Triumphbogen
In frühchristlichen und mittelalterlichen Kirchen wird eine dem Chorbereich vorgelagerte Bogenwand als Triumphbogen bezeichnet. In St. Georg ist die Wand, die das Langhaus im Osten abschließt, wie die Seitenwände fast vollständig bemalt. Dennoch ist dieser Teil des Bildprogramms sehr viel jünger als jener der Langhauswände. Die 1880-82 durchgeführte Suche und Freilegung der ältesten ... mehr anzeigenIn frühchristlichen und mittelalterlichen Kirchen wird eine dem Chorbereich vorgelagerte Bogenwand als Triumphbogen bezeichnet. In St. Georg ist die Wand, die das Langhaus im Osten abschließt, wie die Seitenwände fast vollständig bemalt. Dennoch ist dieser Teil des Bildprogramms sehr viel jünger als jener der Langhauswände. Die 1880-82 durchgeführte Suche und Freilegung der ältesten Malschichten war an der Ostwand kaum von Erfolg gekrönt, weswegen die heutige Form auf eine relativ freie Vereinheitlichung und Ergänzung des Bildprogramms durch den Maler Carl Philipp Schilling (1890) zurückgeht.Auch wenn das Bildschema von Schilling auf einer Vermischung älterer Malschichten fußt, musste das Ganze formal und farblich neugestaltet, unsicheres vereindeutigt und zerstörte Stellen ergänzt werden. Zu den freien Erfindungen gehört die Inschrift über dem Bogen. Die Verkündigungsdarstellung muss als unsichere ikonographische Deutung bezeichnet werden. Auch die Laibung, also die Innenseite des Bogens, gehört zu den besonders frei rekonstruierten Teilen. Am meisten Rückhalt in älteren Malschichten haben die Figuren in den gemalten Arkaden auf Höhe der Wunderszenen. Doch auch hier versetzte Schilling die Arkaden noch einmal, um sie besser an sein eigenes Rahmensystem anbinden zu können. Die von den Seitenwänden übernommene Wandgliederung mit Mäanderbändern und vierfarbigem Streifenhintergrund ist eine ebenfalls nur punktuell gedeckte Entscheidung Schillings. Allerdings scheinen gemalte Säulen immer schon einen Übergang von der Nord- zur Südwand markiert zu haben.
Anliegen dieser Übermalung war es, den Betrachter des 19. Jahrhunderts um 1000 Jahre in eine quasi frisch ausgemalte „mittelalterliche“ Kirche zurückzuversetzen. Die erhaltenen Teile der Ausmalung wurden durch Fortführung des Rahmensystems zu einer möglichst geschlossenen Einheit verbunden. 1921-22 wurden die Malereien Schillings bewusst abgerieben und patiniert, was die Unterscheidung zwischen originaler und neuer Malschicht noch einmal erschwert hat. weniger anzeigen





