Hochschulgruppe Uni Konstanz

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Auf Spurensuche: Ein Stein, der seinen Namen trägt

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Wieso ein 600 Jahre alter Tscheche für uns relevant ist, und wie wir dafür kämpfen mussten

Das älteste der Hus-Denkmäler in Konstanz ist der Findling, der den Ort der Verbrennung kennzeichnet. Er wurde 1862 aufgestellt, nachdem 30 Jahre darüber diskutiert wurde, und trägt auf seiner verwitterten Oberfläche ein Schild, das die Aufschrift “Jan Hus 6.(14.)Juli 1415” ziert. Er steht (wahrscheinlich) an der Stelle, an der Jan Hus und Hieronymus von Prag verbrannt wurden, hingerichtet durch Feuertod. Die Randdaten und Umstände haben wir im letzten Beitrag schon angeschnitten, ansonsten hier gerne auffrischen.

Auf dem Platz des Findlings in Konstanz kreuzen sich zwei Straßen, eine gepflasterte Wendeplatte, wenn man so will. Vor dem Stein lädt eine Bank zum Niederlassen ein, ein paar Blümchen zieren die Stein-Insel. Heute schaut man auf eine ruhige Wohngegend, früher blickte man auf unbebautes Gebiet. Wenn man still ist, hört man Vögel zwitschern, ab und an läuft ein Hundehalter oder eine Joggerin vorbei. Es ist auf der einen Seite befremdlich, wie ein Ort von so viel Grauen zu so einer Ruheoase werden kann, auf der anderen Seite ist es tröstend. Der Findling ist imposant, er misst 350 Zentner¹ schwärzlichen Kalkstein, seine äußere Gestalt ist recht unscheinbar. Es sind keine Formen eingeritzt, keine bildhauerischen Kunstwerke hinzugefügt, und der wenigen Flechten nach zu urteilen wird sie regelmäßig gereinigt. Trotzdem trägt der Findling große Bedeutung für Hus’ Vermächtnis und ist ein Meilenstein in vielerlei Hinsicht.

Warum die (14.)?

Hus hatte selbst im tschechischen Raum schon einen halben Reformkrieg hinter sich. Das Schisma (also die Differenzen wegen mehr als nur eines Papstes und die drohende Kirchenspaltung) hatte ihn als Sprecher der böhmischen Theologen, und mit dem Aufruf zum Kreuzzug einer der Päpste mit Versprechen zum Ablass für alle Kämpfenden entfachte eine erneute Welle an Kritikern des Ablasskonzeptes. Am 14. Juli 1412 wurden drei Männer, die sich besonders dagegen engagierten, hingerichtet, was zu Empörung und sofortiger ‘Märtyrisierung’ der Hingerichteten führte. Auch wenn sich kein definitiver Hinweis auf den Zweck der eingeklammerten 14 auf dem Hussenstein findet, könnte sie eine stumme Hommage an die drei Märtyrer von 1412 sein, schließlich starben alle fünf Hingerichteten wegen ihrer Kirchenkritik.

Wir haben ihm (endlich) ein Denkmal gebaut

Schon in den 1830ern versuchte man, in Konstanz ein Denkmal für Hus und Hieronymus zu errichten. Der damalige Bürgermeister Karl Hüetlin bekam mit seiner Idee reichlich Gegenwind. Trotzdem taufte er ein Dampfschiff nach dem Reformator, das später jedoch wieder umbenannt wurde.

Konstanz gehörte 1830 zum Großherzogtum Baden, das sich von 1815 bis 1866 u.a. mit den Königreichen Württemberg, Hohenzollern, Bayern und dem Kaiserreich Österreich zum Deutschen Bund zusammenschloss. Die monarchische Ordnung der Länder rief immer wieder liberale Gegenstimmen auf den Plan, zu denen auch Karl Hüetlin gehörte. Die Liberalen sahen in Hus nicht nur einen religiösen Reformator, sondern auch einen Märtyrer für freie Meinungsäußerung (in dem Fall monarchiekritisches Gedankengut). Hüetlins publike Bemühungen, der liberalen Schildfigur ein Denkmal zu setzen, erregten die Aufmerksamkeit des österreichischen Außenministeriums, das zu dem Zeitpunkt über das böhmische Gebiet, das heutige Tschechien und Hus’ Heimat, herrschte. Dringendes Anraten von Österreich, und nach dem Dampfschiff-Eklat später auch Baden, hinderten Hüetlin letztendlich an der Umsetzung. Erst 1861, nach den liberalen Reformen unter Großherzog Friedrich I., wurden die Bemühungen um ein Denkmal für Hus und Hieronymus wieder aufgenommen. Den ehemaligen Ort der Verbrennung der beiden befand man als geeignete Gedenkstätte, die zwei Jahre später mit dem Findling aus Hegne umgesetzt wurde. Finanziert wurde es kurzerhand aus freiwilligen Spenden verschiedener Quellen, beispielsweise Macaire (Indigo-Färberei auf der Dominikanerinsel, heute Inselhotel), Herosé (Textildruckerei auf dem Areal des heutigen gleichnamigen Parks) und Jakob Stadler (ehemaliger Eigentümer des Stadler-Verlages, bis 1866 Bürgermeister von Konstanz²). Nach über vier Jahrhunderten bekamen Hus und Hieronymus endlich ihr Denkmal, und trugen mit der Neukonnotierung auch zum europäischen politischen Fortschritt bei.

Der Stein heute

Tschechische Auslandsvereine freuten sich über die Ehrung ihres Vorfahren so sehr, dass kleinere und größere Besuche und Pilgerfahrten an den Hussenstein organisiert wurden. Bis heute ist die posthume Anerkennung von Hus’ Bemühungen ein großer Teil des tschechischen Nationalstolzes, was gerade in den Jahren des Konzilsjubiläums zu weiteren künstlerischen Gedenkorten führte, auch wenn die Pilgerfreude hierher abgenommen hat. Aber nicht alle sind mit dem Hussenstein glücklich, vereinzelte Stimmen zum Beispiel der alteingesessenen Familie Gebauer zeigen sich enttäuscht über die Unterwältigkeit des Denkmals angesichts Hus’ europäischem Märtyrerstatus.

¹Das behauptet jedenfalls die Stadt Konstanz auf ihrer Website. Südkurier spricht von 35 Tonnen. Laut des deutschen Zollvereins ist jedoch seit 1858 ein Zentner als 50kg festgelegt, was den Stein 17,5 Tonnen schwer machen würde. Andere Quellen sprechen von ‘nur’ wenigen Hundert Kilo Gewicht. Die zeitliche Nähe der Normierung des Zentners und Aufstellung des Steins wirft aber auch eine prä-normierte Verwendung von “Zentner” in den Raum. Eigentlich hat also keiner wirklich eine Ahnung wie schwer das Ding ist.

²Wer jetzt denkt “Moment, den Namen Stadler hab ich doch schonmal gehört…”: Die erste Druckerei des Verlages Stadler war im gleichnamigen Stadlerhaus, das am 25. Juli 2024 Feuer fing und dadurch für Schlagzeilen sorgte. Seitdem werden die teilweise bereits sanierten Räumlichkeiten für Ausstellungen genutzt. Aber auch für die schöne Jugendstilarchitektur lohnt sich ein Besuch!

Unser zweiter Stopp im nächsten Beitrag führt uns gen Osten auf den Stephansplatz, wo wir auf der Südwand des Bürgersaals eine Installation erblicken, die eigentlich seit 2018 wieder abgebaut werden sollte: “Wahrheit”. Es empfiehlt sich, an sonnigen Tagen dorthin zu gehen, vielleicht ja sogar im Juni oder Juli. Durch einen kurzen Einblick in Hus’ Lehren erhalten wir verschiedene Perspektiven auf Wahrheit, die das Kunstwerk in Perspektive rückt.

Auf Spurensuche: Jan Hus und seine Denkmäler

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Das Konzil ist zweifelsfrei das bedeutendste Ereignis, das Konstanz jemals ausrichten durfte. Bis heute, über 600 Jahre später, prägt es die Stadt und den Tourismus. Die Praxis, die Schattenseiten des Konzils aufzuarbeiten, ist eine eher moderne Entwicklung, deren Feld noch nicht voll ausgeschöpft ist. Eine der Schattenseiten ist die Verurteilung zum Tode des tschechischen Reformators Jan Hus, dem durch verschiedene Kunst- und Denkmäler gedacht wird.

Wer, wie, wo, warum?

Johannes Hus, geboren etwa 1369, war ein tschechischer Geistlicher, der zum Konzil 1414-18 nach Konstanz geladen wurde. König Sigismund sicherte ihm freies Geleit zu, was jedoch gebrochen wurde, als Hus früher als vereinbart ankam. Sigismund selber erreiche Konstanz erst nach Hus, regte jedoch außer seinem Gemüt keinen Finger für Hus’ Freiheit.

Nach einigen Jahren Gefangenschaft in verschiedenen Gebäuden wurde Hus schließlich zum Tod durch Feuer verurteilt und verbrannt. Der Grund? Er sei ein Ketzer. In Wahrheit vertrat Hus jedoch reformatorische Ansichten, die die Lebensweise des Klerus und die Besitzfülle der Kirche kritisierten. Davon war die Kirchenspitze nicht begeistert, konnte aber im böhmischen Raum nichts gegen ihn tun. Ein taktischer Bruch des Geleitversprechens ist deshalb nicht auszuschließen, da auch Hus’ Klerik-Kritik und reformatorische Unruhen durch das Konzil beseitigt werden sollten und ein Geleitbrief die Gefangenname, Verurteilung und Aufforderungen zum Widerruf unter Androhung der Todesstrafe nicht ermöglicht hätte. Seine Verbrennung am 6. Juli 1415, und ein Jahr später am 30. Mai 1416 auch die des Hieronymus von Prag, schlug Empörungswellen, die zu den Hussitenkriegen führten. Sogar Luther berief sich später auf Hus‘ Lehren, und noch heute wird er im tschechischen Raum verehrt wie ein Nationalheiliger. Ironischerweise musste Sigismund, der, um sich die Böhmische Krone seines Bruders Wenzels zu sichern, Hus’ Geleitversprechen nicht durchsetzte und damit indirekt für seinen Tod verantwortlich wurde, nach den Hussitenkriegen eben jene Kirchenreformen, die mit Hus verbrennen sollten, anerkennen.

In den nächsten Wochen reisen wir durch Konstanz und verfolgen Stationen auf dem Leidensweg von Jan Hus. Unser erster Stopp führt uns ins Paradies zwischen dem Alten Graben und Zum Hussenstein, wo wir über die Bedeutungswandlung reden, vom Gelehrten zum Märtyrer und was Europa damit zu tun hat. Gemeinsam fangen wir dort an, wo für ihn alles aufhörte, und doch irgendwie alles begann: Der Hussenstein.

Das Unenthüllbare von Ludwig Köhler

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Die Enthüllung leitet sich von dem Wort „enthüllen“ ab, dem Akt, von etwas die Verhüllung zu nehmen, um das Verborgene sichtbar zu machen. Dem gegenüber steht das „Unenthüllbare“. Ein Begriff, der an ein Geheimnis erinnert, das sich nicht lüften lässt. Den Betrachtenden bleibt etwas verborgen und es entzieht sich unserem Blick. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf besteht die Skulptur Das Unenthüllbare an der Universität Konstanz.

Von dem 10. September bis zum 6. Oktober 1979 fand in Freiburg im Breisgau das Freiburger Symposium des Kunstvereins Freiburg statt. Unter dem Leitthema „Holz und Kunst“ nahm der Bildhauer Ludwig Köhler, geboren 1955 in Stockach, mit seiner Skulptur Das Unenthüllbare teil. Im Jahr 1982 erwarb die Universität Konstanz die Skulptur für den naturwissenschaftlichen Bereich ihrer Bibliothek. Ausschlaggebend war der sinnbildliche Verweis auf das Streben der Naturwissenschaften nach Erkenntnis, Erklärung und dem Versuch, Geheimnisse zu entschlüsseln. Seitdem steht die 3,80 Meter hohe Skulptur im Eingangsbereich der N-Bibliothek.

Beim Betreten der Bibliothek fällt der Blick unweigerlich auf die große Skulptur mit ihrer starken Präsenz. Ein langes, weißes Tuch umhüllt einen schmalen, sehr hohen Gegenstand, dessen Gestalt sich nicht eindeutig erschließen lässt. Das Tuch ist an vier Enden mit echten Seilen an großen Nägeln befestigt, die in eine Holzplatte am Boden geschlagen sind. Der verborgene Gegenstand bleibt dauerhaft verborgen, das Geheimnis wird nie gelüftet. Lediglich am unteren Ende der Skulptur eröffnet sich ein kleiner Einblick: Dort ist ein geschwärzter Baumstamm zu erkennen, da das Tuch den Boden nicht berührt.

Die Skulptur ist vollständig aus dem Stamm einer Pappel gearbeitet und spielt bewusst mit einer Materialtäuschung. Das scheinbar weiche, weiße Tuch besteht in Wahrheit aus Holz und wirkt dennoch täuschend echt. Erst bei näherer Betrachtung werden die feinen Bearbeitungsspuren sichtbar. Ludwig Köhler bedient sich hier des Kunstgriffs des Trompe-l’œil („Augentäuschung“), bei dem Holz so gestaltet wird, dass es ein anderes Material imitiert. Auf diese Weise verstärkt sich der Eindruck des Ungewissen und Unenthüllbaren, der das Werk bis heute prägt.

„Wir zeigen, was wir können!“ Schüler:innen-Ausstellung am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

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Deutsch, Konstanz entdecken, Kulturell

Kunst ist nur was für Profis? Von wegen! Unter dem Motto “Wir zeigen was wir können” präsentieren die Schüler:innen des Alexander-von-Humboldt-Gymnasium der 5. bis zur 12. Klasse Bilder, Skulpturen und andere Kunstwerke, die sie im Unterricht kreiert haben. Das ganze Schulhaus wird dabei zur Ausstellung. Egal ob Treppenhaus oder Seitengang, dort wo Platz ist wird ein Rahmen aufgehängt, ein Podest aufgestellt oder ein paar Nägel in die Wand gehauen. Tonmodelle, umfunktionierte Schuhkartons, nekromantische Bücher und Pappmaché-Büsten sind nur ein Ausschnitt möglicher Materialien.

Neugierig geworden?

Komm zur Vernissage am 30.01.26 um 18 Uhr in die Aula der Schule, genieße eine darstellerische Überraschung und schlendere danach durchs Schulhaus, oder schau noch bis zum 24. April 2026 zu den Öffnungszeiten der Schule zum regulären Betrieb vorbei. Der Weg in die Aula ist ganz einfach, die große Treppe hoch und dann “durch” den Vorhang!

Tipp: Die großen Pausen sind 9:15-9:30, 11:05-11:25 und 13-14 Uhr, diese Zeiten würde ich meiden.

Wir haben dazu auch ein Reel auf Instagram, klicke hier!

Warum das Humboldt?

In Konstanz gibt es viele weiterführende Schulen, jede mit eigenen Vor- und Nachteilen. Das Suso-Gymnasium ist zum Beispiel ein humanistisches Gymnasium, das heißt Latein verpflichtend ab Klasse 5 und Griechisch optional ab Klasse 8, die Geschwister-Scholl-Schule bietet sowohl einen Musik-, als auch einen Theater- und einen Sportzug für Real- und Gymnasialschüler:innen an, das Ellenrieder-Gymnasium unterrichtet manche Schulfächer auf Englisch und fördert die zweisprachige Schulausbildung, und das Humboldt-Gymnasium hat den Kunstzug. Ab der fünften Klasse kann dieser besucht werden, aber auch in der 8. und 11. Klasse (G8) sind Ein- und Ausstiege möglich. So werden schon sehr früh wichtige Grundlagen der Kunsttheorie und -schaffung vermittelt, die über den Lehrplan des zweistündigen Kunstunterrichts hinausgehen; über die Relevanz von Skizzen, Perspektive und verschiedenen Medien bis hin zu Kunstgeschichte, Architektur und Stil.

Dadurch wird eine einzigartige Ausstellung mit bemerkenswerten Bildern, Zeichnungen, Skulpturen und vielem mehr ins Leben gerufen, die in ihrer Vielfalt unvergleichlich ist. Zusammen mit der Altbau-Architektur entsteht ein gewisser Charme, der neben stolzen Eltern und Mitarbeitern auch Ehemalige regelmäßig in ihren Bann zieht.

Auch ich bin eine ehemalige Schülerin des AvH, und nach wie vor beeindruckt und verzaubert von dem, was dort auf die Beine gestellt wird. ~Sophie, Autorin dieses Beitrags.

Lyrik am Bodensee

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Deutsch, literarisch

Seit Jahrhunderten ist der Bodensee ein prominentes Motiv in der Dichtung und zeugt von einer Quelle der Inspiration, die dutzenden Dichter*innen ins Reich der sprachlichen Ausdrücke geführt hat. Man gibt sich etwas Innigem hin – offenbar getragen von der Wirkkraft des Bodensees.

Da verweilen die Dichtenden nun am Ufer des Sees, schauen in die Ferne und verspüren eine gewisse Regung: vielleicht Melancholie, vielleicht Gelassenheit oder vielleicht Wanderlust? Diese Vielzahl an Empfindungen sind es, die die Lyrik in ihrer Variation aufnimmt und verarbeitet. In Gedichten, die den Bodensee thematisieren wird deutlich, welch zahlreiche poetische Optionen ermöglicht werden im Umgang mit einer einzigen Kulisse. Zugleich laden sie dazu ein, beim nächsten Spaziergang die Umgebung mit anderen Akzenten zu erfassen. So bewegt man sich mit offenen Augen, schreibend – oder so wie wir heute lesend – um den Bodensee.

Erika Burkart Der Tisch – In einem alten Meersburger Garten

Wie viel erzählt ein verlassener Tisch im alten Meersburger Garten? Retrospektiv stellt sich diese Frage, die im Aargau geborene Schriftstellerin Erika Burkart. In pointierter, von einem Hauch Wehmut durchzogener Sprache erzählt uns die Autorin von einem – der Natur zum Opfer gefallenen – einsamen Tisch. Noch trägt er flüchtige Überbleibsel einer vorausgegangenen Sommerszene, ehe sich die Menschen schließlich in den Winter verabschiedeten.

Erika Burkart selbst lässt uns daran teilhaben:

Umrankt ihn, Efeu und Winden,

den alten rostigen Gartentisch,

mit Blättern deckt, schatten-

und sonnengoldgrünen,

das fleckige Weinrot,

bis man vergißt

hier

ist ein Tisch,

saßen Menschen

reichten sich über das Tuch

Tee und Gebäck

schauten sich unter die Wimpern

sprachen vom Sommer

schwiegen –

räumten ab und gingen

jeder in seinen

eigenen Winter.

Richard Dehmel Konstanz

Hier am Bodensee verursachen selbst die hochverehrten Komponisten zu viel Krach. Dies bringt uns der Schriftsteller Richard Dehmel auf einer feinsinnigen und verspielten Art und Weise näher: Da möchte man sich in der mystischen und gelassenen Landschaft des Sees niederlassen, doch diese Begierde wird gebrochen, durch keinen geringeren als Ludwig van Beethoven!

Richard Dehmel selbst dazu:

Im offenen Garten ist Konzert am See,

der Geist Beethovens schwebt von Stern zu Stern;

tief unter Brücken schweigt die Wasserfee,

hoch über Türmen schweigt der Alpenschnee,

schweigt Stern bei Stern, schweigt wie seit je;

und immer noch Konzert, Konzert am See –

O Beethoven, wozu der Lärm?! –

Elisabeth Borchers Später Nachmittag

Könnte der Bodensee sprechen, was würde dieser von sich geben: ein Kichern, ein Seufzen, ein Lachen? Die Varianten aller Möglichkeiten lassen die Fantasie nicht müde werden, doch nach der Schriftstellerin Elisabeth Borchers wäre es dies: ein Lockruf. Erschöpft von der Sommerhitze ruht man träge – Stunde um Stunde – bis in Windeseile eine Einladung herüberrascht und der See sein Verlangen nach Zweisamkeit ausdrückt.

Elisabeth Borchers schreibt:

Des Sommers müde

ruht ohne Störung

bis fern

teilnehmend am Horizont

diesem Fußpfad hinüber

der See

und lädt ein

übers Wasser zu gehen

So wurden aus Empfindungen Gedanken, aus Gedanken Worte, und aus diesen Worten verwandelt sich ein weißes Blatt in ein Gedicht. Der Bodensee verführt dazu, sich der Offenheit seiner Präsenz hinzugeben und vielleicht findet sich unter den Lesenden die nächste Person, welche ein Zeichen der Zuneigung dem Bodensee vermitteln möchte.

Märchenstimmung in Gottlieben – Ein Besuch in der Drachenburg

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Ein Zierdrache an der Fassade der Drachenburg in Gottlieben. Foto: Linn Petrat

Die Festtage sind um, die diffuse Zeit zwischen den Jahren wurde meist auf dem Sofa verbracht, und das neue Jahr wurde ausgelassen gefeiert. Egal, ob man sich Neujahrsvorsätze gemacht hat, oder nicht – allen tut ein ausgiebiger Spaziergang gut, um dem Trubel der intensiven Weihnachts- und Neujahrszeit zu entkommen und die Ruhe zu genießen. Wer sich vom Konstanzer Paradies aus übers Tägermoos in die Schweiz aufmacht, den tragen die Füße bei großer Spazierlaune dann auch mal bis ins etwa drei Kilometer entfernte Gottlieben. Die Gemeinde am Seerhein zählt etwa 300 Einwohner:innen und ist flächenmäßig eine der kleinsten Gemeinden der Schweiz – doch das märchenhafte Dörfchen bietet einige Schätze, die keineswegs im Verborgenen bleiben sollten.

Beim Schlendern bekommt man schnell das Gefühl, man hätte sich nicht nur über die Landesgrenze begeben, sondern direkt in einen der Märchenfilme hinein, die in der Weihnachtszeit ohne Unterlass über die Bildschirme flimmern. Zunächst erhascht man durchs winterlich eher karge Blätterdickicht einen Blick auf das Schloss Gottlieben, das im Jahr 1251 als Wasserburg geplant wurde. Durch seine Lage direkt am Wasser und umgeben von einem großflächigen Anwesen ist die Außenfassade von der anderen Uferseite am Wollmatinger Ried jedoch noch etwas besser zu betrachten – ein lohnenswertes Ziel für einen weiteren Spaziergang.

Ist man im Ort Gottlieben angekommen, führt der Weg entlang der zahlreichen malerischen Fachwerkhäuser, die größtenteils aus dem 17. Jahrhundert stammen. Das rote Fachwerk und die grünen Fensterläden leuchten einem auf dem Dorfplatz strahlend entgegen, da tauchen plötzlich mehrere Drachen im Blickfeld auf. Drachen? Wir sind doch bei all der märchenhaften und zeitlosen Stimmung nicht etwa bei Game of Thrones gelandet, wo Daenerys‘ Drachen den Himmel unsicher machen? Doch ein zweiter Blick genügt: Bei genauerem Hinsehen, fällt natürlich schnell auf, dass der grün angelaufene Drache am Haus befestigt ist, und statt Feuer höchstens Wasser spucken könnte, wenn es besonders viel regnet.

Die Drachenburg hat ihren Namen Quellen zufolge auch nicht daher, dass in Gottlieben tatsächlich Drachen zugange waren, sondern von der auffälligen und besonderen Schmuckpracht der Fassade. Denn neben dem detailreichen Fachwerk zieren auch einige Drachenfiguren das Haus. Diese wurden um das Jahr 1890 vom Tägerwiler Julius Schürer an dem zu dieser Zeit von Marie Fuhrimann als Altertumshandlung und „Weinstube zur Drachenburg“ geführtem Gebäude angebracht. Der Name Drachenburg kann historisch nicht anders belegt werden – die mystische Herkunft der Drachen in Gottlieben sind also den Einfällen von Fuhrimann oder Schürer zu verdanken. Die Drachenburg selbst wurde schon mehr als Einhundert Jahre früher gebaut. An einem Dachziegel im Obergeschoss fand man einen Hinweis auf das Baujahr 1674. Knapp 30 Jahre später wurde das Fachwerkhaus bereits wieder um- oder neugebaut und an das nebenan gelegene Untere Steinhaus durch einen Mann des Namens Bockmeyer angegliedert. Sein Wappen, das einen Schafbock zeigt, und die Jahreszahl 1716 lassen sich noch heute über dem Eingangsportal entdecken.

 

 

Seit langer Zeit ist die Drachenburg, mit ihren zwei prominenten Erkern zum Dorfplatz gewandt, nur noch in Einheit mit dem gegenüberliegenden Waaghaus bekannt. Das Hotel Drachenburg und Waaghaus wurde ganze 128 Jahre von der Familie Hummel geführt. Nach einigen Umbauten des Waaghauses, welches früher als Salzstadel diente, wurde es lange als Gasthaus betrieben. Im Jahr 1953 übernahm die Familie Hummel dann auch die Drachenburg und ließ das angeschlossene Untere Steinhaus in ein Hotel umwandeln. Die Anschlüsse von weiteren Häusern an das bestehende Hotel erfolgten in den nächsten Jahren, sodass die „Drachenburg & Waaghaus AG“ das Gottlieber Hotel- und Gastronomiegewerbe weitgehend dominierte. Im Jahr 2020 übernahm eine Stiftung die AG – mit dem Ziel zu modernisieren und zu sanieren – und vor allem, das Ensemble an historischen Baudenkmälern zu bewahren. Aufgrund der Sanierung ist das Betreten des Gebäudes momentan nicht möglich, doch selbst der Blick von außen reicht aus, um sich die vielfältige Historie der Drachenburg vorstellen zu können.

Ein Spaziergang nach Gottlieben gleicht einer kleinen Reise raus aus dem Alltag und hinein in einen kleinen Ort voller Geschichte, beeindruckender Architektur und einer ganz besonderen Atmosphäre. Man bekommt dort das Gefühl, sich durch die Zeit hindurch zu bewegen – und das nicht nur nach Wochen voller Feiertage, in denen kaum einer noch weiß, um welchen Wochentag es sich handelt. Die Drachenburg mit ihrer vielseitigen Geschichte lädt besonders zum Tagträumen und Staunen ein – und ist ein guter Grund, sich aufzumachen, um den Nachbarort zu entdecken.

Kurze Künstlervorstellung: Bruno Epple

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Deutsch, Kunst & Architektur, literarisch

1931 in Rielasingen geboren, verbrachte Bruno Epple seine Kindheit und Jugend in Radolfzell und besuchte das Heinrich-Suso-Gymnasium in Konstanz. Bevor er 2023 in Allensbach verstarb, war er Maler, Dichter und Lehrer am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Konstanz, später am Gymnasium Radolfzell.

Zunächst schrieb er „unbesorgt ins Tagebuch“, später schrieb er, um seine Lyrik und Prosa zu publizieren. Manche seiner Veröffentlichungen sind im sogenannten „Bodenseealemannisch” geschrieben, ein Dialekt, der im südlichen Allgäu bis hin zu einigen schweizerischen Ufergemeinden gesprochen wird. Für diese Art, die alemannische Mundart aufrechtzuerhalten, gewann er 1996 die Johann-Peter-Hebel-Medaille.

Handgeschriebenes Selbstzitat (Gedichtverse, alemannisch) und Unterschrift auf Titelblatt des Buches „reit ritterle reit“, 1979

Urheber: Markus Wolter, lizensiert unter CC4.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

Epple bindet in seine Texte oft persönliche Konstanz-Anekdoten ein, ob er in „Der Schatten des Hus“ vom Essen Kretzerfilets in Konstanz erzählt oder in „Immer bei Schuberts Musik“ über die Eichhornstraße spaziert. Aus Letzterem eine besonders schöne Passage:

Ich schaue auf, schaue aus dem Fenster: Im Osten ein sanftblauer Himmel, der ins Grünliche abklingt. Schimmert des Sees Silber über den Bäumen? Ich kann’s nicht sagen. Unten liegt der Hof im Schatten, jenseits der Mauer breitet sich Wiese aus, und am Ende der Wiese erhebt sich ein Wall von Buchen und Tannen. Wer mag in dem altertümlichen Haus wohnen, dessen Fassade rötlich erblüht und sanft sich verwandelt unter dem Schein der sich neigenden Sonne? Wie verwunschen.

Seine Malerei erinnert an Kinderbuchillustrationen, mit Figuren, die stets eine ähnlich runde Körperform besitzen und mit intensiven Farben, die berühren. Manche seiner Bilder und Grafiken wurden auch als Ilustrationen in seinen oder den Büchern anderer verwendet. Der Bodensee ist dabei ein gern gewähltes Motiv des Künstlers.

Eine nackte Person mit roten, langen Haaaren steht in einem Zimmer.

Abandonnée

Epple Bruno Abandonnée“ von Arbrealettres& ist lizensiert unter CC BY-SA 2.0.

Die Verbundenheit zum See spiegelt sich ebenfalls in seinem Geschriebenen wider; in den Werken „Seegefilde“, „Den See vor Augen“ und „Vor allem der See“ rekapituliert er seine Kindheitserinnerungen aus der Bodenseeregion. 1991 gewann er den Bodensee-Literaturpreis für „sein literarisches Schaffen“.

Sowohl an Epples Texten als auch an seinen Gemälden kann man viel Freude finden, vor allem, wenn man mit dem „spielerischen Ernst” an sie herantritt, mit dem er sie kreierte!

Vier magische Winter-veranstaltungen

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1. Der Konstanzer Weihnachtsmarkt am See 

Vom 27.11. bis zum 23.12.2025

Wie jedes Jahr, findet der diesjährige Konstanzer Weihnachtsmarkt entlang des Seeufers, im Stadtgarten und über die Marktstätte hinweg, statt. Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit spielen hier eine essentielle Rolle.

Zahlreiche individuell gestaltete Hütten, samt ihrer liebevollen Details und den unzähligen Lichtern, erschaffen eine magische Weihnachts-Atmosphäre. Es gibt eine große Auswahl an hochwertigen und handgefertigten Produkten sowie ein vielfältiges Speise- und Getränkeangebot. Ob auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk, etwas stöbern oder einfach nur zum schlemmen – es ist für alle etwas dabei.

Weitere Infos unter: https://weihnachtsmarkt-am-see.de 

 

2. Das Konstanzer Weihnachtssingen

Am 12.12.2025 von 18:00-19:30 in der Schänzle Sporthalle 

Die HSG Konstanz lädt zu einer stimmungsvollen Veranstaltung ein. Das Konstanzer Weihnachtssingen bietet einen Abend voller Musik, guter Laune und Einstimmen auf die Weihnachtszeit. Der Chor und das Orchester des Ellenrieder-Gymnasiums singen und begleiten bekannte Weihnachtslieder. Zusätzlich gibt es einen Auftritt der HSG-Cheerleader. Nach dem Programm sind alle herzlich willkommen, bei Glühwein, Punsch und Plätzchen in einer geselligen Runde zu verweilen. 

Weitere Infos und Tickets: www.konstanzer-weihnachtssingen.de 

 

3. Kunstgeschichte am Samstagvormittag

Am 13.12.2025 (sowie am 17.01.2026 und am 07.02.2026) von 10:30-12:00 im Bildungszentrum Konstanz

Das Kunstseminar mit der Kunsthistorikerin Ines Stadie eröffnet ein breites Spektrum der Kunstgeschichte, um sich intensiv mit Kunstwerken auseinanderzusetzen. In einer gemütlichen Atmosphäre mit einer Tasse Tee, werden folgende Fragen aufgegriffen: 

Woran erkennt man eine bestimmte Epoche? Wie wurde ein bestimmtes Thema über die Zeiten dargestellt und welche Bedeutung hatte es? Welche Geschichten stecken hinter Themen, Objekten und Kunstströmungen? 

Die nächsten Termine haben diese Überthemen: 

13. Dezember: Skurrile Schönheitstrends der (Kunst-) Geschichte

17. Januar: Verflucht?! – Mysteriöses und Legenden aus der (Kunst-) Geschichte

07. Februar: Der Fluch des Pharaos? – Tutenchamun, sein geheimnisvolles Grabdenkmal und der britische Lord

Weitere Infos und Tickets unter: https://www.bodenseewest.eu/event/kunstgeschichte-am-samstagvormittag-6d6c3c7616 

 

4. Konstanz singt! 

Am 28.12.2025 von 19:00-23:00 im Kula Konstanz 

Dieser Abend ermöglicht es, einen Chor aus allen Besucher:innen zu kreieren. Vorkenntnisse sowie Noten sind hierbei nicht von Bedeutung. Es geht um den Spaß und um die Liebe zur Musik. Konstanz singt ist für alle etwas, die das Gänsehautgefühl des gemeinsamen Singens erleben möchten und in nur zwei Stunden ein mitreißendes Lied zusammen erarbeiten wollen.

Weitere Infos unter: http://konstanzsingt.de 

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Stadtgarten Konstanz im Winterzauber. Der Boden, die Baumäste sowie die Hütten des Weihnachtsmarktes sind von Schnee bedeckt. Die Sonne scheint durch die von Schnee bedeckten Äste hindurch und reflektiert auf den weißen Boden.

SherLOOK 2.0 – Detektivabenteuer im Rosgartenmuseum

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Das Rosgartenmuseum in Konstanz bietet mit SherLOOK 2.0 ein ganz besonderes Erlebnis: ein interaktives Detektivspiel, das Besucher*innen ab 10 Jahren auf eine spannende Spurensuche durch die Ausstellungen begleitet. Entwickelt wurde das Spiel von LKM-Studierenden der Universität Konstanz unter der Leitung des deutschen Kunsthistorikers und Spieleautors Steffen Bogen, in Zusammenarbeit mit dem Rosgartenmuseum und den wissenschaftlichen Werkstätten der Universität Konstanz.

Aber was machen wir bei SherLOOK 2.0?

In SherLOOK 2.0 wird erzählt, dass in den Ausstellungsräumen des Rosgartenmuseums „Detaildiebe“ am Werk sind: Kleine und große Objekte oder Details werden vermeintlich gestohlen und gegen Fälschungen ausgetauscht. Aufgabe der Spielenden ist es, mit einer speziell entwickelten „High‑Tech‑Lupe“ diese Fälschungen aufzuspüren, den Fall zu lösen und die vermeintlichen Langfinger zu überführen. Zur Auswahl stehen zahlreiche Fälle, die entweder im Erdgeschoss oder im ersten Obergeschoss des Museums spielbar sind. Durch die Detektivfälle führen die bekannten Detektivfiguren Sherlock Holmes, Dr. Watson und Enola Holmes, denen die Spielenden bei der Aufklärung der Fälle helfen müssen. Die drei Charaktere stehen jeweils für einen bestimmten Schwierigkeitsgrad. So kommen sowohl Anfänger als auch Profis auf ihre Kosten und finden genau die richtige Herausforderung.

Tipp: Die LKM-Studierenden waren im Sommersemester wieder fleißig und haben an 50 neuen Rätseln gearbeitet. Ab dem 21.11.2025 wird es daher noch mehr spielbare Fälle geben. Wer also schon etliche Runden SherLOOK gespielt hat, darf sich auf neue spannende Fälle freuen.

Ablauf & Organisation – Shortfacts
  • Geeignet ab etwa 10 Jahren, ideal für alle, die gern kombinieren und Rätsel lösen.
  • SherLOOK kostet keinen Aufpreis zum Museumseintritt.
  • Die Spielgeräte (Tablets) sind während der Öffnungszeiten kostenfrei an der Museumskasse ausleihbar. Es muss lediglich ein Pfand hinterlegt werden.
  • Das Spiel kann alleine oder in Gruppen (z. B. Familien oder Schulklassen) gespielt werden. Bei größeren Gruppen empfehlen wir, sich vorher anzumelden, damit eine ausreichende Anzahl an Tablets reserviert werden kann.
  • Das Spiel ist genau auf das Rosgartenmuseum abgestimmt. Die Rätsel führen durch die Ausstellungsräume und beziehen historische Exponate und regionale Geschichten mit ein.
Warum SherLOOK 2.0 ein lohnenswerter Freizeit‑Tipp ist

Dieses Spiel macht den Museumsbesuch lebendig und interaktiv und ist auch für diejenigen unter euch ein Geheimtipp, die vielleicht nicht zu den regelmäßigsten Museumsgängern gehören. Man betrachtet nicht nur die Ausstellungsstücke, sondern wird selbst aktiv: Man sucht, forscht, vergleicht und entdeckt versteckte Details. Besonders für Familien und neugierige Besucher*innen eröffnet sich so ein ganz neuer Zugang zur Kunst- und Kulturgeschichte. SherLOOK 2.0 verbindet Wissensvermittlung mit Spiel und Spaß. Während spannender Detektivfälle erfährt man ganz nebenbei viel über die Hintergründe der Exponate, über Kunsttechniken oder regionale Geschichten. Das geschieht ganz einfach beim Spielen, während man in den Texten nach Hinweisen sucht, die zur Überführung eines vermeintlichen Langfingers führen. Dank der Vielzahl an Fällen und den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade hat das Spiel auch noch einen hohen Wiederspielwert. Es lohnt sich also, öfters vorbeizuschauen, denn es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Und sollte es mal vorkommen, dass ihr einen Fall bereits kennt, ist das Museumspersonal so nett und stellt euch einen anderen Fall ein.

SherLOOK 2.0 ist eine ideale Kombination aus Spiel, Bildung und Erlebnis. Wer Konstanz besucht, hier wohnt oder noch nicht oft im Rosgartenmuseum war, sollte sich dieses Detektivspiel auf keinen Fall entgehen lassen. Es bereichert den Museumsbesuch, macht Kunst und Geschichte lebendig und spannend. Und mal ehrlich.. wer spielt denn nicht gern?

Geschichte erleben im Herzen von Konstanz – Das Rosgartenmuseum Konstanz

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Das Rosgartenmuseum in Konstanz ist ein echter Geheimtipp für alle, die Kunst, Kultur, Geschichte und eine besondere Atmosphäre lieben. Gelegen im Herzen der Stadt, befindet sich das Museum in einem historischen Gebäude, das erstmals im Jahr 1324 erwähnt wurde und einst als Zunfthaus für Metzger, Krämer, Hafner, Seiler und Apotheker diente. Dieses einzigartige Ambiente macht den Besuch schon allein wegen der Architektur zu einem Erlebnis. 1454 wurde es mit dem angrenzenden Haus „Zum Schwarzen Widder“ vereinigt. Ein Überbleibsel von der Vereinigung sind die Wappen beider Häuser, die noch heute das Portal des Museums schmücken.

Das Museum wurde 1870 von Ludwig Leiner (Apotheker und Stadtrat) gegründet, einem leidenschaftlichen Sammler, Botaniker und Denkmalschützer, der mit seiner Sammlung die Geschichte und Identität der Bodenseeregion bewahren wollte. Heute zeigt das Rosgartenmuseum eine vielseitige Dauerausstellung, die von der Urgeschichte über das Mittelalter bis in die Neuzeit reicht. Besucher*innen erwarten hier unteranderem spannende archäologische Funde, sakrale Kunst und Gemälde, die eindrucksvolle Geschichten erzählen.

Besonders sehenswert ist der Leinersaal, der nach dem Gründer benannt ist und Originalstücke aus der Anfangszeit des Museums präsentiert. Zudem gibt es regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen, die regionale Themen wie die Fasnacht oder die Arbeitswelt thematisieren. Im zweiten Obergeschoss gibt es zudem eine Ausstellung, die die Geschichte der Stadt während der NS-Zeit beleuchtet.

Ein lohnenswerter Freizeittipp für jede Jahreszeit

Wer einen abwechslungsreichen Tag in Konstanz plant, kann den Besuch im Rosgartenmuseum wunderbar mit einem Stadtbummel, einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oder einem Spaziergang am Bodensee verbinden. So lässt sich Kultur und Genuss ideal kombinieren. Das Rosgartenmuseum ist übrigens nicht nur ein Ort für Geschichtsinteressierte, sondern auch ein perfekter Freizeit-Tipp für Familien oder mit Freund*innen. Es ist überschaubar und ermöglicht einen entspannten Rundgang. Für eine kleine Pause zwischendurch lädt das Museumscafé mit seinem gemütlichen Innenhof ein – ideal, um das Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen oder den neusten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Und wem das noch nicht genug ist, der kann sich im Eingangsbereich ein Tablet mit dem beliebten Spiel SherLOOK ausleihen und gemeinsam mit Watson, Sherlock oder Enola Langfinger überführen, die im Museum ihr Unwesen treiben.

Insgesamt ist das Rosgartenmuseum ein lohnenswertes Ausflugsziel für alle, die in die Geschichte der Region eintauchen möchten – ob als Einheimische, Zugezogene oder Tourist*innen. Es verbindet auf wunderbare Weise Tradition und Moderne und bietet spannende Einblicke in die reiche Vergangenheit der Stadt Konstanz und seiner Umgebung.

Veranstaltungen im Rosgartenmuseum Konstanz

Ein weiteres besonderes Highlight sind die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen im Rosgartenmuseum: Sonderführungen, Vorträge, Workshops und Mitmachaktionen lassen die Geschichte lebendig werden und bieten einen tollen Rahmen für Kulturinteressierte jeden Alters. Ein besonders reizvolles Format ist dabei die Rosgarten*Lounge – Afterwork und Kulturgenuss.