Hochschulgruppe Uni Konstanz

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Interview mit Sarah Hugentobler: Wer spricht, wenn ich spreche?

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Allgemein, Deutsch, Interviews, Kulturell

Wer ist «Ich»? Und bin ich noch «Ich», wenn ich viele bin? Oder bin ich nur «Ich» durch «Dich»?

In «Bin ich das? Ein Solo für Viele» setzt sich die Künstlerin und Swiss Art Award-Preisträgerin Sarah Hugentobler mit Fragen rund um Identität und Wahrnehmung auseinander. Mit Lip-Sync, Videoprojektionen und viel Humor leiht sie ihren Körper den Stimmen dreier ganz unterschiedlicher Menschen. Was passiert, wenn Stimme und Erscheinung nicht zusammenpassen? Und wo verschwimmen die Grenzen zwischen Ich und Du?

Am 24. Oktober ist die Performance im Phönix Theater in Steckborn und am 27. November in der Bachturnhalle in Schaffhausen zu sehen. Im Interview erzählt sie, wie das Stück entstanden ist, welche Herausforderungen sie dabei gemeistert hat und was sie daran fasziniert, den Stimmen anderer Menschen ihren Körper zu leihen.

Sarah Hugentobler bei ihrer Performance mit einem tragbaren Lautsprecher am Shirt. Im Hintergrund zeigt eine Videoprojektion sie im Kostüm beim Musizieren.

Schlachthaus Theater – Sarah Hugentobler, «Bin ich das? Ein Solo für Viele» © Ben Zurbriggen

Welches Verhältnis hast du zu Theater und Rollenspielen? Wie bist du dazu gekommen?

Ich habe schon vor meinem Kunststudium Theater gespielt und fand es immer faszinierend. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich in Theaterproduktionen vor allem in der ausführenden Rolle war und selbst kreieren wollte. Ich wollte meine eigene künstlerische Sprache entwickeln und habe mich deshalb für ein Studium der bildenden Kunst entschieden. Das Theater habe ich aber immer ein bisschen vermisst.

Ich habe mich dann vor allem dem Video gewidmet und dabei eine eigene Arbeitsweise entwickelt, in der ich meine Figuren selbst spiele und mit Lip-Sync arbeite. So konnte ich bereits performen, allerdings vor der Kamera und nicht live. Mich hat es immer interessiert, als bildende Künstlerin mit anderen Disziplinen in Kontakt zu kommen. Als ich anfing, Videos für Theaterproduktionen zu machen, merkte ich, wie spannend es ist, Video und Live-Situationen miteinander zu verbinden.

Deshalb habe ich mich entschieden, einen Performance-Master an der HKB in Bern zu machen. Dort kamen Menschen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen zusammen, etwa aus der bildenden Kunst, dem Schauspiel, der Musik und dem Tanz. In diesem Rahmen konnte ich ausprobieren, wie ich meine Arbeit mit Video und Lip-Sync auf die Bühne übertragen kann. Ich habe dort zum ersten Mal live Lip-Sync gemacht und dabei habe ich gemerkt, wie gut das funktioniert und wie viel Spaß mir das Auftreten macht. Seitdem weiß ich, dass ich diesen Weg weiterverfolgen möchte.

 

Wie ist die Idee zu «Bin ich das? Ein Solo für Viele» entstanden? Gab es einen konkreten Moment, eine Begegnung oder eine Frage, die den Ausgangspunkt bildete?

«Bin ich das? Ein Solo für Viele» ist mein erstes abendfüllendes Bühnenstück. Es ist eine Koproduktion mit dem Schlachthaus Theater in Bern, wo im letzten Herbst die Premiere stattfand.

Der Ausgangspunkt war eine kürzere Performance mit dem Titel «Floating Knights». Dafür habe ich zum ersten Mal Interviews geführt und mit drei unterschiedlichen Männern gesprochen. Es war auch meine erste Performance ohne Video. Dabei habe ich entdeckt, wie faszinierend ich die Sprechweise von Menschen in privaten Gesprächen finde. 

Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, versuche ich, einen Raum zu schaffen, in dem sich die Person wohlfühlt und frei erzählen kann. Zu diesem freien Erzählen gehört für mich auch, dass Menschen ihre Sätze erst beim Sprechen entwickeln. Sie versprechen sich, machen Denkpausen, lachen oder husten. Ich finde es unglaublich interessant, diese Eigenheiten in der Performance zu reproduzieren, also beispielsweise auch einen Versprecher nachzuspielen. Dabei habe ich gemerkt, dass Sprache nicht nur aus Informationen besteht, sondern auch aus Klang und Rhythmus. Ich übe die Aufnahmen sehr musikalisch ein und muss sie oft wiederholen, bis ich mir ihren Rhythmus eingeprägt habe.

Mich interessieren besonders Gespräche mit Menschen, die es nicht gewohnt sind, vor einem Mikrofon zu sprechen oder in der Öffentlichkeit zu stehen. Ihre Art zu erzählen hat eine besondere Qualität, die ich sehr spannend finde. Aus dieser Beschäftigung mit privaten Gesprächen ist schließlich auch «Bin ich das? Ein Solo für Viele» entstanden.

Sarah Hugentobler musiziert auf der Bühne. Im Hintergrund zeigt eine Videoprojektion zwei Dalmatiner.

Schlachthaus Theater – Sarah Hugentobler, «Bin ich das? Ein Solo für Viele» © Ben Zurbriggen

Du hast dich letztlich auf drei sehr unterschiedliche Menschen konzentriert. Was hat dich an ihren Geschichten interessiert?

Zum Beispiel habe ich für das Stück ein neunjähriges Mädchen interviewt, das mir ihr Puppenhaus erklärt hat. Solche Geschichten hört man normalerweise nicht im Radio oder Fernsehen. Mich interessieren genau solche ungewöhnlichen Einblicke.

Ursprünglich hatte ich vor, acht bis zwölf Menschen zu interviewen. Dann habe ich aber gemerkt, dass die drei Personen, mit denen ich gesprochen hatte – ein Mädchen, eine Künstlerin und der Nachbar meiner Eltern –, bereits so viel Material lieferten, dass ich mich lieber intensiver mit ihnen beschäftigen wollte. Aus diesen drei Gesprächen ein Stück zu entwickeln, wurde zum Konzept.

Dabei war von Anfang an Teil des Konzepts, dass ich noch nicht wusste, was die Menschen erzählen würden. Als ich das Projekt für Förderungen einreichte, standen die Form und die Arbeitsweise bereits fest: Ich wollte mit Videoprojektionen und einer Videofigur arbeiten und einen tragbaren Lautsprecher einsetzen, sodass die Stimmen direkt aus meinem Körper zu kommen scheinen. Über Lip-Sync und Körpersprache interpretiere ich sie dann auf der Bühne. Was die Menschen tatsächlich erzählen würden, war dagegen noch offen – und genau diese Offenheit gehörte zum Konzept.

 

Was war die größte Herausforderung bei der Entwicklung dieses Stücks?

Die größte künstlerische Herausforderung war, aus dieser festgelegten Form und den ganz unterschiedlichen Geschichten ein ganzes Stück zu entwickeln. Ich habe mich intensiv mit den drei Personen auseinandergesetzt und versucht, Verbindungen zwischen ihnen und auch zu mir selbst zu finden. Mein Wunsch war, mich so tief in ihre Geschichten einzuarbeiten, dass ich dem Publikum vermitteln kann, was mich an diesen Menschen fasziniert.

Gleichzeitig ist das, was auf der Bühne entsteht, natürlich auch mein ganz persönlicher Blick auf sie. Ich kann die Personen nicht einfach dokumentarisch abbilden. Indem ich ihre Stimmen und Geschichten in einen künstlichen Theaterkontext setze, entstehen Figuren, die auch von meiner Wahrnehmung geprägt sind. Das wirft für mich Fragen nach Verantwortung und Macht auf: Ich entscheide, was ich aus ihren Erzählungen mache, während sie darauf keinen Einfluss mehr haben. In gewisser Weise sind sie meine Puppen in meinem Puppenhaus. Gleichzeitig werde ich während der Aufführung selbst zur Marionette ihrer Stimmen, weil ich ihnen ganz genau folgen muss – bis hin zum Atmen oder Räuspern. Mich interessieren diese unterschiedlichen Machtverhältnisse, die in der Arbeit miteinander entstehen.

Sarah Hugentobler sitzt auf der Bühne und zeigt auf etwas an der Decke des Theaterraums. Neben ihr ist eine Videoprojektion zu sehen.

Schlachthaus Theater – Sarah Hugentobler, «Bin ich das? Ein Solo für Viele» © Ben Zurbriggen

Wie hast du die Geschichten und Stimmen dann in konkrete Bühnensituationen übersetzt?

Das war eine weitere große Herausforderung, denn es gab sehr viel Text. Ich wollte nicht einfach eine Stunde lang dastehen und Lip-Sync machen, sondern die Geschichten in den Theaterraum übersetzen. 

Dabei kam mir wieder das Puppenhaus des Mädchens in den Sinn. Wenn sie erzählt, wo ihre Mutter, ihr Vater und der Hund im Puppenhaus sitzen, zeige ich auf Menschen im Publikum. Wenn sie sagt, dass ein Licht kaputt ist, zeige ich auf die Theaterbeleuchtung. Ähnlich gehe ich mit den Geschichten der anderen beiden Personen um. Der Nachbar meiner Eltern erzählt zum Beispiel von seinem Haus, das er selbst umgebaut hat. Auch diese Geschichte übertrage ich auf den Theaterraum. Solche konkreten Verbindungen zu finden, war für mich entscheidend.

 

Was hast du durch die Arbeit am Theater über die Unterschiede zur bildenden Kunst gelernt – und was kannst du aus beiden Bereichen jeweils für deine weitere Arbeit mitnehmen?

Die Produktionsbedingungen am Theater waren neu für mich. Ein ganzes Stück auf die Beine zu stellen, bedeutet viel organisatorischen und administrativen Aufwand: Ich muss Geld auftreiben, ein Team zusammenstellen und Produktionspartner finden. Das ist anspruchsvoll und ich lerne bis heute dazu.

Am Theater finde ich toll, dass ich vor einem Live-Publikum auftreten und ein ganzes Stück entwickeln kann. Außerdem lassen sich größere Projekte umsetzen, bei denen ich mit anderen Menschen zusammenarbeite und sie für ihre Arbeit bezahlen kann. Gleichzeitig ist die Organisation viel aufwendiger. In der bildenden Kunst schätze ich dagegen, dass man unkomplizierter experimentieren und auch einmal etwas ausprobieren kann, ohne anderthalb Jahre im Voraus planen zu müssen.

Ich möchte auch in Zukunft zwischen Theater und bildender Kunst wechseln und mir aus beiden Bereichen das mitnehmen, was mich interessiert. Ich finde es spannend, wie sie sich gegenseitig inspirieren und voneinander profitieren können.

 

Wo die Performance als Nächstes zu sehen ist:

Sa, 24. Oktober 2026 — 19.30 UHR

Phönix Theater, Steckborn

Sa, 27. November 2026 — 19.30 UHR

Theater Bachturnhalle, Schaffhausen

360° Panorama Konstanz

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken, Kulturell, Kunst & Architektur

Seit dem 12.09.2026 lädt das 360° Panorama in Konstanz zu einer Reise in die Vergangenheit ein.

Schon von außen zieht das 50 Meter hohe, zylinderförmige Gebäude mit der außergewöhnliche Architektur, die Blicke auf sich. Im Inneren eröffnet sich eine völlig andere Welt. Der Künstler Yadegar Asisi schafft mit seinem Panorama einen Raum, in dem Zeit, Realität und Dimension für einen Moment in den Hintergrund treten.

„Ich möchte eine Geschichte erzählen, die eigentlich kein Ende hat.“ Yadegar Asisi

 

Eine Reise in die Geschichte von Konstanz zu Zeiten des Konzils

Von 1414 bis 1418 wurde Konstanz zum Schauplatz des Konstanzer Konzils und damit für vier Jahre zum Zentrum der europäischen Welt. Macht, Glaube, Angst und Hoffnung prägten dieses Weltereignis.

Besucher:innen tauchen ein in die Welt von Konstanz im Mittelalter. Historische Darstellungen in der Ausstellung werden den Darstellungen des Panoramas gegenübergestellt.

Die Ausstellung und das 360° Panorama machen das Konstanzer Konzil von 1414–1418 immersiv erlebbar.

 

Der monumentale 360° Ausstellungsraum

Im Inneren des Turms befindet sich das über 30 Meter hohe Kunstwerk, ein Raum voller Licht und Atmosphäre: das 360° Panorama von Yadegar Asisi.

Auf mehr als 3.200 m² Bildfläche verbindet das 360° Panorama Kunst, Architektur, Licht und Klang zu einer atmosphärischen Reise durch das mittelalterliche Konstanz.

Filmische Lichtwechsel, historische Präzision und eine eindrucksvolle Klangkulisse lassen die Szenerie lebendig wirken. Zeitlich unterschiedliche und räumliche Situationen fügen sich auf dem Panorama zu einem Gesamtbild zusammen.

Für die Besucher:innen eröffnet sich somit eine atmosphärische Kunsterfahrung, die Geschichte aus einer unmittelbaren Perspektive erzählt und Vergangenheit auf eindrucksvolle Weise zum Leben erweckt.

 

Mehr zu dem 360° Panorama auf unserem Instagram Account:

KWS goes Panorama 360° auf Instagram

Weitere Informationen & Tickets unter:

Panorama Konstanz

Gemeinschaft in Konstanz – regelmäßige Angebote für den schmalen Taler

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Neulich habe ich mich mit einer Freundin getroffen, um Löcher in unserer Kleidung zu flicken. Am Ende sagte sie: “Ich wünschte, sowas gäbe es hier regelmäßig”. Gibt es. Und das brachte mich auf den Gedanken zu diesem Artikel: Kostenfreie oder klein bepreiste Angebote für Gemeinschaft in Konstanz. Wer also schonmal mit dem Gedanken gespielt hat, das ganz persönliche Hobby oder ein Sportangebot in Gesellschaft anderer Leute auszuüben, kann hier gern weiterlesen.

(Angaben ohne Gewähr)

Buchclubs

Beyond Words Club

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Mittwochs ab 18 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: Instagram beyond.words.club.kn

Man liest ein Buch pro Monat gemeinsam, und diskutiert bei Kaffee und Tee über dieses Buch, andere Bücher oder ähnliche Themen. Man darf auch sein eigenes Buch und ein paar Snacks mitbringen.

Silent Book Club

Wo: Foyer der Stadtbibliothek Konstanz, jeden zweiten Samstag 12-14 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: Instagram silent-book-club-konstanz; Mail: silentbookclub.konstanz@tutamail.com

Dieser Buchclub hat keine Pflichtlektüre. Man kann eigenen Lesestoff mitbringen, sich in der Bibliothek etwas ausleihen oder sogar mit eigenem Equipment Hörbücher hören, wenn man nicht lesen möchte. Es wird mit einer Begrüßungsrunde gestartet und anschließend eine Stunde schweigend mit dem mitgebrachten Buch o.Ä. verbracht, abschließend gibt es eine freiwillige Austauschrunde. Das Angebot richtet sich an alle Altersstufen.

Offener Lesekreis

Wo: Hospitzverein Konstanz, einmal im Monat an einem Mittwoch, 19-20:30 Uhr

Kosten: Keine, Spende möglich

Kontakt: https://hospiz-konstanz.de/angebot/offener-lesekreis/

Hier wird es etwas traditioneller: Zu Beginn des Jahres wird eine Leseliste veröffentlicht, mit den jeweiligen Terminen des Lesekreises. Das korrespondierende Buch soll bis zum Treffen gelesen werden, anschließend tauscht man sich darüber aus. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten.

45-Minuten-Buchclub (Stand SoSe 2026)

Wo: HTWG Konstanz, Raum G032, festgelegte Termine, 19-19:45 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: https://www.htwg-konstanz.de/bachelor/asian-studies-and-international-management/aktuell/45-minuten-buchclub

Aus der überraschenden Ecke der Asian Studies and International Management kommt ein Lesekreis über internationale Bücher, mit Schwerpunkt auf asiatischer Literatur. An drei Terminen traf sich der Buchclub letztes Semester, um über die vorher veröffentlichten Buchtitel zu sprechen. Es bleibt abzuwarten ob das Angebot für das Wintersemester weiter besteht. Es ist Voraussetzung das jeweilige Buch auf englisch oder deutsch gelesen zu haben, sonst richtet sich das Angebot an alle Interessierten.

Hobby

Malen mit Christiane

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Dienstag 9:30-11 Uhr

Kosten: Keine, Spenden möglich

Kontakt: chrschmidt@directbox.com, Büro Treffpunkt Petershausen, https://www.konstanz.de/kultur+_+freizeit/kultur-+und+begegnungszentren/treffpunkt+petershausen/angebote

Kunstpädagogin Christiane Schmidt bietet wöchentlich gemeinsam Zeichnen und Malen ohne Vorkenntnisse an. Material und Platz gibt es vor Ort. Aufgrund der begrenzten Platzsituation gibt es immer mal wieder eine Warteliste, eine Anmeldung dort ist zwingend erforderlich. Den aktuellen Status kann man auf der Website des Treffpunkt Petershausen unter dem Drop-Down-Menü von Dienstag einsehen.

Nähstube für Reparaturen

Wo: Treffpunkt Petershausen, jeden zweiten Mittwoch 15-17 Uhr (derzeit Sommerpause)

Kosten: Keine, Spenden möglich

Kontakt: Telefon 07531 51069, nächster Termin auf der Website https://www.konstanz.de/kultur+_+freizeit/kultur-+und+begegnungszentren/treffpunkt+petershausen/angebote

Endlich mal die aufgeplatzte Naht reparieren die den Pulli vom letzten Winter untragbar gemacht hat, das ausgefranste Hosenbein kürzen oder den Knopf an dem Hemd mit dem hübschen Muster wieder annähen klingt nach einer guten Idee? Malak und Michaela zeigen, wie das geht. Mit Nähmaschinen und Material vor Ort bekommt die Lieblingskleidung ein zweites Leben. Der Raum ist ausschließlich für Reparaturen und kleine Änderungsarbeiten, nicht für ganze Nähprojekte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Maschen Am See

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Mittwoch 18-20 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: maschen.am.see@web.de, Instagram maschen.am.see

Erfahrene Strickende und Häkelnde (und manchmal auch andere Dinge mit Wolle arbeitende) Menschen treffen sich regelmäßig zum miteinander quatschen, Tee trinken, Gebäck essen und natürlich zum Vorankommen beim eigenen Arbeitsprojekt. Das Angebot ist kein Kurs, es wird also nichts Grundlegendes beigebracht, und alle Materialien müssen selbst mitgebracht sein. Anmeldung möglich, aber nicht notwendig.

Brettspielabende

Wo: St. Johann Coworking Konstanz Altstadt, Gemeindezentrum K10 Wollmatingen, Gemeindesaal evangelische Auferstehungskirche Litzelstetten, Termine s.u.

Kosten: Keine

Kontakt: https://spielraum-bodensee.de/

Du magst Spiele? Cool, Spielraum Bodensee auch: Der 2025 gegründete Verein für Gesellschaftsspiele engagiert sich seither für kommunale Spielangebote, offene Räume und entspanntes Zusammenkommen. Monatlich gibt es in den Stadtteilen Altstadt, Wollmatingen und Litzelstetten offene Spieleabende mit der Sammlung des Vereins, Spielenachmittage in Litzelstetten (Achtung – andere Adresse!) und Wollmatingen und einzelne Events in ganz Konstanz. Die aktuellen Termine gibt es hier.

Gesellschaft

Café im Foyer

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Dienstag bis Freitag, 9-12 Uhr

Kosten: optionaler Konsum

Kontakt: https://www.konstanz.de/kultur+_+freizeit/kultur-+und+begegnungszentren/treffpunkt+petershausen/angebote, Telefon 07531 51069

Gemütlich rumsitzen und Zeitung lesen, mit Freunden quatschen und eigenes oder gekauftes Frühstück verzehren klingt gut? Genau das bietet der Treffpunkt Petershausen in seinem Foyerscafé an. Das Besondere: Es besteht kein Konsumzwang, es ist also auch total in Ordnung sich selbst Tee, Kaffee oder Essen mitzubringen. Es gibt jedoch auch ein kleines Frühstücksangebot zu kaufen, falls man das lieber möchte. Es braucht keine Voranmeldung, die Veranstalter freuen sich jedoch bei größeren Gruppen eine Ankündigung zu bekommen, damit größere Mengen vorbereitet werden können.

Kaffeekränzchen

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Donnerstag 15-17 Uhr

Kosten: ggf.

Kontakt: https://www.konstanz.de/kultur+_+freizeit/kultur-+und+begegnungszentren/treffpunkt+petershausen/angebote

Ein gemütliches Kaffee-und-Kuchen-Angebot explizit für Jung und Alt, für Gesellschaft, Austausch und Miteinander. Der Kuchen ist selbstgebacken und der Vorrat begrenzt. Man braucht sich nicht anzumelden.

Selbsthilfegruppe zu Depression

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Dienstags 18-19:30 Uhr

Kosten: keine

Kontakt:Telefon 07531 9363598 oder Mail kerstin.kuhny@gmx.de

Das Leben kann so richtig kacke sein, und nicht jeder versteht das. Unter verständnisvollen Seelen spendet man sich gegenseitig Trost und Respekt. Eine Anmeldung ist notwendig.

Interkultureller Frauentreff

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Freitag 16 Uhr

Kosten: keine, ggf. Verpflegung

Kontakt: Telefon 07531 51069, Mail treffpunkt.petershausen@konstanz.de

Frauen verstehen Frauen – in diesem Fall wurde ein Raum geschaffen für Frauen aller Kulturen, national, international und alles dazwischen, Für Diversität, zum Zusammenkommen, emanzipieren und einander Voranbringen. Die Treffen werden von Sozialarbeiterinnen begleitet und geleitet. Es gibt Kaffee und Tee. Sprachkenntnisse in englisch sind aufgrund der Internationalität förderlich.

Kulturkiosk Schranke

Wo: Moltkestraße 17

Kosten: Keine, ggf. Verpflegung

Kontakt: Mail info@kulturkiosk-schranke.de, Instagram kulturkiosk_schranke

Der Kulturkiosk ist ein Verein, der neben einem Begegnungsort mit Sitzmöglichkeiten und erwerbbaren Getränken und Essen auch Events anbietet, größtenteils kostenfrei. Von Pop-up-Flohmarkt, After-Work-Party bis hin zu Zeitungslesen ist geselliges Beisammensein angesagt. Das aktuelle Programm findet sich auf der Website.

Sport und Fitness

Fitness für Frauen

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Mittwoch 18-19:30 Uhr

Kosten: 1€

Kontakt: Telefon 01578 3891798

Gemeinsam fit bleiben und nur mit anderen Frauen zusammen sporteln – das bietet Sandra Kohl für einen symbolischen Preis an. Der Kurs ist ohne Geräte konzipiert, so kann theoretisch jeder das Ganzkörpertraining auch Zuhause machen. Kondition und Flexibilität stehen im Vordergrund. Eine Anmeldung ist notwendig.

Movement

Wo: Treffpunkt Petershausen, wöchentlich Sonntag 17:30-19 Uhr

Kosten: Keine

Kontakt: Büro Treffpunkt Petershausen oder Instagram movement.kn

Sport mit anderen machen, kostenfrei und in der Gruppe – Das findet immer Sonntags statt. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, Anmeldung ist erforderlich

Social Run

Wo: HTWG Innenhof, Seestraße, Café Doppio

Kosten: Keine

Kontakt: Instagram socialsportsclub.kn

Wasche die Jogginghose und entstaube die Laufschuhe! Der Social Sports Club bietet kostenpflichtige Kurse an, aber auch einen kostenlosen Run-Club. Dienstags, Samstags und Sonntags kann man sich mit anderen Gleichgesinnten treffen und verschiedene Streckenlängen gemeinsam joggen. Ab und an sind Sonderveranstaltungen wie der Run and Rave, mal kostenfrei, mal kostenpflichtig. Aktuelles gibt es auf Instagram.

Sonstiges

Foodsharing

Wo: Treffpunkt Petershausen: Mittwochs 14-17 Uhr, Palmenhaus Paradies

Kosten: keine

Kontakt: https://foodsharing.de/

Kurz und knapp: Vor der Tonne gerettete Lebensmittel werden kostenlos verteilt, nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip. In Konstanz gibt es zwei Standorte, im Treffpunkt Petershausen ist einmal die Woche ein Verteiltermin, im Palmenhaus Paradies kann man Lebensmittel abholen, sofern welche da sind. Voraussetzung für den Zugang kann die Registrierung sein.

Seniorenzentrum Bildung und Kultur

Wo: Obere Laube 38, Altstadt/Paradies

Kosten: Variabel

Kontakt: Telefon +49 7531 9189834 , Mail seniorenzentrum@konstanz.de

Für die älteren Semester unter den Lesenden gibt es viele Angebote im Seniorenzentrum zum Thema Bewegung, Gesundheit, Hobby und Gemeinschaft. Mit dem Sozialpass sind etwaige Preise (in jahresgebühr angegeben) um 80% reduziert, was einen geringen Kostenbeitrag pro Termin zufolge hat. Es gibt aber auch kostenfreie Angebote. Alle Informationen sind auf der Website, aber hier ist auch eine Liste an Angeboten:

Kostenpflichtig:

  • Qi Gong (chinesische Gesundheitsübungen)
  • Fitness für den Alltag
  • Tanzen, verschiedene Richtungen
  • Atem und Bewegung
  • Gedächtnistraining
  • Singen
  • Neuwerkchor
  • Philosophie-Runde

Kostenfrei:

  • Politisches Frühstück
  • Gesellschaftsspiele
  • Stricklieseltreff
  • Vielfältiges Gestalten
  • Schachtreff
  • Handy-Café

Weitere Informationen

Auf der Website der Stadt Konstanz kann man sich durch richtig viele Angebote durchklicken, wer nicht das perfekte Event für sich findet wird dort vielleicht weiter fündig. Auch auf Instagram lohnt sich eine Suche, neben Facebook ist das die wohl wichtigste Plattform für Bekanntmachung und Vernetzung.

Der Newsletter der Stadt fasst Events und Angebote zweimal im Monat zusammen – kein nerviges durch-die-Gegend-Klicken mehr und kein Fluchen, wenn man das Event einen Tag zu spät entdeckt. Dabei sind natürlich auch kostenpflichtige Events dabei.

Für Studierende: Nahezu jede Hochschulgruppe ist kostenlos. Schau doch mal auf der Website von Uni bzw. HTWG vorbei.

Save the Date: Bodensee-Buchmesse 2026

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Leseratten, Buchwürmer und Seitentaucher aufgepasst: Am 29. August, also in etwas weniger als zwei Wochen, geht es im Bodenseeforum wieder um Worte auf Seiten, Bilder auf Pappe und Vielfalt der Genres: Die Bodensee-Buchmesse 2026 ist wieder da!

Lieber selbst nachlesen? Hier gibt es alle Informationen.

Was erwartet Dich?

Für sieben Stunden dürfen Besuchende sich in den Windungen der Stände, Zeilen und Worte der Autor:innen verlieren. Von 10-17 Uhr können auf allen Ebenen des Bodenseeforums bis zu 100 Autoren und Verlage erkundet werden, Genres durchstöbert, Kurse und Lesungen besucht und sich mit anderen Lesenden ausgetauscht werden. Mit 10€ plus den Büchern, die Du dort kaufen wirst, ist der Eintrittspreis vertretbar. Wenn du Freunde oder Kinder hast, die erst 12 sind, kommen die sogar gratis rein.

Kurse und Workshops

Ich werde hier nicht den ganzen Plan nachplappern, sondern nur ausgewählte Punkte hervorheben. Der ganze Plan kann auf der Website heruntergeladen werden, außerdem ist dort eine Liste der Autor:innen verlinkt.

  • Zeichenworkshop von Mark Wamsler, 11-13 Uhr im kleinen Raum K3: Ein Name der mir bis dato unbekannt war, dessen Zeichnungen jedoch Kinderbücher hervorbringen. Er bietet einen offenen Zeichenworkshop an, zeigt Techniken und geht auf Zeichnen als Storybuilding-Technik ein. Finden wir super!

  • Die Dunkle Seite des Autorenlebens: Diskussionsrunde über den (belastenden) Alltag von Autor:innen heute, 12:30 und 13 Uhr im großen Raum K1. Die Autor:innen Rebekka Moser, Evelyne Aschwanden, Sam W., Sandra Vogt, Silke Amberg und Sven Rühl sprechen über Druck und Deadlines, Kreativsein und KI, Mental Health und Hilfsstrategien. (Es ist mir etwas unklar ob die Diskussionsrunde zweimal stattfindet oder nur zwei Slots belegt – ich schätze das werde ich dann herausfinden)

  • Lesung mit Ursula Mayer zu “Mensch Mädle!”, 13:30 in K1. Der Titel schreit für jüngere Menschen geradezu nach “älter” und “überholt”, und genau das ergibt Sinn wenn man sich das Buch anschaut: Die Autorin in ihren 70ern beschreibt das Großwerden im zwanzigsten Jahrhundert, als Frau in einer Männerdomäne, ein Leben in einer anderen Zeit, die sich viele von uns nicht mehr vorstellen können. Wer sich auf die Zeitreise einlassen möchte, kann hier eine Kostprobe erhalten.

  • Blind Book Aktion: Neutral verpackte Bücher, versehen mit Hinweisen zum Inhalt, können gekauft werden. Die Mystery-Aktion ist zugunsten der Stadtbibliothek, die die Einnahmen gespendet bekommt.

Ideen für Freunde und den leichten Geldbeutel

Ich kann es kaum erwarten mich in den Tischen der Bücher zu verlieren und vermutlich mit meinem eigenen Körpergewicht an Büchern wieder rauszukommen 😀

Jedoch ist auch für Studierende der Sommer sowieso eine teure Zeit, da braucht mein Zwiebelledergeldbeutel nicht unbedingt die Aussicht auf Hunderte Euros an Büchern. Deshalb habe ich hier ein paar lustige Aktionen zusammengestellt, die man mit Freunden oder sogar Fremden machen kann, wenn man ganz extrovertiert ist, um die Buchmesse zu genießen und trotzdem mit leichtem Geldbeutel herauszukommen. Eigentlich können die Ideen auch losgelöst von der Buchmesse umgesetzt werden, aber es geht doch nichts über einen Anlass.

  • Genre-Gals/Guys: Finde unter deinen Freunden oder Fremden Leute, die das gleiche Genre wie du gern lesen, und kauft jeder ein unterschiedliches Buch aus diesem Genre. Dann schreibt ihr in die erste Seite mit Bleistift den Namen des Eigentümers, und absteigend die Lesereihenfolge der ganzen Gruppe, bei Fremden mit Adresse oder Telefonnummer, und sobald einer ein Buch fertig hat, schickt die Person es an die nächste in der Liste. Am Ende kommt das Buch wieder zur Käufer:in zurück, und so hat jeder eine schöne Erinnerung von der Buchmesse und trotzdem nur ein Buch gekauft. Je größer die Gruppe, desto mehr Bücher “kauft” ihr!

Optional: Wenn ihr eure Bücher für gewöhnlich mit Stiften und Klebenotitzen markiert, einigt euch auf unterschiedliche Farben, damit ihr sehen könnt wer welchen Teil des Buches besonders gut fand.

  • Schaufenster-Shoppen mit Leseliste: Wenn ihr ein Buch toll findet, müsst ihr es nicht unbedingt neu kaufen. Vielleicht bekommt ihr es im Internet gebraucht für nur halb so viel, oder findet es in eurer heimischen Bibliothek. Habt eine Liste physisch dabei oder auf dem Handy, und tragt die Bücher, die eure Aufsehen erregen, dort ein, mit Titel, Genre, grober Inhalt und warum es euch interessiert (das kann sich über Monate hinweg schon mal ändern, so habt ihr den Grund auch gleich mitnotiert). Jetzt könnt ihr jedem der mal ein Geschenk für euch sucht diese Liste zeigen, oder über die Zeit Ausschau halten ob euch eins der Bücher in die Hände fällt. Vielleicht lernt ihr auch jemanden kennen von dem ihr es privat ausleihen könnt?

  • Listenflohmarkt: Ähnlich wie Schaufenster-shoppen fertigt ihr eine Liste an Büchern an, nur diesmal mit Büchern die ihr Zuhause habt und euch vorstellen könnt, abzugeben. Mit Beschreibung, Rezension und physischem Auftritt (Taschenbuch, Hardcover, Farbschnitt,…). Jetzt könnt ihr, egal ob auf der Buchmesse, in der Vorlesung, in einem Café oder bei einem Geburtstag eure Liste mit anderen Leseratten tauschen und schauen, ob euch ein Buch interessiert, das die andere Person nicht mehr haben will.

  • Lese-Picknick: Ähnlich wie beim Genre-Grouping, scharrst du eine Gruppe an interessierten Menschen um dich, die alle am gleichen Buch interessiert sind. Macht gemeinsam ein Picknick am Seeufer (oder woanders, wenn kein See verfügbar ist) und lest gemeinsam ein Buch. Reihum liest immer eine Person ein Kapitel, dann gibt sie das Buch weiter. Nebenher könnt ihr snacken, was trinken und die überraschten Gesichter genießen, wenn der Plottwist passiert. Die Messe geht ja eh nur bis 17 Uhr, warum also nicht direkt danach am Ufer?

  • DIY-Farbschnitt: Was wäre eine Liste der Kunst-Werk-Stadt ohne etwas künstlerisches? Trefft euch in der Gruppe mit einem oder mehreren Büchern pro Person und fertigt mit verdünnten Acrylfarben oder Aquarell- oder Wasserfarben einen eigenen Farbschnitt an (Farbschnitt nennt man es wenn die Seiten der Bücher an der Kante angemalt sind, egal ob mehrfarbig oder einfarbig). Wenn ihr euch künstlerisch nicht so viel zutraut, fangt mit einem Buch an das euch nicht sooo wichtig ist. Hauptsache ihr habt Spaß!

Autorin dieses Beitrags: Sophie Wiest

Raw like Sushi, sweet like Chocolate

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Was haben eine elektrische Gurke, japanischer Gesang und Klebeband gemeinsam? Im Haus zur Glocke in Steckborn wurden sie am 1. Juli zu Bestandteilen eines ungewöhnlichen musikalischen Abends. Beim letzten Klangereignis waren Tim & Puma Mimi zu Gast – ein Zürcher Duo, das seit über zwanzig Jahren die Grenzen zwischen Pop, Elektronik und experimenteller Musik auslotet.

Das Duo Tim & Puma Mimi eröffnet seine Performance im Eingangsbereich des Hauses zur Glocke

Der Abend war weniger ein klassisches Konzert als eine Einladung zum Entdecken. Die Besucher:innen bewegten sich durch die verschiedenen Räume des Hauses und begegneten dabei nicht nur Klanginstallationen und ungewöhnlichen Instrumenten, sondern auch den visuellen Arbeiten von Christian Fischer, der gemeinsam mit Michiko Hanawa das Duo Tim & Puma Mimi bildet. Für seine Arbeiten löst Fischer die Linie aus der Fläche: Mit Klebeband zeichnet er direkt auf die Wände und schafft temporäre Situationen, die den Raum verändern und nach ihrer Entfernung wieder verschwinden. Klebeband wurde nicht nur an die Wände gezeichnet, sondern auch zum Klangmaterial: Tapeloops erzeugten knisternde Schleifen, elektrisch leitende Bänder reagierten auf Berührung und luden dazu ein, selbst Klänge hervorzubringen. Dazwischen mischten sich japanischer Gesang, elektronische Bässe und der helle Klang von Furin-Windglöckchen.

Der Auftritt von Tim & Puma Mimi war dabei kein Einzelereignis. Er ist Teil der Klangereignisse, einer musikalischen Reihe im Haus zur Glocke, die von März 2026 bis Januar 2027 insgesamt vierzehn Künstler:innen nach Steckborn bringt. Einmal im Monat, jeweils an einem Mittwochabend, wird das Haus zum Schauplatz einer musikalischen Performance.

Die Räume des Hauses, die jeweils gezeigte Ausstellung und die unmittelbare Nähe zum Publikum werden dabei zu Ausgangspunkten für die Musik. Gerade die räumliche Enge fordert die Musiker:innen dazu auf, gewohnte Formate zu hinterfragen, neue Entscheidungen zu treffen und aus dem Moment heraus zu arbeiten.

Wer neugierig geworden ist, muss nicht lange auf das nächste Klangereignis warten. Bis Januar 2027 stehen noch vier weitere Abende auf dem Programm:

  • 30. September 2026 – Bettina Boller & Simon Berz
  • 21. Oktober 2026 – Jules Martinet
  • 02. Dezember 2026 – Sonja Morgenegg Trio
  • 13. Januar 2027 – Phaidon Berdelis

Das nächste Klangereignis am 30. September verspricht ein ungewöhnliches musikalisches Duell. Bei „Stein, Stahl & Pferdehaar“ treffen Violine und Stein aufeinander: Der gespannte Bogen bringt die Saiten zum Schwingen, während Steinkohle, Schlägel und Basalt für harte, rohe Klänge sorgen. Diese werden elektronisch verändert und weiterverarbeitet, sodass immer wieder neue Klangfarben entstehen.

Mehr Informationen gibt es im Programmheft.

Alle Abende beginnen um 19:30 Uhr. Ausstellung und Wirtschaft sind bereits ab 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

@photos by kws

Escape in Konstanz – Räume, Würfel und Apps

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“Nachdem ihr den Raum betretet hört ihr, wie hinter euch die Tür ins Schloss fällt. Ihr dreht euch um, um sie wieder zu öffnen, doch ihr seht ein Zahlenschloss dort, wo eine Klinke sein sollte.” So oder so ähnlich hat jeder, der schonmal ein Escape-Spiel gespielt hat, den Start ins Abenteuer gewagt. Die Fülle an Spielboxen für das Rätselabenteuer daheim am Küchentisch ist gigantisch, viele Verlage und Reihen bieten zahllose “Episoden” an. Manche mit Apps, manche nur mit der Box, andere mit der Küchenuhr. Eines haben sie alle gemeinsam: Der Spielbereich überschreitet die Tischplatte nicht. Für diejenigen, die aber auch “in echt” Lust auf den Nervenkitzel haben, unter Zeitdruck Rätsel zu lösen, habe ich hier eine kleine Sammlung an Escaperooms und Rätselspielen in und um Konstanz herum zusammengestellt, die einen aus den eigenen vier Wänden rausholen:

TRAP Escaperooms

Wo: Indoor, Konstanz Industriegebiet, Line-Eid-Straße 11

Kosten: 26-35€/Person

https://escaperoom-konstanz.de/

In einem klassischen Escaperoom mit Rätseln, Hinweisen, cleveren Puzzeln und klimatisierter (!) Umgebung dürft ihr in Gruppengrößen von zwei bis sechs Personen euer Bestes geben, alle Rätsel zu knacken bevor die Zeit abläuft. Wer weiß, am Ende bekommt ihr ja vielleicht eine Belohnung? Technische Spielereien und Musik erzeugen einen ganz besonderen Flair, der euch mitten in das fiktive Abenteuer katapultiert.

Die sorgfältig gebauten Räume haben ihren stolzen Preis, der sich an der Gruppengröße misst. Dafür habt ihr die Wahl zwischen fünf Indoor-Abenteuern und einem Outdoor-Paket.

Escape-Turm von Schlüsselmomente

Wo: Indoor, beliebig.

Kosten: 19-27,50€/Person

https://schluesselmomente-escape-rooms.de/der-raum/

Auch ein Escaperoom, aber mal anders: Das Team von Schlüsselmomente kommt zu euch und transformiert jeden beliebigen (großen) Raum zum Escaperoom! Im bisher einzigen Abenteuer “Die Suche nach dem heiligen Grahl” dürft ihr als Archäologen die Nachforschungen von Johanniter-Großmeister Gerhard Sasso entziffern um den Heiligen Grahl zu finden, bevor der Vatikan die Reliquie der Öffentlichkeit vorenthalten kann.

In diesem Abenteuer braucht ihr kein Smartphone oder andere technische Hilfe: Nur Stift, Papier und das, was Schlüsselmomente mitbringt, und schon geht’s los.

Virtual Reality Escaperooms

Wo: Indoor, Konstanz Petershausen, Zähringerplatz 11

Kosten: 39€/Person

https://realityescape.de/

Escapen in digital: Die Veranstalter bieten VR-Equipment und extra dafür ausgelegte Räume für rätsellustige Besucher an. Man kann aus 9 Räumen wählen und hat 45 Minuten Zeit dafür. Die Headsets sind kabellos und die Controller fallsicher. VR bedeutet Sound direkt am Ohr, fiktive Welten direkt vor euren Augen und unbegrenzte Möglichkeiten in der Rätselgestaltung.

Mit knapp 40€ pro Person schlägt der Preis deutlich auf den Geldbeutel für noch nicht im Arbeitsleben tätige, deshalb gibts Donnerstag den Studi/Schüler/Azubi/FSJ-Rabatt von 20% (das macht aus 39€ noch 31,20€). Falls euch das immer noch zu teuer ist, lasst euch von Verwandten Gutscheinkarten schenken oder schaut bei günstigeren Alternativen vorbei.

 

Outdoor-Escape mit dem Handy

Etwas losgelöst von der Fluchtidee konzentrierten sich folgende Spiele eher auf den Rätselaspekt, wobei man die ‚Rätselbox‘ mit sich mitträgt und die Stadt zum Escapegame macht.

MyCityHunt

Kosten: 16€/Person

https://www.mycityhunt.de/standorte/konstanz-de-1488

Die Website bietet über die Handys der Teilnehmer Schnitzeljagden, Krimispiele, Schatzsuchen und Escape-Abenteuer an. Nach dem Ticketkauf tritt man über einen QR-Code der Gruppe bei und folgt den Anweisungen der App – zusammen erkundet man die Stadt und löst die Rätsel.

Laut der Website ist ein Ticket drei Jahre gültig und der Spielzeitraum ist als beliebig angegeben, wenn man es mehrfach spielen kann eröffnet das einen Wiederspielwert in anderen Gruppen. Vielleicht kann man sich so das Kaffeegeld sparen…

 

CityHunters

Kosten: 22,90€ (unklar ob pro Gruppe oder pro Person)

https://www.cityhunters.com/de/standorte/konstanz-de-1488/escape-game-konstanz

Dieser Anbieter hat eine etwas höhere Schwelle, gemeinsam mit einem Teamguide der über einen Chat mit der Gruppe kommuniziert ist eine wirkliche Betreuung gegeben. Neben dem Escapegame bieten die Veranstalter auch Schnitzeljagden an. Auch hier jagt man gemeinsam durch die Stadt und löst Rätsel über die App – jeder auf seinem eigenen Gerät.

Durch die Betreuung muss ein Slot gebucht werden, es ist also etwas terminlich bedingter als die selbstorganisierten Games von MyCityHunt und folgenden.

 

Schafstour

Kosten: 14,50€/Person + 4,95€/Plan

https://www.schafstour.de/products/schaflos-in-konstanz

Die Schafstour liest sich selbst als Stadtrallye. Gemeinsam die Stadt erkunden und Rätsel lösen ist auch hier die Devise, wobei das Paket kein Smartphone braucht, nur eine Möglichkeit eine SMS am Anfang und am Ende zu schicken. Für die ganz großen Gruppen gibt es auch das Eventpaket SCHAFlos, bei dem bis zu 50 Personen mitspielen können. Wenn ihr also mal richtig viel Bock habt, könnt ihr euer halbes Wohnheim mitspielen lassen 😀

Die Tickets und den Plan gibt es in der Touristeninformation und im Osiander in Konstanz zu kaufen, es braucht also nur ein bisschen Planung und dann könnt ihr direkt von der Kasse aus losstarten.

 

Escape auf der anderen Seeseite

Nur einen Bus entfernt in Friedrichshafen gibt es zwei weitere Escaperoom-Unternehmen. Manchmal arbeiten die sogar mit dem Museum zusammen und basteln dort einen Escaperoom, lohnt sich da mal zu schauen

Escape in Time

Wo: Friedrichshafen, Kirchweg 1

Kosten: 23-36€/Person

https://www.escapeintime.de/

Die eigene Beschreibung der Website ist zu lustig um selbst was zu schreiben, deshalb hier ein direktes Zitat der Website:

“Was genau macht man eigentlich in einem Escape Room Game? Ihr werdet in einen Raum gesperrt und habt genau 60 Minuten Zeit, um aus ihm zu entkommen. Wie ihr das schafft, ist Euer Problem. Alles, was ihr bekommt, ist ein Stück Kreide und ein Walkie-Talkie. So wie früher – nur dass unsere Walkie-Talkies funktionieren.”

Hier gilt je mehr desto günstiger, am besten scharrst Du also 5 Freunde um dich wenn du den Raum buchst!

 

Call of Quest

Wo: Friedrichshafen, Am Flugplatz 76/3

23-43€/Person

https://www.callofquest.de/preise

Drei Räume laden hier zum rätseln ein, in moderatem Schwierigkeitslevel versucht ihr unter Zeitdruck alle Geheimnisse zu lüften und Probleme zu beseitigen, egal ob ihr als Teil der Familie Carter dem Übernatürlichen den Kampf ansagt, heimlich in Mister Greys Spielzimmer schnüffelt oder im All nach Lebensraum sucht, unterstützt durch eine KI.

Die Website ist ein bisschen verbuggt, traut euch also ruhig anzurufen. Ansonsten: Viel Spaß beim Rätseln!

Die Wahrheit (und so viele Lügen) Jan Hus und seine Lehren: Wie er die Lügen der Kirche enttarnte oder es zumindest versuchte und wie die Installation “Wahrheit” zum Nachdenken anregt.

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken, Kulturell, Kunst & Architektur, Kunst im öffentlichen Raum

Wie im letzten Beitrag schon angeschnitten, geht es heute um Wahrheit. Hus’ Lehre, also die Ansichten die er vertrat und predigte, Schriften zu anfertigte und für seine Wahrheit hielt, orientierte sich viel an John Wyclifs Anschauungen.

Wyclif war ein Engländer, der ebenfalls Kirchenreformer war, allerdings etwa zu Hus’ Geburt starb. Er setzte sich angesichts des sich unchristlich verhaltenden Klerus gegen den Machtanspruch des Papstamtes über nicht-kirchliche Belange ein, forderte Gnädigkeit statt Urteilsbildung und vertrat die Meinung, Mitarbeiter der Kirche sollten ein asketisches Leben führen statt im angehäuften Reichtum zu schlemmen. Ironischerweise verstieß er selbst gegen diese Auffassung. Während er in den 1370ern den offenen Prozess gegen den Papst noch gewann, und damit auch Anhänger seiner Lehren generierte, wurden 1382 seine Schriften ketzerisch verurteilt, was seinem Amt und Ruf schädigte. In den letzten Jahren vor seinem Tod vollendete er eine (nicht nur von ihm geführte) Sammlung Bibelübersetzungen und starb 1384. Hus war da etwa 12 Jahre alt. Wyclifs geistiges Vermächtnis zog eine kleine Schar Anhänger nach sich, die jedoch um die Jahrhundertwende stärker verfolgt und zum Rückzug in den Untergrund gezwungen wurden.

Nach einem Lehramtsstudium kam Hus mit Wyclifs Lehren in Berührung, die ihm zusagten. Das motivierte ihn schließlich zu einem Theologiestudium, und so wurde er nach Anbruch des neuen Jahrhunderts Priester. Auch er verurteilte den verschwenderischen Lebensstil des Klerus und bezeichnete sie als Räuber und Unterdrücker, obwohl sie Beschützer und Schenker sein sollten. Seiner Auffassung nach sei Kirche mehr eine geistliche Gemeinschaft und nicht zwingend mit der Institution gleichzusetzen, da das Verhalten einer Person über ihre Zugehörigkeit entscheide und nicht die Mitgliedschaft an sich. Heute ist es geläufig in ‘Glauben (christliche Ideologie)’ und ‘Kirche (Institution)’ zu unterscheiden, damals lief alles unter einem Hut. Jan Hus lehnte Ablassbriefe ab, verurteilte die Forderung von Geschenken im Gegenzug zu priesterlichen Diensten und kritisierte fingierte Wunder Gottes. Generell vertrat er die Ansicht, Mitglieder der Institution hätten sich zu verhalten wie sie selbst predigten, und wären nach gleichen Mitteln zu verurteilen, sollten sie selbst sündigen. Hus war ein Gegner der kirchlichen Autorität über die heilige Schrift, und indem Proklamationen durch die Autorität der Institution statt der heiligen Schrift getätigt würden, lasse man absichtlich das Volk über die Wahrheit im Dunkeln. So predigte und sang er zum Beispiel seit 1402 die Gottesdienste in Landessprache statt Latein.

Im Großen und Ganzen kritisierte Hus, dass der Klerus sich unchristlich verhielt und damit davonkam, dass das Volk ausgenutzt und nach Strich und Faden für den eigenen Gewinn belogen wurde und nur die gut situierten Bürger:innen im Volk in den Genuss der wenigen kirchlichen Leistungen kommen konnten. Aus heutiger Perspektive nicht mehr so innovativ, war damals die Kritik des mächtigsten Unternehmens des Mittelalters ein gewagtes Unterfangen, das kritischen Stimmen wie Hus und Hieronymus den unfreiwilligen Tod einbrachte, obwohl sie nur die Wahrheit verkündeten.

Die Installation ‘Wahrheit’ am Stephansplatz wirft die Frage um die Wahrheit auf.

Was ist die ‘Wahrheit’?

Wir befinden uns vor dem Bürgersaal. Die Verbindungsstraße zwischen dem Stephansplatz, der als Parkplatz, Wochenmarkt und Veranstaltungsort für Volksfestigkeiten dient, und der Laube, die seit der Umsetzung des C-Konzepts im Innenstadtring als Hauptstraße für PKWs gilt, wird von allen Verkehrsteilnehmern regelmäßig genutzt. Nur Ansätze an der Häuserfassade erinnern an die architektonische Vergangenheit des Bürgersaals. Aufbereitete Stützenreliefs zieren die Wand des ehemaligen Klosters. Neben dem fulminanten Eingang des Bürgersaals ragen acht Stahltableaus aus der Wand, in unregelmäßiger Platzierung wie eine Leiter auf Koffein. In diesem Gebäude wurde Hus eine Zeit lang festgehalten, als er Konstanz besuchte. (Das bunte Relief an der Stirnseite zum Stephansplatz hängt inhaltlich und historisch nicht mit Jan Hus zusammen, ‘Wahrheit’ ist um einige Jahre neuer als das Hecker-Relief). Die Stahlplatten haben die Buchstaben des Wortes ausgefräst und sind quer zur Wand befestigt, die unterste Kante ziert die Inschrift “JAN HUS 06/07 1415/2015”, die Unterseite trägt die Namen der Künstler. Wenn man schonmal da unten ist, lohnt sich auch gleich der Blick nach oben. Dabei fällt auf, dass die Buchstaben nicht gerade ausgeschnitten wurden, sondern leicht schräg. Der Winkel hat einen ganz bestimmten Grund, der sich erst offenbart, wenn die Sonne scheint: Die Westwand wird von der Nachmittags- und Abendsonne gestreichelt und wirft Schatten und Licht auf die Fassade. In leuchtenden Lettern strahlt “Wahrheit” einem entgegen. Aber nicht gerade, nein, sondern schräg. Die Wahrheit ist verzerrt, verquer, störend. Sie ist lesbar, aber mit einem Fragezeichen, mit Unsicherheit. Bedeutungsschwanger und fast schon drohend weist sie darauf hin, wie jemand die Macht hat, die Wahrheit zu lenken, wie sie nicht objektiv, ja, nicht einmal wahr sein muss. Hus’ Lehre drehte sich um Wahrheit, Freiheit und Machtmissbrauch, er wollte sichtbar machen, wie diejenigen, die angeblich Wahrheit wiedergeben, sie überschreiben, sie verbiegen. Von oben herab diktieren. Von oben kommt auch das Licht, ohne das man die Wahrheit nicht so leicht erkennen kann.

Einen Zeitraum im Jahr jedoch, kurz vor und nach der Sommersonnenwende, ist die Wahrheit gerade. Vom 6. Juni bis zum 6. Juli, dem Zeitraum, in dem Hus Gefangener des Klosters war, entfaltet das Kunstwerk seine gesamte Schönheit, bis an Hus’ Todestag die Abschrägung erneut ihren Zyklus beginnt. Bis zum Ende hätte er seine Lehren widerrufen können, bis er tatsächlich angezündet wurde. Er weigerte sich jedoch vehement, was ihn zum Märtyrer der Wahrheit machte.

In Prag gibt es eine Zwillingsinstallation zu der Wahrheit am Stephansplatz, mit dem korrespondierenden Worten “Za Pravdu” – Für die Wahrheit. Dort wird auf sehr direkte Weise die Bedeutung des Kunstwerks unterstrichen.

Zu guter Letzt ist die Wahrheit nur bei wolkenfreiem Wetter zu erkennen, wenn die Sonne hilft. Obwohl, man kann sich auch direkt an die Hauswand stellen und von unten darauf schauen, denn eigentlich ist die “Wahrheit” immer da. Nur manchmal etwas schwer zu erkennen.

Blick auf die Südwand des Bürgersaals. Die verschobene Anordnung der Stahltableaus lässt mit ein wenig Fantasie die Buchstaben aufleuchten, stark verzerrt durch die Position der Sonne.

So sieht die ‘Wahrheit an einem sonnigen Tag Mitte April aus.     (@photo by KWS)

Im letzten Beitrag haben wir uns das älteste Hus-Denkmal angsschaut, was einige Zeit und einen vehementen Bürgermeister gebraucht hat um erlaubt zu werden.

➔ Hier geht es zum letzten Beitrag

Im nächsten Beitrag laufen wir von hier los Richtung Laube und schauen uns das neuste Denkmal unserer Reihe an. Eine Interpretation rund um den “Kelch”, den Ablauf der Verbrennung, Verurteilung und was die Stadt Konstanz dazu zu sagen hat.

Sommer, Sonne, Bodensee: Vier Events, die man nicht verpassen sollte

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1. Der 24h grenzüberschreitende Flohmarkt in Konstanz und Kreuzlingen

Vom 13. bis zum 14. Juni findet erneut der grenzüberschreitende 24-Stunden-Flohmarkt in Konstanz und Kreuzlingen statt. Die Besonderheit: Der Flohmarkt erstreckt sich über zwei Länder und zählt mit einer Länge von über mehreren Kilometern sowie mehr als 1.000 Ständen zu den größten Veranstaltungen dieser Art in der Region.

Entlang der Strecke von der Hafenstrasse über Klein Venedig bis nach Kreuzlingen erwartet die Besucher:innen eine vielfältige Mischung aus Kunst, Kleidung, Live-Musik und kulinarischen Angeboten.

Der Flohmarkt beginnt am 13. Juni um 14 Uhr in Kreuzlingen und eine Stunde später in Konstanz. Anschliessend kann 24 Stunden lang, nach Herzenslust gestöbert und entdeckt werden.

Weitere Informationen unter:

https://www.konstanz-info.com/planen-buchen/top-events/flohmarkt

Ein rot-orangener Sonnenuntergang am Rhein beim Schänzle Konstanz. Der Sonnenuntergang spiegelt sich auf dem stillen Wasser im Rhein.

2. Münsterplatz Konstanz Open Air Theater

Hier trifft Theater auf Abendluft. Wenn die Sonne langsam untergeht und sich der Münsterplatz mit erwartungsvollen Zuschauer:innen füllt, ist alles bereit für einen besonderen Kulturabend unter freiem Himmel. Die eindrucksvolle Kulisse des Münsterplatzes in Konstanz wird auch in diesem Jahr wieder zur Freilichtbühne.

Am 13. Juni findet die Premiere des Open Air Theaterstücks „Leonce und Lena“ auf dem Münsterplatz in Konstanz statt. Die Inszenierung versteht sich als Space Opera nach dem gleichnamigen Lustspiel von Georg Büchner, bearbeitet von Ekat Cordes (Text und Songtexte) und Anton Berman (Musik). Mit „Leonce und Lena“ nahm Georg Büchner die Kleinstaaterei seiner Zeit auf die Schippe. Regisseur und Autor Ekat Cordes greift diesen Gedanken auf und verlegt die Komödie mit viel Fantasie und Humor kurzerhand ins Universum.

Freut euch auf einen Sommerabend voller Theater, Musik und überraschender Momente.

Weitere Informationen und Tickets unter:

Open Air Theater Konstanz

3. Open Air Cinema Kreuzlingen im Seeburgpark

Filme schauen unter freiem Himmel und das direkt am See: Das Open-Air-Kino im Seeburgpark in Kreuzlingen. In den Monaten Juli und August verwandelt sich der Park am Hafen in eine einzigartige Kinokulisse mit Blick auf den Bodensee.

Das abwechslungsreiche Programm bietet für jeden Geschmack etwas, von grossen Blockbustern über Familienfilme bis hin zu ausgewählten Arthouse-Produktionen. Gezeigt werden in der Regel die synchronisierten deutschen Fassungen. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 21.30 Uhr und sorgen für unvergessliche Kinoabende in besonderer, sommerlicher Atmosphäre.

Geniesst die Abendstimmung am See und freut euch auf Filmgenuss unter dem freien Sternenhimmel.

Weitere Informationen zum Programm werden hier noch folgen:

Open Air Cinema Kreuzlingen

Das Open Air Kino findet in Kreuzlingen im Seeburgpark direkt am See statt. Das Foto wurde von den Sitzen aus gemacht und der Blick auf den See sowie der Sonnenuntergang sind hier abgebildet. Mehrere Bäume bilden wie eine Art Bogen und eröffnen ein Fenster auf den See und den Sonnenuntergang. Am oberen Rand ragt noch eine Lichterkette durch das Foto.

4. Konstanzer und Kreuzlinger Seenachtsfest

Das Seenachtsfest am Bodensee startet 2026 mit einem neuen Konzept und verspricht ein ganz besonderes Erlebnis. Erstmals verschmelzen Drohnen, Lichtkunst und Feuerwerk zu einer spektakulären Inszenierung über dem nächtlichen See.

Am 08. August erwartet die Besucher:innen auf der Konstanzer Seite ein musiksynchrones Feuerwerk sowie eine beeindruckende Pre-Show aus Drohnen, Licht und Musik. Für Festivalstimmung sorgt unter anderem der international erfolgreiche DJ Felix Jaehn, der auf Klein Venedig auflegt.

Weitere Informationen und Tickets unter:

Konstanzer Seenachtsfest

Zeitgleich findet auf der Schweizer Seite das Fantastical Seenachtfest in Kreuzlingen statt. Vom 7. bis zum 9. August erwartet die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm mit Live-Musik, Kinderland, Lunapark, Showeinlagen, Streetfood und dem grössten Feuerwerk am Bodensee. Die Mischung aus Unterhaltung, Kulinarik und Feuerwerk macht das Festival zu einem besonderen Sommererlebnis am Bodensee.

Weitere Informationen und Tickets unter:

Kreuzlinger Seenachtsfest

 

@photos by kws

Der Narr Hans Kuony von Stockach — seine Geschichte, seine Bräuche und sein Denkmal

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Allgemein, Kulturell, Kunst im öffentlichen Raum

Hans Kuony ist eine der bekanntesten Figuren der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Es gibt zwar keine eindeutigen Belege für seine historische Existenz, aber seine Geschichte lebt in Stockach, im berühmten Narrengericht und im Hans Kuony-Brunnen weiter. Die Geschichte von Hans Kuony beginnt mit der Schlacht am Morgarten. Kuony soll als Hofnarr für den Habsburger Herzog Leopold I. gearbeitet haben. Bevor die Armee in die Schweiz loszog, gab Kuony dem Herzog einen Rat: „Da hand ir all geratten wa ir in dasz land koment, aber keiner hat geratten wa ir her wider usz koment.“ (Da habt ihr alle überlegt, wie ihr in das Land kommt, aber keiner hat überlegt, wie ihr wieder raus kommt.) Der Herzog ignorierte diese Warnung. Die Folge war eine vernichtende Niederlage. Erst im Nachhinein wurde realisiert, wie schlau der Narr war. Die Geschichte machte Kuony zu einem ganz besonderen Hofnarren. Denn er durfte die Wahrheiten aussprechen, die anderen verwehrt blieben. Als Dankeschön soll Kuony einen Wunsch erfüllt haben. Er wollte, dass seine Heimatstadt Stockach einmal im Jahr Gericht halten dürfe. Dieses Privileg wurde, so heißt es, 1351 von Albrecht II. von Österreich genehmigt. So kam es zur Gründung des „Hohen Narrengerichts zu Stocken“, das bis heute besteht. 

Aber was macht Kuony eigentlich heute? 

Auch heute ist Hans Kuony die zentrale Symbolfigur der Stockacher Fastnacht. Beim Narrengericht ist er selbst als Figur dabei — als Narr, der das Geschehen begleitet und sozusagen der geistige Ursprung der Veranstaltung ist. Jedes Jahr am „Schmotzigen Dunschtig“ wird eine prominente Persönlichkeit, oft aus der Politik, vor das Narrengericht geladen. Dabei geht es nicht darum, zu bestrafen, sondern um satirische Kritik. Damit ist Kuony viel mehr als nur ein vermeintlicher Mythos — er ist ein lebendiges Symbol für politische Satire und bürgerliche Selbstbestimmung. 

Und wenn mal keine Fasnacht ist, macht der Hans-Kuony Brunnen als Denkmal auf diese Tradition aufmerksam. Die Brunnenfigur zeigt Kuony als warnenden Narren mit erhobenem Finger. Die Figur wurde von dem Bildhauer Werner Gürtner, geschaffen. Seit die Innenstadt umgestaltet wurde, steht der Brunnen in der Hauptstraße vor dem Bürgerhaus. Der Brunnen, das Narrengericht und die Figur des Hans Kuony sind alle miteinander verbunden. Sie machen die Geschichte in Stockach sichtbar und erlebbar. Obwohl manche Historiker bezweifeln, dass es Kuony wirklich gab, ist seine Wirkung unbestreitbar. Er steht für eine jahrhundertealte Tradition, in der Humor, Kritik und Gemeinschaft zusammenkommen. Somit trägt der Narr bis heute zur kulturellen Identität von Stockach bei.