Technik der Aposteldarstellungen

Eine erste Übermalung erhielten die Aposteldarstellungen bereits in der Gotik, als die Kirche in eine Pfarrkirche umgestaltet und ein Lettner eingebaut wurde. Nach Freilegung der Malereien im 19. Jahrhundert wurden die schlecht erhaltenen Apostel vom Maler Carl Ph. Schilling an die Position der bereits im 18. Jahrhundert vergrößerten Obergadenfenster angepasst. Nur der jeweils dritte ... mehr anzeigenEine erste Übermalung erhielten die Aposteldarstellungen bereits in der Gotik, als die Kirche in eine Pfarrkirche umgestaltet und ein Lettner eingebaut wurde. Nach Freilegung der Malereien im 19. Jahrhundert wurden die schlecht erhaltenen Apostel vom Maler Carl Ph. Schilling an die Position der bereits im 18. Jahrhundert vergrößerten Obergadenfenster angepasst. Nur der jeweils dritte Apostel von Westen an Mittelschiffnord- und Südwand befindet sich daher noch an seiner ursprünglichen Stelle. Schilling fügte allen Aposteln außerdem Schriftbänder und Namensbeischriften hinzu, die eventuell auf die gotische Übermalung der Apostel zurückgehen. weniger anzeigen

  • Abb. 1 von 5 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Tafel 89 (ergänzte Markierung) und Abb. 138

    Zwischen dem 5. Apostel von Westen auf der Mittelschiffnordwand und dem östlich danebenliegenden Fenster steht der Ausmalung Schillings aus dem 19. Jahrhundert ein Fragment der ersten Ausmalung gegenüber. Es handelt sich um einen figürlichen Gewandrest, der punktuell einen Nachweis für die erste Ausmalung der Obergadenzone erbringt.

  • Abb. 2 von 5 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Abb. 212

    Eine Einzelsondage am westlichen Apostel der Mittelschiffnordwand konnte malachitgrüne Farbreste der gotischen Übermalung an einem nur noch fragmentarisch sichtbaren Gewandrest nachweisen. Die gotische Übermalung vermischt sich heute mit den Übermalungen von 1921/22.

  • Abb. 3 von 5 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Abb. 92 und 93a

    Zwischen 1791 und 1793 wurden die Obergadenfenster umfangreich umgearbeitet, und axial auf die Arkadenöffnungen im Mittelschiff ausgerichtet. Bis auf das jeweils mittlere Fenster waren die ursprünglichen Fenster weiter nach außen versetzt. Schilling passte die Position der Apostel nach Freilegung der Wandmalereien an die neuen Bedingungen an. Nur noch der jeweils (von Westen her gezählt) dritte Apostel befindet sich an seiner ursprünglichen Stelle.

  • Abb. 4 von 5 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Tafel 84

    Im Zuge der Neugestaltung der Obergadenzone orientierte sich Schilling an dieser Zeichnung der fragmentarisch erhaltenen Aposteldarstellungen. Franz Baer, ein Architekt des Erzbischöflichen Bauamtes in Freiburg, fertigte sie vor 1884 an.

  • Abb. 5 von 5 - Bildquelle: Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, in: Jakobs 1999, Abb. 271

    An der Mittelschiffnordwand konnte durch Abgleiche mit älteren Malschichten nachgewiesen werden, dass die von Schilling rekonstruierte Fußstellung der Apostel mit dem ursprünglichen Bestand übereinstimmt. An der Mittelschiffsüdwand war ein solcher Abgleich aufgrund der schlecht erhaltenen Bestandes nicht möglich.