Hochschulgruppe Uni Konstanz

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Kurze Künstlerinnenvorstellung: Gisela Munz-Schmidt

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken, literarisch

Gisela Munz Schmidt, aufgewachsen in Heilbronn, zog es 1984 in die Bodenseeregion nach Owingen. Vor ihrem Beginn als Schriftstellerin studierte sie Anglistik und Germanistik in Heidelberg und war anschließend an verschiedenen Gymnasien als Lehrerin für Deutsch und Englisch tätig. Drei Jahre nach ihrer Ankunft am Bodensee begann sie, sich verstärkt dem literarischen Schreiben zu widmen. Seit 1987 entstehen vor allem Gedichte, daneben aber auch Kurzprosa und Texte für Kinder. Ihre erste Veröffentlichung erschien 1988. Heute blickt Munz Schmidt auf eine Vielzahl literarischer Publikationen zurück.

Ein besonderes Merkmal ihres Schaffens ist die Verbindung von Sprache und bildender Kunst. Diese Kombination aus Text und Bild zeigt sich in ihren sechs Lyrikbildbänden, in denen ihre Gedichte durch Aquarelle der Künstlerin Sibylle Buderath ergänzt werden. Zu diesen gemeinsamen Arbeiten zählen unter anderem My Way Along Lake Constance, Rosen am Weg und Bäume am Weg. Die Bilder und Gedichte treten dabei in einen Dialog, sodass die Impressionen von Bodensee, sowohl sprachlich als auch visuell erfahrbar werden.

Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienblüten

Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienblüten

Kastanien – aus Bäume am Weg

Bevor sie wächst und blüht und Früchte trägt,

treibt sie, damit kein Sturm sie legt,

kein Wetter sie erschlägt,

den langen Wurzelpfahl tief in den Grund.

 

Dann jubelt sie den Frühling ein

in vollen roten Blütenglocken,

kräftig und untererschrocken,

und spät im Herbst sind ihre Samen

glänzend, glatt und rund

Das Prinzip ihres Schreibens, „[…] damit ich verstehe und dass ich bleibe.“ , findet sich in zahlreichen Gedichten der Lyrikerin wieder. In pointierter Sprache verleiht die Autorin alltäglichen Beobachtungen mit nur wenigen Mitteln (einem Stift und einem Blatt Papier) eine sinnliche Dimension. Dabei gelingt es ihr, äußere Landschaft und innere Wahrnehmung miteinander zu verbinden. So zeigt sich beispielsweise im Gedicht „Föhnstimmung“, dass der Bodensee in seiner äußeren Erscheinung zugleich zum Spiegelbild einer inneren Gemütslage werden kann. Auch die Vielfältigkeit der Bodenseeregion lassen sich nicht mit einem einzigen, präzisen Wort erfassen. Stattdessen entfaltet sich im Gedicht „Am Bodensee“ eine Reihe prägnanter Assoziationsketten, die den Facettenreichtum der Umgebung eindrucksvoll einfangen.

Föhnstimmung – aus Wege am See

In der Silberschmiede

des Windes

schmilzt der See

und glänzt sich aus.

Da glänzt ich wortlos

mich ein.

Am Bodensee  – aus Wege am See

Wass und Hügel, der Möwen Flügel.

Nein, nicht nur Natur, Molassefelsen und Ried

Kunst und Kultur, ein Lied, ein Gedicht.

Rebhänge, Dörfer, Spaziergänge,

der hohen Berge nahes Gesicht.

Kirchen, Städte und Kapellen,

Quellen, Bäche, Strandesstellen,

Narrenhäs  und Karbatschenschnellen,

Rummel und Bummel.

Bäume, Wiesen, Windes Spur,

Segel, Schiffe, Boote, Flauten,

Föhn und schöne alte Bauten.

Fremde Fahnen neben vertrauten.

 

Rote Äpfel, gelbe Birnen, grüne Nüsse.

Der Wellen Fluss. Der Kirschen Küsse.

Des Lebens Genuss, Sanftmut und Kühne.

Der Zeiten und der Schönheit Bühne.

Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin engagiert sich Gisela Munz Schmidt auch im gesellschaftlichen und kommunalen Kontext. So entstand beispielsweise die Ausstellungsreihe Land am See, in der sich die Lyrikerin mit ihrer künstlerischen Ausdrucksform für Umwelt- und Naturschutz einsetzte. Um die Existenz dieser Künstlerischen Expression zu wahren, war Munz Schmidt zeitweise als Gemeinderätin tätig, um der regionalen Kunstförderung eine Stimme zu geben.

Im Jahre 2005 hat sich die Lyrik von Gisela Munz-Schmidt dauerhaft mit der Landschaft verbunden – einer Landschaft, die eine bedeutende Rolle im Werk der Autorin spielt. Mit der Einweihung des Lyrikwegs in Owingen wurden ihre Gedichte dauerhaft im öffentlichen Raum verankert. Der idyllische Rundweg verbindet Naturerlebnis und Lyrik miteinander. Entlang des Weges befinden sich sieben Gedichtstelen mit Werken ihrer. Die Gedichte greifen Eindrücke und Beobachtungen der Landschaft auf und laden die Spaziergänger*innen dazu ein, die wahrgenommene Umgebung aus einer neuen Perspektive zu begegnen.

Stele beim Haslerhof der Familie Bischoff

In diesem Zusammenhang, Munz-Schmidt „Es ist ja nicht üblich, dass man zu Lebzeiten mit seinen Gedichten verewigt wird“

Weitere interessant und lesenswürdige Informationen sowie Gedichte findet Ihr auf der Website von Gisela Munz-Schmidt: Gisela Munz-Schmidt – Lyrik vom Bodensee

Zwischen Weiß und Grau: Warum leise Kunst lange nachwirkt

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Allgemein, Deutsch, Kunst im öffentlichen Raum

Beim Betreten eines Ausstellungsraums fällt der Blick oft zuerst auf die imposantesten, lautesten oder buntesten Werke. Auffällige Farben, großformatige Werke oder spektakuläre Installationen ziehen die Aufmerksamkeit meist automatisch auf sich. Doch was passiert, wenn genau das fehlt? Wenn eine Ausstellung stattdessen dazu einlädt, den Blick zu entschleunigen und auf Unaufdringlichkeit setzt?

Genau hier setzt die aktuelle Ausstellung „WEISS AUCH, GRAU, VIELLEICHT SCHILLERND“ im Kunstverein Konstanz im Kulturzentrum am Münster an.

Die Ausstellung ist dort vom 25.07.2026 bis 20.09.2026 zu sehen und zeigt Arbeiten von Christiane Dessecker, Katharina Hinsberg, Leonie Mertes und Jaeyun Moon. Obwohl jede der vier Künstlerinnen eine eigene Bildsprache entwickelt, verbindet sie die Auseinandersetzung mit dem Medium Zeichnung. Dabei wird diese nicht nur als Linie auf Papier verstanden, sondern auch als Geste, Struktur und körperliche Bewegung.

Zu Beginn macht der Titel der Ausstellung einen subtilen Eindruck. Weiß und Grau gelten eher als neutrale Farben: minimalistisch, beinahe unscheinbar. Gerade darin liegt jedoch eine fesselnde Fragestellung: Was geschieht mit unserer Wahrnehmung, wenn die Farbe nicht mehr im Mittelpunkt steht? Wie viel Aufmerksamkeit braucht ein Kunstwerk, bevor sich seine Wirkung entfaltet?
Nicht jedes Werk erschließt sich auf den ersten Blick. Manche Arbeiten entfalten ihre Wirkung erst nach und nach und fordern dazu auf, länger stehen zu bleiben. Gerade darin liegt eine besondere Qualität zeitgenössischer Kunst: Sie gibt selten eindeutige Antworten, sondern eröffnet Raum für unterschiedliche Perspektiven und individuelle Wahrnehmungen. Dabei stellt sich fast automatisch die Frage, was wir eigentlich von einer Ausstellung erwarten – eine klare Botschaft oder vielleicht einfach die Gelegenheit, genauer hinzusehen?

Die Ausstellung zeigt, dass zeitgenössische Kunst weder laut noch spektakulär sein muss, um zum Nachdenken anzuregen. Vieles sieht man hier erst nach genauerem Hinsehen: Licht verändert Oberflächen, Materialien beginnen je nach Blickwinkel zu schimmern und kleine Details treten langsam hervor. Was zunächst schlicht wirkt, entwickelt mit der Zeit eine überraschende Dynamik. Besonders eindrücklich erscheint in diesem Zusammenhang die Arbeit von Christiane Dessecker. Während der Corona-Pandemie hielt sie das tägliche Infektionsgeschehen zeichnerisch fest und arbeitete je nach Höhe der Fallzahlen mit unterschiedlich harten Bleistiften. Weiche Linien stehen für Verletzlichkeit und Unsicherheit, härtere Striche für Hoffnung und Zuversicht. Eine großformatige Arbeit, die nicht nur Zahlen festhält, sondern auch die emotionale Erfahrung einer Zeit sichtbar macht, deren Nachwirkungen bis heute zu spüren sind.

Im Alltag entscheiden oft nur wenige Sekunden darüber, ob wir einem Bild Aufmerksamkeit schenken oder weiterscrollen. Umso ungewohnter wirkt eine Ausstellung, die genau das Gegenteil verlangt: Zeit. Manche Werke entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn der Blick verweilt. Es werden keine vorgefertigten Antworten geliefert, sondern die Möglichkeit eröffnet, die eigene Wahrnehmung neu zu entdecken.

Zwischen Zeichnung, Material, Bewegung und schillernden Nuancen entsteht ein Raum, der weniger erklärt als zum genauen Hinsehen einlädt und gerade genau deshalb lange nachwirkt.

Konstanzer Rathaus

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Historische Gebäude, Kunst & Architektur

Mitten in der Konstanzer Altstadt erhebt sich ein Gebäude, das täglich von unzähligen Menschen passiert wird. Umgeben von den historischen Häusern der Innenstadt und geschmückt mit einer imposanten Wandmalerei zieht es immer wieder die Blicke von Passant*innen auf sich. Doch was verbirgt sich hinter diesem eindrucksvollen architektonischen Bau?

Historie vom Rathaus

Das Konstanzer Rathaus blickt auf eine lange Geschichte zurück, die eng mit der Entwicklung der Stadt verknüpft ist. Ursprünglich diente das Gebäude im Jahre 1478, unter dem Namen „Alte Salzscheibe“, als Zunfthaus bis es nach Auflösung der Zünfte 1559 zunächst als Bildungsstätte für Latein verwendet wurde. Im Jahr 1592 erwarb die Stadt das Anwesen und erweiterte es schrittweise zum heutigen Rathauskomplex. In den folgenden 250 Jahren befand sich hier die Stadtkanzlei und damit das administrative Zentrum von Konstanz.

Stilelemente der Renaissance

Besonders bemerkenswert ist das Rückgebäude im Innenhof, das im Stil der venezianischen Renaissance gestaltet wurde. Prägend für diese Architektur sind die Prinzipien der Harmonie und Symmetrie, die auf den Idealen der Antike basieren. Auffällig sind vor allem die beiden Ecktürme, welche das Gebäude flankieren und den zentral angeordneten Mittelgiebel betonen. Dieser ist reich mit renaissance-typischen Voluten und Ornamenten geschmückt. Die Gestaltungselemente der Renaissance lassen sich auch an den Zwillingsfenstern erkennen, deren Gewände von Kleinsteinbögen auf toskanischen Halbsäulen getragen werden. Zusammen mit den Butzenscheibenfenstern entsteht ein harmonisches Zusammenspiel unterschiedlicher geometrischer Formen. Im Erdgeschoss dient der mittlere der drei Rundbögen als Portal in den zweiten Innenhof, an dessen rechter Seite sich das sogenannte „Haus zum Thurgau“ befindet.

Fotografische Aufnahme des Hintergebäudes im Innenhof

Fotografisch Aufnahme der Vorderfassade des Rückgebäudes im Innenhof, JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Ähnliche Stilelemente finden sich auch am Vordergebäude. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Straßenfassade in späterer Zeit bewusst an die bereits bestehende Renaissancearchitektur des Rückgebäudes angepasst wurde. So begegnen uns auch hier reich verzierte Giebel mit Voluten, Zwillings- und Drillingsfenster mit toskanischen Halbsäulen sowie Rundbogenarkaden im Erdgeschoss.

Besonders hervorzuheben sind jedoch die historischen Fresken über den Arkaden der Vorderfassade. Sie wurden 1864 von Ferdinand Wagner geschaffen und stellen bedeutende Ereignisse sowie Persönlichkeiten der Konstanzer Stadtgeschichte dar. Die dargestellten Szenen reichen vom Friedensschluss Kaiser Friedrich Barbarossas mit den lombardischen Städten im Jahr 1183 bis zum Kampf der Spanier auf der Rheinbrücke im Jahr 1548. Somit bekommt die Fassade ein unverwechselbares Erscheinungsbild, welches die Geschichte der Stadt unmittelbar sichtbar macht.

Aufnahme von der Vorderseite des Konstanzer Rathauses auf der Kanzleistraße in der Altstadt. Perspektivisch von rechts aufgenommen.

Fotografische Aufnahme von der Vorderfassade des Konstanzer Rathauses, ©Luca Griffiths

Trotz der deutlichen Einflüsse der italienischen Renaissancearchitektur zeigen sich sowohl am Vorder- als auch am Rückgebäude Besonderheiten, die aus der Verschmelzung mittelalterlicher Bausubstanz mit den später adaptierten Stilprinzipien der Renaissance hervorgegangen sind. Zwar ist das nach Symmetrie strebende Prinzip durch die zentral angeordneten Giebel besonders betont, doch setzt sich diese Strenge in den unteren Geschossen nicht konsequent fort. Dadurch verschieben sich die Mittelachsen der Fassaden leicht und verleihen dem Bauwerk eine gewisse Asymmetrie, die von den strengen Idealen der Renaissance abweicht.

Nichtsdestotrotz bleibt das Konstanzer Rathaus eines der eindrucksvollsten Gebäude der Altstadt. Gerade in den Sommermonaten, wenn der Rathaushof regelmäßig für Opernkonzerte genutzt wird, entfaltet der historische Komplex seinen besonderen Charme. Doch auch abseits solcher Veranstaltungen lohnt sich ein Besuch, da der Innenhof jederzeit frei zugänglich ist und zum Verweilen einlädt:  etwa, um an einem Sommertag gemütlich ein Eis zu genießen.

Kurze Künstlervorstellung: Hermann Hesse

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Allgemein, literarisch

Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Hermann Hesse erlangte mit Werken wie Der Steppenwolf, Siddhartha und Demian weltweiten Ruhm. Was viele jedoch nicht wissen: einen prägenden Teil seines Lebens verbrachte er in Gaienhofen, unweit von Konstanz.

Eine fotographische Ansichtskarte vom „Hesse Haus“ um 1910 aus der Kollektion von Markus Wolter.

1904 zog es den frisch verlobten Hesse gemeinsam mit seiner Frau, der Schweizer Fotografin Maria Bernoulli, in das kleine Dorf am Bodensee. Beide waren stark vom Gedanken der Lebensreform beeinflusst, d. h. eine Rückbesinnung auf Natur und Simplizität als Gegenentwurf zur fortschreitenden Industrialisierung und dem wachsenden Materialismus in den Großstädten. In diesem Sinne entschieden die zwei sich bewusst für ein abgeschiedenes Leben im 3000-Einwohner- und -Einwohnerinnendorf und verfügten daheim weder über fließendes Wasser oder Elektrizität noch über einen Lebensmittelladen.

So schreibt Hesse selbst in einen Brief an Stefan Zweig:

Gaienhofen ist ein ganz kleines schönes Dörflein, hat keine Eisenbahn, keine Kaufläden, keine Industrie, nicht einmal einen eigenen Pfarrer, […]. Es hat auch keine Wasserleitung, so dass ich alles Wasser am Brunnen hole, keine Handwerker, so dass ich die nötigen Reparaturen im Haus selber machen muss, und keinen Metzger, also hole ich Fleisch, Wurst etc. jeweils im Boot über den See aus dem nächsten thurgauischen Städtchen. Dafür gibt es Stille, Luft und Wasser gut, schönes Vieh, famoses Obst, brave Leute. […]

Die Jahre in Gaienhofen erwiesen sich als besonders produktiv in seinem literarischen Schaffen. So entstanden mehrere Erzählungen sowie die Romane Unterm Rad und Gertrud. Weiterhin stammen auch eine Vielzahl an Gedichten aus dieser Zeit, in denen sich die Landschaft um den Bodensee selbst einschreibt, wie dieses:

Berge in der Nacht

Der See ist erloschen,
Schwarz schläft das Ried,
Im Traume flüsternd.
Ungeheuer ins Land gedehnt
Drohen die hingestreckten Berge.
Sie ruhen nicht.

Sie atmen tief, und sie halten
Einer den anderen an sich gedrückt.
Tief atmend,
Mit dumpfen Kräften beladen,
Unerlöst
In verzehrender Leidenschaft.

Das ruhige, gutbürgerliche Leben mit Familie und Haus war jedoch nicht nur von reiner Idylle geprägt, sondern stand stets im Widerstreit mit persönlichen Umständen und Hesses intrinsischem Verlangen nach einem Leben als Vagabund. Aufgrund dessen zog das Paar im Jahr 1912 weiter nach Bern.

Hermann Hesse reflektiert diese Zeit später wie folgt:

Nun waren wir also richtig für Lebenszeiten eingerichtet und angesiedelt, friedlich stand vor unsrer Haustür der einzige große Baum unseres Grundstücks, […]. Aber die Ewigkeit, für die wir gebaut hatten, dauerte nicht lange. Ich hatte Gaienhofen erschöpft, es war dort kein Leben mehr für mich, ich reiste nun häufig für kurze Zeiten weg, die Welt war so weit da draußen, und fuhr schließlich sogar nach Indien, im Sommer 1911. Die heutigen Psychologen, der Schnoddrigkeit beflissen, nennen so etwas eine ,Flucht‘, und natürlich war es unter anderem auch dies. Es war aber auch ein Versuch, Distanz und Überblick zu gewinnen. […]. Aber das alles genügte nicht. […] allmählich gewöhnten wir uns daran, unser Haus als verkäuflich und unser Gaienhofener Leben als eine Episode zu betrachten.

Bei Interesse kann diese Lebensphase zu ausgewählten Terminen im Mia und Hermann Hesse Haus in Gaienhofen hautnah erlebt werden!

 

Lyrik am Bodensee

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Konstanz entdecken, literarisch

Wozu Lyrik? 16.000 Wörter bringt ein Alltagsmensch durchschnittlich am Tag über die Lippen – mal dies, mal das. Zeitweise verweilt man beim Gesagten und gelegentlich verpufft es in einem luftleeren Raum. Eine Fülle an Eindrücken, die einen durch das Leben navigieren, weshalb also die Ergänzung von wenigen verdichteten Zeichen von irgendeiner Person, die einem fremder nicht sein kann? Vielleicht gerade um mit dieser Fremdheit in Dialog zu treten, damit man sich im Bachmann’schen Sinne, neue Formeln für eine andere Wirklichkeit erschließen kann.

Nun zur Lyrik!

Emmy Ball-Hennings Ein Traum

Die Pionierin der Dadaismus Bewegung und Mitbegründerin des Cabaret Voltaire, Emmy Ball-Hennings, zeigt uns wie die Impressionen des Bodensees sich bis in unsere Träume hineinschleichen: Da gleicht die Zweisamkeit in der Tiefe des Sees einer Nicht-Existenz ohne jegliche Art von konkreter Begierde und verwandelt den See in einen Ort der Selbstreflexion. Eine expressionistische Liebesszenerie wird eröffnet, die mündet in einer melancholischen Bitte an das Dasein ihrer Selbst.

Wir liegen in einem tiefen See

Und wissen nichts von Leid und Weh.

Wir halten uns umfangen

Und Wasserrosen rings um uns her.

Wir streben und wünschen und wollen nichts mehr

Wir haben kein Verlangen.

Geliebter, etwas fehlt mir doch,

Einen Wunsch, den hab ich noch:

Die Sehnsucht nach der Sehnsucht.

Jürg Weibel ohne Titel

Anscheinend ist der Bodensee bestückt mit einem zwielichtigen Charakter. Einerseits verweisen menschliche Eingriffe und naturelle Erzeugnisse auf bedrohliche Zugangsbedingungen zum Plantschen. Andererseits verlockt eine Einladung seitens des Sees zur Überwindung dieser äußerlichen Erscheinungen. Dieses Verhältnis zwischen Misstrauen und Hingabe; Schein und Realität; Bodensee und Menschen verdeutlicht uns Jürg Weibel in reduzierter und pointierter Sprache.

Villenbestückt

hundebewehrt

stolperdrahtgesichert

algenerstickt

ölig und glatt

lächelnd

ladet er

zum Bade

William Becher Regen am Bodensee

Ausgehend von den stillen Beobachterinnen – den Bergen – beschreibt der in Lindau verstorbene Schriftsteller William Becher, wie sich der Schauplatz des Bodensees bei anbahnendem Regenfall verhält. Poetische Formulierungen der Erhabenheit der Natur erinnern an klassische Beschreibungen der Romantik in Bezug auf das Ich im Angesicht seiner Umwelt. In diesem Sinne schreibt sich der strömende Bilderfluss gleichzeitig auch in dessen Handlung ein und spiegelt diese formal wieder.

Urnebel brauen in den Bergkulissen.

Schwer reckt die Alp den feuchten Rücken aus.

Der Himmel dräut in grauen Finsternissen,

Verlassen steht am Ufer Haus an Haus.

 

Das Rauschen aus dem See steigt aus dem Grunde,

Wie großer Atem aus der Brust der Welt.

Ich fühle still die Schönheit dieser Stunde,

Wenn auch der Regen klatschend niederfällt.

 

16.000 Wörter haben sich beim lauten Vorlesen der Gedichte um 119 ergänzt und hoffentlich verweilen einige noch ein wenig länger im Bewusstsein der Leser*innen.

„Wir zeigen, was wir können!“ Schüler:innen-Ausstellung am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

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Deutsch, Konstanz entdecken, Kulturell

Kunst ist nur was für Profis? Von wegen! Unter dem Motto “Wir zeigen was wir können” präsentieren die Schüler:innen des Alexander-von-Humboldt-Gymnasium der 5. bis zur 12. Klasse Bilder, Skulpturen und andere Kunstwerke, die sie im Unterricht kreiert haben. Das ganze Schulhaus wird dabei zur Ausstellung. Egal ob Treppenhaus oder Seitengang, dort wo Platz ist wird ein Rahmen aufgehängt, ein Podest aufgestellt oder ein paar Nägel in die Wand gehauen. Tonmodelle, umfunktionierte Schuhkartons, nekromantische Bücher und Pappmaché-Büsten sind nur ein Ausschnitt möglicher Materialien.

Neugierig geworden?

Komm zur Vernissage am 30.01.26 um 18 Uhr in die Aula der Schule, genieße eine darstellerische Überraschung und schlendere danach durchs Schulhaus, oder schau noch bis zum 24. April 2026 zu den Öffnungszeiten der Schule zum regulären Betrieb vorbei. Der Weg in die Aula ist ganz einfach, die große Treppe hoch und dann “durch” den Vorhang!

Tipp: Die großen Pausen sind 9:15-9:30, 11:05-11:25 und 13-14 Uhr, diese Zeiten würde ich meiden.

Wir haben dazu auch ein Reel auf Instagram, klicke hier!

Warum das Humboldt?

In Konstanz gibt es viele weiterführende Schulen, jede mit eigenen Vor- und Nachteilen. Das Suso-Gymnasium ist zum Beispiel ein humanistisches Gymnasium, das heißt Latein verpflichtend ab Klasse 5 und Griechisch optional ab Klasse 8, die Geschwister-Scholl-Schule bietet sowohl einen Musik-, als auch einen Theater- und einen Sportzug für Real- und Gymnasialschüler:innen an, das Ellenrieder-Gymnasium unterrichtet manche Schulfächer auf Englisch und fördert die zweisprachige Schulausbildung, und das Humboldt-Gymnasium hat den Kunstzug. Ab der fünften Klasse kann dieser besucht werden, aber auch in der 8. und 11. Klasse (G8) sind Ein- und Ausstiege möglich. So werden schon sehr früh wichtige Grundlagen der Kunsttheorie und -schaffung vermittelt, die über den Lehrplan des zweistündigen Kunstunterrichts hinausgehen; über die Relevanz von Skizzen, Perspektive und verschiedenen Medien bis hin zu Kunstgeschichte, Architektur und Stil.

Dadurch wird eine einzigartige Ausstellung mit bemerkenswerten Bildern, Zeichnungen, Skulpturen und vielem mehr ins Leben gerufen, die in ihrer Vielfalt unvergleichlich ist. Zusammen mit der Altbau-Architektur entsteht ein gewisser Charme, der neben stolzen Eltern und Mitarbeitern auch Ehemalige regelmäßig in ihren Bann zieht.

Auch ich bin eine ehemalige Schülerin des AvH, und nach wie vor beeindruckt und verzaubert von dem, was dort auf die Beine gestellt wird. ~Sophie, Autorin dieses Beitrags.

Lyrik am Bodensee

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Deutsch, literarisch

Seit Jahrhunderten ist der Bodensee ein prominentes Motiv in der Dichtung und zeugt von einer Quelle der Inspiration, die dutzenden Dichter*innen ins Reich der sprachlichen Ausdrücke geführt hat. Man gibt sich etwas Innigem hin – offenbar getragen von der Wirkkraft des Bodensees.

Da verweilen die Dichtenden nun am Ufer des Sees, schauen in die Ferne und verspüren eine gewisse Regung: vielleicht Melancholie, vielleicht Gelassenheit oder vielleicht Wanderlust? Diese Vielzahl an Empfindungen sind es, die die Lyrik in ihrer Variation aufnimmt und verarbeitet. In Gedichten, die den Bodensee thematisieren wird deutlich, welch zahlreiche poetische Optionen ermöglicht werden im Umgang mit einer einzigen Kulisse. Zugleich laden sie dazu ein, beim nächsten Spaziergang die Umgebung mit anderen Akzenten zu erfassen. So bewegt man sich mit offenen Augen, schreibend – oder so wie wir heute lesend – um den Bodensee.

Erika Burkart Der Tisch – In einem alten Meersburger Garten

Wie viel erzählt ein verlassener Tisch im alten Meersburger Garten? Retrospektiv stellt sich diese Frage, die im Aargau geborene Schriftstellerin Erika Burkart. In pointierter, von einem Hauch Wehmut durchzogener Sprache erzählt uns die Autorin von einem – der Natur zum Opfer gefallenen – einsamen Tisch. Noch trägt er flüchtige Überbleibsel einer vorausgegangenen Sommerszene, ehe sich die Menschen schließlich in den Winter verabschiedeten.

Erika Burkart selbst lässt uns daran teilhaben:

Umrankt ihn, Efeu und Winden,

den alten rostigen Gartentisch,

mit Blättern deckt, schatten-

und sonnengoldgrünen,

das fleckige Weinrot,

bis man vergißt

hier

ist ein Tisch,

saßen Menschen

reichten sich über das Tuch

Tee und Gebäck

schauten sich unter die Wimpern

sprachen vom Sommer

schwiegen –

räumten ab und gingen

jeder in seinen

eigenen Winter.

Richard Dehmel Konstanz

Hier am Bodensee verursachen selbst die hochverehrten Komponisten zu viel Krach. Dies bringt uns der Schriftsteller Richard Dehmel auf einer feinsinnigen und verspielten Art und Weise näher: Da möchte man sich in der mystischen und gelassenen Landschaft des Sees niederlassen, doch diese Begierde wird gebrochen, durch keinen geringeren als Ludwig van Beethoven!

Richard Dehmel selbst dazu:

Im offenen Garten ist Konzert am See,

der Geist Beethovens schwebt von Stern zu Stern;

tief unter Brücken schweigt die Wasserfee,

hoch über Türmen schweigt der Alpenschnee,

schweigt Stern bei Stern, schweigt wie seit je;

und immer noch Konzert, Konzert am See –

O Beethoven, wozu der Lärm?! –

Elisabeth Borchers Später Nachmittag

Könnte der Bodensee sprechen, was würde dieser von sich geben: ein Kichern, ein Seufzen, ein Lachen? Die Varianten aller Möglichkeiten lassen die Fantasie nicht müde werden, doch nach der Schriftstellerin Elisabeth Borchers wäre es dies: ein Lockruf. Erschöpft von der Sommerhitze ruht man träge – Stunde um Stunde – bis in Windeseile eine Einladung herüberrascht und der See sein Verlangen nach Zweisamkeit ausdrückt.

Elisabeth Borchers schreibt:

Des Sommers müde

ruht ohne Störung

bis fern

teilnehmend am Horizont

diesem Fußpfad hinüber

der See

und lädt ein

übers Wasser zu gehen

So wurden aus Empfindungen Gedanken, aus Gedanken Worte, und aus diesen Worten verwandelt sich ein weißes Blatt in ein Gedicht. Der Bodensee verführt dazu, sich der Offenheit seiner Präsenz hinzugeben und vielleicht findet sich unter den Lesenden die nächste Person, welche ein Zeichen der Zuneigung dem Bodensee vermitteln möchte.

Märchenstimmung in Gottlieben – Ein Besuch in der Drachenburg

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Allgemein, Deutsch, Historische Gebäude, Kunst & Architektur

Ein Zierdrache an der Fassade der Drachenburg in Gottlieben. Foto: Linn Petrat

Die Festtage sind um, die diffuse Zeit zwischen den Jahren wurde meist auf dem Sofa verbracht, und das neue Jahr wurde ausgelassen gefeiert. Egal, ob man sich Neujahrsvorsätze gemacht hat, oder nicht – allen tut ein ausgiebiger Spaziergang gut, um dem Trubel der intensiven Weihnachts- und Neujahrszeit zu entkommen und die Ruhe zu genießen. Wer sich vom Konstanzer Paradies aus übers Tägermoos in die Schweiz aufmacht, den tragen die Füße bei großer Spazierlaune dann auch mal bis ins etwa drei Kilometer entfernte Gottlieben. Die Gemeinde am Seerhein zählt etwa 300 Einwohner:innen und ist flächenmäßig eine der kleinsten Gemeinden der Schweiz – doch das märchenhafte Dörfchen bietet einige Schätze, die keineswegs im Verborgenen bleiben sollten.

Beim Schlendern bekommt man schnell das Gefühl, man hätte sich nicht nur über die Landesgrenze begeben, sondern direkt in einen der Märchenfilme hinein, die in der Weihnachtszeit ohne Unterlass über die Bildschirme flimmern. Zunächst erhascht man durchs winterlich eher karge Blätterdickicht einen Blick auf das Schloss Gottlieben, das im Jahr 1251 als Wasserburg geplant wurde. Durch seine Lage direkt am Wasser und umgeben von einem großflächigen Anwesen ist die Außenfassade von der anderen Uferseite am Wollmatinger Ried jedoch noch etwas besser zu betrachten – ein lohnenswertes Ziel für einen weiteren Spaziergang.

Ist man im Ort Gottlieben angekommen, führt der Weg entlang der zahlreichen malerischen Fachwerkhäuser, die größtenteils aus dem 17. Jahrhundert stammen. Das rote Fachwerk und die grünen Fensterläden leuchten einem auf dem Dorfplatz strahlend entgegen, da tauchen plötzlich mehrere Drachen im Blickfeld auf. Drachen? Wir sind doch bei all der märchenhaften und zeitlosen Stimmung nicht etwa bei Game of Thrones gelandet, wo Daenerys‘ Drachen den Himmel unsicher machen? Doch ein zweiter Blick genügt: Bei genauerem Hinsehen, fällt natürlich schnell auf, dass der grün angelaufene Drache am Haus befestigt ist, und statt Feuer höchstens Wasser spucken könnte, wenn es besonders viel regnet.

Die Drachenburg hat ihren Namen Quellen zufolge auch nicht daher, dass in Gottlieben tatsächlich Drachen zugange waren, sondern von der auffälligen und besonderen Schmuckpracht der Fassade. Denn neben dem detailreichen Fachwerk zieren auch einige Drachenfiguren das Haus. Diese wurden um das Jahr 1890 vom Tägerwiler Julius Schürer an dem zu dieser Zeit von Marie Fuhrimann als Altertumshandlung und „Weinstube zur Drachenburg“ geführtem Gebäude angebracht. Der Name Drachenburg kann historisch nicht anders belegt werden – die mystische Herkunft der Drachen in Gottlieben sind also den Einfällen von Fuhrimann oder Schürer zu verdanken. Die Drachenburg selbst wurde schon mehr als Einhundert Jahre früher gebaut. An einem Dachziegel im Obergeschoss fand man einen Hinweis auf das Baujahr 1674. Knapp 30 Jahre später wurde das Fachwerkhaus bereits wieder um- oder neugebaut und an das nebenan gelegene Untere Steinhaus durch einen Mann des Namens Bockmeyer angegliedert. Sein Wappen, das einen Schafbock zeigt, und die Jahreszahl 1716 lassen sich noch heute über dem Eingangsportal entdecken.

 

 

Seit langer Zeit ist die Drachenburg, mit ihren zwei prominenten Erkern zum Dorfplatz gewandt, nur noch in Einheit mit dem gegenüberliegenden Waaghaus bekannt. Das Hotel Drachenburg und Waaghaus wurde ganze 128 Jahre von der Familie Hummel geführt. Nach einigen Umbauten des Waaghauses, welches früher als Salzstadel diente, wurde es lange als Gasthaus betrieben. Im Jahr 1953 übernahm die Familie Hummel dann auch die Drachenburg und ließ das angeschlossene Untere Steinhaus in ein Hotel umwandeln. Die Anschlüsse von weiteren Häusern an das bestehende Hotel erfolgten in den nächsten Jahren, sodass die „Drachenburg & Waaghaus AG“ das Gottlieber Hotel- und Gastronomiegewerbe weitgehend dominierte. Im Jahr 2020 übernahm eine Stiftung die AG – mit dem Ziel zu modernisieren und zu sanieren – und vor allem, das Ensemble an historischen Baudenkmälern zu bewahren. Aufgrund der Sanierung ist das Betreten des Gebäudes momentan nicht möglich, doch selbst der Blick von außen reicht aus, um sich die vielfältige Historie der Drachenburg vorstellen zu können.

Ein Spaziergang nach Gottlieben gleicht einer kleinen Reise raus aus dem Alltag und hinein in einen kleinen Ort voller Geschichte, beeindruckender Architektur und einer ganz besonderen Atmosphäre. Man bekommt dort das Gefühl, sich durch die Zeit hindurch zu bewegen – und das nicht nur nach Wochen voller Feiertage, in denen kaum einer noch weiß, um welchen Wochentag es sich handelt. Die Drachenburg mit ihrer vielseitigen Geschichte lädt besonders zum Tagträumen und Staunen ein – und ist ein guter Grund, sich aufzumachen, um den Nachbarort zu entdecken.

SherLOOK 2.0 – Detektivabenteuer im Rosgartenmuseum

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken

Das Rosgartenmuseum in Konstanz bietet mit SherLOOK 2.0 ein ganz besonderes Erlebnis: ein interaktives Detektivspiel, das Besucher*innen ab 10 Jahren auf eine spannende Spurensuche durch die Ausstellungen begleitet. Entwickelt wurde das Spiel von LKM-Studierenden der Universität Konstanz unter der Leitung des deutschen Kunsthistorikers und Spieleautors Steffen Bogen, in Zusammenarbeit mit dem Rosgartenmuseum und den wissenschaftlichen Werkstätten der Universität Konstanz.

Aber was machen wir bei SherLOOK 2.0?

In SherLOOK 2.0 wird erzählt, dass in den Ausstellungsräumen des Rosgartenmuseums „Detaildiebe“ am Werk sind: Kleine und große Objekte oder Details werden vermeintlich gestohlen und gegen Fälschungen ausgetauscht. Aufgabe der Spielenden ist es, mit einer speziell entwickelten „High‑Tech‑Lupe“ diese Fälschungen aufzuspüren, den Fall zu lösen und die vermeintlichen Langfinger zu überführen. Zur Auswahl stehen zahlreiche Fälle, die entweder im Erdgeschoss oder im ersten Obergeschoss des Museums spielbar sind. Durch die Detektivfälle führen die bekannten Detektivfiguren Sherlock Holmes, Dr. Watson und Enola Holmes, denen die Spielenden bei der Aufklärung der Fälle helfen müssen. Die drei Charaktere stehen jeweils für einen bestimmten Schwierigkeitsgrad. So kommen sowohl Anfänger als auch Profis auf ihre Kosten und finden genau die richtige Herausforderung.

Tipp: Die LKM-Studierenden waren im Sommersemester wieder fleißig und haben an 50 neuen Rätseln gearbeitet. Ab dem 21.11.2025 wird es daher noch mehr spielbare Fälle geben. Wer also schon etliche Runden SherLOOK gespielt hat, darf sich auf neue spannende Fälle freuen.

Ablauf & Organisation – Shortfacts
  • Geeignet ab etwa 10 Jahren, ideal für alle, die gern kombinieren und Rätsel lösen.
  • SherLOOK kostet keinen Aufpreis zum Museumseintritt.
  • Die Spielgeräte (Tablets) sind während der Öffnungszeiten kostenfrei an der Museumskasse ausleihbar. Es muss lediglich ein Pfand hinterlegt werden.
  • Das Spiel kann alleine oder in Gruppen (z. B. Familien oder Schulklassen) gespielt werden. Bei größeren Gruppen empfehlen wir, sich vorher anzumelden, damit eine ausreichende Anzahl an Tablets reserviert werden kann.
  • Das Spiel ist genau auf das Rosgartenmuseum abgestimmt. Die Rätsel führen durch die Ausstellungsräume und beziehen historische Exponate und regionale Geschichten mit ein.
Warum SherLOOK 2.0 ein lohnenswerter Freizeit‑Tipp ist

Dieses Spiel macht den Museumsbesuch lebendig und interaktiv und ist auch für diejenigen unter euch ein Geheimtipp, die vielleicht nicht zu den regelmäßigsten Museumsgängern gehören. Man betrachtet nicht nur die Ausstellungsstücke, sondern wird selbst aktiv: Man sucht, forscht, vergleicht und entdeckt versteckte Details. Besonders für Familien und neugierige Besucher*innen eröffnet sich so ein ganz neuer Zugang zur Kunst- und Kulturgeschichte. SherLOOK 2.0 verbindet Wissensvermittlung mit Spiel und Spaß. Während spannender Detektivfälle erfährt man ganz nebenbei viel über die Hintergründe der Exponate, über Kunsttechniken oder regionale Geschichten. Das geschieht ganz einfach beim Spielen, während man in den Texten nach Hinweisen sucht, die zur Überführung eines vermeintlichen Langfingers führen. Dank der Vielzahl an Fällen und den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade hat das Spiel auch noch einen hohen Wiederspielwert. Es lohnt sich also, öfters vorbeizuschauen, denn es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Und sollte es mal vorkommen, dass ihr einen Fall bereits kennt, ist das Museumspersonal so nett und stellt euch einen anderen Fall ein.

SherLOOK 2.0 ist eine ideale Kombination aus Spiel, Bildung und Erlebnis. Wer Konstanz besucht, hier wohnt oder noch nicht oft im Rosgartenmuseum war, sollte sich dieses Detektivspiel auf keinen Fall entgehen lassen. Es bereichert den Museumsbesuch, macht Kunst und Geschichte lebendig und spannend. Und mal ehrlich.. wer spielt denn nicht gern?

Geschichte erleben im Herzen von Konstanz – Das Rosgartenmuseum Konstanz

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Das Rosgartenmuseum in Konstanz ist ein echter Geheimtipp für alle, die Kunst, Kultur, Geschichte und eine besondere Atmosphäre lieben. Gelegen im Herzen der Stadt, befindet sich das Museum in einem historischen Gebäude, das erstmals im Jahr 1324 erwähnt wurde und einst als Zunfthaus für Metzger, Krämer, Hafner, Seiler und Apotheker diente. Dieses einzigartige Ambiente macht den Besuch schon allein wegen der Architektur zu einem Erlebnis. 1454 wurde es mit dem angrenzenden Haus „Zum Schwarzen Widder“ vereinigt. Ein Überbleibsel von der Vereinigung sind die Wappen beider Häuser, die noch heute das Portal des Museums schmücken.

Das Museum wurde 1870 von Ludwig Leiner (Apotheker und Stadtrat) gegründet, einem leidenschaftlichen Sammler, Botaniker und Denkmalschützer, der mit seiner Sammlung die Geschichte und Identität der Bodenseeregion bewahren wollte. Heute zeigt das Rosgartenmuseum eine vielseitige Dauerausstellung, die von der Urgeschichte über das Mittelalter bis in die Neuzeit reicht. Besucher*innen erwarten hier unteranderem spannende archäologische Funde, sakrale Kunst und Gemälde, die eindrucksvolle Geschichten erzählen.

Besonders sehenswert ist der Leinersaal, der nach dem Gründer benannt ist und Originalstücke aus der Anfangszeit des Museums präsentiert. Zudem gibt es regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen, die regionale Themen wie die Fasnacht oder die Arbeitswelt thematisieren. Im zweiten Obergeschoss gibt es zudem eine Ausstellung, die die Geschichte der Stadt während der NS-Zeit beleuchtet.

Ein lohnenswerter Freizeittipp für jede Jahreszeit

Wer einen abwechslungsreichen Tag in Konstanz plant, kann den Besuch im Rosgartenmuseum wunderbar mit einem Stadtbummel, einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oder einem Spaziergang am Bodensee verbinden. So lässt sich Kultur und Genuss ideal kombinieren. Das Rosgartenmuseum ist übrigens nicht nur ein Ort für Geschichtsinteressierte, sondern auch ein perfekter Freizeit-Tipp für Familien oder mit Freund*innen. Es ist überschaubar und ermöglicht einen entspannten Rundgang. Für eine kleine Pause zwischendurch lädt das Museumscafé mit seinem gemütlichen Innenhof ein – ideal, um das Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen oder den neusten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Und wem das noch nicht genug ist, der kann sich im Eingangsbereich ein Tablet mit dem beliebten Spiel SherLOOK ausleihen und gemeinsam mit Watson, Sherlock oder Enola Langfinger überführen, die im Museum ihr Unwesen treiben.

Insgesamt ist das Rosgartenmuseum ein lohnenswertes Ausflugsziel für alle, die in die Geschichte der Region eintauchen möchten – ob als Einheimische, Zugezogene oder Tourist*innen. Es verbindet auf wunderbare Weise Tradition und Moderne und bietet spannende Einblicke in die reiche Vergangenheit der Stadt Konstanz und seiner Umgebung.

Veranstaltungen im Rosgartenmuseum Konstanz

Ein weiteres besonderes Highlight sind die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen im Rosgartenmuseum: Sonderführungen, Vorträge, Workshops und Mitmachaktionen lassen die Geschichte lebendig werden und bieten einen tollen Rahmen für Kulturinteressierte jeden Alters. Ein besonders reizvolles Format ist dabei die Rosgarten*Lounge – Afterwork und Kulturgenuss.