Pietà

Die Skulptur stellt den mit Wunden übersäten toten Christus dar, der im Schoß seiner Mutter liegt. Das Vesperbild, zu dem nur wenige Informationen vorliegen, stammt wohl aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Pietà-Darstellungen sind ein zentrales Motiv der Passionsfrömmigkeit. Mit derart emotionsgeladenen Darstellungen wurden in spätgotischer Zeit breite Bevölkerungsschichten adressiert. Ähnlich wie bei der Ölberg-Szene am anderen Ende des nördlichen Seitenschiffs, fordert das Bild der trauernden Mutter zu Mitleid, kontemplativer Versenkung und emotionaler Andacht auf.

  • Abb. 1 von 2 - Bildquelle: Romy Abraham

    Die Madonna hält mit traurigen Gesichtszügen den vom Tod am Kreuz gezeichneten Leib ihres Sohnes. Der Kopf des Toten fällt nach hinten in ihre rechte Hand. Eine Stichwunde an den Rippen ist besonders hervorgehoben. Die Komposition ist frontal zum Kirchenbesucher ausgerichtet, was ihre Drastik noch betont. Die Figur aus Eichenholz wurde mehrfach neu gefasst.

  • Abb. 2 von 2 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Tafel 59 (Detail)

    Zeitweilig war die Figur in der Nische im linken Arkadenbogen zwischen Mittelschiff und nördlichem Seitenschiff, nahe des linken Seitenaltars, aufgestellt, wie diese Aufnahme von G. Wolf aus den 1880er Jahren zeigt. Komplementär dazu war der Schmerzensmann auf der rechten Seite positioniert.