Hochschulgruppe Uni Konstanz

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Save the Date: Bodensee-Buchmesse 2026

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Leseratten, Buchwürmer und Seitentaucher aufgepasst: Am 29. August, also in etwas weniger als zwei Wochen, geht es im Bodenseeforum wieder um Worte auf Seiten, Bilder auf Pappe und Vielfalt der Genres: Die Bodensee-Buchmesse 2026 ist wieder da!

Lieber selbst nachlesen? Hier gibt es alle Informationen.

Was erwartet Dich?

Für sieben Stunden dürfen Besuchende sich in den Windungen der Stände, Zeilen und Worte der Autor:innen verlieren. Von 10-17 Uhr können auf allen Ebenen des Bodenseeforums bis zu 100 Autoren und Verlage erkundet werden, Genres durchstöbert, Kurse und Lesungen besucht und sich mit anderen Lesenden ausgetauscht werden. Mit 10€ plus den Büchern, die Du dort kaufen wirst, ist der Eintrittspreis vertretbar. Wenn du Freunde oder Kinder hast, die erst 12 sind, kommen die sogar gratis rein.

Kurse und Workshops

Ich werde hier nicht den ganzen Plan nachplappern, sondern nur ausgewählte Punkte hervorheben. Der ganze Plan kann auf der Website heruntergeladen werden, außerdem ist dort eine Liste der Autor:innen verlinkt.

  • Zeichenworkshop von Mark Wamsler, 11-13 Uhr im kleinen Raum K3: Ein Name der mir bis dato unbekannt war, dessen Zeichnungen jedoch Kinderbücher hervorbringen. Er bietet einen offenen Zeichenworkshop an, zeigt Techniken und geht auf Zeichnen als Storybuilding-Technik ein. Finden wir super!

  • Die Dunkle Seite des Autorenlebens: Diskussionsrunde über den (belastenden) Alltag von Autor:innen heute, 12:30 und 13 Uhr im großen Raum K1. Die Autor:innen Rebekka Moser, Evelyne Aschwanden, Sam W., Sandra Vogt, Silke Amberg und Sven Rühl sprechen über Druck und Deadlines, Kreativsein und KI, Mental Health und Hilfsstrategien. (Es ist mir etwas unklar ob die Diskussionsrunde zweimal stattfindet oder nur zwei Slots belegt – ich schätze das werde ich dann herausfinden)

  • Lesung mit Ursula Mayer zu “Mensch Mädle!”, 13:30 in K1. Der Titel schreit für jüngere Menschen geradezu nach “älter” und “überholt”, und genau das ergibt Sinn wenn man sich das Buch anschaut: Die Autorin in ihren 70ern beschreibt das Großwerden im zwanzigsten Jahrhundert, als Frau in einer Männerdomäne, ein Leben in einer anderen Zeit, die sich viele von uns nicht mehr vorstellen können. Wer sich auf die Zeitreise einlassen möchte, kann hier eine Kostprobe erhalten.

  • Blind Book Aktion: Neutral verpackte Bücher, versehen mit Hinweisen zum Inhalt, können gekauft werden. Die Mystery-Aktion ist zugunsten der Stadtbibliothek, die die Einnahmen gespendet bekommt.

Ideen für Freunde und den leichten Geldbeutel

Ich kann es kaum erwarten mich in den Tischen der Bücher zu verlieren und vermutlich mit meinem eigenen Körpergewicht an Büchern wieder rauszukommen 😀

Jedoch ist auch für Studierende der Sommer sowieso eine teure Zeit, da braucht mein Zwiebelledergeldbeutel nicht unbedingt die Aussicht auf Hunderte Euros an Büchern. Deshalb habe ich hier ein paar lustige Aktionen zusammengestellt, die man mit Freunden oder sogar Fremden machen kann, wenn man ganz extrovertiert ist, um die Buchmesse zu genießen und trotzdem mit leichtem Geldbeutel herauszukommen. Eigentlich können die Ideen auch losgelöst von der Buchmesse umgesetzt werden, aber es geht doch nichts über einen Anlass.

  • Genre-Gals/Guys: Finde unter deinen Freunden oder Fremden Leute, die das gleiche Genre wie du gern lesen, und kauft jeder ein unterschiedliches Buch aus diesem Genre. Dann schreibt ihr in die erste Seite mit Bleistift den Namen des Eigentümers, und absteigend die Lesereihenfolge der ganzen Gruppe, bei Fremden mit Adresse oder Telefonnummer, und sobald einer ein Buch fertig hat, schickt die Person es an die nächste in der Liste. Am Ende kommt das Buch wieder zur Käufer:in zurück, und so hat jeder eine schöne Erinnerung von der Buchmesse und trotzdem nur ein Buch gekauft. Je größer die Gruppe, desto mehr Bücher “kauft” ihr!

Optional: Wenn ihr eure Bücher für gewöhnlich mit Stiften und Klebenotitzen markiert, einigt euch auf unterschiedliche Farben, damit ihr sehen könnt wer welchen Teil des Buches besonders gut fand.

  • Schaufenster-Shoppen mit Leseliste: Wenn ihr ein Buch toll findet, müsst ihr es nicht unbedingt neu kaufen. Vielleicht bekommt ihr es im Internet gebraucht für nur halb so viel, oder findet es in eurer heimischen Bibliothek. Habt eine Liste physisch dabei oder auf dem Handy, und tragt die Bücher, die eure Aufsehen erregen, dort ein, mit Titel, Genre, grober Inhalt und warum es euch interessiert (das kann sich über Monate hinweg schon mal ändern, so habt ihr den Grund auch gleich mitnotiert). Jetzt könnt ihr jedem der mal ein Geschenk für euch sucht diese Liste zeigen, oder über die Zeit Ausschau halten ob euch eins der Bücher in die Hände fällt. Vielleicht lernt ihr auch jemanden kennen von dem ihr es privat ausleihen könnt?

  • Listenflohmarkt: Ähnlich wie Schaufenster-shoppen fertigt ihr eine Liste an Büchern an, nur diesmal mit Büchern die ihr Zuhause habt und euch vorstellen könnt, abzugeben. Mit Beschreibung, Rezension und physischem Auftritt (Taschenbuch, Hardcover, Farbschnitt,…). Jetzt könnt ihr, egal ob auf der Buchmesse, in der Vorlesung, in einem Café oder bei einem Geburtstag eure Liste mit anderen Leseratten tauschen und schauen, ob euch ein Buch interessiert, das die andere Person nicht mehr haben will.

  • Lese-Picknick: Ähnlich wie beim Genre-Grouping, scharrst du eine Gruppe an interessierten Menschen um dich, die alle am gleichen Buch interessiert sind. Macht gemeinsam ein Picknick am Seeufer (oder woanders, wenn kein See verfügbar ist) und lest gemeinsam ein Buch. Reihum liest immer eine Person ein Kapitel, dann gibt sie das Buch weiter. Nebenher könnt ihr snacken, was trinken und die überraschten Gesichter genießen, wenn der Plottwist passiert. Die Messe geht ja eh nur bis 17 Uhr, warum also nicht direkt danach am Ufer?

  • DIY-Farbschnitt: Was wäre eine Liste der Kunst-Werk-Stadt ohne etwas künstlerisches? Trefft euch in der Gruppe mit einem oder mehreren Büchern pro Person und fertigt mit verdünnten Acrylfarben oder Aquarell- oder Wasserfarben einen eigenen Farbschnitt an (Farbschnitt nennt man es wenn die Seiten der Bücher an der Kante angemalt sind, egal ob mehrfarbig oder einfarbig). Wenn ihr euch künstlerisch nicht so viel zutraut, fangt mit einem Buch an das euch nicht sooo wichtig ist. Hauptsache ihr habt Spaß!

Autorin dieses Beitrags: Sophie Wiest

Wenn das Haus zur Glocke klingt

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Was haben eine elektrische Gurke, japanischer Gesang und Klebeband gemeinsam? Im Haus zur Glocke in Steckborn wurden sie am 1. Juli zu Bestandteilen eines ungewöhnlichen musikalischen Abends. Beim letzten Klangereignis waren Tim & Puma Mimi zu Gast – ein Zürcher Duo, das seit über zwanzig Jahren die Grenzen zwischen Pop, Elektronik und experimenteller Musik auslotet.

Das Duo Tim & Puma Mimi eröffnet seine Performance im Eingangsbereich des Hauses zur Glocke

Der Abend war weniger ein klassisches Konzert als eine Einladung zum Entdecken. Die Besucher:innen bewegten sich durch die verschiedenen Räume des Hauses und begegneten dabei nicht nur Klanginstallationen und ungewöhnlichen Instrumenten, sondern auch den visuellen Arbeiten von Christian Fischer, der gemeinsam mit Michiko Hanawa das Duo Tim & Puma Mimi bildet. Für seine Arbeiten löst Fischer die Linie aus der Fläche: Mit Klebeband zeichnet er direkt auf die Wände und schafft temporäre Situationen, die den Raum verändern und nach ihrer Entfernung wieder verschwinden. Klebeband wurde nicht nur an die Wände gezeichnet, sondern auch zum Klangmaterial: Tapeloops erzeugten knisternde Schleifen, elektrisch leitende Bänder reagierten auf Berührung und luden dazu ein, selbst Klänge hervorzubringen. Dazwischen mischten sich japanischer Gesang, elektronische Bässe und der helle Klang von Furin-Windglöckchen.

Der Auftritt von Tim & Puma Mimi war dabei kein Einzelereignis. Er ist Teil der Klangereignisse, einer musikalischen Reihe im Haus zur Glocke, die von März 2026 bis Januar 2027 insgesamt vierzehn Künstler:innen nach Steckborn bringt. Einmal im Monat, jeweils an einem Mittwochabend, wird das Haus zum Schauplatz einer musikalischen Performance.

Die Räume des Hauses, die jeweils gezeigte Ausstellung und die unmittelbare Nähe zum Publikum werden dabei zu Ausgangspunkten für die Musik. Gerade die räumliche Enge fordert die Musiker:innen dazu auf, gewohnte Formate zu hinterfragen, neue Entscheidungen zu treffen und aus dem Moment heraus zu arbeiten.

Wer neugierig geworden ist, muss nicht lange auf das nächste Klangereignis warten. Bis Januar 2027 stehen noch vier weitere Abende auf dem Programm:

  • 30. September 2026 – Bettina Boller & Simon Berz
  • 21. Oktober 2026 – Jules Martinet
  • 02. Dezember 2026 – Sonja Morgenegg Trio
  • 13. Januar 2027 – Phaidon Berdelis

Das nächste Klangereignis am 30. September verspricht ein ungewöhnliches musikalisches Duell. Bei „Stein, Stahl & Pferdehaar“ treffen Violine und Stein aufeinander: Der gespannte Bogen bringt die Saiten zum Schwingen, während Steinkohle, Schlägel und Basalt für harte, rohe Klänge sorgen. Diese werden elektronisch verändert und weiterverarbeitet, sodass immer wieder neue Klangfarben entstehen.

Mehr Informationen gibt es im Programmheft.

Alle Abende beginnen um 19:30 Uhr. Ausstellung und Wirtschaft sind bereits ab 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

@photos by kws

Escape in Konstanz – Räume, Würfel und Apps

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“Nachdem ihr den Raum betretet hört ihr, wie hinter euch die Tür ins Schloss fällt. Ihr dreht euch um, um sie wieder zu öffnen, doch ihr seht ein Zahlenschloss dort, wo eine Klinke sein sollte.” So oder so ähnlich hat jeder, der schonmal ein Escape-Spiel gespielt hat, den Start ins Abenteuer gewagt. Die Fülle an Spielboxen für das Rätselabenteuer daheim am Küchentisch ist gigantisch, viele Verlage und Reihen bieten zahllose “Episoden” an. Manche mit Apps, manche nur mit der Box, andere mit der Küchenuhr. Eines haben sie alle gemeinsam: Der Spielbereich überschreitet die Tischplatte nicht. Für diejenigen, die aber auch “in echt” Lust auf den Nervenkitzel haben, unter Zeitdruck Rätsel zu lösen, habe ich hier eine kleine Sammlung an Escaperooms und Rätselspielen in und um Konstanz herum zusammengestellt, die einen aus den eigenen vier Wänden rausholen:

TRAP Escaperooms

Wo: Indoor, Konstanz Industriegebiet, Line-Eid-Straße 11

Kosten: 26-35€/Person

https://escaperoom-konstanz.de/

In einem klassischen Escaperoom mit Rätseln, Hinweisen, cleveren Puzzeln und klimatisierter (!) Umgebung dürft ihr in Gruppengrößen von zwei bis sechs Personen euer Bestes geben, alle Rätsel zu knacken bevor die Zeit abläuft. Wer weiß, am Ende bekommt ihr ja vielleicht eine Belohnung? Technische Spielereien und Musik erzeugen einen ganz besonderen Flair, der euch mitten in das fiktive Abenteuer katapultiert.

Die sorgfältig gebauten Räume haben ihren stolzen Preis, der sich an der Gruppengröße misst. Dafür habt ihr die Wahl zwischen fünf Indoor-Abenteuern und einem Outdoor-Paket.

Escape-Turm von Schlüsselmomente

Wo: Indoor, beliebig.

Kosten: 19-27,50€/Person

https://schluesselmomente-escape-rooms.de/der-raum/

Auch ein Escaperoom, aber mal anders: Das Team von Schlüsselmomente kommt zu euch und transformiert jeden beliebigen (großen) Raum zum Escaperoom! Im bisher einzigen Abenteuer “Die Suche nach dem heiligen Grahl” dürft ihr als Archäologen die Nachforschungen von Johanniter-Großmeister Gerhard Sasso entziffern um den Heiligen Grahl zu finden, bevor der Vatikan die Reliquie der Öffentlichkeit vorenthalten kann.

In diesem Abenteuer braucht ihr kein Smartphone oder andere technische Hilfe: Nur Stift, Papier und das, was Schlüsselmomente mitbringt, und schon geht’s los.

Virtual Reality Escaperooms

Wo: Indoor, Konstanz Petershausen, Zähringerplatz 11

Kosten: 39€/Person

https://realityescape.de/

Escapen in digital: Die Veranstalter bieten VR-Equipment und extra dafür ausgelegte Räume für rätsellustige Besucher an. Man kann aus 9 Räumen wählen und hat 45 Minuten Zeit dafür. Die Headsets sind kabellos und die Controller fallsicher. VR bedeutet Sound direkt am Ohr, fiktive Welten direkt vor euren Augen und unbegrenzte Möglichkeiten in der Rätselgestaltung.

Mit knapp 40€ pro Person schlägt der Preis deutlich auf den Geldbeutel für noch nicht im Arbeitsleben tätige, deshalb gibts Donnerstag den Studi/Schüler/Azubi/FSJ-Rabatt von 20% (das macht aus 39€ noch 31,20€). Falls euch das immer noch zu teuer ist, lasst euch von Verwandten Gutscheinkarten schenken oder schaut bei günstigeren Alternativen vorbei.

 

Outdoor-Escape mit dem Handy

Etwas losgelöst von der Fluchtidee konzentrierten sich folgende Spiele eher auf den Rätselaspekt, wobei man die ‚Rätselbox‘ mit sich mitträgt und die Stadt zum Escapegame macht.

MyCityHunt

Kosten: 16€/Person

https://www.mycityhunt.de/standorte/konstanz-de-1488

Die Website bietet über die Handys der Teilnehmer Schnitzeljagden, Krimispiele, Schatzsuchen und Escape-Abenteuer an. Nach dem Ticketkauf tritt man über einen QR-Code der Gruppe bei und folgt den Anweisungen der App – zusammen erkundet man die Stadt und löst die Rätsel.

Laut der Website ist ein Ticket drei Jahre gültig und der Spielzeitraum ist als beliebig angegeben, wenn man es mehrfach spielen kann eröffnet das einen Wiederspielwert in anderen Gruppen. Vielleicht kann man sich so das Kaffeegeld sparen…

 

CityHunters

Kosten: 22,90€ (unklar ob pro Gruppe oder pro Person)

https://www.cityhunters.com/de/standorte/konstanz-de-1488/escape-game-konstanz

Dieser Anbieter hat eine etwas höhere Schwelle, gemeinsam mit einem Teamguide der über einen Chat mit der Gruppe kommuniziert ist eine wirkliche Betreuung gegeben. Neben dem Escapegame bieten die Veranstalter auch Schnitzeljagden an. Auch hier jagt man gemeinsam durch die Stadt und löst Rätsel über die App – jeder auf seinem eigenen Gerät.

Durch die Betreuung muss ein Slot gebucht werden, es ist also etwas terminlich bedingter als die selbstorganisierten Games von MyCityHunt und folgenden.

 

Schafstour

Kosten: 14,50€/Person + 4,95€/Plan

https://www.schafstour.de/products/schaflos-in-konstanz

Die Schafstour liest sich selbst als Stadtrallye. Gemeinsam die Stadt erkunden und Rätsel lösen ist auch hier die Devise, wobei das Paket kein Smartphone braucht, nur eine Möglichkeit eine SMS am Anfang und am Ende zu schicken. Für die ganz großen Gruppen gibt es auch das Eventpaket SCHAFlos, bei dem bis zu 50 Personen mitspielen können. Wenn ihr also mal richtig viel Bock habt, könnt ihr euer halbes Wohnheim mitspielen lassen 😀

Die Tickets und den Plan gibt es in der Touristeninformation und im Osiander in Konstanz zu kaufen, es braucht also nur ein bisschen Planung und dann könnt ihr direkt von der Kasse aus losstarten.

 

Escape auf der anderen Seeseite

Nur einen Bus entfernt in Friedrichshafen gibt es zwei weitere Escaperoom-Unternehmen. Manchmal arbeiten die sogar mit dem Museum zusammen und basteln dort einen Escaperoom, lohnt sich da mal zu schauen

Escape in Time

Wo: Friedrichshafen, Kirchweg 1

Kosten: 23-36€/Person

https://www.escapeintime.de/

Die eigene Beschreibung der Website ist zu lustig um selbst was zu schreiben, deshalb hier ein direktes Zitat der Website:

“Was genau macht man eigentlich in einem Escape Room Game? Ihr werdet in einen Raum gesperrt und habt genau 60 Minuten Zeit, um aus ihm zu entkommen. Wie ihr das schafft, ist Euer Problem. Alles, was ihr bekommt, ist ein Stück Kreide und ein Walkie-Talkie. So wie früher – nur dass unsere Walkie-Talkies funktionieren.”

Hier gilt je mehr desto günstiger, am besten scharrst Du also 5 Freunde um dich wenn du den Raum buchst!

 

Call of Quest

Wo: Friedrichshafen, Am Flugplatz 76/3

23-43€/Person

https://www.callofquest.de/preise

Drei Räume laden hier zum rätseln ein, in moderatem Schwierigkeitslevel versucht ihr unter Zeitdruck alle Geheimnisse zu lüften und Probleme zu beseitigen, egal ob ihr als Teil der Familie Carter dem Übernatürlichen den Kampf ansagt, heimlich in Mister Greys Spielzimmer schnüffelt oder im All nach Lebensraum sucht, unterstützt durch eine KI.

Die Website ist ein bisschen verbuggt, traut euch also ruhig anzurufen. Ansonsten: Viel Spaß beim Rätseln!

Die Wahrheit (und so viele Lügen) Jan Hus und seine Lehren: Wie er die Lügen der Kirche enttarnte oder es zumindest versuchte und wie die Installation “Wahrheit” zum Nachdenken anregt.

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Wie im letzten Beitrag schon angeschnitten, geht es heute um Wahrheit. Hus’ Lehre, also die Ansichten die er vertrat und predigte, Schriften zu anfertigte und für seine Wahrheit hielt, orientierte sich viel an John Wyclifs Anschauungen.

Wyclif war ein Engländer, der ebenfalls Kirchenreformer war, allerdings etwa zu Hus’ Geburt starb. Er setzte sich angesichts des sich unchristlich verhaltenden Klerus gegen den Machtanspruch des Papstamtes über nicht-kirchliche Belange ein, forderte Gnädigkeit statt Urteilsbildung und vertrat die Meinung, Mitarbeiter der Kirche sollten ein asketisches Leben führen statt im angehäuften Reichtum zu schlemmen. Ironischerweise verstieß er selbst gegen diese Auffassung. Während er in den 1370ern den offenen Prozess gegen den Papst noch gewann, und damit auch Anhänger seiner Lehren generierte, wurden 1382 seine Schriften ketzerisch verurteilt, was seinem Amt und Ruf schädigte. In den letzten Jahren vor seinem Tod vollendete er eine (nicht nur von ihm geführte) Sammlung Bibelübersetzungen und starb 1384. Hus war da etwa 12 Jahre alt. Wyclifs geistiges Vermächtnis zog eine kleine Schar Anhänger nach sich, die jedoch um die Jahrhundertwende stärker verfolgt und zum Rückzug in den Untergrund gezwungen wurden.

Nach einem Lehramtsstudium kam Hus mit Wyclifs Lehren in Berührung, die ihm zusagten. Das motivierte ihn schließlich zu einem Theologiestudium, und so wurde er nach Anbruch des neuen Jahrhunderts Priester. Auch er verurteilte den verschwenderischen Lebensstil des Klerus und bezeichnete sie als Räuber und Unterdrücker, obwohl sie Beschützer und Schenker sein sollten. Seiner Auffassung nach sei Kirche mehr eine geistliche Gemeinschaft und nicht zwingend mit der Institution gleichzusetzen, da das Verhalten einer Person über ihre Zugehörigkeit entscheide und nicht die Mitgliedschaft an sich. Heute ist es geläufig in ‘Glauben (christliche Ideologie)’ und ‘Kirche (Institution)’ zu unterscheiden, damals lief alles unter einem Hut. Jan Hus lehnte Ablassbriefe ab, verurteilte die Forderung von Geschenken im Gegenzug zu priesterlichen Diensten und kritisierte fingierte Wunder Gottes. Generell vertrat er die Ansicht, Mitglieder der Institution hätten sich zu verhalten wie sie selbst predigten, und wären nach gleichen Mitteln zu verurteilen, sollten sie selbst sündigen. Hus war ein Gegner der kirchlichen Autorität über die heilige Schrift, und indem Proklamationen durch die Autorität der Institution statt der heiligen Schrift getätigt würden, lasse man absichtlich das Volk über die Wahrheit im Dunkeln. So predigte und sang er zum Beispiel seit 1402 die Gottesdienste in Landessprache statt Latein.

Im Großen und Ganzen kritisierte Hus, dass der Klerus sich unchristlich verhielt und damit davonkam, dass das Volk ausgenutzt und nach Strich und Faden für den eigenen Gewinn belogen wurde und nur die gut situierten Bürger:innen im Volk in den Genuss der wenigen kirchlichen Leistungen kommen konnten. Aus heutiger Perspektive nicht mehr so innovativ, war damals die Kritik des mächtigsten Unternehmens des Mittelalters ein gewagtes Unterfangen, das kritischen Stimmen wie Hus und Hieronymus den unfreiwilligen Tod einbrachte, obwohl sie nur die Wahrheit verkündeten.

Die Installation ‘Wahrheit’ am Stephansplatz wirft die Frage um die Wahrheit auf.

Was ist die ‘Wahrheit’?

Wir befinden uns vor dem Bürgersaal. Die Verbindungsstraße zwischen dem Stephansplatz, der als Parkplatz, Wochenmarkt und Veranstaltungsort für Volksfestigkeiten dient, und der Laube, die seit der Umsetzung des C-Konzepts im Innenstadtring als Hauptstraße für PKWs gilt, wird von allen Verkehrsteilnehmern regelmäßig genutzt. Nur Ansätze an der Häuserfassade erinnern an die architektonische Vergangenheit des Bürgersaals. Aufbereitete Stützenreliefs zieren die Wand des ehemaligen Klosters. Neben dem fulminanten Eingang des Bürgersaals ragen acht Stahltableaus aus der Wand, in unregelmäßiger Platzierung wie eine Leiter auf Koffein. In diesem Gebäude wurde Hus eine Zeit lang festgehalten, als er Konstanz besuchte. (Das bunte Relief an der Stirnseite zum Stephansplatz hängt inhaltlich und historisch nicht mit Jan Hus zusammen, ‘Wahrheit’ ist um einige Jahre neuer als das Hecker-Relief). Die Stahlplatten haben die Buchstaben des Wortes ausgefräst und sind quer zur Wand befestigt, die unterste Kante ziert die Inschrift “JAN HUS 06/07 1415/2015”, die Unterseite trägt die Namen der Künstler. Wenn man schonmal da unten ist, lohnt sich auch gleich der Blick nach oben. Dabei fällt auf, dass die Buchstaben nicht gerade ausgeschnitten wurden, sondern leicht schräg. Der Winkel hat einen ganz bestimmten Grund, der sich erst offenbart, wenn die Sonne scheint: Die Westwand wird von der Nachmittags- und Abendsonne gestreichelt und wirft Schatten und Licht auf die Fassade. In leuchtenden Lettern strahlt “Wahrheit” einem entgegen. Aber nicht gerade, nein, sondern schräg. Die Wahrheit ist verzerrt, verquer, störend. Sie ist lesbar, aber mit einem Fragezeichen, mit Unsicherheit. Bedeutungsschwanger und fast schon drohend weist sie darauf hin, wie jemand die Macht hat, die Wahrheit zu lenken, wie sie nicht objektiv, ja, nicht einmal wahr sein muss. Hus’ Lehre drehte sich um Wahrheit, Freiheit und Machtmissbrauch, er wollte sichtbar machen, wie diejenigen, die angeblich Wahrheit wiedergeben, sie überschreiben, sie verbiegen. Von oben herab diktieren. Von oben kommt auch das Licht, ohne das man die Wahrheit nicht so leicht erkennen kann.

Einen Zeitraum im Jahr jedoch, kurz vor und nach der Sommersonnenwende, ist die Wahrheit gerade. Vom 6. Juni bis zum 6. Juli, dem Zeitraum, in dem Hus Gefangener des Klosters war, entfaltet das Kunstwerk seine gesamte Schönheit, bis an Hus’ Todestag die Abschrägung erneut ihren Zyklus beginnt. Bis zum Ende hätte er seine Lehren widerrufen können, bis er tatsächlich angezündet wurde. Er weigerte sich jedoch vehement, was ihn zum Märtyrer der Wahrheit machte.

In Prag gibt es eine Zwillingsinstallation zu der Wahrheit am Stephansplatz, mit dem korrespondierenden Worten “Za Pravdu” – Für die Wahrheit. Dort wird auf sehr direkte Weise die Bedeutung des Kunstwerks unterstrichen.

Zu guter Letzt ist die Wahrheit nur bei wolkenfreiem Wetter zu erkennen, wenn die Sonne hilft. Obwohl, man kann sich auch direkt an die Hauswand stellen und von unten darauf schauen, denn eigentlich ist die “Wahrheit” immer da. Nur manchmal etwas schwer zu erkennen.

Blick auf die Südwand des Bürgersaals. Die verschobene Anordnung der Stahltableaus lässt mit ein wenig Fantasie die Buchstaben aufleuchten, stark verzerrt durch die Position der Sonne.

So sieht die ‘Wahrheit an einem sonnigen Tag Mitte April aus.     (@photo by KWS)

Im letzten Beitrag haben wir uns das älteste Hus-Denkmal angsschaut, was einige Zeit und einen vehementen Bürgermeister gebraucht hat um erlaubt zu werden.

➔ Hier geht es zum letzten Beitrag

Im nächsten Beitrag laufen wir von hier los Richtung Laube und schauen uns das neuste Denkmal unserer Reihe an. Eine Interpretation rund um den “Kelch”, den Ablauf der Verbrennung, Verurteilung und was die Stadt Konstanz dazu zu sagen hat.

Sommer, Sonne, Bodensee: Vier Events, die man nicht verpassen sollte

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1. Der 24h grenzüberschreitende Flohmarkt in Konstanz und Kreuzlingen

Vom 13. bis zum 14. Juni findet erneut der grenzüberschreitende 24-Stunden-Flohmarkt in Konstanz und Kreuzlingen statt. Die Besonderheit: Der Flohmarkt erstreckt sich über zwei Länder und zählt mit einer Länge von über mehreren Kilometern sowie mehr als 1.000 Ständen zu den größten Veranstaltungen dieser Art in der Region.

Entlang der Strecke von der Hafenstrasse über Klein Venedig bis nach Kreuzlingen erwartet die Besucher:innen eine vielfältige Mischung aus Kunst, Kleidung, Live-Musik und kulinarischen Angeboten.

Der Flohmarkt beginnt am 13. Juni um 14 Uhr in Kreuzlingen und eine Stunde später in Konstanz. Anschliessend kann 24 Stunden lang, nach Herzenslust gestöbert und entdeckt werden.

Weitere Informationen unter:

https://www.konstanz-info.com/planen-buchen/top-events/flohmarkt

Ein rot-orangener Sonnenuntergang am Rhein beim Schänzle Konstanz. Der Sonnenuntergang spiegelt sich auf dem stillen Wasser im Rhein.

2. Münsterplatz Konstanz Open Air Theater

Hier trifft Theater auf Abendluft. Wenn die Sonne langsam untergeht und sich der Münsterplatz mit erwartungsvollen Zuschauer:innen füllt, ist alles bereit für einen besonderen Kulturabend unter freiem Himmel. Die eindrucksvolle Kulisse des Münsterplatzes in Konstanz wird auch in diesem Jahr wieder zur Freilichtbühne.

Am 13. Juni findet die Premiere des Open Air Theaterstücks „Leonce und Lena“ auf dem Münsterplatz in Konstanz statt. Die Inszenierung versteht sich als Space Opera nach dem gleichnamigen Lustspiel von Georg Büchner, bearbeitet von Ekat Cordes (Text und Songtexte) und Anton Berman (Musik). Mit „Leonce und Lena“ nahm Georg Büchner die Kleinstaaterei seiner Zeit auf die Schippe. Regisseur und Autor Ekat Cordes greift diesen Gedanken auf und verlegt die Komödie mit viel Fantasie und Humor kurzerhand ins Universum.

Freut euch auf einen Sommerabend voller Theater, Musik und überraschender Momente.

Weitere Informationen und Tickets unter:

Open Air Theater Konstanz

3. Open Air Cinema Kreuzlingen im Seeburgpark

Filme schauen unter freiem Himmel und das direkt am See: Das Open-Air-Kino im Seeburgpark in Kreuzlingen. In den Monaten Juli und August verwandelt sich der Park am Hafen in eine einzigartige Kinokulisse mit Blick auf den Bodensee.

Das abwechslungsreiche Programm bietet für jeden Geschmack etwas, von grossen Blockbustern über Familienfilme bis hin zu ausgewählten Arthouse-Produktionen. Gezeigt werden in der Regel die synchronisierten deutschen Fassungen. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 21.30 Uhr und sorgen für unvergessliche Kinoabende in besonderer, sommerlicher Atmosphäre.

Geniesst die Abendstimmung am See und freut euch auf Filmgenuss unter dem freien Sternenhimmel.

Weitere Informationen zum Programm werden hier noch folgen:

Open Air Cinema Kreuzlingen

Das Open Air Kino findet in Kreuzlingen im Seeburgpark direkt am See statt. Das Foto wurde von den Sitzen aus gemacht und der Blick auf den See sowie der Sonnenuntergang sind hier abgebildet. Mehrere Bäume bilden wie eine Art Bogen und eröffnen ein Fenster auf den See und den Sonnenuntergang. Am oberen Rand ragt noch eine Lichterkette durch das Foto.

4. Konstanzer und Kreuzlinger Seenachtsfest

Das Seenachtsfest am Bodensee startet 2026 mit einem neuen Konzept und verspricht ein ganz besonderes Erlebnis. Erstmals verschmelzen Drohnen, Lichtkunst und Feuerwerk zu einer spektakulären Inszenierung über dem nächtlichen See.

Am 08. August erwartet die Besucher:innen auf der Konstanzer Seite ein musiksynchrones Feuerwerk sowie eine beeindruckende Pre-Show aus Drohnen, Licht und Musik. Für Festivalstimmung sorgt unter anderem der international erfolgreiche DJ Felix Jaehn, der auf Klein Venedig auflegt.

Weitere Informationen und Tickets unter:

Konstanzer Seenachtsfest

Zeitgleich findet auf der Schweizer Seite das Fantastical Seenachtfest in Kreuzlingen statt. Vom 7. bis zum 9. August erwartet die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm mit Live-Musik, Kinderland, Lunapark, Showeinlagen, Streetfood und dem grössten Feuerwerk am Bodensee. Die Mischung aus Unterhaltung, Kulinarik und Feuerwerk macht das Festival zu einem besonderen Sommererlebnis am Bodensee.

Weitere Informationen und Tickets unter:

Kreuzlinger Seenachtsfest

 

@photos by kws

Der Narr Hans Kuony von Stockach — seine Geschichte, seine Bräuche und sein Denkmal

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Hans Kuony ist eine der bekanntesten Figuren der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Es gibt zwar keine eindeutigen Belege für seine historische Existenz, aber seine Geschichte lebt in Stockach, im berühmten Narrengericht und im Hans Kuony-Brunnen weiter. Die Geschichte von Hans Kuony beginnt mit der Schlacht am Morgarten. Kuony soll als Hofnarr für den Habsburger Herzog Leopold I. gearbeitet haben. Bevor die Armee in die Schweiz loszog, gab Kuony dem Herzog einen Rat: „Da hand ir all geratten wa ir in dasz land koment, aber keiner hat geratten wa ir her wider usz koment.“ (Da habt ihr alle überlegt, wie ihr in das Land kommt, aber keiner hat überlegt, wie ihr wieder raus kommt.) Der Herzog ignorierte diese Warnung. Die Folge war eine vernichtende Niederlage. Erst im Nachhinein wurde realisiert, wie schlau der Narr war. Die Geschichte machte Kuony zu einem ganz besonderen Hofnarren. Denn er durfte die Wahrheiten aussprechen, die anderen verwehrt blieben. Als Dankeschön soll Kuony einen Wunsch erfüllt haben. Er wollte, dass seine Heimatstadt Stockach einmal im Jahr Gericht halten dürfe. Dieses Privileg wurde, so heißt es, 1351 von Albrecht II. von Österreich genehmigt. So kam es zur Gründung des „Hohen Narrengerichts zu Stocken“, das bis heute besteht. 

Aber was macht Kuony eigentlich heute? 

Auch heute ist Hans Kuony die zentrale Symbolfigur der Stockacher Fastnacht. Beim Narrengericht ist er selbst als Figur dabei — als Narr, der das Geschehen begleitet und sozusagen der geistige Ursprung der Veranstaltung ist. Jedes Jahr am „Schmotzigen Dunschtig“ wird eine prominente Persönlichkeit, oft aus der Politik, vor das Narrengericht geladen. Dabei geht es nicht darum, zu bestrafen, sondern um satirische Kritik. Damit ist Kuony viel mehr als nur ein vermeintlicher Mythos — er ist ein lebendiges Symbol für politische Satire und bürgerliche Selbstbestimmung. 

Und wenn mal keine Fasnacht ist, macht der Hans-Kuony Brunnen als Denkmal auf diese Tradition aufmerksam. Die Brunnenfigur zeigt Kuony als warnenden Narren mit erhobenem Finger. Die Figur wurde von dem Bildhauer Werner Gürtner, geschaffen. Seit die Innenstadt umgestaltet wurde, steht der Brunnen in der Hauptstraße vor dem Bürgerhaus. Der Brunnen, das Narrengericht und die Figur des Hans Kuony sind alle miteinander verbunden. Sie machen die Geschichte in Stockach sichtbar und erlebbar. Obwohl manche Historiker bezweifeln, dass es Kuony wirklich gab, ist seine Wirkung unbestreitbar. Er steht für eine jahrhundertealte Tradition, in der Humor, Kritik und Gemeinschaft zusammenkommen. Somit trägt der Narr bis heute zur kulturellen Identität von Stockach bei. 

Auf Spurensuche: Ein Stein, der seinen Namen trägt

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Wieso ein 600 Jahre alter Tscheche für uns relevant ist, und wie wir dafür kämpfen mussten

Das älteste der Hus-Denkmäler in Konstanz ist der Findling, der den Ort der Verbrennung kennzeichnet. Er wurde 1862 aufgestellt, nachdem 30 Jahre darüber diskutiert wurde, und trägt auf seiner verwitterten Oberfläche ein Schild, das die Aufschrift “Jan Hus 6.(14.)Juli 1415” ziert. Er steht (wahrscheinlich) an der Stelle, an der Jan Hus und Hieronymus von Prag verbrannt wurden, hingerichtet durch Feuertod. Die Randdaten und Umstände haben wir im letzten Beitrag schon angeschnitten, ansonsten hier gerne auffrischen.

Auf dem Platz des Findlings in Konstanz kreuzen sich zwei Straßen, eine gepflasterte Wendeplatte, wenn man so will. Vor dem Stein lädt eine Bank zum Niederlassen ein, ein paar Blümchen zieren die Stein-Insel. Heute schaut man auf eine ruhige Wohngegend, früher blickte man auf unbebautes Gebiet. Wenn man still ist, hört man Vögel zwitschern, ab und an läuft ein Hundehalter oder eine Joggerin vorbei. Es ist auf der einen Seite befremdlich, wie ein Ort von so viel Grauen zu so einer Ruheoase werden kann, auf der anderen Seite ist es tröstend. Der Findling ist imposant, er misst 350 Zentner¹ schwärzlichen Kalkstein, seine äußere Gestalt ist recht unscheinbar. Es sind keine Formen eingeritzt, keine bildhauerischen Kunstwerke hinzugefügt, und der wenigen Flechten nach zu urteilen wird sie regelmäßig gereinigt. Trotzdem trägt der Findling große Bedeutung für Hus’ Vermächtnis und ist ein Meilenstein in vielerlei Hinsicht.

Warum die (14.)?

Hus hatte selbst im tschechischen Raum schon einen halben Reformkrieg hinter sich. Das Schisma (also die Differenzen wegen mehr als nur eines Papstes und die drohende Kirchenspaltung) hatte ihn als Sprecher der böhmischen Theologen, und mit dem Aufruf zum Kreuzzug einer der Päpste mit Versprechen zum Ablass für alle Kämpfenden entfachte eine erneute Welle an Kritikern des Ablasskonzeptes. Am 14. Juli 1412 wurden drei Männer, die sich besonders dagegen engagierten, hingerichtet, was zu Empörung und sofortiger ‘Märtyrisierung’ der Hingerichteten führte. Auch wenn sich kein definitiver Hinweis auf den Zweck der eingeklammerten 14 auf dem Hussenstein findet, könnte sie eine stumme Hommage an die drei Märtyrer von 1412 sein, schließlich starben alle fünf Hingerichteten wegen ihrer Kirchenkritik.

Wir haben ihm (endlich) ein Denkmal gebaut

Schon in den 1830ern versuchte man, in Konstanz ein Denkmal für Hus und Hieronymus zu errichten. Der damalige Bürgermeister Karl Hüetlin bekam mit seiner Idee reichlich Gegenwind. Trotzdem taufte er ein Dampfschiff nach dem Reformator, das später jedoch wieder umbenannt wurde.

Konstanz gehörte 1830 zum Großherzogtum Baden, das sich von 1815 bis 1866 u.a. mit den Königreichen Württemberg, Hohenzollern, Bayern und dem Kaiserreich Österreich zum Deutschen Bund zusammenschloss. Die monarchische Ordnung der Länder rief immer wieder liberale Gegenstimmen auf den Plan, zu denen auch Karl Hüetlin gehörte. Die Liberalen sahen in Hus nicht nur einen religiösen Reformator, sondern auch einen Märtyrer für freie Meinungsäußerung (in dem Fall monarchiekritisches Gedankengut). Hüetlins publike Bemühungen, der liberalen Schildfigur ein Denkmal zu setzen, erregten die Aufmerksamkeit des österreichischen Außenministeriums, das zu dem Zeitpunkt über das böhmische Gebiet, das heutige Tschechien und Hus’ Heimat, herrschte. Dringendes Anraten von Österreich, und nach dem Dampfschiff-Eklat später auch Baden, hinderten Hüetlin letztendlich an der Umsetzung. Erst 1861, nach den liberalen Reformen unter Großherzog Friedrich I., wurden die Bemühungen um ein Denkmal für Hus und Hieronymus wieder aufgenommen. Den ehemaligen Ort der Verbrennung der beiden befand man als geeignete Gedenkstätte, die zwei Jahre später mit dem Findling aus Hegne umgesetzt wurde. Finanziert wurde es kurzerhand aus freiwilligen Spenden verschiedener Quellen, beispielsweise Macaire (Indigo-Färberei auf der Dominikanerinsel, heute Inselhotel), Herosé (Textildruckerei auf dem Areal des heutigen gleichnamigen Parks) und Jakob Stadler (ehemaliger Eigentümer des Stadler-Verlages, bis 1866 Bürgermeister von Konstanz²). Nach über vier Jahrhunderten bekamen Hus und Hieronymus endlich ihr Denkmal, und trugen mit der Neukonnotierung auch zum europäischen politischen Fortschritt bei.

Der Stein heute

Tschechische Auslandsvereine freuten sich über die Ehrung ihres Vorfahren so sehr, dass kleinere und größere Besuche und Pilgerfahrten an den Hussenstein organisiert wurden. Bis heute ist die posthume Anerkennung von Hus’ Bemühungen ein großer Teil des tschechischen Nationalstolzes, was gerade in den Jahren des Konzilsjubiläums zu weiteren künstlerischen Gedenkorten führte, auch wenn die Pilgerfreude hierher abgenommen hat. Aber nicht alle sind mit dem Hussenstein glücklich, vereinzelte Stimmen zum Beispiel der alteingesessenen Familie Gebauer zeigen sich enttäuscht über die Unterwältigkeit des Denkmals angesichts Hus’ europäischem Märtyrerstatus.

¹Das behauptet jedenfalls die Stadt Konstanz auf ihrer Website. Südkurier spricht von 35 Tonnen. Laut des deutschen Zollvereins ist jedoch seit 1858 ein Zentner als 50kg festgelegt, was den Stein 17,5 Tonnen schwer machen würde. Andere Quellen sprechen von ‘nur’ wenigen Hundert Kilo Gewicht. Die zeitliche Nähe der Normierung des Zentners und Aufstellung des Steins wirft aber auch eine prä-normierte Verwendung von “Zentner” in den Raum. Eigentlich hat also keiner wirklich eine Ahnung wie schwer das Ding ist.

²Wer jetzt denkt “Moment, den Namen Stadler hab ich doch schonmal gehört…”: Die erste Druckerei des Verlages Stadler war im gleichnamigen Stadlerhaus, das am 25. Juli 2024 Feuer fing und dadurch für Schlagzeilen sorgte. Seitdem werden die teilweise bereits sanierten Räumlichkeiten für Ausstellungen genutzt. Aber auch für die schöne Jugendstilarchitektur lohnt sich ein Besuch!

Unser zweiter Stopp im nächsten Beitrag führt uns gen Osten auf den Stephansplatz, wo wir auf der Südwand des Bürgersaals eine Installation erblicken, die eigentlich seit 2018 wieder abgebaut werden sollte: “Wahrheit”. Es empfiehlt sich, an sonnigen Tagen dorthin zu gehen, vielleicht ja sogar im Juni oder Juli. Durch einen kurzen Einblick in Hus’ Lehren erhalten wir verschiedene Perspektiven auf Wahrheit, die das Kunstwerk in Perspektive rückt.

Auf Spurensuche: Jan Hus und seine Denkmäler

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Allgemein, Deutsch, Kulturell, Kunst & Architektur, Kunst im öffentlichen Raum

Das Konzil ist zweifelsfrei das bedeutendste Ereignis, das Konstanz jemals ausrichten durfte. Bis heute, über 600 Jahre später, prägt es die Stadt und den Tourismus. Die Praxis, die Schattenseiten des Konzils aufzuarbeiten, ist eine eher moderne Entwicklung, deren Feld noch nicht voll ausgeschöpft ist. Eine der Schattenseiten ist die Verurteilung zum Tode des tschechischen Reformators Jan Hus, dem durch verschiedene Kunst- und Denkmäler gedacht wird.

Wer, wie, wo, warum?

Johannes Hus, geboren etwa 1369, war ein tschechischer Geistlicher, der zum Konzil 1414-18 nach Konstanz geladen wurde. König Sigismund sicherte ihm freies Geleit zu, was jedoch gebrochen wurde, als Hus früher als vereinbart ankam. Sigismund selber erreiche Konstanz erst nach Hus, regte jedoch außer seinem Gemüt keinen Finger für Hus’ Freiheit.

Nach einigen Jahren Gefangenschaft in verschiedenen Gebäuden wurde Hus schließlich zum Tod durch Feuer verurteilt und verbrannt. Der Grund? Er sei ein Ketzer. In Wahrheit vertrat Hus jedoch reformatorische Ansichten, die die Lebensweise des Klerus und die Besitzfülle der Kirche kritisierten. Davon war die Kirchenspitze nicht begeistert, konnte aber im böhmischen Raum nichts gegen ihn tun. Ein taktischer Bruch des Geleitversprechens ist deshalb nicht auszuschließen, da auch Hus’ Klerik-Kritik und reformatorische Unruhen durch das Konzil beseitigt werden sollten und ein Geleitbrief die Gefangenname, Verurteilung und Aufforderungen zum Widerruf unter Androhung der Todesstrafe nicht ermöglicht hätte. Seine Verbrennung am 6. Juli 1415, und ein Jahr später am 30. Mai 1416 auch die des Hieronymus von Prag, schlug Empörungswellen, die zu den Hussitenkriegen führten. Sogar Luther berief sich später auf Hus‘ Lehren, und noch heute wird er im tschechischen Raum verehrt wie ein Nationalheiliger. Ironischerweise musste Sigismund, der, um sich die Böhmische Krone seines Bruders Wenzels zu sichern, Hus’ Geleitversprechen nicht durchsetzte und damit indirekt für seinen Tod verantwortlich wurde, nach den Hussitenkriegen eben jene Kirchenreformen, die mit Hus verbrennen sollten, anerkennen.

In den nächsten Wochen reisen wir durch Konstanz und verfolgen Stationen auf dem Leidensweg von Jan Hus. Unser erster Stopp führt uns ins Paradies zwischen dem Alten Graben und Zum Hussenstein, wo wir über die Bedeutungswandlung reden, vom Gelehrten zum Märtyrer und was Europa damit zu tun hat. Gemeinsam fangen wir dort an, wo für ihn alles aufhörte, und doch irgendwie alles begann: Der Hussenstein.

„Wir zeigen, was wir können!“ Schüler:innen-Ausstellung am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

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Kunst ist nur was für Profis? Von wegen! Unter dem Motto “Wir zeigen was wir können” präsentieren die Schüler:innen des Alexander-von-Humboldt-Gymnasium der 5. bis zur 12. Klasse Bilder, Skulpturen und andere Kunstwerke, die sie im Unterricht kreiert haben. Das ganze Schulhaus wird dabei zur Ausstellung. Egal ob Treppenhaus oder Seitengang, dort wo Platz ist wird ein Rahmen aufgehängt, ein Podest aufgestellt oder ein paar Nägel in die Wand gehauen. Tonmodelle, umfunktionierte Schuhkartons, nekromantische Bücher und Pappmaché-Büsten sind nur ein Ausschnitt möglicher Materialien.

Neugierig geworden?

Komm zur Vernissage am 30.01.26 um 18 Uhr in die Aula der Schule, genieße eine darstellerische Überraschung und schlendere danach durchs Schulhaus, oder schau noch bis zum 24. April 2026 zu den Öffnungszeiten der Schule zum regulären Betrieb vorbei. Der Weg in die Aula ist ganz einfach, die große Treppe hoch und dann “durch” den Vorhang!

Tipp: Die großen Pausen sind 9:15-9:30, 11:05-11:25 und 13-14 Uhr, diese Zeiten würde ich meiden.

Wir haben dazu auch ein Reel auf Instagram, klicke hier!

Warum das Humboldt?

In Konstanz gibt es viele weiterführende Schulen, jede mit eigenen Vor- und Nachteilen. Das Suso-Gymnasium ist zum Beispiel ein humanistisches Gymnasium, das heißt Latein verpflichtend ab Klasse 5 und Griechisch optional ab Klasse 8, die Geschwister-Scholl-Schule bietet sowohl einen Musik-, als auch einen Theater- und einen Sportzug für Real- und Gymnasialschüler:innen an, das Ellenrieder-Gymnasium unterrichtet manche Schulfächer auf Englisch und fördert die zweisprachige Schulausbildung, und das Humboldt-Gymnasium hat den Kunstzug. Ab der fünften Klasse kann dieser besucht werden, aber auch in der 8. und 11. Klasse (G8) sind Ein- und Ausstiege möglich. So werden schon sehr früh wichtige Grundlagen der Kunsttheorie und -schaffung vermittelt, die über den Lehrplan des zweistündigen Kunstunterrichts hinausgehen; über die Relevanz von Skizzen, Perspektive und verschiedenen Medien bis hin zu Kunstgeschichte, Architektur und Stil.

Dadurch wird eine einzigartige Ausstellung mit bemerkenswerten Bildern, Zeichnungen, Skulpturen und vielem mehr ins Leben gerufen, die in ihrer Vielfalt unvergleichlich ist. Zusammen mit der Altbau-Architektur entsteht ein gewisser Charme, der neben stolzen Eltern und Mitarbeitern auch Ehemalige regelmäßig in ihren Bann zieht.

Auch ich bin eine ehemalige Schülerin des AvH, und nach wie vor beeindruckt und verzaubert von dem, was dort auf die Beine gestellt wird. ~Sophie, Autorin dieses Beitrags.

Vier magische Winter-veranstaltungen

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1. Der Konstanzer Weihnachtsmarkt am See 

Vom 27.11. bis zum 23.12.2025

Wie jedes Jahr, findet der diesjährige Konstanzer Weihnachtsmarkt entlang des Seeufers, im Stadtgarten und über die Marktstätte hinweg, statt. Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit spielen hier eine essentielle Rolle.

Zahlreiche individuell gestaltete Hütten, samt ihrer liebevollen Details und den unzähligen Lichtern, erschaffen eine magische Weihnachts-Atmosphäre. Es gibt eine große Auswahl an hochwertigen und handgefertigten Produkten sowie ein vielfältiges Speise- und Getränkeangebot. Ob auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk, etwas stöbern oder einfach nur zum schlemmen – es ist für alle etwas dabei.

Weitere Infos unter: https://weihnachtsmarkt-am-see.de 

 

2. Das Konstanzer Weihnachtssingen

Am 12.12.2025 von 18:00-19:30 in der Schänzle Sporthalle 

Die HSG Konstanz lädt zu einer stimmungsvollen Veranstaltung ein. Das Konstanzer Weihnachtssingen bietet einen Abend voller Musik, guter Laune und Einstimmen auf die Weihnachtszeit. Der Chor und das Orchester des Ellenrieder-Gymnasiums singen und begleiten bekannte Weihnachtslieder. Zusätzlich gibt es einen Auftritt der HSG-Cheerleader. Nach dem Programm sind alle herzlich willkommen, bei Glühwein, Punsch und Plätzchen in einer geselligen Runde zu verweilen. 

Weitere Infos und Tickets: www.konstanzer-weihnachtssingen.de 

 

3. Kunstgeschichte am Samstagvormittag

Am 13.12.2025 (sowie am 17.01.2026 und am 07.02.2026) von 10:30-12:00 im Bildungszentrum Konstanz

Das Kunstseminar mit der Kunsthistorikerin Ines Stadie eröffnet ein breites Spektrum der Kunstgeschichte, um sich intensiv mit Kunstwerken auseinanderzusetzen. In einer gemütlichen Atmosphäre mit einer Tasse Tee, werden folgende Fragen aufgegriffen: 

Woran erkennt man eine bestimmte Epoche? Wie wurde ein bestimmtes Thema über die Zeiten dargestellt und welche Bedeutung hatte es? Welche Geschichten stecken hinter Themen, Objekten und Kunstströmungen? 

Die nächsten Termine haben diese Überthemen: 

13. Dezember: Skurrile Schönheitstrends der (Kunst-) Geschichte

17. Januar: Verflucht?! – Mysteriöses und Legenden aus der (Kunst-) Geschichte

07. Februar: Der Fluch des Pharaos? – Tutenchamun, sein geheimnisvolles Grabdenkmal und der britische Lord

Weitere Infos und Tickets unter: https://www.bodenseewest.eu/event/kunstgeschichte-am-samstagvormittag-6d6c3c7616 

 

4. Konstanz singt! 

Am 28.12.2025 von 19:00-23:00 im Kula Konstanz 

Dieser Abend ermöglicht es, einen Chor aus allen Besucher:innen zu kreieren. Vorkenntnisse sowie Noten sind hierbei nicht von Bedeutung. Es geht um den Spaß und um die Liebe zur Musik. Konstanz singt ist für alle etwas, die das Gänsehautgefühl des gemeinsamen Singens erleben möchten und in nur zwei Stunden ein mitreißendes Lied zusammen erarbeiten wollen.

Weitere Infos unter: http://konstanzsingt.de 

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Stadtgarten Konstanz im Winterzauber. Der Boden, die Baumäste sowie die Hütten des Weihnachtsmarktes sind von Schnee bedeckt. Die Sonne scheint durch die von Schnee bedeckten Äste hindurch und reflektiert auf den weißen Boden.