
Abb. 1 von 2 - Bildquelle: Damaris Kriegs, Romy Abraham
Nur noch schemenhaft kann man im runden Bildwerk erkennen, wie der heilige Georg auf seinem Pferd sitzt und im Begriff ist, einen Drachen zu töten. Der anonyme Bericht aus dem Jahr 1879 beschreibt die Entdeckung so:
Vor einiger Zeit bemerkte ich bei Gelegenheit eines Besuches in einem Privathause hier, daß zu beiden Seiten der Waschhausthüre zwei Medaillons, Relief in Sandstein gehauen, in die Mauer eingesetzt seien. Genauere Besichtigung ergab, daß das eine den hl. Georg, das andere den Löwen, Symbol des hl. Markus, darstellte. Auf Befragen erfuhr ich, daß diese Bilder aus der Kirche [Oberzell] stammten und zum Schmucke des Lettners gehörten.[sic]
(Jakobs 1999, S. 189)

Abb. 2 von 2 - Bildquelle: Damaris Kriegs, Romy Abraham
Wie sein nördliches Pendant ersetzt auch das zweite Sandsteinmedaillon die durch den Einbau des Lettners zerstörten gemalten Tondi. Das Symbol des Evangelisten Markus, der geflügelte Löwe, ist noch stärker zerstört als die Darstellung des hl. Georgs. Wenn die Reliefs wirklich Teil des ehemaligen Lettners gewesen sein sollten, wären sie erneut in unmittelbarer Nähe zu ihrem ursprünglichen Ort in die Kirche eingebracht worden.