Hochschulgruppe Uni Konstanz

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Zwischen Fähre, Altstadt und Schloss: Ein Tagesausflug nach Meersburg

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Allgemein, Historische Gebäude

Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um für ein paar Stunden das Gefühl zu haben, an einem ganz anderen Ort zu sein. Von Konstanz aus eignet sich Meersburg dafür besonders gut: Die Stadt ist schnell erreichbar, liegt direkt am Bodensee und verbindet historische Gassen, kleine Cafés, schöne Ausblicke und Schlossbesuche auf engem Raum.

Unser Ausflug begann am Bahnhof Konstanz. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus zur Autofähre und setzten anschließend nach Meersburg über. Die Fährfahrt dauert ungefähr 15 Minuten und ist schon der erste kleine Höhepunkt des Tages. Während man über den Bodensee fährt, kann man die Seeluft genießen und hat einen schönen Blick auf das Wasser und die Umgebung.

Nach der Ankunft in Meersburg führt ein kurzer Fußweg in Richtung Unterstadt. Schon auf dem Weg dorthin merkt man schnell, wie besonders die Lage der Stadt ist: Über den Häusern erhebt sich die Burg, während unten am See die Promenade, Cafés und kleine Läden warten. 

In der Unterstadt angekommen, lohnt es sich, zunächst einfach an der Seepromenade entlangzugehen. Hier reihen sich Cafés, Restaurants und Geschäfte aneinander, und gerade bei gutem Wetter wirkt alles sehr lebendig. Für eine erste Pause bietet sich zum Beispiel das Kaffee Reite an, wo wir uns eine kleine Stärkung gegönnt haben. 

Doch nicht nur die Unterstadt hat schöne Orte zum Verweilen zu bieten. Wer sich auf den Weg in die Oberstadt macht, kommt an vielen kleinen Läden vorbei, in denen man Souvenirs oder Kleinigkeiten entdecken kann. Unterwegs fiel uns außerdem eine Taverne besonders ins Auge: Drachenfeuer. Schon der Name und das Design wecken Interesse und passen gut zu der leicht verwinkelten, fast märchenhaften Atmosphäre der Altstadt. 

Oben angekommen öffnet sich der Blick auf den Marktplatz. Bunte Fassaden, Blumenschmuck, alte Hauswände und die umliegenden Gassen machen diesen Bereich besonders sehenswert. Gerade hier lohnt es sich, nicht nur schnell vorbeizulaufen, sondern sich einen Moment Zeit zu nehmen und die vielen Details an den Gebäuden anzuschauen. 

Wer zwischendurch noch eine Abkühlung oder etwas Süßes braucht, findet auch in der Oberstadt passende Möglichkeiten. Wir machten unter anderem im Café Pop Halt, das sich gut für eine weitere kleine Pause eignet, bevor es weiter zum Schloss geht. 

Ein besonderes Highlight unseres Ausflugs war das Neue Schloss Meersburg. Schon von außen fällt die rosafarbene Fassade mit ihren weißen Verzierungen auf. Für Studierende gibt es einen ermäßigten Eintritt, und der Besuch lohnt sich vor allem, wenn man sich für historische Räume, Architektur und schöne Ausblicke interessiert. 

Im Inneren beeindruckt besonders das Treppenhaus. Der helle Raum, die geschwungene Treppe und das große Deckenfresko machen direkt deutlich, wie repräsentativ das Schloss angelegt ist. Man schaut automatisch nach oben und entdeckt immer neue Details in der Malerei und der Architektur. 

Neben den Schlossräumen lohnt sich auch ein Besuch des Schlossgartens. Von dort aus hat man einen sehr schönen Blick über Meersburg, die Dächer der Stadt und den Bodensee. Bei klarer Sicht kann man sogar bis auf die andere Seite des Sees schauen – und mit etwas Orientierung auch in Richtung Konstanz. 

Direkt beim Schloss befindet sich außerdem die Schlosskirche, die man betreten und besichtigen kann. Besonders eindrucksvoll sind hier die Rokoko-Ausstattung, die Deckenmalereien und die vielen dekorativen Details. Nach dem Spaziergang durch die Stadt wirkt der Kirchenraum noch einmal wie ein ruhiger, fast überraschender Abschluss des Schlossbesuchs. 

Und hier endet auch schon unser kleiner Ausflug nach Meersburg. Die Stadt eignet sich perfekt für einen entspannten Tagesausflug, weil sich vieles gut zu Fuß erkunden lässt und man unterwegs immer wieder schöne Ecken entdeckt. Gerade die Mischung aus Bodensee, historischer Altstadt und gemütlichen Cafés hat den Tag für uns besonders schön gemacht. Wer also Lust auf einen kurzen Tapetenwechsel am Bodensee hat, ist in Meersburg genau richtig. 

@photos by kws

Kurze Künstlerinnenvorstellung: Gisela Munz-Schmidt

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken, literarisch

Gisela Munz Schmidt, aufgewachsen in Heilbronn, zog es 1984 in die Bodenseeregion nach Owingen. Vor ihrem Beginn als Schriftstellerin studierte sie Anglistik und Germanistik in Heidelberg und war anschließend an verschiedenen Gymnasien als Lehrerin für Deutsch und Englisch tätig. Drei Jahre nach ihrer Ankunft am Bodensee begann sie, sich verstärkt dem literarischen Schreiben zu widmen. Seit 1987 entstehen vor allem Gedichte, daneben aber auch Kurzprosa und Texte für Kinder. Ihre erste Veröffentlichung erschien 1988. Heute blickt Munz Schmidt auf eine Vielzahl literarischer Publikationen zurück.

Ein besonderes Merkmal ihres Schaffens ist die Verbindung von Sprache und bildender Kunst. Diese Kombination aus Text und Bild zeigt sich in ihren sechs Lyrikbildbänden, in denen ihre Gedichte durch Aquarelle der Künstlerin Sibylle Buderath ergänzt werden. Zu diesen gemeinsamen Arbeiten zählen unter anderem My Way Along Lake Constance, Rosen am Weg und Bäume am Weg. Die Bilder und Gedichte treten dabei in einen Dialog, sodass die Impressionen von Bodensee, sowohl sprachlich als auch visuell erfahrbar werden.

Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienblüten

Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienblüten

Kastanien – aus Bäume am Weg

Bevor sie wächst und blüht und Früchte trägt,

treibt sie, damit kein Sturm sie legt,

kein Wetter sie erschlägt,

den langen Wurzelpfahl tief in den Grund.

 

Dann jubelt sie den Frühling ein

in vollen roten Blütenglocken,

kräftig und untererschrocken,

und spät im Herbst sind ihre Samen

glänzend, glatt und rund

Das Prinzip ihres Schreibens, „[…] damit ich verstehe und dass ich bleibe.“ , findet sich in zahlreichen Gedichten der Lyrikerin wieder. In pointierter Sprache verleiht die Autorin alltäglichen Beobachtungen mit nur wenigen Mitteln (einem Stift und einem Blatt Papier) eine sinnliche Dimension. Dabei gelingt es ihr, äußere Landschaft und innere Wahrnehmung miteinander zu verbinden. So zeigt sich beispielsweise im Gedicht „Föhnstimmung“, dass der Bodensee in seiner äußeren Erscheinung zugleich zum Spiegelbild einer inneren Gemütslage werden kann. Auch die Vielfältigkeit der Bodenseeregion lassen sich nicht mit einem einzigen, präzisen Wort erfassen. Stattdessen entfaltet sich im Gedicht „Am Bodensee“ eine Reihe prägnanter Assoziationsketten, die den Facettenreichtum der Umgebung eindrucksvoll einfangen.

Föhnstimmung – aus Wege am See

In der Silberschmiede

des Windes

schmilzt der See

und glänzt sich aus.

Da glänzt ich wortlos

mich ein.

Am Bodensee  – aus Wege am See

Wass und Hügel, der Möwen Flügel.

Nein, nicht nur Natur, Molassefelsen und Ried

Kunst und Kultur, ein Lied, ein Gedicht.

Rebhänge, Dörfer, Spaziergänge,

der hohen Berge nahes Gesicht.

Kirchen, Städte und Kapellen,

Quellen, Bäche, Strandesstellen,

Narrenhäs  und Karbatschenschnellen,

Rummel und Bummel.

Bäume, Wiesen, Windes Spur,

Segel, Schiffe, Boote, Flauten,

Föhn und schöne alte Bauten.

Fremde Fahnen neben vertrauten.

 

Rote Äpfel, gelbe Birnen, grüne Nüsse.

Der Wellen Fluss. Der Kirschen Küsse.

Des Lebens Genuss, Sanftmut und Kühne.

Der Zeiten und der Schönheit Bühne.

Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin engagiert sich Gisela Munz Schmidt auch im gesellschaftlichen und kommunalen Kontext. So entstand beispielsweise die Ausstellungsreihe Land am See, in der sich die Lyrikerin mit ihrer künstlerischen Ausdrucksform für Umwelt- und Naturschutz einsetzte. Um die Existenz dieser Künstlerischen Expression zu wahren, war Munz Schmidt zeitweise als Gemeinderätin tätig, um der regionalen Kunstförderung eine Stimme zu geben.

Im Jahre 2005 hat sich die Lyrik von Gisela Munz-Schmidt dauerhaft mit der Landschaft verbunden – einer Landschaft, die eine bedeutende Rolle im Werk der Autorin spielt. Mit der Einweihung des Lyrikwegs in Owingen wurden ihre Gedichte dauerhaft im öffentlichen Raum verankert. Der idyllische Rundweg verbindet Naturerlebnis und Lyrik miteinander. Entlang des Weges befinden sich sieben Gedichtstelen mit Werken ihrer. Die Gedichte greifen Eindrücke und Beobachtungen der Landschaft auf und laden die Spaziergänger*innen dazu ein, die wahrgenommene Umgebung aus einer neuen Perspektive zu begegnen.

Stele beim Haslerhof der Familie Bischoff

In diesem Zusammenhang, Munz-Schmidt „Es ist ja nicht üblich, dass man zu Lebzeiten mit seinen Gedichten verewigt wird“

Weitere interessant und lesenswürdige Informationen sowie Gedichte findet Ihr auf der Website von Gisela Munz-Schmidt: Gisela Munz-Schmidt – Lyrik vom Bodensee

Save the Date: Bodensee-Buchmesse 2026

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Allgemein, Deutsch, Kulturell

Leseratten, Buchwürmer und Seitentaucher aufgepasst: Am 29. August, also in etwas weniger als zwei Wochen, geht es im Bodenseeforum wieder um Worte auf Seiten, Bilder auf Pappe und Vielfalt der Genres: Die Bodensee-Buchmesse 2026 ist wieder da!

Lieber selbst nachlesen? Hier gibt es alle Informationen.

Was erwartet Dich?

Für sieben Stunden dürfen Besuchende sich in den Windungen der Stände, Zeilen und Worte der Autor:innen verlieren. Von 10-17 Uhr können auf allen Ebenen des Bodenseeforums bis zu 100 Autoren und Verlage erkundet werden, Genres durchstöbert, Kurse und Lesungen besucht und sich mit anderen Lesenden ausgetauscht werden. Mit 10€ plus den Büchern, die Du dort kaufen wirst, ist der Eintrittspreis vertretbar. Wenn du Freunde oder Kinder hast, die erst 12 sind, kommen die sogar gratis rein.

Kurse und Workshops

Ich werde hier nicht den ganzen Plan nachplappern, sondern nur ausgewählte Punkte hervorheben. Der ganze Plan kann auf der Website heruntergeladen werden, außerdem ist dort eine Liste der Autor:innen verlinkt.

  • Zeichenworkshop von Mark Wamsler, 11-13 Uhr im kleinen Raum K3: Ein Name der mir bis dato unbekannt war, dessen Zeichnungen jedoch Kinderbücher hervorbringen. Er bietet einen offenen Zeichenworkshop an, zeigt Techniken und geht auf Zeichnen als Storybuilding-Technik ein. Finden wir super!

  • Die Dunkle Seite des Autorenlebens: Diskussionsrunde über den (belastenden) Alltag von Autor:innen heute, 12:30 und 13 Uhr im großen Raum K1. Die Autor:innen Rebekka Moser, Evelyne Aschwanden, Sam W., Sandra Vogt, Silke Amberg und Sven Rühl sprechen über Druck und Deadlines, Kreativsein und KI, Mental Health und Hilfsstrategien. (Es ist mir etwas unklar ob die Diskussionsrunde zweimal stattfindet oder nur zwei Slots belegt – ich schätze das werde ich dann herausfinden)

  • Lesung mit Ursula Mayer zu “Mensch Mädle!”, 13:30 in K1. Der Titel schreit für jüngere Menschen geradezu nach “älter” und “überholt”, und genau das ergibt Sinn wenn man sich das Buch anschaut: Die Autorin in ihren 70ern beschreibt das Großwerden im zwanzigsten Jahrhundert, als Frau in einer Männerdomäne, ein Leben in einer anderen Zeit, die sich viele von uns nicht mehr vorstellen können. Wer sich auf die Zeitreise einlassen möchte, kann hier eine Kostprobe erhalten.

  • Blind Book Aktion: Neutral verpackte Bücher, versehen mit Hinweisen zum Inhalt, können gekauft werden. Die Mystery-Aktion ist zugunsten der Stadtbibliothek, die die Einnahmen gespendet bekommt.

Ideen für Freunde und den leichten Geldbeutel

Ich kann es kaum erwarten mich in den Tischen der Bücher zu verlieren und vermutlich mit meinem eigenen Körpergewicht an Büchern wieder rauszukommen 😀

Jedoch ist auch für Studierende der Sommer sowieso eine teure Zeit, da braucht mein Zwiebelledergeldbeutel nicht unbedingt die Aussicht auf Hunderte Euros an Büchern. Deshalb habe ich hier ein paar lustige Aktionen zusammengestellt, die man mit Freunden oder sogar Fremden machen kann, wenn man ganz extrovertiert ist, um die Buchmesse zu genießen und trotzdem mit leichtem Geldbeutel herauszukommen. Eigentlich können die Ideen auch losgelöst von der Buchmesse umgesetzt werden, aber es geht doch nichts über einen Anlass.

  • Genre-Gals/Guys: Finde unter deinen Freunden oder Fremden Leute, die das gleiche Genre wie du gern lesen, und kauft jeder ein unterschiedliches Buch aus diesem Genre. Dann schreibt ihr in die erste Seite mit Bleistift den Namen des Eigentümers, und absteigend die Lesereihenfolge der ganzen Gruppe, bei Fremden mit Adresse oder Telefonnummer, und sobald einer ein Buch fertig hat, schickt die Person es an die nächste in der Liste. Am Ende kommt das Buch wieder zur Käufer:in zurück, und so hat jeder eine schöne Erinnerung von der Buchmesse und trotzdem nur ein Buch gekauft. Je größer die Gruppe, desto mehr Bücher “kauft” ihr!

Optional: Wenn ihr eure Bücher für gewöhnlich mit Stiften und Klebenotitzen markiert, einigt euch auf unterschiedliche Farben, damit ihr sehen könnt wer welchen Teil des Buches besonders gut fand.

  • Schaufenster-Shoppen mit Leseliste: Wenn ihr ein Buch toll findet, müsst ihr es nicht unbedingt neu kaufen. Vielleicht bekommt ihr es im Internet gebraucht für nur halb so viel, oder findet es in eurer heimischen Bibliothek. Habt eine Liste physisch dabei oder auf dem Handy, und tragt die Bücher, die eure Aufsehen erregen, dort ein, mit Titel, Genre, grober Inhalt und warum es euch interessiert (das kann sich über Monate hinweg schon mal ändern, so habt ihr den Grund auch gleich mitnotiert). Jetzt könnt ihr jedem der mal ein Geschenk für euch sucht diese Liste zeigen, oder über die Zeit Ausschau halten ob euch eins der Bücher in die Hände fällt. Vielleicht lernt ihr auch jemanden kennen von dem ihr es privat ausleihen könnt?

  • Listenflohmarkt: Ähnlich wie Schaufenster-shoppen fertigt ihr eine Liste an Büchern an, nur diesmal mit Büchern die ihr Zuhause habt und euch vorstellen könnt, abzugeben. Mit Beschreibung, Rezension und physischem Auftritt (Taschenbuch, Hardcover, Farbschnitt,…). Jetzt könnt ihr, egal ob auf der Buchmesse, in der Vorlesung, in einem Café oder bei einem Geburtstag eure Liste mit anderen Leseratten tauschen und schauen, ob euch ein Buch interessiert, das die andere Person nicht mehr haben will.

  • Lese-Picknick: Ähnlich wie beim Genre-Grouping, scharrst du eine Gruppe an interessierten Menschen um dich, die alle am gleichen Buch interessiert sind. Macht gemeinsam ein Picknick am Seeufer (oder woanders, wenn kein See verfügbar ist) und lest gemeinsam ein Buch. Reihum liest immer eine Person ein Kapitel, dann gibt sie das Buch weiter. Nebenher könnt ihr snacken, was trinken und die überraschten Gesichter genießen, wenn der Plottwist passiert. Die Messe geht ja eh nur bis 17 Uhr, warum also nicht direkt danach am Ufer?

  • DIY-Farbschnitt: Was wäre eine Liste der Kunst-Werk-Stadt ohne etwas künstlerisches? Trefft euch in der Gruppe mit einem oder mehreren Büchern pro Person und fertigt mit verdünnten Acrylfarben oder Aquarell- oder Wasserfarben einen eigenen Farbschnitt an (Farbschnitt nennt man es wenn die Seiten der Bücher an der Kante angemalt sind, egal ob mehrfarbig oder einfarbig). Wenn ihr euch künstlerisch nicht so viel zutraut, fangt mit einem Buch an das euch nicht sooo wichtig ist. Hauptsache ihr habt Spaß!

Autorin dieses Beitrags: Sophie Wiest

Wenn das Haus zur Glocke klingt

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Allgemein, Deutsch, Kulturell

Was haben eine elektrische Gurke, japanischer Gesang und Klebeband gemeinsam? Im Haus zur Glocke in Steckborn wurden sie am 1. Juli zu Bestandteilen eines ungewöhnlichen musikalischen Abends. Beim letzten Klangereignis waren Tim & Puma Mimi zu Gast – ein Zürcher Duo, das seit über zwanzig Jahren die Grenzen zwischen Pop, Elektronik und experimenteller Musik auslotet.

Das Duo Tim & Puma Mimi eröffnet seine Performance im Eingangsbereich des Hauses zur Glocke

Der Abend war weniger ein klassisches Konzert als eine Einladung zum Entdecken. Die Besucher:innen bewegten sich durch die verschiedenen Räume des Hauses und begegneten dabei nicht nur Klanginstallationen und ungewöhnlichen Instrumenten, sondern auch den visuellen Arbeiten von Christian Fischer, der gemeinsam mit Michiko Hanawa das Duo Tim & Puma Mimi bildet. Für seine Arbeiten löst Fischer die Linie aus der Fläche: Mit Klebeband zeichnet er direkt auf die Wände und schafft temporäre Situationen, die den Raum verändern und nach ihrer Entfernung wieder verschwinden. Klebeband wurde nicht nur an die Wände gezeichnet, sondern auch zum Klangmaterial: Tapeloops erzeugten knisternde Schleifen, elektrisch leitende Bänder reagierten auf Berührung und luden dazu ein, selbst Klänge hervorzubringen. Dazwischen mischten sich japanischer Gesang, elektronische Bässe und der helle Klang von Furin-Windglöckchen.

Der Auftritt von Tim & Puma Mimi war dabei kein Einzelereignis. Er ist Teil der Klangereignisse, einer musikalischen Reihe im Haus zur Glocke, die von März 2026 bis Januar 2027 insgesamt vierzehn Künstler:innen nach Steckborn bringt. Einmal im Monat, jeweils an einem Mittwochabend, wird das Haus zum Schauplatz einer musikalischen Performance.

Die Räume des Hauses, die jeweils gezeigte Ausstellung und die unmittelbare Nähe zum Publikum werden dabei zu Ausgangspunkten für die Musik. Gerade die räumliche Enge fordert die Musiker:innen dazu auf, gewohnte Formate zu hinterfragen, neue Entscheidungen zu treffen und aus dem Moment heraus zu arbeiten.

Wer neugierig geworden ist, muss nicht lange auf das nächste Klangereignis warten. Bis Januar 2027 stehen noch vier weitere Abende auf dem Programm:

  • 30. September 2026 – Bettina Boller & Simon Berz
  • 21. Oktober 2026 – Jules Martinet
  • 02. Dezember 2026 – Sonja Morgenegg Trio
  • 13. Januar 2027 – Phaidon Berdelis

Das nächste Klangereignis am 30. September verspricht ein ungewöhnliches musikalisches Duell. Bei „Stein, Stahl & Pferdehaar“ treffen Violine und Stein aufeinander: Der gespannte Bogen bringt die Saiten zum Schwingen, während Steinkohle, Schlägel und Basalt für harte, rohe Klänge sorgen. Diese werden elektronisch verändert und weiterverarbeitet, sodass immer wieder neue Klangfarben entstehen.

Mehr Informationen gibt es im Programmheft.

Alle Abende beginnen um 19:30 Uhr. Ausstellung und Wirtschaft sind bereits ab 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

@photos by kws

Zwischen Weiß und Grau: Warum leise Kunst lange nachwirkt

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Allgemein, Deutsch, Kunst im öffentlichen Raum

Beim Betreten eines Ausstellungsraums fällt der Blick oft zuerst auf die imposantesten, lautesten oder buntesten Werke. Auffällige Farben, großformatige Werke oder spektakuläre Installationen ziehen die Aufmerksamkeit meist automatisch auf sich. Doch was passiert, wenn genau das fehlt? Wenn eine Ausstellung stattdessen dazu einlädt, den Blick zu entschleunigen und auf Unaufdringlichkeit setzt?

Genau hier setzt die aktuelle Ausstellung „WEISS AUCH, GRAU, VIELLEICHT SCHILLERND“ im Kunstverein Konstanz im Kulturzentrum am Münster an.

Die Ausstellung ist dort vom 25.07.2026 bis 20.09.2026 zu sehen und zeigt Arbeiten von Christiane Dessecker, Katharina Hinsberg, Leonie Mertes und Jaeyun Moon. Obwohl jede der vier Künstlerinnen eine eigene Bildsprache entwickelt, verbindet sie die Auseinandersetzung mit dem Medium Zeichnung. Dabei wird diese nicht nur als Linie auf Papier verstanden, sondern auch als Geste, Struktur und körperliche Bewegung.

Zu Beginn macht der Titel der Ausstellung einen subtilen Eindruck. Weiß und Grau gelten eher als neutrale Farben: minimalistisch, beinahe unscheinbar. Gerade darin liegt jedoch eine fesselnde Fragestellung: Was geschieht mit unserer Wahrnehmung, wenn die Farbe nicht mehr im Mittelpunkt steht? Wie viel Aufmerksamkeit braucht ein Kunstwerk, bevor sich seine Wirkung entfaltet?
Nicht jedes Werk erschließt sich auf den ersten Blick. Manche Arbeiten entfalten ihre Wirkung erst nach und nach und fordern dazu auf, länger stehen zu bleiben. Gerade darin liegt eine besondere Qualität zeitgenössischer Kunst: Sie gibt selten eindeutige Antworten, sondern eröffnet Raum für unterschiedliche Perspektiven und individuelle Wahrnehmungen. Dabei stellt sich fast automatisch die Frage, was wir eigentlich von einer Ausstellung erwarten – eine klare Botschaft oder vielleicht einfach die Gelegenheit, genauer hinzusehen?

Die Ausstellung zeigt, dass zeitgenössische Kunst weder laut noch spektakulär sein muss, um zum Nachdenken anzuregen. Vieles sieht man hier erst nach genauerem Hinsehen: Licht verändert Oberflächen, Materialien beginnen je nach Blickwinkel zu schimmern und kleine Details treten langsam hervor. Was zunächst schlicht wirkt, entwickelt mit der Zeit eine überraschende Dynamik. Besonders eindrücklich erscheint in diesem Zusammenhang die Arbeit von Christiane Dessecker. Während der Corona-Pandemie hielt sie das tägliche Infektionsgeschehen zeichnerisch fest und arbeitete je nach Höhe der Fallzahlen mit unterschiedlich harten Bleistiften. Weiche Linien stehen für Verletzlichkeit und Unsicherheit, härtere Striche für Hoffnung und Zuversicht. Eine großformatige Arbeit, die nicht nur Zahlen festhält, sondern auch die emotionale Erfahrung einer Zeit sichtbar macht, deren Nachwirkungen bis heute zu spüren sind.

Im Alltag entscheiden oft nur wenige Sekunden darüber, ob wir einem Bild Aufmerksamkeit schenken oder weiterscrollen. Umso ungewohnter wirkt eine Ausstellung, die genau das Gegenteil verlangt: Zeit. Manche Werke entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn der Blick verweilt. Es werden keine vorgefertigten Antworten geliefert, sondern die Möglichkeit eröffnet, die eigene Wahrnehmung neu zu entdecken.

Zwischen Zeichnung, Material, Bewegung und schillernden Nuancen entsteht ein Raum, der weniger erklärt als zum genauen Hinsehen einlädt und gerade genau deshalb lange nachwirkt.

Kurze Künstlervorstellung: Johannes Poethen

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken, literarisch

Johannes Poethen, ein Schriftsteller aus der Bodenseeregion, wurde am 13. September 1928 in Wickrath am Niederrhein geboren und besuchte später Schulen in Köln, Württemberg und Bayern. Seine ersten Veröffentlichungen, die vorerst hauptsächlich aus Gedichten und Essays bestanden, erschienen unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg, in welchen er als Luftwaffenhelfer eingezogen wurde. Die zum großen Teil in seiner Jungend verfassten Gedichte wurden anfangs besonders formal von Werken Joseph von Eichendorffs, Rainer Maria Rilkes und Friedrich Hölderlins beeinflusst, später inspirierte ihn jedoch vor allem „die französische Lyrik seit Baudelaire, besonders René Char“.

Die Kernthematiken Poethens Lyrik werden desöfteren als sehr einheitlich beschrieben, da sich stets Motive Griechenlands und der Antike in ihnen wiederfinden. Nach seinem Germanistik- und dem parallelen Philologiestudium mit dem Schwerpunkt auf griechischer Mythologie in Tübigen, tätigte der Künstler unterschiedliche Reisen ins Ausland, wobei viele in den Mittermeerraum, unteranderem 1954 nach Griechenland, gingen. Griechenland wird im Zusammenhang mit Poethen oft als ein Land beschrieben, das er so liebt wie kein anderes, was seine literarische Auseinandersetzung mit dem Land an sich und seiner den Autor faszinierenden Geschichte erklärt. An dieser Stelle dient das Gedicht „Insel“ aus seinem Gedichtband „Wohnstatt zwischen den Atemzügen“ als passendes Mittel der Verbildlichung seiner Zuneigung!:

Du sagtest: nimm, eh das jahr fällt, deine verschwiegenste stimme.

Schneide die wolke ab, die geheime, noch grün. Sie soll reifen im

meer, wo es leicht ist.

 

Du sagtest: nimm, eh du zögern mußt, deinen einfachen blick.

Grabe mit ihm, dort bevor sich gewohnheit erhebt, den salzigen

hain aus. Wo ich nie vergaß, am geneigten hang in einer handvoll

brisen, da laß ihn wachsen.

 

Du sagtest: nimm, eh du nicht mehr fliegst, dein sicherstes hören.

Finde mit ihm die höhle rings aus schaum. Entzünde davor, wie es

hergeweht, überall preisgeben, dies binsenscharfe glück.

Hierbei begeistern nicht nur seine an Märchen erinnernde Wortwahl und sein realitätsfremder Umgang mit Naturphänomenen, wie Wolken, sondern ebenso das Wechselspiel zwischen Groß- und Kleinschreibung.

In Gedichten des Buches „Poethen Gedichte“ finden sich beispielsweise Wortneuschöpfungen, wie „sonnenecho“ (Kapitel „Ankunft und Echo. ein triptychon“) und Zusammenstellungen, wie „sternkrume im blutstrom / übrig aus meermühlen“ (Kapitel „Empfängliche Zwischenzeit“) wieder, in welchen stets sein Interesse für Mythologie und seine Naturbegeisterung aufeinandertreffen und wir mitlesen dürfen. (Die Universitätsbibliothek Konstanz bietet eine große Auswahl an Literatur von Poethen, hierbei auch zwei signierte Ausgaben der Gedichtsammlungen „Die Möven über Hagia Sophia“ und „Eines morgens über dem Golf“!)

Ein weiteres gern gewähltes Motiv Poethens ist eine Gegenüberstellung zwischen einer industrialisierten Großstadt, die er nicht nur als modern, sondern gleichzeitig als zerstörte Landschaft betrachtet, und einer südlichen, von antiken Merkmalen geprägten Landschaft.

In den siebziger Jahren wandte er sich schließlich freieren Formen zu, in welchen er die Gegenwartsgesellschaft umschrieb und diese und die mit ihr einhergehenden Konflikte kritisierte. Ein paar Beispielverse, als Zitat des Autors, das in einem Interview zwischen Ingrid Bachér und Johannes Poethen fiel:

Und niemand weiß: Ist denn noch — leben — gut?

Ist es wohl wahr, was jeder Tag verspricht,

Und immer wieder jenen heißen Mut

Zu zünden, der sich endlich selbst zerbricht?

Das Interview ist einer Art Sammlung namens „Ich bin nur in Wörtern. Johannes Poethen zum sechzigsten Geburtstag“ entnommen und stellt ein Beitrag von vielen dar, die Poethens Werk und den Künstler selbst, ob in Textform oder mit Zeichnungen, ehren.

Eine Art Berg, durch feine Linien figuriert. Darunter in Textform: Eines Morgens über dem Golf... Für Johannes Poethen. W. B. 1988

Ein Beitrag des deutschen Autors und bildenden Künstlers Wolfgang Brenneisen

 

Lange lebte Poethen als freier Schriftsteller im vom Fachwerkhäusern geschmückten Tübinger Stadtteil Hirschau bevor er Leiter der Literatur- und Kunstabteilung des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart und Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller wurde. Bei Letzterem löste er Thaddäus Troll, einen der bekanntesten schwäbischen Mundartdichter, vorerst als Vorsitzender und später als Ehrenvorsitzender ab. Die letzten 15 Jahre seines Lebens verbrachte er in Stuttgart und Vrachati, eine Strandstadt in Griechenland, bis er 2001 verstarb. 

 

 

 

Escape in Konstanz – Räume, Würfel und Apps

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken, Kulturell

“Nachdem ihr den Raum betretet hört ihr, wie hinter euch die Tür ins Schloss fällt. Ihr dreht euch um, um sie wieder zu öffnen, doch ihr seht ein Zahlenschloss dort, wo eine Klinke sein sollte.” So oder so ähnlich hat jeder, der schonmal ein Escape-Spiel gespielt hat, den Start ins Abenteuer gewagt. Die Fülle an Spielboxen für das Rätselabenteuer daheim am Küchentisch ist gigantisch, viele Verlage und Reihen bieten zahllose “Episoden” an. Manche mit Apps, manche nur mit der Box, andere mit der Küchenuhr. Eines haben sie alle gemeinsam: Der Spielbereich überschreitet die Tischplatte nicht. Für diejenigen, die aber auch “in echt” Lust auf den Nervenkitzel haben, unter Zeitdruck Rätsel zu lösen, habe ich hier eine kleine Sammlung an Escaperooms und Rätselspielen in und um Konstanz herum zusammengestellt, die einen aus den eigenen vier Wänden rausholen:

TRAP Escaperooms

Wo: Indoor, Konstanz Industriegebiet, Line-Eid-Straße 11

Kosten: 26-35€/Person

https://escaperoom-konstanz.de/

In einem klassischen Escaperoom mit Rätseln, Hinweisen, cleveren Puzzeln und klimatisierter (!) Umgebung dürft ihr in Gruppengrößen von zwei bis sechs Personen euer Bestes geben, alle Rätsel zu knacken bevor die Zeit abläuft. Wer weiß, am Ende bekommt ihr ja vielleicht eine Belohnung? Technische Spielereien und Musik erzeugen einen ganz besonderen Flair, der euch mitten in das fiktive Abenteuer katapultiert.

Die sorgfältig gebauten Räume haben ihren stolzen Preis, der sich an der Gruppengröße misst. Dafür habt ihr die Wahl zwischen fünf Indoor-Abenteuern und einem Outdoor-Paket.

Escape-Turm von Schlüsselmomente

Wo: Indoor, beliebig.

Kosten: 19-27,50€/Person

https://schluesselmomente-escape-rooms.de/der-raum/

Auch ein Escaperoom, aber mal anders: Das Team von Schlüsselmomente kommt zu euch und transformiert jeden beliebigen (großen) Raum zum Escaperoom! Im bisher einzigen Abenteuer “Die Suche nach dem heiligen Grahl” dürft ihr als Archäologen die Nachforschungen von Johanniter-Großmeister Gerhard Sasso entziffern um den Heiligen Grahl zu finden, bevor der Vatikan die Reliquie der Öffentlichkeit vorenthalten kann.

In diesem Abenteuer braucht ihr kein Smartphone oder andere technische Hilfe: Nur Stift, Papier und das, was Schlüsselmomente mitbringt, und schon geht’s los.

Virtual Reality Escaperooms

Wo: Indoor, Konstanz Petershausen, Zähringerplatz 11

Kosten: 39€/Person

https://realityescape.de/

Escapen in digital: Die Veranstalter bieten VR-Equipment und extra dafür ausgelegte Räume für rätsellustige Besucher an. Man kann aus 9 Räumen wählen und hat 45 Minuten Zeit dafür. Die Headsets sind kabellos und die Controller fallsicher. VR bedeutet Sound direkt am Ohr, fiktive Welten direkt vor euren Augen und unbegrenzte Möglichkeiten in der Rätselgestaltung.

Mit knapp 40€ pro Person schlägt der Preis deutlich auf den Geldbeutel für noch nicht im Arbeitsleben tätige, deshalb gibts Donnerstag den Studi/Schüler/Azubi/FSJ-Rabatt von 20% (das macht aus 39€ noch 31,20€). Falls euch das immer noch zu teuer ist, lasst euch von Verwandten Gutscheinkarten schenken oder schaut bei günstigeren Alternativen vorbei.

 

Outdoor-Escape mit dem Handy

Etwas losgelöst von der Fluchtidee konzentrierten sich folgende Spiele eher auf den Rätselaspekt, wobei man die ‚Rätselbox‘ mit sich mitträgt und die Stadt zum Escapegame macht.

MyCityHunt

Kosten: 16€/Person

https://www.mycityhunt.de/standorte/konstanz-de-1488

Die Website bietet über die Handys der Teilnehmer Schnitzeljagden, Krimispiele, Schatzsuchen und Escape-Abenteuer an. Nach dem Ticketkauf tritt man über einen QR-Code der Gruppe bei und folgt den Anweisungen der App – zusammen erkundet man die Stadt und löst die Rätsel.

Laut der Website ist ein Ticket drei Jahre gültig und der Spielzeitraum ist als beliebig angegeben, wenn man es mehrfach spielen kann eröffnet das einen Wiederspielwert in anderen Gruppen. Vielleicht kann man sich so das Kaffeegeld sparen…

 

CityHunters

Kosten: 22,90€ (unklar ob pro Gruppe oder pro Person)

https://www.cityhunters.com/de/standorte/konstanz-de-1488/escape-game-konstanz

Dieser Anbieter hat eine etwas höhere Schwelle, gemeinsam mit einem Teamguide der über einen Chat mit der Gruppe kommuniziert ist eine wirkliche Betreuung gegeben. Neben dem Escapegame bieten die Veranstalter auch Schnitzeljagden an. Auch hier jagt man gemeinsam durch die Stadt und löst Rätsel über die App – jeder auf seinem eigenen Gerät.

Durch die Betreuung muss ein Slot gebucht werden, es ist also etwas terminlich bedingter als die selbstorganisierten Games von MyCityHunt und folgenden.

 

Schafstour

Kosten: 14,50€/Person + 4,95€/Plan

https://www.schafstour.de/products/schaflos-in-konstanz

Die Schafstour liest sich selbst als Stadtrallye. Gemeinsam die Stadt erkunden und Rätsel lösen ist auch hier die Devise, wobei das Paket kein Smartphone braucht, nur eine Möglichkeit eine SMS am Anfang und am Ende zu schicken. Für die ganz großen Gruppen gibt es auch das Eventpaket SCHAFlos, bei dem bis zu 50 Personen mitspielen können. Wenn ihr also mal richtig viel Bock habt, könnt ihr euer halbes Wohnheim mitspielen lassen 😀

Die Tickets und den Plan gibt es in der Touristeninformation und im Osiander in Konstanz zu kaufen, es braucht also nur ein bisschen Planung und dann könnt ihr direkt von der Kasse aus losstarten.

 

Escape auf der anderen Seeseite

Nur einen Bus entfernt in Friedrichshafen gibt es zwei weitere Escaperoom-Unternehmen. Manchmal arbeiten die sogar mit dem Museum zusammen und basteln dort einen Escaperoom, lohnt sich da mal zu schauen

Escape in Time

Wo: Friedrichshafen, Kirchweg 1

Kosten: 23-36€/Person

https://www.escapeintime.de/

Die eigene Beschreibung der Website ist zu lustig um selbst was zu schreiben, deshalb hier ein direktes Zitat der Website:

“Was genau macht man eigentlich in einem Escape Room Game? Ihr werdet in einen Raum gesperrt und habt genau 60 Minuten Zeit, um aus ihm zu entkommen. Wie ihr das schafft, ist Euer Problem. Alles, was ihr bekommt, ist ein Stück Kreide und ein Walkie-Talkie. So wie früher – nur dass unsere Walkie-Talkies funktionieren.”

Hier gilt je mehr desto günstiger, am besten scharrst Du also 5 Freunde um dich wenn du den Raum buchst!

 

Call of Quest

Wo: Friedrichshafen, Am Flugplatz 76/3

23-43€/Person

https://www.callofquest.de/preise

Drei Räume laden hier zum rätseln ein, in moderatem Schwierigkeitslevel versucht ihr unter Zeitdruck alle Geheimnisse zu lüften und Probleme zu beseitigen, egal ob ihr als Teil der Familie Carter dem Übernatürlichen den Kampf ansagt, heimlich in Mister Greys Spielzimmer schnüffelt oder im All nach Lebensraum sucht, unterstützt durch eine KI.

Die Website ist ein bisschen verbuggt, traut euch also ruhig anzurufen. Ansonsten: Viel Spaß beim Rätseln!

Was wäre Konstanz ohne Kunst? Ein Gedankenexperiment

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Allgemein, Deutsch, Kunst & Architektur, Kunst im öffentlichen Raum

Dieses Foto existiert eigentlich nicht.

Unterführung am Seerhein in Konstanz ohne Graffiti als KI-gestützte Visualisierung.

KI-gestützte Visualisierung eines realen Ortes in Konstanz. Ausgangsfoto: @KWS

Das Foto zeigt die Unterführung an der Schänzlebrücke am Seerhein. Zumindest fast. Die Graffiti wurden aus dem Bild entfernt, die Wände sind leer. Übrig bleiben Beton, Geländer und Schatten.

Der Ort funktioniert auch so. Es gibt nichts was unbedingt fehlt.

Und trotzdem wirkt er anders. Irgendwie leiser.

Also habe ich mich gefragt: Was wäre Konstanz ohne Kunst?

In Wirklichkeit sind die Wände und Pfeiler der Unterführung voller Graffiti. Es kommen zwar immer wieder neue Werke hinzu, werden übermalt oder ergänzt. Aber wenn man hier öfter vorbeiläuft, schaut man wahrscheinlich irgendwann gar nicht mehr richtig hin. Die Motive werden einfach zu einem Teil des Ortes.

Unterführung am Seerhein in Konstanz mit bunten Graffiti an den Betonwänden.

Originalaufnahme der Unterführung @KWS

Erst als ich die Graffiti aus dem Bild entfernt hatte, ist mir aufgefallen, wie sehr sie den Ort eigentlich prägen. Dabei muss nicht jedes einzelne Motiv besonders schön oder bedeutungsvoll sein. Aber zusammen verleihen die Farben und Formen einer ganz normalen Unterführung Charakter.

Kunst, die wir oft übersehen

Mit dieser Frage im Kopf bin ich weiter durch Konstanz gelaufen und habe genauer hingeschaut. Am Ende waren es gar nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind, sondern eher die Dinge, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte und mir ganz zufällig begegnet sind.

Ein gemaltes Plakat von einem anatomischen Herz an einer Laterne am Seerhein.

Foto @KWS

An einer Laterne ein selbst gemaltes anatomisches Herz in Form eines Plakats. Ohne Namen, ohne Erklärung und ohne Hinweis darauf, wer es dort angebracht hatte. Es war einfach da und auffällig genug, dass ich kurz stehen blieb.

Paar Schuhe, das über einem Ast am Seerhein hängt.

Foto @KWS

Auf der anderen Rheinseite entdeckte ich später ein Paar Schuhe, die in einem Baum hingen. Von wem sie stammen und warum sie dort gelandet sind, blieb genauso unklar. Ob bewusste Aktion, Scherz oder einfach ein Gegenstand am falschen Ort – eindeutig einordnen ließ es sich nicht.

Ob das nun Kunst ist oder nicht, war für mich irgendwann gar nicht mehr so wichtig. Spannender fand ich, was solche Dinge mit einem Ort machen: Sie reißen einen kurz aus dem Gewohnten. Man schaut genauer hin, blickt nach oben und fängt automatisch an, sich eine Geschichte dazu auszudenken. Ab diesem Punkt hat es mich eher beschäftigt, ab wann etwas einen Ort so verändert, dass wir ihn plötzlich anders wahrnehmen.

Spuren einer Stadt

Je länger ich durch die Stadt lief, desto mehr solcher Spuren fielen mir auf: Sticker an Laternen und Mülleimern, bemalte Pfeiler und Aufkleber, die so oft überklebt worden waren, dass man manche kaum noch erkennen konnte.

Sticker und kleine künstlerische Spuren an einer Wand in Konstanz.

Foto @KWS

Sticker, Tags und kleine künstlerische Spuren an einem Mülleimer in Konstanz.

Foto @KWS

Nicht alles davon wurde angebracht, um Kunst zu sein. Nicht alles ist erlaubt, und nicht alles gefällt jedem. Trotzdem wird daran deutlich, dass der öffentliche Raum nicht nur durch Architektur und Stadtplanung geprägt wird. Menschen nutzen ihn, verändern ihn und hinterlassen Spuren und Botschaften.

Solche Spuren verändern sich ständig. Sticker werden überklebt, Graffiti übermalt und Zeichen irgendwann entfernt. Eine Wand wird dadurch nicht zu einem abgeschlossenen Werk, sondern verändert sich immer weiter. Unterschiedliche Stimmen liegen übereinander – manchmal lesbar, manchmal nur noch als Farbe, Kleberest oder abgerissene Papierkante.

Graffiti auf einem Pfeiler der Fahrradbrücke.

Foto @KWS

Unter der Fahrradbrücke fiel mir zwischen den vielen Schriftzügen besonders ein Wort auf: HEIMAT.

Irgendwie passte es genau an diesen Ort. Eine Stadt wird schließlich nicht nur durch ihre Gebäude, Straßen und Wahrzeichen vertraut. Dazu gehören auch die Dinge, die nie geplant waren: ein bestimmtes Graffiti, eine beklebte Laterne oder eine Bank, deren Tags man schon so oft gesehen hat, dass man sie wahrscheinlich erst bemerken würde, wenn sie plötzlich weg wären.

Junge Frau auf einer bemalten Bank.

Foto @KWS

Auf genau so einer Bank am Seerhein saß eine junge Frau, bedeckt von Tags und Schriftzügen. Die Bank wurde ganz selbstverständlich benutzt, als würden die Bemalungen einfach dazugehören. Das Interessante daran: Diese Spuren existieren nicht getrennt vom Alltag. Menschen sitzen darauf und laufen täglich daran vorbei. Irgendwann gehören sie so sehr zum Ort, dass man es kaum noch hinterfragt.

Die Kunst, die jeder kennt

Nach all den Stickern, Graffiti und kleinen Fundstücken rückten die bekannten Kunstwerke der Stadt fast ein bisschen in der Hintergrund.

Wandmalerei an der Marktstätte in Konstanz.

Foto @KWS

Kind sitzt auf der Pferdeskulptur neben dem Brunnen auf der Marktstätte.

Foto @KWS

Auf der Marktstätte fiel mir besonders die Pferdeskulptur am Brunnen auf. Ein Kind saß auf ihrem Rücken. Für diesen Moment war sie nicht nur ein Kunstwerk, sondern einfach Teil des Spiels. Gerade das zeigt, wie sehr solche Skulpturen zum Alltag gehören: Sie werden nicht nur angeschaut, sondern angefasst, benutzt und ganz nebenbei mit Erinnerungen verbunden.

Die Imperia im Hafen in Konstanz

Foto @KWS

Auch die Imperia gehört so fest zum Konstanzer Hafen, dass man sich den Ort ohne sie kaum vorstellen könnte. Würde sie plötzlich verschwinden, würde es wahrscheinlich sofort jeder der auf die Weiten des Bodensees schaut, bemerken. Bei einem Sticker, einem Tag oder dem gemalten Herz an der Laterne wäre das anders. Trotzdem verändern auch diese kleinen Dinge ihre Umgebung, nur für eine begrenzte Zeit.

Genau dieser Gegensatz blieb mir auch nach dem Spaziergang im Kopf: Auf der einen Seite stehen Kunstwerke mit Titel, Künstlername und einem festen Platz in der Stadt. Auf der anderen Seite gibt es anonyme Bilder, Schriftzüge und Gegenstände, von denen niemand genau weiß, wer sie hinterlassen hat oder wie lange sie bleiben.

Beides gehört zu Konstanz. Nur auf ganz unterschiedliche Weise.

Ein anderer Blick auf Konstanz

Die Unterführung bleibt also dieselbe: Beton, Geländer, Rampe und Schatten. Nur die Graffiti fehlen.

Und trotzdem wirkt der Ort plötzlich austauschbar.

Das Gedankenexperiment hat mir am Ende weniger gezeigt, wie Konstanz ohne Kunst aussehen würde, sondern eher, wie viel davon im Alltag längst untergeht. Dabei geht es nicht nur um bekannte Skulpturen oder Fassaden, sondern genauso um die kleinen Spuren die von Bewohnern und Besuchern hinterlassen werden.

Nicht alles davon muss eindeutig Kunst sein. Aber all diese Dinge verändern, wie wir einen Ort wahrnehmen. Sie machen ihn unverkennbar zu dieser bestimmten Stadt.

Rote Skulpturen an der Schweizer Grenze.

Foto @KWS

Ich bin losgezogen, um Kunst in Konstanz zu suchen.

Am Ende stellte sich nicht mehr die Frage, wo sie ist.

Sondern wo sie eigentlich nicht ist.

hänne und dänne – Der Untersee als Kunstraum: Teil 2

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Allgemein, Kunst & Architektur, Kunst im öffentlichen Raum

Nachdem wir im ersten Teil unserer Tour die Schweizer Seite des Untersees erkundet hatten, ging es für uns mit der Fähre von Steckborn weiter nach Gaienhofen. Schon die Überfahrt war ein kleines Erlebnis für sich. Bei angenehmer Seeluft und einer leichten Brise bot sich vom Wasser aus ein wunderschöner Blick auf den Untersee und seine Ufer. Die ruhige Fahrt war nach unserer bisherigen Wanderung eine willkommene Pause und zugleich ein besonders idyllischer Übergang von der Schweizer auf die deutsche Seite der Ausstellung. 

Direkt in der Nähe des Hafens von Gaienhofen starteten wir unsere weitere Erkundungstour mit einer Arbeit von Ursula Rutishauser. Sie ist Teil der vierteiligen Werkreihe 4 Positionen: „anders weiter“ | „anders denken“ | „weiter gehen“ | „sich verstehen“. Leider konnten wir die Arbeit nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form sehen, da vor Ort nur noch ein Teil der Befestigung beziehungsweise die verbliebene Schnur vorhanden war.

Bei einer Ausstellung unter freiem Himmel lassen sich Witterungseinflüsse und Unwetter natürlich nicht vollständig vorhersehen, sodass auch die Kunstwerke selbst Spuren davontragen oder beschädigt werden können. Anders als bei der mutwilligen Zerstörung, auf die wir zuvor in Berlingen gestoßen waren, gehört diese Unvorhersehbarkeit zu den besonderen Herausforderungen einer Freiluftausstellung.

Von dort aus ging es direkt weiter zu einer Installation von Boris Petrovsky. Doch auch hier verlief unser Besuch anders als erwartet: Wir standen plötzlich vor einem verschlossenen Tor. Zunächst versuchten wir, das Werk von außerhalb zu erkennen und fotografisch festzuhalten, konnten jedoch nur einen kleinen Teil davon sehen. Wir sahen uns in der Umgebung noch nach einem alternativen Zugang um, mussten schließlich aber feststellen, dass wir auf diesem Weg nicht weiterkamen.

Die Installation spielt mit der Idee einer Kommunikation über das Wasser. Die sogenannten Fluchtstäbe greifen das Prinzip des Semaphors auf, also der Signalübermittlung durch bewegte Stäbe, und senden so symbolisch Signale von Ufer zu Ufer. Wer das Werk näher betrachten möchte, hat im Rahmen einer Führung die Möglichkeit, Zugang zum Gelände zu erhalten.

Da wir zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Stunden unterwegs waren, legten wir anschließend eine wohlverdiente Mittagspause im Restaurant Zum Fährmann ein. Das Restaurant erwies sich als besonders schöne Zwischenstation: gemütlich, preiswert und vor allem sehr lecker. Von der Vorspeise bis zum Dessert hat uns das Essen ausgezeichnet geschmeckt. Das Hauptgericht war sogar so gut, dass wir erst danach bemerkten, dass wir völlig vergessen hatten, ein Foto davon zu machen.

Gut gestärkt setzten wir unsere Wanderung fort und machten uns auf den Weg zu einer weiteren Arbeit von Rebecca Koellner. Wie bereits auf der Schweizer Seite begegneten wir hier einem auf Baumrinde aufgetragenen Text. Die Arbeit versteht sich als Dialog aus der Perspektive der Bäume und verändert sich mit der Zeit und ihrer Umgebung.

Anschließend führte uns unsere Route weiter zu einem Projekt von Miriam Rutherfoord und Joke Schmidt, das sich in der Tourist-Information befindet. Besonders hilfreich waren dabei die Wegweiser im Ort, die Besucher/innen in die richtige Richtung führten. Nach den vorherigen Schwierigkeiten bei der Suche nach einzelnen Arbeiten war es angenehm, diesmal ganz unkompliziert zum nächsten Ziel geleitet zu werden.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein 5.40 minütiges, tonloses Video, das aus analogen Fotografien besteht.

Danach ging es weiter zu den Arbeiten von Frank Altmann. Die farbig bemalten Holzobjekte, die an Vogelhäuschen erinnern, waren vergleichsweise schnell und leicht zu finden. Hinter ihrer zunächst spielerischen Erscheinung steckt die Frage, wie Kunst überhaupt bewertet werden kann und was von den Ideen der Moderne übrig bleibt.

Unser nächstes Ziel war Anna von Siebenthals Installation Grenzverbindung. Die aus Seilen und Holzpfosten bestehende Arbeit verbindet Geschichte und Handwerk miteinander. Ausgangspunkt ist der sogenannte Overlock-Stich, der Kanten miteinander verbindet und zugleich säubert. In der Installation werden dessen Fäden in Seile übersetzt und als räumliche Zeichnung in die Landschaft übertragen. Gleichzeitig verweist die Arbeit auf frühere Pendler/innen und versteht das Gewässer nicht als trennende Grenze, sondern als verbindende Übergangszone.

Danach machten wir uns auf die Suche nach einer weiteren Arbeit von Ursula Rutishauser. Trotz längerer Suche konnten wir den richtigen Zugang zunächst nicht finden und mussten schließlich weiterziehen, um noch unser letztes Ziel zu erreichen und die Fähre nicht zu verpassen. Inzwischen wurden zusätzliche Markierungen angebracht, durch die der Trampelpfad zum Werk leichter zu finden sein soll.

Zum Abschluss unserer Tour besuchten wir Patricia Buchers Arbeit Jede Seite hat zwei Medaillen. Das Werk verbindet eine stabile Fachwerkstruktur mit Ruderelementen und greift damit einen deutlichen Gegensatz auf: Auf der einen Seite stehen Schutz, Sicherheit und die Geborgenheit eines Zuhauses, auf der anderen die schwierige Überquerung des Sees. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Getriebenheit und dem Wunsch nach Ankommen und Geborgenheit.

Auch der Standort dieser letzten Arbeit erwies sich als besonders schön. Von dort aus bot sich eine beeindruckende Aussicht über die umliegende Landschaft und den Untersee – ein passender Abschluss für unseren langen Tag zwischen Kunst, Wanderung und den beiden Ufern.

Nach vielen Kilometern zu Fuß, mehreren unerwarteten Hindernissen und zahlreichen Kunstwerken endete damit unsere Entdeckungstour auf der deutschen Seite des Untersees. Gerade die Verbindung aus Wanderung, Fährfahrt, Landschaft und Kunst macht „hänne und dänne“ zu einer besonderen Form der Ausstellung. Die Werke begegnen einem nicht in abgeschlossenen Museumsräumen, sondern unterwegs – manchmal gut sichtbar, manchmal versteckt und, wie wir selbst erfahren haben, gelegentlich auch schwieriger zu finden als erwartet.

Auch wenn nicht alles wie geplant verlief, machte genau das den Ausflug authentisch. Am Ende blieb vor allem der Eindruck eines gelungenen Projekts, das den Untersee aus einer ganz neuen Perspektive erlebbar macht.

Wer jetzt selbst Lust auf eine Entdeckungstour bekommen hat, findet auf der Website von hänne und dänne weitere Informationen zur Ausstellung, zu Führungen und möglichen Routen.

Weitere Informationen unter:
https://haenne-und-daenne.ch/

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. September 2026 geöffnet.

@photos by kws

 

hänne und dänne – Der Untersee als Kunstraum: Teil 1

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Allgemein, Kunst & Architektur, Kunst im öffentlichen Raum

Wann wart ihr das letzte Mal in einer Kunstausstellung, ohne ein Museum zu betreten?

Genau das macht das Projekt „hänne und dänne – Der Untersee als Kunstraum“ möglich. Seit Anfang Mai verwandeln 25 Kunstwerke die Region rund um den Untersee in eine Ausstellung unter freiem Himmel. Zwischen Berlingen, Steckborn, Gaienhofen und Hemmenhofen begegnet man Skulpturen, Installationen und konzeptionellen Arbeiten, die nicht hinter Absperrungen, sondern entlang öffentlicher Wege, direkt in die Landschaft eingebettet sind. Die Ausstellung verbindet dabei nicht nur verschiedene Orte, sondern auch die beiden Ufer des Untersees – Deutschland und die Schweiz.

Als wir von dem Projekt hörten, stand schnell fest: Das klingt nach dem perfekten Tagesausflug von Konstanz aus. Also planten wir unsere Route, schauten uns Zug- und Fährverbindungen an und überlegten, wie viel Zeit wir für den Rundweg einplanen sollten. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, den Tag individuell zu gestalten. Auf der Website von hänne und dänne finden sich verschiedene Routenvorschläge und Empfehlungen für Rundfahrten, sodass man die Ausstellung ganz nach den eigenen Interessen erkunden kann.

Am Vormittag machten wir uns von Konstanz aus mit dem Zug auf den Weg nach Berlingen, wo wir gegen 10 Uhr ankamen. Vom Bahnhof aus ging es für uns zuerst direkt zum Hafen. Der Weg entlang des Ufers ist ruhig, nur vereinzelt sind Menschen unterwegs, manche bereits beim Schwimmen im See. Am Hafen selbst findet man auch die erste Arbeit der Freiluft-Ausstellung. Leider mussten wir dort erfahren, dass die Installation von Felix Stöckle mit dem Titel …S .-A .-..L ..-Ü mutwillig zerstört wurde. Trotzdem war es ein schöner Ort, um unsere Erkundungstour zu beginnen. Wer zur richtigen Zeit am Wochenende dort ist, kann in Berlingen außerdem das Adolf-Dietrich-Haus besuchen.

Von Berlingen aus folgten wir dem Weg Richtung Steckborn. Der Pfad durch die Weinberge dauert ungefähr eine Stunde und eröffnet unterwegs immer wieder schöne Ausblicke auf den Untersee. Vorbei an grasenden Kühen entdeckt man zwischendurch immer wieder Kunstwerke, die sich ganz selbstverständlich in die Landschaft einfügen. Ein Beispiel dafür sind die Flugblätter von Ursula Rutishauser. An verschiedenen Stellen hängen scheinbar lose Papierblätter zwischen den Bäumen, die auf den ersten Blick vom Wind verweht wirken. Erst beim genaueren Hinsehen erkennt man, dass sie aus Stahl gefertigt sind. Man hat fast das Gefühl, dass sie zwischen den Ufern hin und her getragen werden und dabei eine Verbindung über die Grenze hinweg entstehen lassen.

In Steckborn angekommen nutzten wir die Zeit vor unserer Fähre nach Gaienhofen, die um 12 Uhr ablegte, um die dortigen Arbeiten zu erkunden. Der Weg führt direkt am See entlang bis zum Phönixtheater.

Unterwegs sahen wir unter anderem den illusionistischen Steg von Gianin Conrad, eine temporäre Konstruktion aus Holz und Stahl, die aus einer bestimmten Perspektive wie ein echter Steg wirkt. Die Arbeit spielt bewusst mit der Wahrnehmung und erinnert in ihrer Konstruktion an die räumlichen Illusionen von M. C. Escher. Je nach Standpunkt scheint der Steg das deutsche Ufer mit Steckborn zu verbinden und hebt damit die Grenze zwischen den beiden Seiten des Sees scheinbar auf. 

Ebenfalls auf dem Weg liegt Dialog von Rebecca Koellner, ein auf Baumrinde aufgetragener Text, der als poetischer Austausch zwischen den Ufern gedacht ist. Durch den Einsatz von Baumschutzpaste und Nachleuchtfarbe bleibt die Arbeit bewusst fragil und reagiert auf Wetter, Zeit und das Wachstum des Baumes selbst.

Fahrt mit der Fähre über den Untersee mit Blick auf Gaienhofen

Nach unserer Zeit in Steckborn ging es für uns mit der Fähre hinüber auf die deutsche Seite des Untersees. Wie sich der zweite Teil unserer Entdeckungstour dort weiterentwickelt hat, folgt in einem weiteren Beitrag nächsten Sonntag.

 

Weitere Informationen unter:

https://haenne-und-daenne.ch/ 

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. September 2026 geöffnet.

@photos by kws