Chorlaibung mit fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen

Auch die Laibung des Bogens, der Vorchor und Chor verbindet, ist mit Vierpassmedaillons bemalt. In den zehn weiblichen Büstenbildern ist eine Darstellung des biblischen Gleichnisses der "zehn klugen und törichten Jungfrauen" (Mt 25,1-13) zu erkennen.

Durch Datierung der tragenden Mörtelschichte können die Malereien einer gotischen Ausstattungsphase Anfang des 15. Jahrhunderts zugewiesen werden.

In den 1850er Jahren wurden die Darstellungen bei ihrer Freilegungen so stark zerstört, dass der heutige Zustand hauptsächlich auf die 1921/22 entstandenen Übermalungen durch den Restaurator Victor Metzger zurückzuführen ist.

  • Abb. 1 von 2 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Abb. 192a

    Ansicht der nördlichen Chorbogenlabung mit den Jungfrauenbüsten

    Die Gleichnisreden Christi im Neuen Testament suchen nach Bildern für das Himmelreich. Das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen erzählt von einer Hochzeit, zu der zehn Jungfrauen geladen sind. Nur fünf von ihnen haben an das nötige Öl für ihre Lampen gedacht. Die anderen verpassen die Ankunft des verspäteten Bräutigams und werden nicht mehr eingelassen. Die törichten Jungfrauen stehen für diejenigen, denen der Zugang zum Himmelreich verwehrt wird.

  • Abb. 2 von 2 - Bildquelle: Damaris Kriegs, Romy Abraham (ergänzte Markierung)

    Bereits im 13. Jahrhundert wurde das Thema der klugen und törichten Jungfrauen zu einem beliebten Thema am Portal gotischer Kirchen. Die Geschichte vom glücklichen und verpassten Zugang zum Fest und Himmelreich konnte so auf den Eingang der Kirche bezogen werden. In St. Georg ist das Thema auf die letzte Schwelle des Kirchenraums in einem den Klerikern vorbehaltenen Bereich bezogen.