Weihwasserbecken

Das kleine Weihwasserbecken an der östlichen Mauerzunge der südlichen Mittelschiffwand macht durch eine Tafel mit langer Inschrift auf sich aufmerksam. Sie wurde zum Gedenken an den hochgelehrten Johannes Jacob Mossmann angebracht, der als Dekan des Landkapitels von Reichenau und als Pfarrer von Oberzell am 17. September 1720 verstarb. Für die Einmauerung des Beckens wurden Ziegelplatten ... mehr anzeigenDas kleine Weihwasserbecken an der östlichen Mauerzunge der südlichen Mittelschiffwand macht durch eine Tafel mit langer Inschrift auf sich aufmerksam. Sie wurde zum Gedenken an den hochgelehrten Johannes Jacob Mossmann angebracht, der als Dekan des Landkapitels von Reichenau und als Pfarrer von Oberzell am 17. September 1720 verstarb. Für die Einmauerung des Beckens wurden Ziegelplatten verwendet, die sich auch im südlichen Seitenschiff nachweisen lassen. Dort muss sich die Grabstätte Mossmanns befunden haben, wie ein Grundriss aus dem Jahr 1792 nahelegt. Die Inschrift der Tafel über dem Becken gibt weitere Auskunft über dessen genauen Standort. Dort heißt es, das Grab befinde sich „vor dem Gitter der Taufkapelle“. Bereits zur Zeit der Tafelanbringung muss sich die Taufstelle also in der südlichen Seitenschiffapside befunden haben. Auch ein Bauplan von 1816 verortet den Taufstein in diesem Bereich. Verschiedene Puzzlesteine lassen sich so zu einem größeren Ganzen zusammenfügen. weniger anzeigen

  • Abb. 1 von 2 - Bildquelle: Katja Sieg

    Die vollständige Inschrift des Weihwasserbeckens lautet:
    R(EVERENDISSIMVS)/ PRAENOBILIS / SPECTABILIS AC / DOCTISSIMVS DOMINVS / IOANNES IACOBVS MOSSMANN IX MARTY MDCLV NATVS / E SYLVA BRIGANTINA A(RTIVM) L(IBERALIVM) ET PH(I)L(OSOPH)IAE MAGISTER S(ANCTISSIMAE) TH(EOLOGIAE) AC S(ANCTORVM) CAN(ONVM) CANDIDATVS VEN(ERABILIS) / RVR(ALIS) CAP(ITVLI) AVGIAE DIVITIS DECANVS NEC NON / OBERZELLAE PAROCHVS XVII SEPT(EM)BRIS MDCCXX PIE IN. DOMINVM OBIIT. CADAVER EIVS IACET ANTE CLATHRVM / BAPTISTERII, CVIVS ANIMA REQVIESCAT /IN PACE.AMEN.
    (Transkription nach Dörthe Jakobs)
    Der höchst ehrwürdige/ wohledle/ angesehene und/ hochgelehrte Herr/ Johannes Jakobus Mossmann am 9. März 1655/ im Bregenzerwald/ Magister der Freien Künste und Philosophie, der heiligsten Theologie und des kanonischen Rechts ehrwürdiger Kandidat/ Dekan des Landkapitels Reichenau und auch /Pfarrer von Oberzell starb selig im Herrn am 17. September 1720. Sein Leichnam

  • Abb. 2 von 2 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Tafel 7 (Detail)

    Bauplan von 1816

    im südlichen Seitenschiff ist vor der Apsis der runde Taufstein eingezeichnet und durch den Kennbuchstaben d markiert.