Die verborgenen Pfeiler

Zwei vermauerte Öffnungen im Bereich der Westapsis bilden ein bis heute ungelöstes Rätsel. Bei Restaurierungsarbeiten wurden Pfeiler offengelegt, die innerhalb der heute sichtbaren Zunge der Westwand eingemauert sind. Die heutige Mauerzunge ist also durch die nachträgliche Schließung von Öffnungen entstanden. Wahrscheinlich war hier zunächst ein Durchgang in Form eines Halbbogens ... mehr anzeigenZwei vermauerte Öffnungen im Bereich der Westapsis bilden ein bis heute ungelöstes Rätsel. Bei Restaurierungsarbeiten wurden Pfeiler offengelegt, die innerhalb der heute sichtbaren Zunge der Westwand eingemauert sind. Die heutige Mauerzunge ist also durch die nachträgliche Schließung von Öffnungen entstanden. Wahrscheinlich war hier zunächst ein Durchgang in Form eines Halbbogens vorhanden, wie er auch heute noch auf das Mauerstück gemalt ist. Die Mauerung erfolgte nachweislich in Etappen.

Die vermauerten Durchgänge stehen vermutlich in Verbindung mit heute ebenfalls geschlossenen Fensteröffnungen in den Westwänden der Seitenschiffe (vgl. Jakobs 1999 Bd. 1, S. 101). Es gibt keine Hinweise im Mauerwerk, dass diese Öffnungen ursprünglich als Türen bis zum Boden reichten (vgl. Jakobs 1999 Bd. 1, S. 103). Das System der Öffnungen gehört wahrscheinlich zum ersten, mit Einbau der Westapsis veränderten Abschluss der Kirche." weniger anzeigen

  • Abb. 1 von 3 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Abb. 101 (ergänzte Markierung)

    Das Schema zeigt einen Rekonstruktionsversuch der südlichen Westwand und der Öffnungen, wie sie beim Bau der Kirche angelegt wurden. Demnach gab es einen schmalen Durchgang mit einem Fenster zwischen der Westwand und dem ersten rechteckigen Pfeiler (vgl. Markierung). Die Funktion der ungewöhnlichen Funde konnte bisher noch nicht ausreichend geklärt werden. Überlegungen, die im Fenster eine Tür vermuten, wurden durch Untersuchungen am Mauerwerk der Westwand widerlegt, das bis zur Höhe der Fensteröffnungen gleichmäßig bleibt.

  • Abb. 2 von 3 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Abb. 99a

    Die Arkade, die heute auf die Mauerzunge gemalt ist, war lange Zeit vollständig oder zumindest partiell geöffnet. Sie ist im Verhältnis zu den anderen Arkaden des Mittelschiffs kleiner und nur zur Hälfte ausgebildet.

  • Abb. 3 von 3 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Abb. 136 (ergänzte Markierung)

    Die Neugestaltung der Westapsis 1708-10 führte vermutlich zu der vollständigen Schließung der Durchgänge. Zuvor waren die Öffnungen nur teilweise und asymmetrisch vermauert gewesen – die nördliche Brüstung war zunächst um zwei Drittel niedriger als die südliche. Erst spät wurden die Arkadenbögen auf beiden Seiten vollständig zugemauert. Der Pfeil im rechten Bild markiert die Mörtelabschlusskante der temporären Teilvermauerung.