Weihnachten steht vor der Tür. Der letzte Monat des Jahres geht zu Ende, und wir nähern uns dem Jahr 2026. Das neue Jahr wird mit Feuerwerk, Wunderkerzen und anderen Ritualen eingeleitet. Doch was für Bräuche gibt es eigentlich rund um den Globus, um ein neues Jahr einzuleiten?

Die meisten Traditionen tragen den Glauben, dass sie Glück für das neue Jahr bringen und böses vertreiben. Diese Bräuche werden meistens in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar  ausgeübt. In Deutschland und einem großteils Europas wird das Bleigießen (Zink-,Wachsgießen) praktiziert. Das geschmolzen Metall wird in kaltes Wasser gegossen, die entstandene Form wird gedeutet und symbolisiert ein Ereignis, das im kommenden Jahr eintreffen wird. Dieser Brauch entstammt der antiken Orakeltradition und wird heute spielerisch am Silvesterabend durchgeführt. Gerne werden auch Glückssymbole wie Schweine, Kleeblätter oder Schornsteinfeger aufgestellt oder verschenkt. Natürlich darf auch das Feuerwerk nicht fehlen. Die Lichter und der Lärm sollen böse Geister vertreiben. In Spanien werden um Mitternacht zwölf Weintrauben gegessen, eine zu jedem Glockenschlag. Sie sollen Glück für jeden Monat des kommenden Jahres bringen. Die Italiener tragen zur Silvesternacht rote Unterwäsche, als Symbol für Glück, Liebe und Fruchtbarkeit. Zusätzlich werden noch Linsen gegessen. Die Form der Linsen erinnert an Münzen und soll Wohlstand bringen. In Schottland gibt es die Tradition des „First Footing“. Die erste Person die nach Mitternacht das Haus betritt, soll Glück hineinbringen und als Geschenk Kohle, Brot oder Whisky für Wärme, Nahrung und Freude mitbringen. In den USA ist der berühmte „Ball Drop“ in New York ein Ereignis, an dem Millionen Menschen live, oder über den Fernseher teilnehmen. Der Sichtbare Countdown am Times Square steht für einen gemeinsamen Neuanfang. Die Lateinamerikaner laufen mit Koffern um den Block, um viele Reisen im neuen Jahr zu begünstigen. Auch hier spielt die Farbe der Unterwäsche eine Rolle: Gelb für Geld und Rot für die Liebe. In Brasilien wird an Silvester weiße Kleidung getragen, die Reinheit, Frieden und Schutz symbolisiert. Viele Menschen gehen nach Mitternacht mit den Füßen ins Meer, um sich das „Alte“ abzuwaschen. Bei diesem Meergang werden sieben Wellen übersprungen, die für Glück im neuen Jahr stehen. In Japan werden die Tempelglocken 108-mal geläutet, für die Befreiung von menschlichen Begierden und den inneren Neubeginn. Springen wir ein Land weiter nach China. Dort soll rote Dekoration und Feuerwerk für Glück, Wohlstand und den Schutz vor bösen Geistern sorgen. In Südafrika werden in manschen Regionen alte Möbel verschenkt oder weggeschmissen, um Platz für neues zu schaffen. 

Nach dieser Tour um den Globus gibt es noch eine Anleitung zu einem Ritual, das einigen bekannt sein dürfte. In den Raunächten, die zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag liegen, wird das 13-Wünsche-Ritual praktiziert. Die zwölf Nächte werden als eine Zeit außerhalb der normalen Zeit angesehen, eine Schwelle zwischen Altem und Neuen. Der Ursprung liegt in der Differenz zwischen dem Mondjahr mit 354 Tagen und dem Sonnenjahr mit 365 Tagen. Man sagt, der Schleier zur geistigen Welt sei sehr dünn; Träume, Symbole und Wünsche hätten eine besondere Kraft in diesen Raunächten. Viele Menschen nutzen die Tage als Zeit der Ruhe und Achtsamkeit. In diesen Tagen räuchern einige auch ihre Wohnung mit getrockneten Kräutern oder Harzen, um böse Geister zu vertreiben. Kommen wir nun zur versprochen Anleitung des 13-Wünsche-Ritual. Du schreibst 13 positive Wünsche auf je einen Zettel. Die Zettel werden gefaltet und gemischt. Vom 25. Dezember bis zum 5. Januar wird jeden Tag ein Zettel gezogen. Der gezogene Zettel wird ungeöffnet zerrissen oder verbrannt. Am Ende bleibt ein Zettel übrig. Diesen Wunsch musst du dir im Laufe des Jahres selbst erfüllen, während die andern zwölf Wünsche symbolisch dem Universum überlassen werden. Das Ritual bietet eine Möglichkeit, sich über seine eignen Wünsche klarzuwerden und den Übergang ins neue Jahr bewusst zu gestalten. Mit dem Wissen all dieser Bräuche und Traditionen kann nun nichts mehr schiefgehen im neuen Jahr. Frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr!