Die Arkadenöffnungen der Westapsis

In der Westapsis befinden sich zwei Doppelarkadenöffnungen, die gleichzeitig mit dem Bau der Westapsis entstanden sind. Da sie keine Anhaltspunkte für einen ehemaligen Verschluss aufweisen, muss die Westwand der Kirche bereits beim Bau der Apsis vor Wind und Wetter geschützt gewesen sein. Der erste Vorbau war aber nicht identisch mit der heutigen Vorhalle und der spätgotischen Ausbildung ... mehr anzeigenIn der Westapsis befinden sich zwei Doppelarkadenöffnungen, die gleichzeitig mit dem Bau der Westapsis entstanden sind. Da sie keine Anhaltspunkte für einen ehemaligen Verschluss aufweisen, muss die Westwand der Kirche bereits beim Bau der Apsis vor Wind und Wetter geschützt gewesen sein. Der erste Vorbau war aber nicht identisch mit der heutigen Vorhalle und der spätgotischen Ausbildung einer Kapelle in deren Obergeschoss.

Im Rahmen der Neugestaltung der Westapsis wurden die Arkaden verschlossen. Als nach 1819 eine Orgelempore in der Westapsis angebracht wurde, ersetzte eine Tür das südliche Arkadenfenster. Erst 1905 wurde dieses von der Michaelskapelle aus rekonstruiert. Reste der ursprünglichen Arkade sind nur oberhalb und seitlich der Bögen im aufgehenden Mauerwerk erhalten. Zum Mittelschiff hin blieben die Arkadenöffnungen bis 1922 mit Ziegelsteinen verschlossen. weniger anzeigen

  • Abb. 1 von 2 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Tafel 152 (Detail)

    Als eine Tür die hier abgebildete südliche Arkade ersetzte, wurden auch Teile der Fresken in der Michaelskapelle zerstört. Die einst bis knapp über die Arkade reichende Malerei endet heute deutlich darüber und gibt somit Aufschluss über die Größe der 1819 eingebauten Tür.

  • Abb. 2 von 2 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Abb. 134a-c

    Die Säulenfragmente der Arkaden wurden zunächst auf das 11. Jahrhundert datiert. Eine frühere Entstehung ist jedoch nicht auszuschließen. Als die Arkaden 1905 wieder hergestellt wurden, ließ man die noch heute erhaltenen Rekonstruktionen der Säulen in die Arkaden einstellen. Die Basis und der Ansatz eines originalen Säulenschafts, die auf der mittleren Abbildung von 1928 noch zu sehen sind, gelten heute als verschollen. Das rechts abgebildete Kapitell befindet sich derzeit im Heimatmuseum in Reichenau-Mittelzell.