Hochschulgruppe Uni Konstanz

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Kurze Künstlerinnenvorstellung: Gisela Munz-Schmidt

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Gisela Munz Schmidt, aufgewachsen in Heilbronn, zog es 1984 in die Bodenseeregion nach Owingen. Vor ihrem Beginn als Schriftstellerin studierte sie Anglistik und Germanistik in Heidelberg und war anschließend an verschiedenen Gymnasien als Lehrerin für Deutsch und Englisch tätig. Drei Jahre nach ihrer Ankunft am Bodensee begann sie, sich verstärkt dem literarischen Schreiben zu widmen. Seit 1987 entstehen vor allem Gedichte, daneben aber auch Kurzprosa und Texte für Kinder. Ihre erste Veröffentlichung erschien 1988. Heute blickt Munz Schmidt auf eine Vielzahl literarischer Publikationen zurück.

Ein besonderes Merkmal ihres Schaffens ist die Verbindung von Sprache und bildender Kunst. Diese Kombination aus Text und Bild zeigt sich in ihren sechs Lyrikbildbänden, in denen ihre Gedichte durch Aquarelle der Künstlerin Sibylle Buderath ergänzt werden. Zu diesen gemeinsamen Arbeiten zählen unter anderem My Way Along Lake Constance, Rosen am Weg und Bäume am Weg. Die Bilder und Gedichte treten dabei in einen Dialog, sodass die Impressionen von Bodensee, sowohl sprachlich als auch visuell erfahrbar werden.

Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienblüten

Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienblüten

Kastanien – aus Bäume am Weg

Bevor sie wächst und blüht und Früchte trägt,

treibt sie, damit kein Sturm sie legt,

kein Wetter sie erschlägt,

den langen Wurzelpfahl tief in den Grund.

 

Dann jubelt sie den Frühling ein

in vollen roten Blütenglocken,

kräftig und untererschrocken,

und spät im Herbst sind ihre Samen

glänzend, glatt und rund

Das Prinzip ihres Schreibens, „[…] damit ich verstehe und dass ich bleibe.“ , findet sich in zahlreichen Gedichten der Lyrikerin wieder. In pointierter Sprache verleiht die Autorin alltäglichen Beobachtungen mit nur wenigen Mitteln (einem Stift und einem Blatt Papier) eine sinnliche Dimension. Dabei gelingt es ihr, äußere Landschaft und innere Wahrnehmung miteinander zu verbinden. So zeigt sich beispielsweise im Gedicht „Föhnstimmung“, dass der Bodensee in seiner äußeren Erscheinung zugleich zum Spiegelbild einer inneren Gemütslage werden kann. Auch die Vielfältigkeit der Bodenseeregion lassen sich nicht mit einem einzigen, präzisen Wort erfassen. Stattdessen entfaltet sich im Gedicht „Am Bodensee“ eine Reihe prägnanter Assoziationsketten, die den Facettenreichtum der Umgebung eindrucksvoll einfangen.

Föhnstimmung – aus Wege am See

In der Silberschmiede

des Windes

schmilzt der See

und glänzt sich aus.

Da glänzt ich wortlos

mich ein.

Am Bodensee  – aus Wege am See

Wass und Hügel, der Möwen Flügel.

Nein, nicht nur Natur, Molassefelsen und Ried

Kunst und Kultur, ein Lied, ein Gedicht.

Rebhänge, Dörfer, Spaziergänge,

der hohen Berge nahes Gesicht.

Kirchen, Städte und Kapellen,

Quellen, Bäche, Strandesstellen,

Narrenhäs  und Karbatschenschnellen,

Rummel und Bummel.

Bäume, Wiesen, Windes Spur,

Segel, Schiffe, Boote, Flauten,

Föhn und schöne alte Bauten.

Fremde Fahnen neben vertrauten.

 

Rote Äpfel, gelbe Birnen, grüne Nüsse.

Der Wellen Fluss. Der Kirschen Küsse.

Des Lebens Genuss, Sanftmut und Kühne.

Der Zeiten und der Schönheit Bühne.

Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin engagiert sich Gisela Munz Schmidt auch im gesellschaftlichen und kommunalen Kontext. So entstand beispielsweise die Ausstellungsreihe Land am See, in der sich die Lyrikerin mit ihrer künstlerischen Ausdrucksform für Umwelt- und Naturschutz einsetzte. Um die Existenz dieser Künstlerischen Expression zu wahren, war Munz Schmidt zeitweise als Gemeinderätin tätig, um der regionalen Kunstförderung eine Stimme zu geben.

Im Jahre 2005 hat sich die Lyrik von Gisela Munz-Schmidt dauerhaft mit der Landschaft verbunden – einer Landschaft, die eine bedeutende Rolle im Werk der Autorin spielt. Mit der Einweihung des Lyrikwegs in Owingen wurden ihre Gedichte dauerhaft im öffentlichen Raum verankert. Der idyllische Rundweg verbindet Naturerlebnis und Lyrik miteinander. Entlang des Weges befinden sich sieben Gedichtstelen mit Werken ihrer. Die Gedichte greifen Eindrücke und Beobachtungen der Landschaft auf und laden die Spaziergänger*innen dazu ein, die wahrgenommene Umgebung aus einer neuen Perspektive zu begegnen.

Stele beim Haslerhof der Familie Bischoff

In diesem Zusammenhang, Munz-Schmidt „Es ist ja nicht üblich, dass man zu Lebzeiten mit seinen Gedichten verewigt wird“

Weitere interessant und lesenswürdige Informationen sowie Gedichte findet Ihr auf der Website von Gisela Munz-Schmidt: Gisela Munz-Schmidt – Lyrik vom Bodensee

Save the Date: Bodensee-Buchmesse 2026

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Leseratten, Buchwürmer und Seitentaucher aufgepasst: Am 29. August, also in etwas weniger als zwei Wochen, geht es im Bodenseeforum wieder um Worte auf Seiten, Bilder auf Pappe und Vielfalt der Genres: Die Bodensee-Buchmesse 2026 ist wieder da!

Lieber selbst nachlesen? Hier gibt es alle Informationen.

Was erwartet Dich?

Für sieben Stunden dürfen Besuchende sich in den Windungen der Stände, Zeilen und Worte der Autor:innen verlieren. Von 10-17 Uhr können auf allen Ebenen des Bodenseeforums bis zu 100 Autoren und Verlage erkundet werden, Genres durchstöbert, Kurse und Lesungen besucht und sich mit anderen Lesenden ausgetauscht werden. Mit 10€ plus den Büchern, die Du dort kaufen wirst, ist der Eintrittspreis vertretbar. Wenn du Freunde oder Kinder hast, die erst 12 sind, kommen die sogar gratis rein.

Kurse und Workshops

Ich werde hier nicht den ganzen Plan nachplappern, sondern nur ausgewählte Punkte hervorheben. Der ganze Plan kann auf der Website heruntergeladen werden, außerdem ist dort eine Liste der Autor:innen verlinkt.

  • Zeichenworkshop von Mark Wamsler, 11-13 Uhr im kleinen Raum K3: Ein Name der mir bis dato unbekannt war, dessen Zeichnungen jedoch Kinderbücher hervorbringen. Er bietet einen offenen Zeichenworkshop an, zeigt Techniken und geht auf Zeichnen als Storybuilding-Technik ein. Finden wir super!

  • Die Dunkle Seite des Autorenlebens: Diskussionsrunde über den (belastenden) Alltag von Autor:innen heute, 12:30 und 13 Uhr im großen Raum K1. Die Autor:innen Rebekka Moser, Evelyne Aschwanden, Sam W., Sandra Vogt, Silke Amberg und Sven Rühl sprechen über Druck und Deadlines, Kreativsein und KI, Mental Health und Hilfsstrategien. (Es ist mir etwas unklar ob die Diskussionsrunde zweimal stattfindet oder nur zwei Slots belegt – ich schätze das werde ich dann herausfinden)

  • Lesung mit Ursula Mayer zu “Mensch Mädle!”, 13:30 in K1. Der Titel schreit für jüngere Menschen geradezu nach “älter” und “überholt”, und genau das ergibt Sinn wenn man sich das Buch anschaut: Die Autorin in ihren 70ern beschreibt das Großwerden im zwanzigsten Jahrhundert, als Frau in einer Männerdomäne, ein Leben in einer anderen Zeit, die sich viele von uns nicht mehr vorstellen können. Wer sich auf die Zeitreise einlassen möchte, kann hier eine Kostprobe erhalten.

  • Blind Book Aktion: Neutral verpackte Bücher, versehen mit Hinweisen zum Inhalt, können gekauft werden. Die Mystery-Aktion ist zugunsten der Stadtbibliothek, die die Einnahmen gespendet bekommt.

Ideen für Freunde und den leichten Geldbeutel

Ich kann es kaum erwarten mich in den Tischen der Bücher zu verlieren und vermutlich mit meinem eigenen Körpergewicht an Büchern wieder rauszukommen 😀

Jedoch ist auch für Studierende der Sommer sowieso eine teure Zeit, da braucht mein Zwiebelledergeldbeutel nicht unbedingt die Aussicht auf Hunderte Euros an Büchern. Deshalb habe ich hier ein paar lustige Aktionen zusammengestellt, die man mit Freunden oder sogar Fremden machen kann, wenn man ganz extrovertiert ist, um die Buchmesse zu genießen und trotzdem mit leichtem Geldbeutel herauszukommen. Eigentlich können die Ideen auch losgelöst von der Buchmesse umgesetzt werden, aber es geht doch nichts über einen Anlass.

  • Genre-Gals/Guys: Finde unter deinen Freunden oder Fremden Leute, die das gleiche Genre wie du gern lesen, und kauft jeder ein unterschiedliches Buch aus diesem Genre. Dann schreibt ihr in die erste Seite mit Bleistift den Namen des Eigentümers, und absteigend die Lesereihenfolge der ganzen Gruppe, bei Fremden mit Adresse oder Telefonnummer, und sobald einer ein Buch fertig hat, schickt die Person es an die nächste in der Liste. Am Ende kommt das Buch wieder zur Käufer:in zurück, und so hat jeder eine schöne Erinnerung von der Buchmesse und trotzdem nur ein Buch gekauft. Je größer die Gruppe, desto mehr Bücher “kauft” ihr!

Optional: Wenn ihr eure Bücher für gewöhnlich mit Stiften und Klebenotitzen markiert, einigt euch auf unterschiedliche Farben, damit ihr sehen könnt wer welchen Teil des Buches besonders gut fand.

  • Schaufenster-Shoppen mit Leseliste: Wenn ihr ein Buch toll findet, müsst ihr es nicht unbedingt neu kaufen. Vielleicht bekommt ihr es im Internet gebraucht für nur halb so viel, oder findet es in eurer heimischen Bibliothek. Habt eine Liste physisch dabei oder auf dem Handy, und tragt die Bücher, die eure Aufsehen erregen, dort ein, mit Titel, Genre, grober Inhalt und warum es euch interessiert (das kann sich über Monate hinweg schon mal ändern, so habt ihr den Grund auch gleich mitnotiert). Jetzt könnt ihr jedem der mal ein Geschenk für euch sucht diese Liste zeigen, oder über die Zeit Ausschau halten ob euch eins der Bücher in die Hände fällt. Vielleicht lernt ihr auch jemanden kennen von dem ihr es privat ausleihen könnt?

  • Listenflohmarkt: Ähnlich wie Schaufenster-shoppen fertigt ihr eine Liste an Büchern an, nur diesmal mit Büchern die ihr Zuhause habt und euch vorstellen könnt, abzugeben. Mit Beschreibung, Rezension und physischem Auftritt (Taschenbuch, Hardcover, Farbschnitt,…). Jetzt könnt ihr, egal ob auf der Buchmesse, in der Vorlesung, in einem Café oder bei einem Geburtstag eure Liste mit anderen Leseratten tauschen und schauen, ob euch ein Buch interessiert, das die andere Person nicht mehr haben will.

  • Lese-Picknick: Ähnlich wie beim Genre-Grouping, scharrst du eine Gruppe an interessierten Menschen um dich, die alle am gleichen Buch interessiert sind. Macht gemeinsam ein Picknick am Seeufer (oder woanders, wenn kein See verfügbar ist) und lest gemeinsam ein Buch. Reihum liest immer eine Person ein Kapitel, dann gibt sie das Buch weiter. Nebenher könnt ihr snacken, was trinken und die überraschten Gesichter genießen, wenn der Plottwist passiert. Die Messe geht ja eh nur bis 17 Uhr, warum also nicht direkt danach am Ufer?

  • DIY-Farbschnitt: Was wäre eine Liste der Kunst-Werk-Stadt ohne etwas künstlerisches? Trefft euch in der Gruppe mit einem oder mehreren Büchern pro Person und fertigt mit verdünnten Acrylfarben oder Aquarell- oder Wasserfarben einen eigenen Farbschnitt an (Farbschnitt nennt man es wenn die Seiten der Bücher an der Kante angemalt sind, egal ob mehrfarbig oder einfarbig). Wenn ihr euch künstlerisch nicht so viel zutraut, fangt mit einem Buch an das euch nicht sooo wichtig ist. Hauptsache ihr habt Spaß!

Autorin dieses Beitrags: Sophie Wiest

Wenn das Haus zur Glocke klingt

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Was haben eine elektrische Gurke, japanischer Gesang und Klebeband gemeinsam? Im Haus zur Glocke in Steckborn wurden sie am 1. Juli zu Bestandteilen eines ungewöhnlichen musikalischen Abends. Beim letzten Klangereignis waren Tim & Puma Mimi zu Gast – ein Zürcher Duo, das seit über zwanzig Jahren die Grenzen zwischen Pop, Elektronik und experimenteller Musik auslotet.

Das Duo Tim & Puma Mimi eröffnet seine Performance im Eingangsbereich des Hauses zur Glocke

Der Abend war weniger ein klassisches Konzert als eine Einladung zum Entdecken. Die Besucher:innen bewegten sich durch die verschiedenen Räume des Hauses und begegneten dabei nicht nur Klanginstallationen und ungewöhnlichen Instrumenten, sondern auch den visuellen Arbeiten von Christian Fischer, der gemeinsam mit Michiko Hanawa das Duo Tim & Puma Mimi bildet. Für seine Arbeiten löst Fischer die Linie aus der Fläche: Mit Klebeband zeichnet er direkt auf die Wände und schafft temporäre Situationen, die den Raum verändern und nach ihrer Entfernung wieder verschwinden. Klebeband wurde nicht nur an die Wände gezeichnet, sondern auch zum Klangmaterial: Tapeloops erzeugten knisternde Schleifen, elektrisch leitende Bänder reagierten auf Berührung und luden dazu ein, selbst Klänge hervorzubringen. Dazwischen mischten sich japanischer Gesang, elektronische Bässe und der helle Klang von Furin-Windglöckchen.

Der Auftritt von Tim & Puma Mimi war dabei kein Einzelereignis. Er ist Teil der Klangereignisse, einer musikalischen Reihe im Haus zur Glocke, die von März 2026 bis Januar 2027 insgesamt vierzehn Künstler:innen nach Steckborn bringt. Einmal im Monat, jeweils an einem Mittwochabend, wird das Haus zum Schauplatz einer musikalischen Performance.

Die Räume des Hauses, die jeweils gezeigte Ausstellung und die unmittelbare Nähe zum Publikum werden dabei zu Ausgangspunkten für die Musik. Gerade die räumliche Enge fordert die Musiker:innen dazu auf, gewohnte Formate zu hinterfragen, neue Entscheidungen zu treffen und aus dem Moment heraus zu arbeiten.

Wer neugierig geworden ist, muss nicht lange auf das nächste Klangereignis warten. Bis Januar 2027 stehen noch vier weitere Abende auf dem Programm:

  • 30. September 2026 – Bettina Boller & Simon Berz
  • 21. Oktober 2026 – Jules Martinet
  • 02. Dezember 2026 – Sonja Morgenegg Trio
  • 13. Januar 2027 – Phaidon Berdelis

Das nächste Klangereignis am 30. September verspricht ein ungewöhnliches musikalisches Duell. Bei „Stein, Stahl & Pferdehaar“ treffen Violine und Stein aufeinander: Der gespannte Bogen bringt die Saiten zum Schwingen, während Steinkohle, Schlägel und Basalt für harte, rohe Klänge sorgen. Diese werden elektronisch verändert und weiterverarbeitet, sodass immer wieder neue Klangfarben entstehen.

Mehr Informationen gibt es im Programmheft.

Alle Abende beginnen um 19:30 Uhr. Ausstellung und Wirtschaft sind bereits ab 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

@photos by kws

Zwischen Weiß und Grau: Warum leise Kunst lange nachwirkt

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Allgemein, Deutsch, Kunst im öffentlichen Raum

Beim Betreten eines Ausstellungsraums fällt der Blick oft zuerst auf die imposantesten, lautesten oder buntesten Werke. Auffällige Farben, großformatige Werke oder spektakuläre Installationen ziehen die Aufmerksamkeit meist automatisch auf sich. Doch was passiert, wenn genau das fehlt? Wenn eine Ausstellung stattdessen dazu einlädt, den Blick zu entschleunigen und auf Unaufdringlichkeit setzt?

Genau hier setzt die aktuelle Ausstellung „WEISS AUCH, GRAU, VIELLEICHT SCHILLERND“ im Kunstverein Konstanz im Kulturzentrum am Münster an.

Die Ausstellung ist dort vom 25.07.2026 bis 20.09.2026 zu sehen und zeigt Arbeiten von Christiane Dessecker, Katharina Hinsberg, Leonie Mertes und Jaeyun Moon. Obwohl jede der vier Künstlerinnen eine eigene Bildsprache entwickelt, verbindet sie die Auseinandersetzung mit dem Medium Zeichnung. Dabei wird diese nicht nur als Linie auf Papier verstanden, sondern auch als Geste, Struktur und körperliche Bewegung.

Zu Beginn macht der Titel der Ausstellung einen subtilen Eindruck. Weiß und Grau gelten eher als neutrale Farben: minimalistisch, beinahe unscheinbar. Gerade darin liegt jedoch eine fesselnde Fragestellung: Was geschieht mit unserer Wahrnehmung, wenn die Farbe nicht mehr im Mittelpunkt steht? Wie viel Aufmerksamkeit braucht ein Kunstwerk, bevor sich seine Wirkung entfaltet?
Nicht jedes Werk erschließt sich auf den ersten Blick. Manche Arbeiten entfalten ihre Wirkung erst nach und nach und fordern dazu auf, länger stehen zu bleiben. Gerade darin liegt eine besondere Qualität zeitgenössischer Kunst: Sie gibt selten eindeutige Antworten, sondern eröffnet Raum für unterschiedliche Perspektiven und individuelle Wahrnehmungen. Dabei stellt sich fast automatisch die Frage, was wir eigentlich von einer Ausstellung erwarten – eine klare Botschaft oder vielleicht einfach die Gelegenheit, genauer hinzusehen?

Die Ausstellung zeigt, dass zeitgenössische Kunst weder laut noch spektakulär sein muss, um zum Nachdenken anzuregen. Vieles sieht man hier erst nach genauerem Hinsehen: Licht verändert Oberflächen, Materialien beginnen je nach Blickwinkel zu schimmern und kleine Details treten langsam hervor. Was zunächst schlicht wirkt, entwickelt mit der Zeit eine überraschende Dynamik. Besonders eindrücklich erscheint in diesem Zusammenhang die Arbeit von Christiane Dessecker. Während der Corona-Pandemie hielt sie das tägliche Infektionsgeschehen zeichnerisch fest und arbeitete je nach Höhe der Fallzahlen mit unterschiedlich harten Bleistiften. Weiche Linien stehen für Verletzlichkeit und Unsicherheit, härtere Striche für Hoffnung und Zuversicht. Eine großformatige Arbeit, die nicht nur Zahlen festhält, sondern auch die emotionale Erfahrung einer Zeit sichtbar macht, deren Nachwirkungen bis heute zu spüren sind.

Im Alltag entscheiden oft nur wenige Sekunden darüber, ob wir einem Bild Aufmerksamkeit schenken oder weiterscrollen. Umso ungewohnter wirkt eine Ausstellung, die genau das Gegenteil verlangt: Zeit. Manche Werke entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn der Blick verweilt. Es werden keine vorgefertigten Antworten geliefert, sondern die Möglichkeit eröffnet, die eigene Wahrnehmung neu zu entdecken.

Zwischen Zeichnung, Material, Bewegung und schillernden Nuancen entsteht ein Raum, der weniger erklärt als zum genauen Hinsehen einlädt und gerade genau deshalb lange nachwirkt.

Kurze Künstlervorstellung: Johannes Poethen

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Johannes Poethen, ein Schriftsteller aus der Bodenseeregion, wurde am 13. September 1928 in Wickrath am Niederrhein geboren und besuchte später Schulen in Köln, Württemberg und Bayern. Seine ersten Veröffentlichungen, die vorerst hauptsächlich aus Gedichten und Essays bestanden, erschienen unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg, in welchen er als Luftwaffenhelfer eingezogen wurde. Die zum großen Teil in seiner Jungend verfassten Gedichte wurden anfangs besonders formal von Werken Joseph von Eichendorffs, Rainer Maria Rilkes und Friedrich Hölderlins beeinflusst, später inspirierte ihn jedoch vor allem „die französische Lyrik seit Baudelaire, besonders René Char“.

Die Kernthematiken Poethens Lyrik werden desöfteren als sehr einheitlich beschrieben, da sich stets Motive Griechenlands und der Antike in ihnen wiederfinden. Nach seinem Germanistik- und dem parallelen Philologiestudium mit dem Schwerpunkt auf griechischer Mythologie in Tübigen, tätigte der Künstler unterschiedliche Reisen ins Ausland, wobei viele in den Mittermeerraum, unteranderem 1954 nach Griechenland, gingen. Griechenland wird im Zusammenhang mit Poethen oft als ein Land beschrieben, das er so liebt wie kein anderes, was seine literarische Auseinandersetzung mit dem Land an sich und seiner den Autor faszinierenden Geschichte erklärt. An dieser Stelle dient das Gedicht „Insel“ aus seinem Gedichtband „Wohnstatt zwischen den Atemzügen“ als passendes Mittel der Verbildlichung seiner Zuneigung!:

Du sagtest: nimm, eh das jahr fällt, deine verschwiegenste stimme.

Schneide die wolke ab, die geheime, noch grün. Sie soll reifen im

meer, wo es leicht ist.

 

Du sagtest: nimm, eh du zögern mußt, deinen einfachen blick.

Grabe mit ihm, dort bevor sich gewohnheit erhebt, den salzigen

hain aus. Wo ich nie vergaß, am geneigten hang in einer handvoll

brisen, da laß ihn wachsen.

 

Du sagtest: nimm, eh du nicht mehr fliegst, dein sicherstes hören.

Finde mit ihm die höhle rings aus schaum. Entzünde davor, wie es

hergeweht, überall preisgeben, dies binsenscharfe glück.

Hierbei begeistern nicht nur seine an Märchen erinnernde Wortwahl und sein realitätsfremder Umgang mit Naturphänomenen, wie Wolken, sondern ebenso das Wechselspiel zwischen Groß- und Kleinschreibung.

In Gedichten des Buches „Poethen Gedichte“ finden sich beispielsweise Wortneuschöpfungen, wie „sonnenecho“ (Kapitel „Ankunft und Echo. ein triptychon“) und Zusammenstellungen, wie „sternkrume im blutstrom / übrig aus meermühlen“ (Kapitel „Empfängliche Zwischenzeit“) wieder, in welchen stets sein Interesse für Mythologie und seine Naturbegeisterung aufeinandertreffen und wir mitlesen dürfen. (Die Universitätsbibliothek Konstanz bietet eine große Auswahl an Literatur von Poethen, hierbei auch zwei signierte Ausgaben der Gedichtsammlungen „Die Möven über Hagia Sophia“ und „Eines morgens über dem Golf“!)

Ein weiteres gern gewähltes Motiv Poethens ist eine Gegenüberstellung zwischen einer industrialisierten Großstadt, die er nicht nur als modern, sondern gleichzeitig als zerstörte Landschaft betrachtet, und einer südlichen, von antiken Merkmalen geprägten Landschaft.

In den siebziger Jahren wandte er sich schließlich freieren Formen zu, in welchen er die Gegenwartsgesellschaft umschrieb und diese und die mit ihr einhergehenden Konflikte kritisierte. Ein paar Beispielverse, als Zitat des Autors, das in einem Interview zwischen Ingrid Bachér und Johannes Poethen fiel:

Und niemand weiß: Ist denn noch — leben — gut?

Ist es wohl wahr, was jeder Tag verspricht,

Und immer wieder jenen heißen Mut

Zu zünden, der sich endlich selbst zerbricht?

Das Interview ist einer Art Sammlung namens „Ich bin nur in Wörtern. Johannes Poethen zum sechzigsten Geburtstag“ entnommen und stellt ein Beitrag von vielen dar, die Poethens Werk und den Künstler selbst, ob in Textform oder mit Zeichnungen, ehren.

Eine Art Berg, durch feine Linien figuriert. Darunter in Textform: Eines Morgens über dem Golf... Für Johannes Poethen. W. B. 1988

Ein Beitrag des deutschen Autors und bildenden Künstlers Wolfgang Brenneisen

 

Lange lebte Poethen als freier Schriftsteller im vom Fachwerkhäusern geschmückten Tübinger Stadtteil Hirschau bevor er Leiter der Literatur- und Kunstabteilung des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart und Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller wurde. Bei Letzterem löste er Thaddäus Troll, einen der bekanntesten schwäbischen Mundartdichter, vorerst als Vorsitzender und später als Ehrenvorsitzender ab. Die letzten 15 Jahre seines Lebens verbrachte er in Stuttgart und Vrachati, eine Strandstadt in Griechenland, bis er 2001 verstarb. 

 

 

 

Escape in Konstanz – Räume, Würfel und Apps

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“Nachdem ihr den Raum betretet hört ihr, wie hinter euch die Tür ins Schloss fällt. Ihr dreht euch um, um sie wieder zu öffnen, doch ihr seht ein Zahlenschloss dort, wo eine Klinke sein sollte.” So oder so ähnlich hat jeder, der schonmal ein Escape-Spiel gespielt hat, den Start ins Abenteuer gewagt. Die Fülle an Spielboxen für das Rätselabenteuer daheim am Küchentisch ist gigantisch, viele Verlage und Reihen bieten zahllose “Episoden” an. Manche mit Apps, manche nur mit der Box, andere mit der Küchenuhr. Eines haben sie alle gemeinsam: Der Spielbereich überschreitet die Tischplatte nicht. Für diejenigen, die aber auch “in echt” Lust auf den Nervenkitzel haben, unter Zeitdruck Rätsel zu lösen, habe ich hier eine kleine Sammlung an Escaperooms und Rätselspielen in und um Konstanz herum zusammengestellt, die einen aus den eigenen vier Wänden rausholen:

TRAP Escaperooms

Wo: Indoor, Konstanz Industriegebiet, Line-Eid-Straße 11

Kosten: 26-35€/Person

https://escaperoom-konstanz.de/

In einem klassischen Escaperoom mit Rätseln, Hinweisen, cleveren Puzzeln und klimatisierter (!) Umgebung dürft ihr in Gruppengrößen von zwei bis sechs Personen euer Bestes geben, alle Rätsel zu knacken bevor die Zeit abläuft. Wer weiß, am Ende bekommt ihr ja vielleicht eine Belohnung? Technische Spielereien und Musik erzeugen einen ganz besonderen Flair, der euch mitten in das fiktive Abenteuer katapultiert.

Die sorgfältig gebauten Räume haben ihren stolzen Preis, der sich an der Gruppengröße misst. Dafür habt ihr die Wahl zwischen fünf Indoor-Abenteuern und einem Outdoor-Paket.

Escape-Turm von Schlüsselmomente

Wo: Indoor, beliebig.

Kosten: 19-27,50€/Person

https://schluesselmomente-escape-rooms.de/der-raum/

Auch ein Escaperoom, aber mal anders: Das Team von Schlüsselmomente kommt zu euch und transformiert jeden beliebigen (großen) Raum zum Escaperoom! Im bisher einzigen Abenteuer “Die Suche nach dem heiligen Grahl” dürft ihr als Archäologen die Nachforschungen von Johanniter-Großmeister Gerhard Sasso entziffern um den Heiligen Grahl zu finden, bevor der Vatikan die Reliquie der Öffentlichkeit vorenthalten kann.

In diesem Abenteuer braucht ihr kein Smartphone oder andere technische Hilfe: Nur Stift, Papier und das, was Schlüsselmomente mitbringt, und schon geht’s los.

Virtual Reality Escaperooms

Wo: Indoor, Konstanz Petershausen, Zähringerplatz 11

Kosten: 39€/Person

https://realityescape.de/

Escapen in digital: Die Veranstalter bieten VR-Equipment und extra dafür ausgelegte Räume für rätsellustige Besucher an. Man kann aus 9 Räumen wählen und hat 45 Minuten Zeit dafür. Die Headsets sind kabellos und die Controller fallsicher. VR bedeutet Sound direkt am Ohr, fiktive Welten direkt vor euren Augen und unbegrenzte Möglichkeiten in der Rätselgestaltung.

Mit knapp 40€ pro Person schlägt der Preis deutlich auf den Geldbeutel für noch nicht im Arbeitsleben tätige, deshalb gibts Donnerstag den Studi/Schüler/Azubi/FSJ-Rabatt von 20% (das macht aus 39€ noch 31,20€). Falls euch das immer noch zu teuer ist, lasst euch von Verwandten Gutscheinkarten schenken oder schaut bei günstigeren Alternativen vorbei.

 

Outdoor-Escape mit dem Handy

Etwas losgelöst von der Fluchtidee konzentrierten sich folgende Spiele eher auf den Rätselaspekt, wobei man die ‚Rätselbox‘ mit sich mitträgt und die Stadt zum Escapegame macht.

MyCityHunt

Kosten: 16€/Person

https://www.mycityhunt.de/standorte/konstanz-de-1488

Die Website bietet über die Handys der Teilnehmer Schnitzeljagden, Krimispiele, Schatzsuchen und Escape-Abenteuer an. Nach dem Ticketkauf tritt man über einen QR-Code der Gruppe bei und folgt den Anweisungen der App – zusammen erkundet man die Stadt und löst die Rätsel.

Laut der Website ist ein Ticket drei Jahre gültig und der Spielzeitraum ist als beliebig angegeben, wenn man es mehrfach spielen kann eröffnet das einen Wiederspielwert in anderen Gruppen. Vielleicht kann man sich so das Kaffeegeld sparen…

 

CityHunters

Kosten: 22,90€ (unklar ob pro Gruppe oder pro Person)

https://www.cityhunters.com/de/standorte/konstanz-de-1488/escape-game-konstanz

Dieser Anbieter hat eine etwas höhere Schwelle, gemeinsam mit einem Teamguide der über einen Chat mit der Gruppe kommuniziert ist eine wirkliche Betreuung gegeben. Neben dem Escapegame bieten die Veranstalter auch Schnitzeljagden an. Auch hier jagt man gemeinsam durch die Stadt und löst Rätsel über die App – jeder auf seinem eigenen Gerät.

Durch die Betreuung muss ein Slot gebucht werden, es ist also etwas terminlich bedingter als die selbstorganisierten Games von MyCityHunt und folgenden.

 

Schafstour

Kosten: 14,50€/Person + 4,95€/Plan

https://www.schafstour.de/products/schaflos-in-konstanz

Die Schafstour liest sich selbst als Stadtrallye. Gemeinsam die Stadt erkunden und Rätsel lösen ist auch hier die Devise, wobei das Paket kein Smartphone braucht, nur eine Möglichkeit eine SMS am Anfang und am Ende zu schicken. Für die ganz großen Gruppen gibt es auch das Eventpaket SCHAFlos, bei dem bis zu 50 Personen mitspielen können. Wenn ihr also mal richtig viel Bock habt, könnt ihr euer halbes Wohnheim mitspielen lassen 😀

Die Tickets und den Plan gibt es in der Touristeninformation und im Osiander in Konstanz zu kaufen, es braucht also nur ein bisschen Planung und dann könnt ihr direkt von der Kasse aus losstarten.

 

Escape auf der anderen Seeseite

Nur einen Bus entfernt in Friedrichshafen gibt es zwei weitere Escaperoom-Unternehmen. Manchmal arbeiten die sogar mit dem Museum zusammen und basteln dort einen Escaperoom, lohnt sich da mal zu schauen

Escape in Time

Wo: Friedrichshafen, Kirchweg 1

Kosten: 23-36€/Person

https://www.escapeintime.de/

Die eigene Beschreibung der Website ist zu lustig um selbst was zu schreiben, deshalb hier ein direktes Zitat der Website:

“Was genau macht man eigentlich in einem Escape Room Game? Ihr werdet in einen Raum gesperrt und habt genau 60 Minuten Zeit, um aus ihm zu entkommen. Wie ihr das schafft, ist Euer Problem. Alles, was ihr bekommt, ist ein Stück Kreide und ein Walkie-Talkie. So wie früher – nur dass unsere Walkie-Talkies funktionieren.”

Hier gilt je mehr desto günstiger, am besten scharrst Du also 5 Freunde um dich wenn du den Raum buchst!

 

Call of Quest

Wo: Friedrichshafen, Am Flugplatz 76/3

23-43€/Person

https://www.callofquest.de/preise

Drei Räume laden hier zum rätseln ein, in moderatem Schwierigkeitslevel versucht ihr unter Zeitdruck alle Geheimnisse zu lüften und Probleme zu beseitigen, egal ob ihr als Teil der Familie Carter dem Übernatürlichen den Kampf ansagt, heimlich in Mister Greys Spielzimmer schnüffelt oder im All nach Lebensraum sucht, unterstützt durch eine KI.

Die Website ist ein bisschen verbuggt, traut euch also ruhig anzurufen. Ansonsten: Viel Spaß beim Rätseln!

Was wäre Konstanz ohne Kunst? Ein Gedankenexperiment

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Dieses Foto existiert eigentlich nicht.

Unterführung am Seerhein in Konstanz ohne Graffiti als KI-gestützte Visualisierung.

KI-gestützte Visualisierung eines realen Ortes in Konstanz. Ausgangsfoto: @KWS

Das Foto zeigt die Unterführung an der Schänzlebrücke am Seerhein. Zumindest fast. Die Graffiti wurden aus dem Bild entfernt, die Wände sind leer. Übrig bleiben Beton, Geländer und Schatten.

Der Ort funktioniert auch so. Es gibt nichts was unbedingt fehlt.

Und trotzdem wirkt er anders. Irgendwie leiser.

Also habe ich mich gefragt: Was wäre Konstanz ohne Kunst?

In Wirklichkeit sind die Wände und Pfeiler der Unterführung voller Graffiti. Es kommen zwar immer wieder neue Werke hinzu, werden übermalt oder ergänzt. Aber wenn man hier öfter vorbeiläuft, schaut man wahrscheinlich irgendwann gar nicht mehr richtig hin. Die Motive werden einfach zu einem Teil des Ortes.

Unterführung am Seerhein in Konstanz mit bunten Graffiti an den Betonwänden.

Originalaufnahme der Unterführung @KWS

Erst als ich die Graffiti aus dem Bild entfernt hatte, ist mir aufgefallen, wie sehr sie den Ort eigentlich prägen. Dabei muss nicht jedes einzelne Motiv besonders schön oder bedeutungsvoll sein. Aber zusammen verleihen die Farben und Formen einer ganz normalen Unterführung Charakter.

Kunst, die wir oft übersehen

Mit dieser Frage im Kopf bin ich weiter durch Konstanz gelaufen und habe genauer hingeschaut. Am Ende waren es gar nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind, sondern eher die Dinge, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte und mir ganz zufällig begegnet sind.

Ein gemaltes Plakat von einem anatomischen Herz an einer Laterne am Seerhein.

Foto @KWS

An einer Laterne ein selbst gemaltes anatomisches Herz in Form eines Plakats. Ohne Namen, ohne Erklärung und ohne Hinweis darauf, wer es dort angebracht hatte. Es war einfach da und auffällig genug, dass ich kurz stehen blieb.

Paar Schuhe, das über einem Ast am Seerhein hängt.

Foto @KWS

Auf der anderen Rheinseite entdeckte ich später ein Paar Schuhe, die in einem Baum hingen. Von wem sie stammen und warum sie dort gelandet sind, blieb genauso unklar. Ob bewusste Aktion, Scherz oder einfach ein Gegenstand am falschen Ort – eindeutig einordnen ließ es sich nicht.

Ob das nun Kunst ist oder nicht, war für mich irgendwann gar nicht mehr so wichtig. Spannender fand ich, was solche Dinge mit einem Ort machen: Sie reißen einen kurz aus dem Gewohnten. Man schaut genauer hin, blickt nach oben und fängt automatisch an, sich eine Geschichte dazu auszudenken. Ab diesem Punkt hat es mich eher beschäftigt, ab wann etwas einen Ort so verändert, dass wir ihn plötzlich anders wahrnehmen.

Spuren einer Stadt

Je länger ich durch die Stadt lief, desto mehr solcher Spuren fielen mir auf: Sticker an Laternen und Mülleimern, bemalte Pfeiler und Aufkleber, die so oft überklebt worden waren, dass man manche kaum noch erkennen konnte.

Sticker und kleine künstlerische Spuren an einer Wand in Konstanz.

Foto @KWS

Sticker, Tags und kleine künstlerische Spuren an einem Mülleimer in Konstanz.

Foto @KWS

Nicht alles davon wurde angebracht, um Kunst zu sein. Nicht alles ist erlaubt, und nicht alles gefällt jedem. Trotzdem wird daran deutlich, dass der öffentliche Raum nicht nur durch Architektur und Stadtplanung geprägt wird. Menschen nutzen ihn, verändern ihn und hinterlassen Spuren und Botschaften.

Solche Spuren verändern sich ständig. Sticker werden überklebt, Graffiti übermalt und Zeichen irgendwann entfernt. Eine Wand wird dadurch nicht zu einem abgeschlossenen Werk, sondern verändert sich immer weiter. Unterschiedliche Stimmen liegen übereinander – manchmal lesbar, manchmal nur noch als Farbe, Kleberest oder abgerissene Papierkante.

Graffiti auf einem Pfeiler der Fahrradbrücke.

Foto @KWS

Unter der Fahrradbrücke fiel mir zwischen den vielen Schriftzügen besonders ein Wort auf: HEIMAT.

Irgendwie passte es genau an diesen Ort. Eine Stadt wird schließlich nicht nur durch ihre Gebäude, Straßen und Wahrzeichen vertraut. Dazu gehören auch die Dinge, die nie geplant waren: ein bestimmtes Graffiti, eine beklebte Laterne oder eine Bank, deren Tags man schon so oft gesehen hat, dass man sie wahrscheinlich erst bemerken würde, wenn sie plötzlich weg wären.

Junge Frau auf einer bemalten Bank.

Foto @KWS

Auf genau so einer Bank am Seerhein saß eine junge Frau, bedeckt von Tags und Schriftzügen. Die Bank wurde ganz selbstverständlich benutzt, als würden die Bemalungen einfach dazugehören. Das Interessante daran: Diese Spuren existieren nicht getrennt vom Alltag. Menschen sitzen darauf und laufen täglich daran vorbei. Irgendwann gehören sie so sehr zum Ort, dass man es kaum noch hinterfragt.

Die Kunst, die jeder kennt

Nach all den Stickern, Graffiti und kleinen Fundstücken rückten die bekannten Kunstwerke der Stadt fast ein bisschen in der Hintergrund.

Wandmalerei an der Marktstätte in Konstanz.

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Kind sitzt auf der Pferdeskulptur neben dem Brunnen auf der Marktstätte.

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Auf der Marktstätte fiel mir besonders die Pferdeskulptur am Brunnen auf. Ein Kind saß auf ihrem Rücken. Für diesen Moment war sie nicht nur ein Kunstwerk, sondern einfach Teil des Spiels. Gerade das zeigt, wie sehr solche Skulpturen zum Alltag gehören: Sie werden nicht nur angeschaut, sondern angefasst, benutzt und ganz nebenbei mit Erinnerungen verbunden.

Die Imperia im Hafen in Konstanz

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Auch die Imperia gehört so fest zum Konstanzer Hafen, dass man sich den Ort ohne sie kaum vorstellen könnte. Würde sie plötzlich verschwinden, würde es wahrscheinlich sofort jeder der auf die Weiten des Bodensees schaut, bemerken. Bei einem Sticker, einem Tag oder dem gemalten Herz an der Laterne wäre das anders. Trotzdem verändern auch diese kleinen Dinge ihre Umgebung, nur für eine begrenzte Zeit.

Genau dieser Gegensatz blieb mir auch nach dem Spaziergang im Kopf: Auf der einen Seite stehen Kunstwerke mit Titel, Künstlername und einem festen Platz in der Stadt. Auf der anderen Seite gibt es anonyme Bilder, Schriftzüge und Gegenstände, von denen niemand genau weiß, wer sie hinterlassen hat oder wie lange sie bleiben.

Beides gehört zu Konstanz. Nur auf ganz unterschiedliche Weise.

Ein anderer Blick auf Konstanz

Die Unterführung bleibt also dieselbe: Beton, Geländer, Rampe und Schatten. Nur die Graffiti fehlen.

Und trotzdem wirkt der Ort plötzlich austauschbar.

Das Gedankenexperiment hat mir am Ende weniger gezeigt, wie Konstanz ohne Kunst aussehen würde, sondern eher, wie viel davon im Alltag längst untergeht. Dabei geht es nicht nur um bekannte Skulpturen oder Fassaden, sondern genauso um die kleinen Spuren die von Bewohnern und Besuchern hinterlassen werden.

Nicht alles davon muss eindeutig Kunst sein. Aber all diese Dinge verändern, wie wir einen Ort wahrnehmen. Sie machen ihn unverkennbar zu dieser bestimmten Stadt.

Rote Skulpturen an der Schweizer Grenze.

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Ich bin losgezogen, um Kunst in Konstanz zu suchen.

Am Ende stellte sich nicht mehr die Frage, wo sie ist.

Sondern wo sie eigentlich nicht ist.

Die Wahrheit (und so viele Lügen) Jan Hus und seine Lehren: Wie er die Lügen der Kirche enttarnte oder es zumindest versuchte und wie die Installation “Wahrheit” zum Nachdenken anregt.

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Wie im letzten Beitrag schon angeschnitten, geht es heute um Wahrheit. Hus’ Lehre, also die Ansichten die er vertrat und predigte, Schriften zu anfertigte und für seine Wahrheit hielt, orientierte sich viel an John Wyclifs Anschauungen.

Wyclif war ein Engländer, der ebenfalls Kirchenreformer war, allerdings etwa zu Hus’ Geburt starb. Er setzte sich angesichts des sich unchristlich verhaltenden Klerus gegen den Machtanspruch des Papstamtes über nicht-kirchliche Belange ein, forderte Gnädigkeit statt Urteilsbildung und vertrat die Meinung, Mitarbeiter der Kirche sollten ein asketisches Leben führen statt im angehäuften Reichtum zu schlemmen. Ironischerweise verstieß er selbst gegen diese Auffassung. Während er in den 1370ern den offenen Prozess gegen den Papst noch gewann, und damit auch Anhänger seiner Lehren generierte, wurden 1382 seine Schriften ketzerisch verurteilt, was seinem Amt und Ruf schädigte. In den letzten Jahren vor seinem Tod vollendete er eine (nicht nur von ihm geführte) Sammlung Bibelübersetzungen und starb 1384. Hus war da etwa 12 Jahre alt. Wyclifs geistiges Vermächtnis zog eine kleine Schar Anhänger nach sich, die jedoch um die Jahrhundertwende stärker verfolgt und zum Rückzug in den Untergrund gezwungen wurden.

Nach einem Lehramtsstudium kam Hus mit Wyclifs Lehren in Berührung, die ihm zusagten. Das motivierte ihn schließlich zu einem Theologiestudium, und so wurde er nach Anbruch des neuen Jahrhunderts Priester. Auch er verurteilte den verschwenderischen Lebensstil des Klerus und bezeichnete sie als Räuber und Unterdrücker, obwohl sie Beschützer und Schenker sein sollten. Seiner Auffassung nach sei Kirche mehr eine geistliche Gemeinschaft und nicht zwingend mit der Institution gleichzusetzen, da das Verhalten einer Person über ihre Zugehörigkeit entscheide und nicht die Mitgliedschaft an sich. Heute ist es geläufig in ‘Glauben (christliche Ideologie)’ und ‘Kirche (Institution)’ zu unterscheiden, damals lief alles unter einem Hut. Jan Hus lehnte Ablassbriefe ab, verurteilte die Forderung von Geschenken im Gegenzug zu priesterlichen Diensten und kritisierte fingierte Wunder Gottes. Generell vertrat er die Ansicht, Mitglieder der Institution hätten sich zu verhalten wie sie selbst predigten, und wären nach gleichen Mitteln zu verurteilen, sollten sie selbst sündigen. Hus war ein Gegner der kirchlichen Autorität über die heilige Schrift, und indem Proklamationen durch die Autorität der Institution statt der heiligen Schrift getätigt würden, lasse man absichtlich das Volk über die Wahrheit im Dunkeln. So predigte und sang er zum Beispiel seit 1402 die Gottesdienste in Landessprache statt Latein.

Im Großen und Ganzen kritisierte Hus, dass der Klerus sich unchristlich verhielt und damit davonkam, dass das Volk ausgenutzt und nach Strich und Faden für den eigenen Gewinn belogen wurde und nur die gut situierten Bürger:innen im Volk in den Genuss der wenigen kirchlichen Leistungen kommen konnten. Aus heutiger Perspektive nicht mehr so innovativ, war damals die Kritik des mächtigsten Unternehmens des Mittelalters ein gewagtes Unterfangen, das kritischen Stimmen wie Hus und Hieronymus den unfreiwilligen Tod einbrachte, obwohl sie nur die Wahrheit verkündeten.

Die Installation ‘Wahrheit’ am Stephansplatz wirft die Frage um die Wahrheit auf.

Was ist die ‘Wahrheit’?

Wir befinden uns vor dem Bürgersaal. Die Verbindungsstraße zwischen dem Stephansplatz, der als Parkplatz, Wochenmarkt und Veranstaltungsort für Volksfestigkeiten dient, und der Laube, die seit der Umsetzung des C-Konzepts im Innenstadtring als Hauptstraße für PKWs gilt, wird von allen Verkehrsteilnehmern regelmäßig genutzt. Nur Ansätze an der Häuserfassade erinnern an die architektonische Vergangenheit des Bürgersaals. Aufbereitete Stützenreliefs zieren die Wand des ehemaligen Klosters. Neben dem fulminanten Eingang des Bürgersaals ragen acht Stahltableaus aus der Wand, in unregelmäßiger Platzierung wie eine Leiter auf Koffein. In diesem Gebäude wurde Hus eine Zeit lang festgehalten, als er Konstanz besuchte. (Das bunte Relief an der Stirnseite zum Stephansplatz hängt inhaltlich und historisch nicht mit Jan Hus zusammen, ‘Wahrheit’ ist um einige Jahre neuer als das Hecker-Relief). Die Stahlplatten haben die Buchstaben des Wortes ausgefräst und sind quer zur Wand befestigt, die unterste Kante ziert die Inschrift “JAN HUS 06/07 1415/2015”, die Unterseite trägt die Namen der Künstler. Wenn man schonmal da unten ist, lohnt sich auch gleich der Blick nach oben. Dabei fällt auf, dass die Buchstaben nicht gerade ausgeschnitten wurden, sondern leicht schräg. Der Winkel hat einen ganz bestimmten Grund, der sich erst offenbart, wenn die Sonne scheint: Die Westwand wird von der Nachmittags- und Abendsonne gestreichelt und wirft Schatten und Licht auf die Fassade. In leuchtenden Lettern strahlt “Wahrheit” einem entgegen. Aber nicht gerade, nein, sondern schräg. Die Wahrheit ist verzerrt, verquer, störend. Sie ist lesbar, aber mit einem Fragezeichen, mit Unsicherheit. Bedeutungsschwanger und fast schon drohend weist sie darauf hin, wie jemand die Macht hat, die Wahrheit zu lenken, wie sie nicht objektiv, ja, nicht einmal wahr sein muss. Hus’ Lehre drehte sich um Wahrheit, Freiheit und Machtmissbrauch, er wollte sichtbar machen, wie diejenigen, die angeblich Wahrheit wiedergeben, sie überschreiben, sie verbiegen. Von oben herab diktieren. Von oben kommt auch das Licht, ohne das man die Wahrheit nicht so leicht erkennen kann.

Einen Zeitraum im Jahr jedoch, kurz vor und nach der Sommersonnenwende, ist die Wahrheit gerade. Vom 6. Juni bis zum 6. Juli, dem Zeitraum, in dem Hus Gefangener des Klosters war, entfaltet das Kunstwerk seine gesamte Schönheit, bis an Hus’ Todestag die Abschrägung erneut ihren Zyklus beginnt. Bis zum Ende hätte er seine Lehren widerrufen können, bis er tatsächlich angezündet wurde. Er weigerte sich jedoch vehement, was ihn zum Märtyrer der Wahrheit machte.

In Prag gibt es eine Zwillingsinstallation zu der Wahrheit am Stephansplatz, mit dem korrespondierenden Worten “Za Pravdu” – Für die Wahrheit. Dort wird auf sehr direkte Weise die Bedeutung des Kunstwerks unterstrichen.

Zu guter Letzt ist die Wahrheit nur bei wolkenfreiem Wetter zu erkennen, wenn die Sonne hilft. Obwohl, man kann sich auch direkt an die Hauswand stellen und von unten darauf schauen, denn eigentlich ist die “Wahrheit” immer da. Nur manchmal etwas schwer zu erkennen.

Blick auf die Südwand des Bürgersaals. Die verschobene Anordnung der Stahltableaus lässt mit ein wenig Fantasie die Buchstaben aufleuchten, stark verzerrt durch die Position der Sonne.

So sieht die ‘Wahrheit an einem sonnigen Tag Mitte April aus.     (@photo by KWS)

Im letzten Beitrag haben wir uns das älteste Hus-Denkmal angsschaut, was einige Zeit und einen vehementen Bürgermeister gebraucht hat um erlaubt zu werden.

➔ Hier geht es zum letzten Beitrag

Im nächsten Beitrag laufen wir von hier los Richtung Laube und schauen uns das neuste Denkmal unserer Reihe an. Eine Interpretation rund um den “Kelch”, den Ablauf der Verbrennung, Verurteilung und was die Stadt Konstanz dazu zu sagen hat.

Café Bloggers und die Sankt Stephanskirche: Zwei besondere Orte in Konstanz

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Mitten im Altstadtflair des Stephansplatzes gelegen, bietet das Café Bloggers einen besonderen Ausblick auf die Sankt Stephanskirche – eine der ältesten Kirchen in Konstanz. Die frühchristliche Sankt Stephanskirche, welche im 12. Jahrhundert zu einer romanischen Säulenbasilika und im 15. Jahrhundert dann zu einer Stiftkirche umgebaut wurde, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Im Jahr 1428 wurde die Kirche durch einen wuchtigen Turm ergänzt. Noch heute kann man die verschiedenen Kunstepochen, die in der Architektur der Kirche koexistieren, bei einem Besuch bewundern. Zum Beispiel kann die helle Stuckdecke im Chor der Kirche dem Barock zugeschrieben werden, genau wie die Obergadenfenster oder das von Franz Ludwig Hermann geschaffene Deckengemälde „Anbetung des Lammes“. Hans Morinck, ein niederländischer Bildhauer und Vertreter der Renaissance und des Barocks, hat den Chor der Kirche gestaltet. Weitere bemerkenswerte Details lassen sich bei den Akardenbögen und auf den Achtecksäulen finden.

Nach diesem kleinen Exkurs in die Geschichte der Sankt Stephanskirche geht es zurück zum Café Bloggers, das direkt am Stephansplatz liegt. Wer gerne ausgiebig frühstückt und dabei vielleicht auch das ein oder andere ästhetische Foto machen möchte, ist hier genau richtig. Innen ist das Café im Boho-Stil mit zahlreichen Pflanzen und dekorativen Leuchtschriftzügen gestaltet. Im Sommer lädt ein blühender Innenhof zum Verweilen ein, in dem man geschützt von einer dichten Hecke sitzt. Auf der Speisekarte findet sich eine große Auswahl an süßen und herzhaften Frühstücksgerichten, von denen viele auf Wunsch auch vegan oder vegetarisch erhältlich sind. Meine persönliche Lieblingskombination sind die vegetarischen Breakfast Tacos und ein Iced Coffee. Gerade an warmen Sommertagen darf Letzterer für mich nicht fehlen. Wenn ihr eher Lust auf etwas Süßes habt oder keine großen Taco-Fans seid, kann ich euch das French Toast wärmstens empfehlen.

Zugegeben, das Café gehört nicht zu den günstigsten in Konstanz. Dafür sind die Portionen allerdings so großzügig, dass sie problemlos als Frühstück und Mittagessen reichen oder sogar für zwei Personen ausreichen. Und optisch? Meiner Meinung nach gibt es kaum ein schöneres Café in Konstanz.

Kennst du das Café Bloggers bereits? Dann verrate uns doch in den Kommentaren, was du dort am liebsten bestellst und welche Speisen oder Getränke wir unbedingt einmal testen sollten. 

Hinweis: Der obenstehende Text wurde der Broschüre ‚Kunst und Food für Erstis‘ aus dem Wintersemester 22/23 entnommen.

 

Sommer, Sonne, Bodensee: Vier Events, die man nicht verpassen sollte

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1. Der 24h grenzüberschreitende Flohmarkt in Konstanz und Kreuzlingen

Vom 13. bis zum 14. Juni findet erneut der grenzüberschreitende 24-Stunden-Flohmarkt in Konstanz und Kreuzlingen statt. Die Besonderheit: Der Flohmarkt erstreckt sich über zwei Länder und zählt mit einer Länge von über mehreren Kilometern sowie mehr als 1.000 Ständen zu den größten Veranstaltungen dieser Art in der Region.

Entlang der Strecke von der Hafenstrasse über Klein Venedig bis nach Kreuzlingen erwartet die Besucher:innen eine vielfältige Mischung aus Kunst, Kleidung, Live-Musik und kulinarischen Angeboten.

Der Flohmarkt beginnt am 13. Juni um 14 Uhr in Kreuzlingen und eine Stunde später in Konstanz. Anschliessend kann 24 Stunden lang, nach Herzenslust gestöbert und entdeckt werden.

Weitere Informationen unter:

https://www.konstanz-info.com/planen-buchen/top-events/flohmarkt

Ein rot-orangener Sonnenuntergang am Rhein beim Schänzle Konstanz. Der Sonnenuntergang spiegelt sich auf dem stillen Wasser im Rhein.

2. Münsterplatz Konstanz Open Air Theater

Hier trifft Theater auf Abendluft. Wenn die Sonne langsam untergeht und sich der Münsterplatz mit erwartungsvollen Zuschauer:innen füllt, ist alles bereit für einen besonderen Kulturabend unter freiem Himmel. Die eindrucksvolle Kulisse des Münsterplatzes in Konstanz wird auch in diesem Jahr wieder zur Freilichtbühne.

Am 13. Juni findet die Premiere des Open Air Theaterstücks „Leonce und Lena“ auf dem Münsterplatz in Konstanz statt. Die Inszenierung versteht sich als Space Opera nach dem gleichnamigen Lustspiel von Georg Büchner, bearbeitet von Ekat Cordes (Text und Songtexte) und Anton Berman (Musik). Mit „Leonce und Lena“ nahm Georg Büchner die Kleinstaaterei seiner Zeit auf die Schippe. Regisseur und Autor Ekat Cordes greift diesen Gedanken auf und verlegt die Komödie mit viel Fantasie und Humor kurzerhand ins Universum.

Freut euch auf einen Sommerabend voller Theater, Musik und überraschender Momente.

Weitere Informationen und Tickets unter:

Open Air Theater Konstanz

3. Open Air Cinema Kreuzlingen im Seeburgpark

Filme schauen unter freiem Himmel und das direkt am See: Das Open-Air-Kino im Seeburgpark in Kreuzlingen. In den Monaten Juli und August verwandelt sich der Park am Hafen in eine einzigartige Kinokulisse mit Blick auf den Bodensee.

Das abwechslungsreiche Programm bietet für jeden Geschmack etwas, von grossen Blockbustern über Familienfilme bis hin zu ausgewählten Arthouse-Produktionen. Gezeigt werden in der Regel die synchronisierten deutschen Fassungen. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 21.30 Uhr und sorgen für unvergessliche Kinoabende in besonderer, sommerlicher Atmosphäre.

Geniesst die Abendstimmung am See und freut euch auf Filmgenuss unter dem freien Sternenhimmel.

Weitere Informationen zum Programm werden hier noch folgen:

Open Air Cinema Kreuzlingen

Das Open Air Kino findet in Kreuzlingen im Seeburgpark direkt am See statt. Das Foto wurde von den Sitzen aus gemacht und der Blick auf den See sowie der Sonnenuntergang sind hier abgebildet. Mehrere Bäume bilden wie eine Art Bogen und eröffnen ein Fenster auf den See und den Sonnenuntergang. Am oberen Rand ragt noch eine Lichterkette durch das Foto.

4. Konstanzer und Kreuzlinger Seenachtsfest

Das Seenachtsfest am Bodensee startet 2026 mit einem neuen Konzept und verspricht ein ganz besonderes Erlebnis. Erstmals verschmelzen Drohnen, Lichtkunst und Feuerwerk zu einer spektakulären Inszenierung über dem nächtlichen See.

Am 08. August erwartet die Besucher:innen auf der Konstanzer Seite ein musiksynchrones Feuerwerk sowie eine beeindruckende Pre-Show aus Drohnen, Licht und Musik. Für Festivalstimmung sorgt unter anderem der international erfolgreiche DJ Felix Jaehn, der auf Klein Venedig auflegt.

Weitere Informationen und Tickets unter:

Konstanzer Seenachtsfest

Zeitgleich findet auf der Schweizer Seite das Fantastical Seenachtfest in Kreuzlingen statt. Vom 7. bis zum 9. August erwartet die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm mit Live-Musik, Kinderland, Lunapark, Showeinlagen, Streetfood und dem grössten Feuerwerk am Bodensee. Die Mischung aus Unterhaltung, Kulinarik und Feuerwerk macht das Festival zu einem besonderen Sommererlebnis am Bodensee.

Weitere Informationen und Tickets unter:

Kreuzlinger Seenachtsfest

 

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