie die Well’ umrieselt ihn kalter Schweiß.

Da seufzt er, da sinkt er vom Roß herab,
Da ward ihm am Ufer ein – trocken Grab.

Schriftliche Inspiration zog Gustav Schwab aus der Geschichte vom Elsässer Postvogt Andreas Egglisperger. Von der Verirrung geführt, hat dieser versehentlich den Bodensee überquert. Der Bodensee als eine begehbare Fläche ist also tatsächlich keine Fiktion, sondern ein Ereignis, welches historisch dokumentiert ist. Basierend auf dieser Geschichte etablierte sich das Sprichwort „einen Ritt über den Bodensee machen“, d. h. die potenzielle Gefahr wird erst retrospektiv als solche wahrgenommen.

Dieses Naturspektakel wurde von den Menschen in der Umgebung mit Freude angenommen. So hielten beispielsweise im Jahre 1573 zweihundert Konstanzer Bürger eine Aschermittwochschlacht auf dem See ab. 1695 fand ein Freischießen der Stadt Arbon statt. Und im Jahre 1830 wurde der zugefrorene Bodensee sogar zu einem regelrechten Jahrmarkt: Krämerbuden und Schankzelte wurden aufgeschlagen, Musikbanden spielten auf.

Hedwig Storch, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Auch in der Kunst findet sich der Reiter auf dem zugefrorenen Bodensee wieder. Der Bildhauer Peter Lenk erhielt ursprünglich den Auftrag, einen Brunnen für den Überlinger Landungsplatz zu bauen. Die dargestellte Person entpuppt sich aber, entgegen des Auftrags als satirische Darstellung des Künstlers Martin Walser. Dieser trägt Schlittschuhe an den Füßen, die auf das „Sich-aufs-Glatteis-Begeben“ und damit auf Walsers kontroverse Ansichten zur deutschen Geschichte anspielen.

Kurze Künstlerinnenvorstellung: Bianca Gschlecht

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Allgemein, Deutsch, Interviews

Illustratorin ist ein Beruf? Mit dieser Erkenntnis beginnt ihr Traum. Wir haben die Künstlerin Bianca Gschlecht interviewt. Manche kennen den Namen vielleicht noch, sie bot einige ihrer Motive für unseren Workshop Lavendeldruck im Sommersemester 2026 an. Sie erzählt von ihrem Werdegang, ihren Leidenschaften und großen Plänen für die Zukunft.

Bianca schaut mit aufgewecktem Blick und breitem Lächeln in die Kamera. Konstrastreich stechen sie und ihr blaues Oberteil vor dem grünen Hintergrund hervor.

©FIZU STUDIO – Fiona Mentzel

Wie bist du darauf gekommen, von Beruf her Künstlerin zu sein?

“Bevor ich wusste, dass es den Beruf „Illustrator:in“ gibt, hatte ich verschiedene Vorstellungen davon, was ich einmal werden möchte – Floristin, Schauspielerin, Biologin – die drei sind mir im Kopf geblieben.”

Ihr Lächeln strahlt breit bei der Erinnerung. Nach ihrem Abitur in Singen zieht es sie ins Ausland. Sie studiert erst Innenarchitektur in Stuttgart, und dann Informationsdesign in Graz. Ihre Bachelorarbeit in Informationsdesign schreibt sie über die Selbstständigkeit als Illustratorin, und aus ihrem Forschungsmaterial wird ein Lebenstraum.

“Über eine Freundin von mir, die sich genau zu der Zeit als Illustratorin selbstständig gemacht hat, bin ich mit dem Beruf in Berührung gekommen.”

Du bist also 2021 quasi mitten in Corona wieder zurückgekommen und hast dich selbstständig gemacht. Ist die Arbeit mit Menschen nicht unsicher gewesen? Wie bist du den Wechsel in die Praxis angegangen?

“Wenn ich mir meine Berufswünsche im Nachhinein so anschaue, dann wird mir klar, dass sie alle aus dem Bedürfnis entstanden sind, etwas für Menschen zu gestalten und Menschen eine Freude zu machen.[…] Ich halte alltägliche Momente und Orte fest und verwandle sie in Illustrationen, die sich nostalgisch und vertraut anfühlen.”

Illustration eines Kiosks in Helsinki

Ein Urlaubsort

Aber wie so oft war es auch großes Glück an die richtigen Personen zu geraten.

„Als ich nach Konstanz gezogen bin hatte ich das große Glück, mit den Macherinnen vom NUN Magazin in Kontakt zu kommen und durch sie hatte ich von Anfang an kleinere Aufträge.“

Nostalgie auf Papier. Sie erzählt von den Motiven, denen sie begegnet. Reisen und Architektur zum Beispiel tauchen Hand in Hand auf, ein Foto von einem Gebäude, oder die Szenerie beim absoluten Lieblingscafé, die jemand mit Bedeutung füllen möchte. Auch abstrakte Themen wie mentale Gesundheit und Diversität kreuzen ihr Studio. Auf dem Tisch liegen einige Arbeiten, von denen jede direkt eine Geschichte zu erzählen scheint. Wie ein eingefrorenes Video scheinen sie lebhaft, als warteten sie nur darauf, loszuplappern. Ein Kartendeck aus Vögeln zwitschert mich an.

Eine farbige Skizze eines imposanten Kuppelbaus bei blauem Himmel. Stromleitungen kreuzen die Sicht.

Skizze eines Gebäudes – vielleicht ein Bild aus dem Urlaub?

Farbige Illustration von einem Boot auf dem Wasser am Steg, am Ufer erheben sich Bäume.

Badeort, Zuhause oder Reise – man hört die Wellen schwappen

Karten mit Vogelillustrationen

Für Vogelliebhaber

Aber Illustratorin heißt nicht nur Spaß. Es heißt auch Lernen, erzählt Bianca. Jedes Thema fordert seinen eigenen Ansatz, gepaart mit den unbegrenzten Möglichkeiten der Kreativität vergeht kein Tag, den sie nicht mit einer kleinen Lektion beendet. Ihr Anspruch an sich selbst: Ein Thema erfordert Erkunden. Immer.

“Ich gestalte Produkte, mit denen Menschen gerne Zeit verbringen und die ihr Leben und ihr Zuhause besonders macht. [Das und] meine Liebe für Handgemachtes und kreative Hobbies und meiner Begeisterungsfähigkeit, mich in neue Themen einzuarbeiten, zu recherchieren und bildlich zu verarbeiten, gibt einen recht guten Überblick darüber, was meine Arbeit als Illustratorin im Bereich „Lifestyle Illustration“ ausmacht.”

Was machst du dann konkret als Illustratorin? Wie ist der Weg von der ersten Idee zum fertigen…Ding?

“Kommt drauf an“, sagt sie. Wir lachen. Natürlich kommt es drauf an. Bianca unterteilt in selbstständige Arbeiten und Auftragsarbeiten. Selbstständige Arbeiten kommen aus ihrem Kopf, sie starten mit einer Idee, manchmal einem Foto oder einer schnellen Zeichnung. Diese wird von Buntstiften, einem digitalen Zeichenprogramm oder sogar anderen Medien wie Wolle weiterverfolgt.

Ein Untersetzer aus stilisierten Margeriten in Punchneedle-Technik gearbeitet.

Flauschige Untersetzer

Illustrationen von Alltagsgegenständen: Couch, Schnurtelefon und Ähnliches

Alltagsgegenstände im Detail

 

Postkarten liefen gut, sagt sie, und mein Blick fällt auf die gelbe Blume vor einer bergigen Landschaft. Manchmal gehe sie Dinge auch in Eigeninitiative an, beispielsweise Verpackungsdesigns, oder unseren Aufruf für Motive damals. Meine Tasche, die ich mit ihrem Motiv bedruckt habe, hängt über der Stuhllehne. Von der Wäsche ist es schon etwas ausgefranst. “Bald gibt es meinen neuen Kalender für 2027 zu kaufen”, wirft sie mit einem Zwinkern ein.

Illustration einer Blume vor einer Wiese, im Hintergrund sind Berge zu sehen.

Eine Blumenpostkarte

Auftragsarbeiten hingegen sind in der Regel mit Vorlage. Illustrationen für Bücher und Magazine, Verlage oder Murals, aber auch individuelle Hausportraits.

Postkartenprint von einem Mehrparteienhaus

Ein Hausportrait im Auftrag eines Kunden/einer Kundin

“Alles, was ich dafür brauche, ist ein Foto, [und man bekommt] je nach Wunsch die Originalzeichnung, oder eine digitale Version. Gerade um Weihnachten rum kommen viele Anfragen.”

Gerade wegen dem hohen sentimentalen Wert, der mit solchen Anfragen einhergeht, geht sie sorgfältig mit den Wünschen ihrer Kunden um. “Kunst ist enorm subjektiv, deshalb ist als Illustratorin gute Absprache das A und O. Eine Anfrage ist bei mir nie verbindlich. Die Erinnerung soll im Vordergrund stehen, erst dann gleichen wir Preis und Budget ab.”

Was interessiert dich im künstlerischen Bereich noch so? Wo siehst du deine Arbeiten in Zukunft?

“Gerade jetzt, wo so viel online stattfindet, habe ich das große Bedürfnis wieder mehr von Hand zu machen.“

Wir driften über Drucktechniken ab. Ich erzähle von den Erfahrungen beim Lavendeldruck, sie erzählt von anderen Möglichkeiten, etwa Linol- und Siebdruck. Auch Keramik neckt sie schon eine Weile, gesteht sie mir. Ich stelle mir unweigerlich vor wie sich ihre Signatur-Blumen über die Außenseite einer Müslischüssel ranken und eine der Katzen gerade so über die Kante der Milch auf der Innenseite guckt. Bianca holt mich aus dem Gedanken raus, als sie mir einen Untersetzer zeigt. Sie würde gern mehr Wohnaccessoires wie diese hier machen, schwärmt sie.

Illustration von Blumen, Linienarbeit schwarz auf weiß

Biancas Motive vom Lavendeldruck

Illustration von Yoga-Katzen, schwarz auf weiß

Biancas Motive vom Lavendeldruck

“Mir zu überlegen wie etwas funktioniert und alte Techniken zu erlernen reizt mich sehr. Außerdem liebe ich es, wenn man Dingen ansieht, dass sie handgemacht sind!”

Dürfen wir die Katzen und Blumen einfach weiterhin anbieten, wenn wir nochmal Druckworkshops machen?

“Aber natürlich!” Sie lacht. Vielleicht schafft sie es diesmal dann auch zu kommen, spekuliert sie.

Wer ihre Arbeit anschauen will, findet hier ihr Instagram und ihre Website.

 

360° Panorama Konstanz

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Seit dem 12.09.2026 lädt das 360° Panorama in Konstanz zu einer Reise in die Vergangenheit ein.

Schon von außen zieht das 50 Meter hohe, zylinderförmige Gebäude mit der außergewöhnliche Architektur, die Blicke auf sich. Im Inneren eröffnet sich eine völlig andere Welt. Der Künstler Yadegar Asisi schafft mit seinem Panorama einen Raum, in dem Zeit, Realität und Dimension für einen Moment in den Hintergrund treten.

„Ich möchte eine Geschichte erzählen, die eigentlich kein Ende hat.“ Yadegar Asisi

 

Eine Reise in die Geschichte von Konstanz zu Zeiten des Konzils

Von 1414 bis 1418 wurde Konstanz zum Schauplatz des Konstanzer Konzils und damit für vier Jahre zum Zentrum der europäischen Welt. Macht, Glaube, Angst und Hoffnung prägten dieses Weltereignis.

Besucher:innen tauchen ein in die Welt von Konstanz im Mittelalter. Historische Darstellungen in der Ausstellung werden den Darstellungen des Panoramas gegenübergestellt.

Die Ausstellung und das 360° Panorama machen das Konstanzer Konzil von 1414–1418 immersiv erlebbar.

 

Der monumentale 360° Ausstellungsraum

Im Inneren des Turms befindet sich das über 30 Meter hohe Kunstwerk, ein Raum voller Licht und Atmosphäre: das 360° Panorama von Yadegar Asisi.

Auf mehr als 3.200 m² Bildfläche verbindet das 360° Panorama Kunst, Architektur, Licht und Klang zu einer atmosphärischen Reise durch das mittelalterliche Konstanz.

Filmische Lichtwechsel, historische Präzision und eine eindrucksvolle Klangkulisse lassen die Szenerie lebendig wirken. Zeitlich unterschiedliche und räumliche Situationen fügen sich auf dem Panorama zu einem Gesamtbild zusammen.

Für die Besucher:innen eröffnet sich somit eine atmosphärische Kunsterfahrung, die Geschichte aus einer unmittelbaren Perspektive erzählt und Vergangenheit auf eindrucksvolle Weise zum Leben erweckt.

 

Mehr zu dem 360° Panorama auf unserem Instagram Account:

KWS goes Panorama 360° auf Instagram

Weitere Informationen & Tickets unter:

Panorama Konstanz

Gemeinschaft in Konstanz – regelmäßige Angebote für den schmalen Taler

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Neulich habe ich mich mit einer Freundin getroffen, um Löcher in unserer Kleidung zu flicken. Am Ende sagte sie: “Ich wünschte, sowas gäbe es hier regelmäßig”. Gibt es. Und das brachte mich auf den Gedanken zu diesem Artikel: Kostenfreie oder klein bepreiste Angebote für Gemeinschaft in Konstanz. Wer also schonmal mit dem Gedanken gespielt hat, das ganz persönliche Hobby oder ein Sportangebot in Gesellschaft anderer Leute auszuüben, kann hier gern weiterlesen.

(Angaben ohne Gewähr)

Buchclubs

Beyond Words Club

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Mittwochs ab 18 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: Instagram beyond.words.club.kn

Man liest ein Buch pro Monat gemeinsam, und diskutiert bei Kaffee und Tee über dieses Buch, andere Bücher oder ähnliche Themen. Man darf auch sein eigenes Buch und ein paar Snacks mitbringen.

Silent Book Club

Wo: Foyer der Stadtbibliothek Konstanz, jeden zweiten Samstag 12-14 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: Instagram silent-book-club-konstanz; Mail: silentbookclub.konstanz@tutamail.com

Dieser Buchclub hat keine Pflichtlektüre. Man kann eigenen Lesestoff mitbringen, sich in der Bibliothek etwas ausleihen oder sogar mit eigenem Equipment Hörbücher hören, wenn man nicht lesen möchte. Es wird mit einer Begrüßungsrunde gestartet und anschließend eine Stunde schweigend mit dem mitgebrachten Buch o.Ä. verbracht, abschließend gibt es eine freiwillige Austauschrunde. Das Angebot richtet sich an alle Altersstufen.

Offener Lesekreis

Wo: Hospitzverein Konstanz, einmal im Monat an einem Mittwoch, 19-20:30 Uhr

Kosten: Keine, Spende möglich

Kontakt: https://hospiz-konstanz.de/angebot/offener-lesekreis/

Hier wird es etwas traditioneller: Zu Beginn des Jahres wird eine Leseliste veröffentlicht, mit den jeweiligen Terminen des Lesekreises. Das korrespondierende Buch soll bis zum Treffen gelesen werden, anschließend tauscht man sich darüber aus. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten.

45-Minuten-Buchclub (Stand SoSe 2026)

Wo: HTWG Konstanz, Raum G032, festgelegte Termine, 19-19:45 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: https://www.htwg-konstanz.de/bachelor/asian-studies-and-international-management/aktuell/45-minuten-buchclub

Aus der überraschenden Ecke der Asian Studies and International Management kommt ein Lesekreis über internationale Bücher, mit Schwerpunkt auf asiatischer Literatur. An drei Terminen traf sich der Buchclub letztes Semester, um über die vorher veröffentlichten Buchtitel zu sprechen. Es bleibt abzuwarten ob das Angebot für das Wintersemester weiter besteht. Es ist Voraussetzung das jeweilige Buch auf englisch oder deutsch gelesen zu haben, sonst richtet sich das Angebot an alle Interessierten.

Hobby

Malen mit Christiane

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Dienstag 9:30-11 Uhr

Kosten: Keine, Spenden möglich

Kontakt: chrschmidt@directbox.com, Büro Treffpunkt Petershausen, https://www.konstanz.de/kultur+_+freizeit/kultur-+und+begegnungszentren/treffpunkt+petershausen/angebote

Kunstpädagogin Christiane Schmidt bietet wöchentlich gemeinsam Zeichnen und Malen ohne Vorkenntnisse an. Material und Platz gibt es vor Ort. Aufgrund der begrenzten Platzsituation gibt es immer mal wieder eine Warteliste, eine Anmeldung dort ist zwingend erforderlich. Den aktuellen Status kann man auf der Website des Treffpunkt Petershausen unter dem Drop-Down-Menü von Dienstag einsehen.

Nähstube für Reparaturen

Wo: Treffpunkt Petershausen, jeden zweiten Mittwoch 15-17 Uhr (derzeit Sommerpause)

Kosten: Keine, Spenden möglich

Kontakt: Telefon 07531 51069, nächster Termin auf der Website https://www.konstanz.de/kultur+_+freizeit/kultur-+und+begegnungszentren/treffpunkt+petershausen/angebote

Endlich mal die aufgeplatzte Naht reparieren die den Pulli vom letzten Winter untragbar gemacht hat, das ausgefranste Hosenbein kürzen oder den Knopf an dem Hemd mit dem hübschen Muster wieder annähen klingt nach einer guten Idee? Malak und Michaela zeigen, wie das geht. Mit Nähmaschinen und Material vor Ort bekommt die Lieblingskleidung ein zweites Leben. Der Raum ist ausschließlich für Reparaturen und kleine Änderungsarbeiten, nicht für ganze Nähprojekte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Maschen Am See

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Mittwoch 18-20 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: maschen.am.see@web.de, Instagram maschen.am.see

Erfahrene Strickende und Häkelnde (und manchmal auch andere Dinge mit Wolle arbeitende) Menschen treffen sich regelmäßig zum miteinander quatschen, Tee trinken, Gebäck essen und natürlich zum Vorankommen beim eigenen Arbeitsprojekt. Das Angebot ist kein Kurs, es wird also nichts Grundlegendes beigebracht, und alle Materialien müssen selbst mitgebracht sein. Anmeldung möglich, aber nicht notwendig.

Brettspielabende

Wo: St. Johann Coworking Konstanz Altstadt, Gemeindezentrum K10 Wollmatingen, Gemeindesaal evangelische Auferstehungskirche Litzelstetten, Termine s.u.

Kosten: Keine

Kontakt: https://spielraum-bodensee.de/

Du magst Spiele? Cool, Spielraum Bodensee auch: Der 2025 gegründete Verein für Gesellschaftsspiele engagiert sich seither für kommunale Spielangebote, offene Räume und entspanntes Zusammenkommen. Monatlich gibt es in den Stadtteilen Altstadt, Wollmatingen und Litzelstetten offene Spieleabende mit der Sammlung des Vereins, Spielenachmittage in Litzelstetten (Achtung – andere Adresse!) und Wollmatingen und einzelne Events in ganz Konstanz. Die aktuellen Termine gibt es hier.

Gesellschaft

Café im Foyer

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Dienstag bis Freitag, 9-12 Uhr

Kosten: optionaler Konsum

Kontakt: https://www.konstanz.de/kultur+_+freizeit/kultur-+und+begegnungszentren/treffpunkt+petershausen/angebote, Telefon 07531 51069

Gemütlich rumsitzen und Zeitung lesen, mit Freunden quatschen und eigenes oder gekauftes Frühstück verzehren klingt gut? Genau das bietet der Treffpunkt Petershausen in seinem Foyerscafé an. Das Besondere: Es besteht kein Konsumzwang, es ist also auch total in Ordnung sich selbst Tee, Kaffee oder Essen mitzubringen. Es gibt jedoch auch ein kleines Frühstücksangebot zu kaufen, falls man das lieber möchte. Es braucht keine Voranmeldung, die Veranstalter freuen sich jedoch bei größeren Gruppen eine Ankündigung zu bekommen, damit größere Mengen vorbereitet werden können.

Kaffeekränzchen

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Donnerstag 15-17 Uhr

Kosten: ggf.

Kontakt: https://www.konstanz.de/kultur+_+freizeit/kultur-+und+begegnungszentren/treffpunkt+petershausen/angebote

Ein gemütliches Kaffee-und-Kuchen-Angebot explizit für Jung und Alt, für Gesellschaft, Austausch und Miteinander. Der Kuchen ist selbstgebacken und der Vorrat begrenzt. Man braucht sich nicht anzumelden.

Selbsthilfegruppe zu Depression

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Dienstags 18-19:30 Uhr

Kosten: keine

Kontakt:Telefon 07531 9363598 oder Mail kerstin.kuhny@gmx.de

Das Leben kann so richtig kacke sein, und nicht jeder versteht das. Unter verständnisvollen Seelen spendet man sich gegenseitig Trost und Respekt. Eine Anmeldung ist notwendig.

Interkultureller Frauentreff

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Freitag 16 Uhr

Kosten: keine, ggf. Verpflegung

Kontakt: Telefon 07531 51069, Mail treffpunkt.petershausen@konstanz.de

Frauen verstehen Frauen – in diesem Fall wurde ein Raum geschaffen für Frauen aller Kulturen, national, international und alles dazwischen, Für Diversität, zum Zusammenkommen, emanzipieren und einander Voranbringen. Die Treffen werden von Sozialarbeiterinnen begleitet und geleitet. Es gibt Kaffee und Tee. Sprachkenntnisse in englisch sind aufgrund der Internationalität förderlich.

Kulturkiosk Schranke

Wo: Moltkestraße 17

Kosten: Keine, ggf. Verpflegung

Kontakt: Mail info@kulturkiosk-schranke.de, Instagram kulturkiosk_schranke

Der Kulturkiosk ist ein Verein, der neben einem Begegnungsort mit Sitzmöglichkeiten und erwerbbaren Getränken und Essen auch Events anbietet, größtenteils kostenfrei. Von Pop-up-Flohmarkt, After-Work-Party bis hin zu Zeitungslesen ist geselliges Beisammensein angesagt. Das aktuelle Programm findet sich auf der Website.

Sport und Fitness

Fitness für Frauen

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Mittwoch 18-19:30 Uhr

Kosten: 1€

Kontakt: Telefon 01578 3891798

Gemeinsam fit bleiben und nur mit anderen Frauen zusammen sporteln – das bietet Sandra Kohl für einen symbolischen Preis an. Der Kurs ist ohne Geräte konzipiert, so kann theoretisch jeder das Ganzkörpertraining auch Zuhause machen. Kondition und Flexibilität stehen im Vordergrund. Eine Anmeldung ist notwendig.

Movement

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Sonntag 17:30-19 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: Büro Treffpunkt Petershausen oder Instagram movement.kn

Sport mit anderen machen, kostenfrei und in der Gruppe – Das findet immer Sonntags statt. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, Anmeldung ist erforderlich

Social Run

Wo: HTWG Innenhof, Seestraße, Café Doppio

Kosten: Keine

Kontakt: Instagram socialsportsclub.kn

Wasche die Jogginghose und entstaube die Laufschuhe! Der Social Sports Club bietet kostenpflichtige Kurse an, aber auch einen kostenlosen Run-Club. Dienstags, Samstags und Sonntags kann man sich mit anderen Gleichgesinnten treffen und verschiedene Streckenlängen gemeinsam joggen. Ab und an sind Sonderveranstaltungen wie der Run and Rave, mal kostenfrei, mal kostenpflichtig. Aktuelles gibt es auf Instagram.

Sonstiges

Foodsharing

Wo: Treffpunkt Petershausen: Mittwochs 14-17 Uhr, Palmenhaus Paradies

Kosten: keine

Kontakt: https://foodsharing.de/

Kurz und knapp: Vor der Tonne gerettete Lebensmittel werden kostenlos verteilt, nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip. In Konstanz gibt es zwei Standorte, im Treffpunkt Petershausen ist einmal die Woche ein Verteiltermin, im Palmenhaus Paradies kann man Lebensmittel abholen, sofern welche da sind. Voraussetzung für den Zugang kann die Registrierung sein.

Seniorenzentrum Bildung und Kultur

Wo: Obere Laube 38, Altstadt/Paradies

Kosten: Variabel

Kontakt: Telefon +49 7531 9189834 , Mail seniorenzentrum@konstanz.de

Für die älteren Semester unter den Lesenden gibt es viele Angebote im Seniorenzentrum zum Thema Bewegung, Gesundheit, Hobby und Gemeinschaft. Mit dem Sozialpass sind etwaige Preise (in jahresgebühr angegeben) um 80% reduziert, was einen geringen Kostenbeitrag pro Termin zufolge hat. Es gibt aber auch kostenfreie Angebote. Alle Informationen sind auf der Website, aber hier ist auch eine Liste an Angeboten:

Kostenpflichtig:

  • Qi Gong (chinesische Gesundheitsübungen)
  • Fitness für den Alltag
  • Tanzen, verschiedene Richtungen
  • Atem und Bewegung
  • Gedächtnistraining
  • Singen
  • Neuwerkchor
  • Philosophie-Runde

Kostenfrei:

  • Politisches Frühstück
  • Gesellschaftsspiele
  • Stricklieseltreff
  • Vielfältiges Gestalten
  • Schachtreff
  • Handy-Café

Weitere Informationen

Auf der Website der Stadt Konstanz kann man sich durch richtig viele Angebote durchklicken, wer nicht das perfekte Event für sich findet wird dort vielleicht weiter fündig. Auch auf Instagram lohnt sich eine Suche, neben Facebook ist das die wohl wichtigste Plattform für Bekanntmachung und Vernetzung.

Der Newsletter der Stadt fasst Events und Angebote zweimal im Monat zusammen – kein nerviges durch-die-Gegend-Klicken mehr und kein Fluchen, wenn man das Event einen Tag zu spät entdeckt. Dabei sind natürlich auch kostenpflichtige Events dabei.

Für Studierende: Nahezu jede Hochschulgruppe ist kostenlos. Schau doch mal auf der Website von Uni bzw. HTWG vorbei.

Zwischen Fähre, Altstadt und Schloss: Ein Tagesausflug nach Meersburg

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Allgemein, Historische Gebäude

Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um für ein paar Stunden das Gefühl zu haben, an einem ganz anderen Ort zu sein. Von Konstanz aus eignet sich Meersburg dafür besonders gut: Die Stadt ist schnell erreichbar, liegt direkt am Bodensee und verbindet historische Gassen, kleine Cafés, schöne Ausblicke und Schlossbesuche auf engem Raum.

Unser Ausflug begann am Bahnhof Konstanz. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus zur Autofähre und setzten anschließend nach Meersburg über. Die Fährfahrt dauert ungefähr 15 Minuten und ist schon der erste kleine Höhepunkt des Tages. Während man über den Bodensee fährt, kann man die Seeluft genießen und hat einen schönen Blick auf das Wasser und die Umgebung.

Nach der Ankunft in Meersburg führt ein kurzer Fußweg in Richtung Unterstadt. Schon auf dem Weg dorthin merkt man schnell, wie besonders die Lage der Stadt ist: Über den Häusern erhebt sich die Burg, während unten am See die Promenade, Cafés und kleine Läden warten. 

In der Unterstadt angekommen, lohnt es sich, zunächst einfach an der Seepromenade entlangzugehen. Hier reihen sich Cafés, Restaurants und Geschäfte aneinander, und gerade bei gutem Wetter wirkt alles sehr lebendig. Für eine erste Pause bietet sich zum Beispiel das Kaffee Reite an, wo wir uns eine kleine Stärkung gegönnt haben. 

Doch nicht nur die Unterstadt hat schöne Orte zum Verweilen zu bieten. Wer sich auf den Weg in die Oberstadt macht, kommt an vielen kleinen Läden vorbei, in denen man Souvenirs oder Kleinigkeiten entdecken kann. Unterwegs fiel uns außerdem eine Taverne besonders ins Auge: Drachenfeuer. Schon der Name und das Design wecken Interesse und passen gut zu der leicht verwinkelten, fast märchenhaften Atmosphäre der Altstadt. 

Oben angekommen öffnet sich der Blick auf den Marktplatz. Bunte Fassaden, Blumenschmuck, alte Hauswände und die umliegenden Gassen machen diesen Bereich besonders sehenswert. Gerade hier lohnt es sich, nicht nur schnell vorbeizulaufen, sondern sich einen Moment Zeit zu nehmen und die vielen Details an den Gebäuden anzuschauen. 

Wer zwischendurch noch eine Abkühlung oder etwas Süßes braucht, findet auch in der Oberstadt passende Möglichkeiten. Wir machten unter anderem im Café Pop Halt, das sich gut für eine weitere kleine Pause eignet, bevor es weiter zum Schloss geht. 

Ein besonderes Highlight unseres Ausflugs war das Neue Schloss Meersburg. Schon von außen fällt die rosafarbene Fassade mit ihren weißen Verzierungen auf. Für Studierende gibt es einen ermäßigten Eintritt, und der Besuch lohnt sich vor allem, wenn man sich für historische Räume, Architektur und schöne Ausblicke interessiert. 

Im Inneren beeindruckt besonders das Treppenhaus. Der helle Raum, die geschwungene Treppe und das große Deckenfresko machen direkt deutlich, wie repräsentativ das Schloss angelegt ist. Man schaut automatisch nach oben und entdeckt immer neue Details in der Malerei und der Architektur. 

Neben den Schlossräumen lohnt sich auch ein Besuch des Schlossgartens. Von dort aus hat man einen sehr schönen Blick über Meersburg, die Dächer der Stadt und den Bodensee. Bei klarer Sicht kann man sogar bis auf die andere Seite des Sees schauen – und mit etwas Orientierung auch in Richtung Konstanz. 

Direkt beim Schloss befindet sich außerdem die Schlosskirche, die man betreten und besichtigen kann. Besonders eindrucksvoll sind hier die Rokoko-Ausstattung, die Deckenmalereien und die vielen dekorativen Details. Nach dem Spaziergang durch die Stadt wirkt der Kirchenraum noch einmal wie ein ruhiger, fast überraschender Abschluss des Schlossbesuchs. 

Und hier endet auch schon unser kleiner Ausflug nach Meersburg. Die Stadt eignet sich perfekt für einen entspannten Tagesausflug, weil sich vieles gut zu Fuß erkunden lässt und man unterwegs immer wieder schöne Ecken entdeckt. Gerade die Mischung aus Bodensee, historischer Altstadt und gemütlichen Cafés hat den Tag für uns besonders schön gemacht. Wer also Lust auf einen kurzen Tapetenwechsel am Bodensee hat, ist in Meersburg genau richtig. 

@photos by kws

Kurze Künstlerinnenvorstellung: Gisela Munz-Schmidt

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken, literarisch

Gisela Munz Schmidt, aufgewachsen in Heilbronn, zog es 1984 in die Bodenseeregion nach Owingen. Vor ihrem Beginn als Schriftstellerin studierte sie Anglistik und Germanistik in Heidelberg und war anschließend an verschiedenen Gymnasien als Lehrerin für Deutsch und Englisch tätig. Drei Jahre nach ihrer Ankunft am Bodensee begann sie, sich verstärkt dem literarischen Schreiben zu widmen. Seit 1987 entstehen vor allem Gedichte, daneben aber auch Kurzprosa und Texte für Kinder. Ihre erste Veröffentlichung erschien 1988. Heute blickt Munz Schmidt auf eine Vielzahl literarischer Publikationen zurück.

Ein besonderes Merkmal ihres Schaffens ist die Verbindung von Sprache und bildender Kunst. Diese Kombination aus Text und Bild zeigt sich in ihren sechs Lyrikbildbänden, in denen ihre Gedichte durch Aquarelle der Künstlerin Sibylle Buderath ergänzt werden. Zu diesen gemeinsamen Arbeiten zählen unter anderem My Way Along Lake Constance, Rosen am Weg und Bäume am Weg. Die Bilder und Gedichte treten dabei in einen Dialog, sodass die Impressionen von Bodensee, sowohl sprachlich als auch visuell erfahrbar werden.

Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienblüten

Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienblüten

Kastanien – aus Bäume am Weg

Bevor sie wächst und blüht und Früchte trägt,

treibt sie, damit kein Sturm sie legt,

kein Wetter sie erschlägt,

den langen Wurzelpfahl tief in den Grund.

 

Dann jubelt sie den Frühling ein

in vollen roten Blütenglocken,

kräftig und untererschrocken,

und spät im Herbst sind ihre Samen

glänzend, glatt und rund

Das Prinzip ihres Schreibens, „[…] damit ich verstehe und dass ich bleibe.“ , findet sich in zahlreichen Gedichten der Lyrikerin wieder. In pointierter Sprache verleiht die Autorin alltäglichen Beobachtungen mit nur wenigen Mitteln (einem Stift und einem Blatt Papier) eine sinnliche Dimension. Dabei gelingt es ihr, äußere Landschaft und innere Wahrnehmung miteinander zu verbinden. So zeigt sich beispielsweise im Gedicht „Föhnstimmung“, dass der Bodensee in seiner äußeren Erscheinung zugleich zum Spiegelbild einer inneren Gemütslage werden kann. Auch die Vielfältigkeit der Bodenseeregion lassen sich nicht mit einem einzigen, präzisen Wort erfassen. Stattdessen entfaltet sich im Gedicht „Am Bodensee“ eine Reihe prägnanter Assoziationsketten, die den Facettenreichtum der Umgebung eindrucksvoll einfangen.

Föhnstimmung – aus Wege am See

In der Silberschmiede

des Windes

schmilzt der See

und glänzt sich aus.

Da glänzt ich wortlos

mich ein.

Am Bodensee  – aus Wege am See

Wass und Hügel, der Möwen Flügel.

Nein, nicht nur Natur, Molassefelsen und Ried

Kunst und Kultur, ein Lied, ein Gedicht.

Rebhänge, Dörfer, Spaziergänge,

der hohen Berge nahes Gesicht.

Kirchen, Städte und Kapellen,

Quellen, Bäche, Strandesstellen,

Narrenhäs  und Karbatschenschnellen,

Rummel und Bummel.

Bäume, Wiesen, Windes Spur,

Segel, Schiffe, Boote, Flauten,

Föhn und schöne alte Bauten.

Fremde Fahnen neben vertrauten.

 

Rote Äpfel, gelbe Birnen, grüne Nüsse.

Der Wellen Fluss. Der Kirschen Küsse.

Des Lebens Genuss, Sanftmut und Kühne.

Der Zeiten und der Schönheit Bühne.

Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin engagiert sich Gisela Munz Schmidt auch im gesellschaftlichen und kommunalen Kontext. So entstand beispielsweise die Ausstellungsreihe Land am See, in der sich die Lyrikerin mit ihrer künstlerischen Ausdrucksform für Umwelt- und Naturschutz einsetzte. Um die Existenz dieser Künstlerischen Expression zu wahren, war Munz Schmidt zeitweise als Gemeinderätin tätig, um der regionalen Kunstförderung eine Stimme zu geben.

Im Jahre 2005 hat sich die Lyrik von Gisela Munz-Schmidt dauerhaft mit der Landschaft verbunden – einer Landschaft, die eine bedeutende Rolle im Werk der Autorin spielt. Mit der Einweihung des Lyrikwegs in Owingen wurden ihre Gedichte dauerhaft im öffentlichen Raum verankert. Der idyllische Rundweg verbindet Naturerlebnis und Lyrik miteinander. Entlang des Weges befinden sich sieben Gedichtstelen mit Werken ihrer. Die Gedichte greifen Eindrücke und Beobachtungen der Landschaft auf und laden die Spaziergänger*innen dazu ein, die wahrgenommene Umgebung aus einer neuen Perspektive zu begegnen.

Stele beim Haslerhof der Familie Bischoff

In diesem Zusammenhang, Munz-Schmidt „Es ist ja nicht üblich, dass man zu Lebzeiten mit seinen Gedichten verewigt wird“

Weitere interessant und lesenswürdige Informationen sowie Gedichte findet Ihr auf der Website von Gisela Munz-Schmidt: Gisela Munz-Schmidt – Lyrik vom Bodensee

Save the Date: Bodensee-Buchmesse 2026

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Allgemein, Deutsch, Kulturell

Leseratten, Buchwürmer und Seitentaucher aufgepasst: Am 29. August, also in etwas weniger als zwei Wochen, geht es im Bodenseeforum wieder um Worte auf Seiten, Bilder auf Pappe und Vielfalt der Genres: Die Bodensee-Buchmesse 2026 ist wieder da!

Lieber selbst nachlesen? Hier gibt es alle Informationen.

Was erwartet Dich?

Für sieben Stunden dürfen Besuchende sich in den Windungen der Stände, Zeilen und Worte der Autor:innen verlieren. Von 10-17 Uhr können auf allen Ebenen des Bodenseeforums bis zu 100 Autoren und Verlage erkundet werden, Genres durchstöbert, Kurse und Lesungen besucht und sich mit anderen Lesenden ausgetauscht werden. Mit 10€ plus den Büchern, die Du dort kaufen wirst, ist der Eintrittspreis vertretbar. Wenn du Freunde oder Kinder hast, die erst 12 sind, kommen die sogar gratis rein.

Kurse und Workshops

Ich werde hier nicht den ganzen Plan nachplappern, sondern nur ausgewählte Punkte hervorheben. Der ganze Plan kann auf der Website heruntergeladen werden, außerdem ist dort eine Liste der Autor:innen verlinkt.

  • Zeichenworkshop von Mark Wamsler, 11-13 Uhr im kleinen Raum K3: Ein Name der mir bis dato unbekannt war, dessen Zeichnungen jedoch Kinderbücher hervorbringen. Er bietet einen offenen Zeichenworkshop an, zeigt Techniken und geht auf Zeichnen als Storybuilding-Technik ein. Finden wir super!

  • Die Dunkle Seite des Autorenlebens: Diskussionsrunde über den (belastenden) Alltag von Autor:innen heute, 12:30 und 13 Uhr im großen Raum K1. Die Autor:innen Rebekka Moser, Evelyne Aschwanden, Sam W., Sandra Vogt, Silke Amberg und Sven Rühl sprechen über Druck und Deadlines, Kreativsein und KI, Mental Health und Hilfsstrategien. (Es ist mir etwas unklar ob die Diskussionsrunde zweimal stattfindet oder nur zwei Slots belegt – ich schätze das werde ich dann herausfinden)

  • Lesung mit Ursula Mayer zu “Mensch Mädle!”, 13:30 in K1. Der Titel schreit für jüngere Menschen geradezu nach “älter” und “überholt”, und genau das ergibt Sinn wenn man sich das Buch anschaut: Die Autorin in ihren 70ern beschreibt das Großwerden im zwanzigsten Jahrhundert, als Frau in einer Männerdomäne, ein Leben in einer anderen Zeit, die sich viele von uns nicht mehr vorstellen können. Wer sich auf die Zeitreise einlassen möchte, kann hier eine Kostprobe erhalten.

  • Blind Book Aktion: Neutral verpackte Bücher, versehen mit Hinweisen zum Inhalt, können gekauft werden. Die Mystery-Aktion ist zugunsten der Stadtbibliothek, die die Einnahmen gespendet bekommt.

Ideen für Freunde und den leichten Geldbeutel

Ich kann es kaum erwarten mich in den Tischen der Bücher zu verlieren und vermutlich mit meinem eigenen Körpergewicht an Büchern wieder rauszukommen 😀

Jedoch ist auch für Studierende der Sommer sowieso eine teure Zeit, da braucht mein Zwiebelledergeldbeutel nicht unbedingt die Aussicht auf Hunderte Euros an Büchern. Deshalb habe ich hier ein paar lustige Aktionen zusammengestellt, die man mit Freunden oder sogar Fremden machen kann, wenn man ganz extrovertiert ist, um die Buchmesse zu genießen und trotzdem mit leichtem Geldbeutel herauszukommen. Eigentlich können die Ideen auch losgelöst von der Buchmesse umgesetzt werden, aber es geht doch nichts über einen Anlass.

  • Genre-Gals/Guys: Finde unter deinen Freunden oder Fremden Leute, die das gleiche Genre wie du gern lesen, und kauft jeder ein unterschiedliches Buch aus diesem Genre. Dann schreibt ihr in die erste Seite mit Bleistift den Namen des Eigentümers, und absteigend die Lesereihenfolge der ganzen Gruppe, bei Fremden mit Adresse oder Telefonnummer, und sobald einer ein Buch fertig hat, schickt die Person es an die nächste in der Liste. Am Ende kommt das Buch wieder zur Käufer:in zurück, und so hat jeder eine schöne Erinnerung von der Buchmesse und trotzdem nur ein Buch gekauft. Je größer die Gruppe, desto mehr Bücher “kauft” ihr!

Optional: Wenn ihr eure Bücher für gewöhnlich mit Stiften und Klebenotitzen markiert, einigt euch auf unterschiedliche Farben, damit ihr sehen könnt wer welchen Teil des Buches besonders gut fand.

  • Schaufenster-Shoppen mit Leseliste: Wenn ihr ein Buch toll findet, müsst ihr es nicht unbedingt neu kaufen. Vielleicht bekommt ihr es im Internet gebraucht für nur halb so viel, oder findet es in eurer heimischen Bibliothek. Habt eine Liste physisch dabei oder auf dem Handy, und tragt die Bücher, die eure Aufsehen erregen, dort ein, mit Titel, Genre, grober Inhalt und warum es euch interessiert (das kann sich über Monate hinweg schon mal ändern, so habt ihr den Grund auch gleich mitnotiert). Jetzt könnt ihr jedem der mal ein Geschenk für euch sucht diese Liste zeigen, oder über die Zeit Ausschau halten ob euch eins der Bücher in die Hände fällt. Vielleicht lernt ihr auch jemanden kennen von dem ihr es privat ausleihen könnt?

  • Listenflohmarkt: Ähnlich wie Schaufenster-shoppen fertigt ihr eine Liste an Büchern an, nur diesmal mit Büchern die ihr Zuhause habt und euch vorstellen könnt, abzugeben. Mit Beschreibung, Rezension und physischem Auftritt (Taschenbuch, Hardcover, Farbschnitt,…). Jetzt könnt ihr, egal ob auf der Buchmesse, in der Vorlesung, in einem Café oder bei einem Geburtstag eure Liste mit anderen Leseratten tauschen und schauen, ob euch ein Buch interessiert, das die andere Person nicht mehr haben will.

  • Lese-Picknick: Ähnlich wie beim Genre-Grouping, scharrst du eine Gruppe an interessierten Menschen um dich, die alle am gleichen Buch interessiert sind. Macht gemeinsam ein Picknick am Seeufer (oder woanders, wenn kein See verfügbar ist) und lest gemeinsam ein Buch. Reihum liest immer eine Person ein Kapitel, dann gibt sie das Buch weiter. Nebenher könnt ihr snacken, was trinken und die überraschten Gesichter genießen, wenn der Plottwist passiert. Die Messe geht ja eh nur bis 17 Uhr, warum also nicht direkt danach am Ufer?

  • DIY-Farbschnitt: Was wäre eine Liste der Kunst-Werk-Stadt ohne etwas künstlerisches? Trefft euch in der Gruppe mit einem oder mehreren Büchern pro Person und fertigt mit verdünnten Acrylfarben oder Aquarell- oder Wasserfarben einen eigenen Farbschnitt an (Farbschnitt nennt man es wenn die Seiten der Bücher an der Kante angemalt sind, egal ob mehrfarbig oder einfarbig). Wenn ihr euch künstlerisch nicht so viel zutraut, fangt mit einem Buch an das euch nicht sooo wichtig ist. Hauptsache ihr habt Spaß!

Autorin dieses Beitrags: Sophie Wiest

Raw like Sushi, sweet like Chocolate

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Allgemein, Deutsch, Kulturell

Was haben eine elektrische Gurke, japanischer Gesang und Klebeband gemeinsam? Im Haus zur Glocke in Steckborn wurden sie am 1. Juli zu Bestandteilen eines ungewöhnlichen musikalischen Abends. Beim letzten Klangereignis waren Tim & Puma Mimi zu Gast – ein Zürcher Duo, das seit über zwanzig Jahren die Grenzen zwischen Pop, Elektronik und experimenteller Musik auslotet.

Das Duo Tim & Puma Mimi eröffnet seine Performance im Eingangsbereich des Hauses zur Glocke

Der Abend war weniger ein klassisches Konzert als eine Einladung zum Entdecken. Die Besucher:innen bewegten sich durch die verschiedenen Räume des Hauses und begegneten dabei nicht nur Klanginstallationen und ungewöhnlichen Instrumenten, sondern auch den visuellen Arbeiten von Christian Fischer, der gemeinsam mit Michiko Hanawa das Duo Tim & Puma Mimi bildet. Für seine Arbeiten löst Fischer die Linie aus der Fläche: Mit Klebeband zeichnet er direkt auf die Wände und schafft temporäre Situationen, die den Raum verändern und nach ihrer Entfernung wieder verschwinden. Klebeband wurde nicht nur an die Wände gezeichnet, sondern auch zum Klangmaterial: Tapeloops erzeugten knisternde Schleifen, elektrisch leitende Bänder reagierten auf Berührung und luden dazu ein, selbst Klänge hervorzubringen. Dazwischen mischten sich japanischer Gesang, elektronische Bässe und der helle Klang von Furin-Windglöckchen.

Der Auftritt von Tim & Puma Mimi war dabei kein Einzelereignis. Er ist Teil der Klangereignisse, einer musikalischen Reihe im Haus zur Glocke, die von März 2026 bis Januar 2027 insgesamt vierzehn Künstler:innen nach Steckborn bringt. Einmal im Monat, jeweils an einem Mittwochabend, wird das Haus zum Schauplatz einer musikalischen Performance.

Die Räume des Hauses, die jeweils gezeigte Ausstellung und die unmittelbare Nähe zum Publikum werden dabei zu Ausgangspunkten für die Musik. Gerade die räumliche Enge fordert die Musiker:innen dazu auf, gewohnte Formate zu hinterfragen, neue Entscheidungen zu treffen und aus dem Moment heraus zu arbeiten.

Wer neugierig geworden ist, muss nicht lange auf das nächste Klangereignis warten. Bis Januar 2027 stehen noch vier weitere Abende auf dem Programm:

  • 30. September 2026 – Bettina Boller & Simon Berz
  • 21. Oktober 2026 – Jules Martinet
  • 02. Dezember 2026 – Sonja Morgenegg Trio
  • 13. Januar 2027 – Phaidon Berdelis

Das nächste Klangereignis am 30. September verspricht ein ungewöhnliches musikalisches Duell. Bei „Stein, Stahl & Pferdehaar“ treffen Violine und Stein aufeinander: Der gespannte Bogen bringt die Saiten zum Schwingen, während Steinkohle, Schlägel und Basalt für harte, rohe Klänge sorgen. Diese werden elektronisch verändert und weiterverarbeitet, sodass immer wieder neue Klangfarben entstehen.

Mehr Informationen gibt es im Programmheft.

Alle Abende beginnen um 19:30 Uhr. Ausstellung und Wirtschaft sind bereits ab 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

@photos by kws