Die Pilgerkritzeleien in St. Georg
Bei Pilgerkritzeleien handelt es sich um Ritzungen, die häufig an sakralen Orten zu finden sind. Sie wurden oftmals mit scharfen Gegenständen wie kleinen Messern direkt im Wandputz hinterlassen. Eine „Entweihung” des heiligen Ortes ist damit nicht intendiert. Vielmehr ist der Wunsch des Pilgers entscheidend, sich selbst in den heiligen Ort einzuschreiben. Vergleichbar damit sind ... mehr anzeigenBei Pilgerkritzeleien handelt es sich um Ritzungen, die häufig an sakralen Orten zu finden sind. Sie wurden oftmals mit scharfen Gegenständen wie kleinen Messern direkt im Wandputz hinterlassen. Eine „Entweihung” des heiligen Ortes ist damit nicht intendiert. Vielmehr ist der Wunsch des Pilgers entscheidend, sich selbst in den heiligen Ort einzuschreiben. Vergleichbar damit sind offizielle Grabinschriften in Kirchen. Solche Epitaphe sollen als Gedenken an Verstorbene dienen, sie gleichzeitig aber auch dem Heilsversprechen näher bringen. Denkt man bei Graffiti an unautorisierte Opposition gegen bestehende Normen, stimmt das nur zum Teil: der Ort soll unangetastet bleiben, wohl aber setzt sich das Pilger-Graffiti als subversive Handlung über die soziale Regel hinweg, Erinnerungsorte in Kirchen nur Klerikern und wohlhabenden Stiftern vorzubehalten.Die in den Abbildungen gezeigten Pilgerkritzeleien aus der Kirche St. Georg wurden im Zuge der Restaurierung freigelegt und später wieder verputzt. In der Margarethenkapelle im Konstanzer Münster (vgl. Abb. 5) können jedoch immer noch zahlreiche Zeichnungen betrachtet werden. weniger anzeigen




