Hochschulgruppe Uni Konstanz

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Kurze Künstlervorstellung: Johannes Poethen

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Allgemein, Deutsch, Konstanz entdecken, literarisch

Johannes Poethen, ein Schriftsteller aus der Bodenseeregion, wurde am 13. September 1928 in Wickrath am Niederrhein geboren und besuchte später Schulen in Köln, Württemberg und Bayern. Seine ersten Veröffentlichungen, die vorerst hauptsächlich aus Gedichten und Essays bestanden, erschienen unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg, in welchen er als Luftwaffenhelfer eingezogen wurde. Die zum großen Teil in seiner Jungend verfassten Gedichte wurden anfangs besonders formal von Werken Joseph von Eichendorffs, Rainer Maria Rilkes und Friedrich Hölderlins beeinflusst, später inspirierte ihn jedoch vor allem „die französische Lyrik seit Baudelaire, besonders René Char“.

Die Kernthematiken Poethens Lyrik werden desöfteren als sehr einheitlich beschrieben, da sich stets Motive Griechenlands und der Antike in ihnen wiederfinden. Nach seinem Germanistik- und dem parallelen Philologiestudium mit dem Schwerpunkt auf griechischer Mythologie in Tübigen, tätigte der Künstler unterschiedliche Reisen ins Ausland, wobei viele in den Mittermeerraum, unteranderem 1954 nach Griechenland, gingen. Griechenland wird im Zusammenhang mit Poethen oft als ein Land beschrieben, das er so liebt wie kein anderes, was seine literarische Auseinandersetzung mit dem Land an sich und seiner den Autor faszinierenden Geschichte erklärt. An dieser Stelle dient das Gedicht „Insel“ aus seinem Gedichtband „Wohnstatt zwischen den Atemzügen“ als passendes Mittel der Verbildlichung seiner Zuneigung!:

Du sagtest: nimm, eh das jahr fällt, deine verschwiegenste stimme.

Schneide die wolke ab, die geheime, noch grün. Sie soll reifen im

meer, wo es leicht ist.

 

Du sagtest: nimm, eh du zögern mußt, deinen einfachen blick.

Grabe mit ihm, dort bevor sich gewohnheit erhebt, den salzigen

hain aus. Wo ich nie vergaß, am geneigten hang in einer handvoll

brisen, da laß ihn wachsen.

 

Du sagtest: nimm, eh du nicht mehr fliegst, dein sicherstes hören.

Finde mit ihm die höhle rings aus schaum. Entzünde davor, wie es

hergeweht, überall preisgeben, dies binsenscharfe glück.

Hierbei begeistern nicht nur seine an Märchen erinnernde Wortwahl und sein realitätsfremder Umgang mit Naturphänomenen, wie Wolken, sondern ebenso das Wechselspiel zwischen Groß- und Kleinschreibung.

In Gedichten des Buches „Poethen Gedichte“ finden sich beispielsweise Wortneuschöpfungen, wie „sonnenecho“ (Kapitel „Ankunft und Echo. ein triptychon“) und Zusammenstellungen, wie „sternkrume im blutstrom / übrig aus meermühlen“ (Kapitel „Empfängliche Zwischenzeit“) wieder, in welchen stets sein Interesse für Mythologie und seine Naturbegeisterung aufeinandertreffen und wir mitlesen dürfen. (Die Universitätsbibliothek Konstanz bietet eine große Auswahl an Literatur von Poethen, hierbei auch zwei signierte Ausgaben der Gedichtsammlungen „Die Möven über Hagia Sophia“ und „Eines morgens über dem Golf“!)

Ein weiteres gern gewähltes Motiv Poethens ist eine Gegenüberstellung zwischen einer industrialisierten Großstadt, die er nicht nur als modern, sondern gleichzeitig als zerstörte Landschaft betrachtet, und einer südlichen, von antiken Merkmalen geprägten Landschaft.

In den siebziger Jahren wandte er sich schließlich freieren Formen zu, in welchen er die Gegenwartsgesellschaft umschrieb und diese und die mit ihr einhergehenden Konflikte kritisierte. Ein paar Beispielverse, als Zitat des Autors, das in einem Interview zwischen Ingrid Bachér und Johannes Poethen fiel:

Und niemand weiß: Ist denn noch — leben — gut?

Ist es wohl wahr, was jeder Tag verspricht,

Und immer wieder jenen heißen Mut

Zu zünden, der sich endlich selbst zerbricht?

Das Interview ist einer Art Sammlung namens „Ich bin nur in Wörtern. Johannes Poethen zum sechzigsten Geburtstag“ entnommen und stellt ein Beitrag von vielen dar, die Poethens Werk und den Künstler selbst, ob in Textform oder mit Zeichnungen, ehren.

Eine Art Berg, durch feine Linien figuriert. Darunter in Textform: Eines Morgens über dem Golf... Für Johannes Poethen. W. B. 1988

Ein Beitrag des deutschen Autors und bildenden Künstlers Wolfgang Brenneisen

 

Lange lebte Poethen als freier Schriftsteller im vom Fachwerkhäusern geschmückten Tübinger Stadtteil Hirschau bevor er Leiter der Literatur- und Kunstabteilung des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart und Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller wurde. Bei Letzterem löste er Thaddäus Troll, einen der bekanntesten schwäbischen Mundartdichter, vorerst als Vorsitzender und später als Ehrenvorsitzender ab. Die letzten 15 Jahre seines Lebens verbrachte er in Stuttgart und Vrachati, eine Strandstadt in Griechenland, bis er 2001 verstarb. 

 

 

 

„Wir zeigen, was wir können!“ Schüler:innen-Ausstellung am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

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Deutsch, Konstanz entdecken, Kulturell

Kunst ist nur was für Profis? Von wegen! Unter dem Motto “Wir zeigen was wir können” präsentieren die Schüler:innen des Alexander-von-Humboldt-Gymnasium der 5. bis zur 12. Klasse Bilder, Skulpturen und andere Kunstwerke, die sie im Unterricht kreiert haben. Das ganze Schulhaus wird dabei zur Ausstellung. Egal ob Treppenhaus oder Seitengang, dort wo Platz ist wird ein Rahmen aufgehängt, ein Podest aufgestellt oder ein paar Nägel in die Wand gehauen. Tonmodelle, umfunktionierte Schuhkartons, nekromantische Bücher und Pappmaché-Büsten sind nur ein Ausschnitt möglicher Materialien.

Neugierig geworden?

Komm zur Vernissage am 30.01.26 um 18 Uhr in die Aula der Schule, genieße eine darstellerische Überraschung und schlendere danach durchs Schulhaus, oder schau noch bis zum 24. April 2026 zu den Öffnungszeiten der Schule zum regulären Betrieb vorbei. Der Weg in die Aula ist ganz einfach, die große Treppe hoch und dann “durch” den Vorhang!

Tipp: Die großen Pausen sind 9:15-9:30, 11:05-11:25 und 13-14 Uhr, diese Zeiten würde ich meiden.

Wir haben dazu auch ein Reel auf Instagram, klicke hier!

Warum das Humboldt?

In Konstanz gibt es viele weiterführende Schulen, jede mit eigenen Vor- und Nachteilen. Das Suso-Gymnasium ist zum Beispiel ein humanistisches Gymnasium, das heißt Latein verpflichtend ab Klasse 5 und Griechisch optional ab Klasse 8, die Geschwister-Scholl-Schule bietet sowohl einen Musik-, als auch einen Theater- und einen Sportzug für Real- und Gymnasialschüler:innen an, das Ellenrieder-Gymnasium unterrichtet manche Schulfächer auf Englisch und fördert die zweisprachige Schulausbildung, und das Humboldt-Gymnasium hat den Kunstzug. Ab der fünften Klasse kann dieser besucht werden, aber auch in der 8. und 11. Klasse (G8) sind Ein- und Ausstiege möglich. So werden schon sehr früh wichtige Grundlagen der Kunsttheorie und -schaffung vermittelt, die über den Lehrplan des zweistündigen Kunstunterrichts hinausgehen; über die Relevanz von Skizzen, Perspektive und verschiedenen Medien bis hin zu Kunstgeschichte, Architektur und Stil.

Dadurch wird eine einzigartige Ausstellung mit bemerkenswerten Bildern, Zeichnungen, Skulpturen und vielem mehr ins Leben gerufen, die in ihrer Vielfalt unvergleichlich ist. Zusammen mit der Altbau-Architektur entsteht ein gewisser Charme, der neben stolzen Eltern und Mitarbeitern auch Ehemalige regelmäßig in ihren Bann zieht.

Auch ich bin eine ehemalige Schülerin des AvH, und nach wie vor beeindruckt und verzaubert von dem, was dort auf die Beine gestellt wird. ~Sophie, Autorin dieses Beitrags.

Geschichte erleben im Herzen von Konstanz – Das Rosgartenmuseum Konstanz

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Allgemein, Deutsch, Historische Gebäude, Konstanz entdecken

Das Rosgartenmuseum in Konstanz ist ein echter Geheimtipp für alle, die Kunst, Kultur, Geschichte und eine besondere Atmosphäre lieben. Gelegen im Herzen der Stadt, befindet sich das Museum in einem historischen Gebäude, das erstmals im Jahr 1324 erwähnt wurde und einst als Zunfthaus für Metzger, Krämer, Hafner, Seiler und Apotheker diente. Dieses einzigartige Ambiente macht den Besuch schon allein wegen der Architektur zu einem Erlebnis. 1454 wurde es mit dem angrenzenden Haus „Zum Schwarzen Widder“ vereinigt. Ein Überbleibsel von der Vereinigung sind die Wappen beider Häuser, die noch heute das Portal des Museums schmücken.

Das Museum wurde 1870 von Ludwig Leiner (Apotheker und Stadtrat) gegründet, einem leidenschaftlichen Sammler, Botaniker und Denkmalschützer, der mit seiner Sammlung die Geschichte und Identität der Bodenseeregion bewahren wollte. Heute zeigt das Rosgartenmuseum eine vielseitige Dauerausstellung, die von der Urgeschichte über das Mittelalter bis in die Neuzeit reicht. Besucher*innen erwarten hier unteranderem spannende archäologische Funde, sakrale Kunst und Gemälde, die eindrucksvolle Geschichten erzählen.

Besonders sehenswert ist der Leinersaal, der nach dem Gründer benannt ist und Originalstücke aus der Anfangszeit des Museums präsentiert. Zudem gibt es regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen, die regionale Themen wie die Fasnacht oder die Arbeitswelt thematisieren. Im zweiten Obergeschoss gibt es zudem eine Ausstellung, die die Geschichte der Stadt während der NS-Zeit beleuchtet.

Ein lohnenswerter Freizeittipp für jede Jahreszeit

Wer einen abwechslungsreichen Tag in Konstanz plant, kann den Besuch im Rosgartenmuseum wunderbar mit einem Stadtbummel, einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oder einem Spaziergang am Bodensee verbinden. So lässt sich Kultur und Genuss ideal kombinieren. Das Rosgartenmuseum ist übrigens nicht nur ein Ort für Geschichtsinteressierte, sondern auch ein perfekter Freizeit-Tipp für Familien oder mit Freund*innen. Es ist überschaubar und ermöglicht einen entspannten Rundgang. Für eine kleine Pause zwischendurch lädt das Museumscafé mit seinem gemütlichen Innenhof ein – ideal, um das Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen oder den neusten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Und wem das noch nicht genug ist, der kann sich im Eingangsbereich ein Tablet mit dem beliebten Spiel SherLOOK ausleihen und gemeinsam mit Watson, Sherlock oder Enola Langfinger überführen, die im Museum ihr Unwesen treiben.

Insgesamt ist das Rosgartenmuseum ein lohnenswertes Ausflugsziel für alle, die in die Geschichte der Region eintauchen möchten – ob als Einheimische, Zugezogene oder Tourist*innen. Es verbindet auf wunderbare Weise Tradition und Moderne und bietet spannende Einblicke in die reiche Vergangenheit der Stadt Konstanz und seiner Umgebung.

Veranstaltungen im Rosgartenmuseum Konstanz

Ein weiteres besonderes Highlight sind die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen im Rosgartenmuseum: Sonderführungen, Vorträge, Workshops und Mitmachaktionen lassen die Geschichte lebendig werden und bieten einen tollen Rahmen für Kulturinteressierte jeden Alters. Ein besonders reizvolles Format ist dabei die Rosgarten*Lounge – Afterwork und Kulturgenuss.