Hochschulgruppe Uni Konstanz

Autor: gamzecakir (Seite 1 von 1)

Zwischen Fähre, Altstadt und Schloss: Ein Tagesausflug nach Meersburg

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Allgemein, Historische Gebäude

Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um für ein paar Stunden das Gefühl zu haben, an einem ganz anderen Ort zu sein. Von Konstanz aus eignet sich Meersburg dafür besonders gut: Die Stadt ist schnell erreichbar, liegt direkt am Bodensee und verbindet historische Gassen, kleine Cafés, schöne Ausblicke und Schlossbesuche auf engem Raum.

Unser Ausflug begann am Bahnhof Konstanz. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus zur Autofähre und setzten anschließend nach Meersburg über. Die Fährfahrt dauert ungefähr 15 Minuten und ist schon der erste kleine Höhepunkt des Tages. Während man über den Bodensee fährt, kann man die Seeluft genießen und hat einen schönen Blick auf das Wasser und die Umgebung.

Nach der Ankunft in Meersburg führt ein kurzer Fußweg in Richtung Unterstadt. Schon auf dem Weg dorthin merkt man schnell, wie besonders die Lage der Stadt ist: Über den Häusern erhebt sich die Burg, während unten am See die Promenade, Cafés und kleine Läden warten. 

In der Unterstadt angekommen, lohnt es sich, zunächst einfach an der Seepromenade entlangzugehen. Hier reihen sich Cafés, Restaurants und Geschäfte aneinander, und gerade bei gutem Wetter wirkt alles sehr lebendig. Für eine erste Pause bietet sich zum Beispiel das Kaffee Reite an, wo wir uns eine kleine Stärkung gegönnt haben. 

Doch nicht nur die Unterstadt hat schöne Orte zum Verweilen zu bieten. Wer sich auf den Weg in die Oberstadt macht, kommt an vielen kleinen Läden vorbei, in denen man Souvenirs oder Kleinigkeiten entdecken kann. Unterwegs fiel uns außerdem eine Taverne besonders ins Auge: Drachenfeuer. Schon der Name und das Design wecken Interesse und passen gut zu der leicht verwinkelten, fast märchenhaften Atmosphäre der Altstadt. 

Oben angekommen öffnet sich der Blick auf den Marktplatz. Bunte Fassaden, Blumenschmuck, alte Hauswände und die umliegenden Gassen machen diesen Bereich besonders sehenswert. Gerade hier lohnt es sich, nicht nur schnell vorbeizulaufen, sondern sich einen Moment Zeit zu nehmen und die vielen Details an den Gebäuden anzuschauen. 

Wer zwischendurch noch eine Abkühlung oder etwas Süßes braucht, findet auch in der Oberstadt passende Möglichkeiten. Wir machten unter anderem im Café Pop Halt, das sich gut für eine weitere kleine Pause eignet, bevor es weiter zum Schloss geht. 

Ein besonderes Highlight unseres Ausflugs war das Neue Schloss Meersburg. Schon von außen fällt die rosafarbene Fassade mit ihren weißen Verzierungen auf. Für Studierende gibt es einen ermäßigten Eintritt, und der Besuch lohnt sich vor allem, wenn man sich für historische Räume, Architektur und schöne Ausblicke interessiert. 

Im Inneren beeindruckt besonders das Treppenhaus. Der helle Raum, die geschwungene Treppe und das große Deckenfresko machen direkt deutlich, wie repräsentativ das Schloss angelegt ist. Man schaut automatisch nach oben und entdeckt immer neue Details in der Malerei und der Architektur. 

Neben den Schlossräumen lohnt sich auch ein Besuch des Schlossgartens. Von dort aus hat man einen sehr schönen Blick über Meersburg, die Dächer der Stadt und den Bodensee. Bei klarer Sicht kann man sogar bis auf die andere Seite des Sees schauen – und mit etwas Orientierung auch in Richtung Konstanz. 

Direkt beim Schloss befindet sich außerdem die Schlosskirche, die man betreten und besichtigen kann. Besonders eindrucksvoll sind hier die Rokoko-Ausstattung, die Deckenmalereien und die vielen dekorativen Details. Nach dem Spaziergang durch die Stadt wirkt der Kirchenraum noch einmal wie ein ruhiger, fast überraschender Abschluss des Schlossbesuchs. 

Und hier endet auch schon unser kleiner Ausflug nach Meersburg. Die Stadt eignet sich perfekt für einen entspannten Tagesausflug, weil sich vieles gut zu Fuß erkunden lässt und man unterwegs immer wieder schöne Ecken entdeckt. Gerade die Mischung aus Bodensee, historischer Altstadt und gemütlichen Cafés hat den Tag für uns besonders schön gemacht. Wer also Lust auf einen kurzen Tapetenwechsel am Bodensee hat, ist in Meersburg genau richtig. 

@photos by kws

hänne und dänne – Der Untersee als Kunstraum: Teil 2

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Allgemein, Kunst & Architektur, Kunst im öffentlichen Raum

Nachdem wir im ersten Teil unserer Tour die Schweizer Seite des Untersees erkundet hatten, ging es für uns mit der Fähre von Steckborn weiter nach Gaienhofen. Schon die Überfahrt war ein kleines Erlebnis für sich. Bei angenehmer Seeluft und einer leichten Brise bot sich vom Wasser aus ein wunderschöner Blick auf den Untersee und seine Ufer. Die ruhige Fahrt war nach unserer bisherigen Wanderung eine willkommene Pause und zugleich ein besonders idyllischer Übergang von der Schweizer auf die deutsche Seite der Ausstellung. 

Direkt in der Nähe des Hafens von Gaienhofen starteten wir unsere weitere Erkundungstour mit einer Arbeit von Ursula Rutishauser. Sie ist Teil der vierteiligen Werkreihe 4 Positionen: „anders weiter“ | „anders denken“ | „weiter gehen“ | „sich verstehen“. Leider konnten wir die Arbeit nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form sehen, da vor Ort nur noch ein Teil der Befestigung beziehungsweise die verbliebene Schnur vorhanden war.

Bei einer Ausstellung unter freiem Himmel lassen sich Witterungseinflüsse und Unwetter natürlich nicht vollständig vorhersehen, sodass auch die Kunstwerke selbst Spuren davontragen oder beschädigt werden können. Anders als bei der mutwilligen Zerstörung, auf die wir zuvor in Berlingen gestoßen waren, gehört diese Unvorhersehbarkeit zu den besonderen Herausforderungen einer Freiluftausstellung.

Von dort aus ging es direkt weiter zu einer Installation von Boris Petrovsky. Doch auch hier verlief unser Besuch anders als erwartet: Wir standen plötzlich vor einem verschlossenen Tor. Zunächst versuchten wir, das Werk von außerhalb zu erkennen und fotografisch festzuhalten, konnten jedoch nur einen kleinen Teil davon sehen. Wir sahen uns in der Umgebung noch nach einem alternativen Zugang um, mussten schließlich aber feststellen, dass wir auf diesem Weg nicht weiterkamen.

Die Installation spielt mit der Idee einer Kommunikation über das Wasser. Die sogenannten Fluchtstäbe greifen das Prinzip des Semaphors auf, also der Signalübermittlung durch bewegte Stäbe, und senden so symbolisch Signale von Ufer zu Ufer. Wer das Werk näher betrachten möchte, hat im Rahmen einer Führung die Möglichkeit, Zugang zum Gelände zu erhalten.

Da wir zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Stunden unterwegs waren, legten wir anschließend eine wohlverdiente Mittagspause im Restaurant Zum Fährmann ein. Das Restaurant erwies sich als besonders schöne Zwischenstation: gemütlich, preiswert und vor allem sehr lecker. Von der Vorspeise bis zum Dessert hat uns das Essen ausgezeichnet geschmeckt. Das Hauptgericht war sogar so gut, dass wir erst danach bemerkten, dass wir völlig vergessen hatten, ein Foto davon zu machen.

Gut gestärkt setzten wir unsere Wanderung fort und machten uns auf den Weg zu einer weiteren Arbeit von Rebecca Koellner. Wie bereits auf der Schweizer Seite begegneten wir hier einem auf Baumrinde aufgetragenen Text. Die Arbeit versteht sich als Dialog aus der Perspektive der Bäume und verändert sich mit der Zeit und ihrer Umgebung.

Anschließend führte uns unsere Route weiter zu einem Projekt von Miriam Rutherfoord und Joke Schmidt, das sich in der Tourist-Information befindet. Besonders hilfreich waren dabei die Wegweiser im Ort, die Besucher/innen in die richtige Richtung führten. Nach den vorherigen Schwierigkeiten bei der Suche nach einzelnen Arbeiten war es angenehm, diesmal ganz unkompliziert zum nächsten Ziel geleitet zu werden.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein 5.40 minütiges, tonloses Video, das aus analogen Fotografien besteht.

Danach ging es weiter zu den Arbeiten von Frank Altmann. Die farbig bemalten Holzobjekte, die an Vogelhäuschen erinnern, waren vergleichsweise schnell und leicht zu finden. Hinter ihrer zunächst spielerischen Erscheinung steckt die Frage, wie Kunst überhaupt bewertet werden kann und was von den Ideen der Moderne übrig bleibt.

Unser nächstes Ziel war Anna von Siebenthals Installation Grenzverbindung. Die aus Seilen und Holzpfosten bestehende Arbeit verbindet Geschichte und Handwerk miteinander. Ausgangspunkt ist der sogenannte Overlock-Stich, der Kanten miteinander verbindet und zugleich säubert. In der Installation werden dessen Fäden in Seile übersetzt und als räumliche Zeichnung in die Landschaft übertragen. Gleichzeitig verweist die Arbeit auf frühere Pendler/innen und versteht das Gewässer nicht als trennende Grenze, sondern als verbindende Übergangszone.

Danach machten wir uns auf die Suche nach einer weiteren Arbeit von Ursula Rutishauser. Trotz längerer Suche konnten wir den richtigen Zugang zunächst nicht finden und mussten schließlich weiterziehen, um noch unser letztes Ziel zu erreichen und die Fähre nicht zu verpassen. Inzwischen wurden zusätzliche Markierungen angebracht, durch die der Trampelpfad zum Werk leichter zu finden sein soll.

Zum Abschluss unserer Tour besuchten wir Patricia Buchers Arbeit Jede Seite hat zwei Medaillen. Das Werk verbindet eine stabile Fachwerkstruktur mit Ruderelementen und greift damit einen deutlichen Gegensatz auf: Auf der einen Seite stehen Schutz, Sicherheit und die Geborgenheit eines Zuhauses, auf der anderen die schwierige Überquerung des Sees. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Getriebenheit und dem Wunsch nach Ankommen und Geborgenheit.

Auch der Standort dieser letzten Arbeit erwies sich als besonders schön. Von dort aus bot sich eine beeindruckende Aussicht über die umliegende Landschaft und den Untersee – ein passender Abschluss für unseren langen Tag zwischen Kunst, Wanderung und den beiden Ufern.

Nach vielen Kilometern zu Fuß, mehreren unerwarteten Hindernissen und zahlreichen Kunstwerken endete damit unsere Entdeckungstour auf der deutschen Seite des Untersees. Gerade die Verbindung aus Wanderung, Fährfahrt, Landschaft und Kunst macht „hänne und dänne“ zu einer besonderen Form der Ausstellung. Die Werke begegnen einem nicht in abgeschlossenen Museumsräumen, sondern unterwegs – manchmal gut sichtbar, manchmal versteckt und, wie wir selbst erfahren haben, gelegentlich auch schwieriger zu finden als erwartet.

Auch wenn nicht alles wie geplant verlief, machte genau das den Ausflug authentisch. Am Ende blieb vor allem der Eindruck eines gelungenen Projekts, das den Untersee aus einer ganz neuen Perspektive erlebbar macht.

Wer jetzt selbst Lust auf eine Entdeckungstour bekommen hat, findet auf der Website von hänne und dänne weitere Informationen zur Ausstellung, zu Führungen und möglichen Routen.

Weitere Informationen unter:
https://haenne-und-daenne.ch/

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. September 2026 geöffnet.

@photos by kws