Georgs- und Markustondo

Mit dem Bau des Lettners wurde das östliche Paar der Abtdarstellungen auf beiden Seiten zerstört. Nach Entfernung des Lettners und Wiederentdeckung der Wandmalereien wurden die fehlenden Tondi Ende des 19. Jahrhunderts zunächst frei rekonstruiert, 1921 jedoch durch zwei Sandsteinmedaillons ersetzt, die ursprünglich als Schlusssteine eines Gewölbes gedient haben könnten (Jakobs 1999). ... mehr anzeigenMit dem Bau des Lettners wurde das östliche Paar der Abtdarstellungen auf beiden Seiten zerstört. Nach Entfernung des Lettners und Wiederentdeckung der Wandmalereien wurden die fehlenden Tondi Ende des 19. Jahrhunderts zunächst frei rekonstruiert, 1921 jedoch durch zwei Sandsteinmedaillons ersetzt, die ursprünglich als Schlusssteine eines Gewölbes gedient haben könnten (Jakobs 1999). Das linke der beiden Tondi zeigt den im Bildprogramm kaum präsenten Namensgeber der Kirche, den heiligen Georg, das rechte einen geflügelten Löwen als Symbol des Evangelisten Markus. Die Herkunft des Reliefs ist bis heute nicht gesichert. Einem anonymen Bericht zufolge waren beide Tondi Ende des 19. Jahrhunderts neben der Tür eines privaten Waschhauses eingemauert. Joseph Sauer, der sie 1921 an Stelle der gemalten Tondi in die Seitenwände einsetzen ließ, vermutete aufgrund des anonymen Berichts, dass sie Teil des ehemaligen Lettners waren (Jakobs 1999). weniger anzeigen

  • Abb. 1 von 2 - Bildquelle: Damaris Kriegs, Romy Abraham

    Georgstondo

    Nur noch schemenhaft kann man im runden Bildwerk erkennen, wie der heilige Georg auf seinem Pferd sitzt und im Begriff ist, einen Drachen zu töten. Der anonyme Bericht aus dem Jahr 1879 beschreibt die Entdeckung so:
    Vor einiger Zeit bemerkte ich bei Gelegenheit eines Besuches in einem Privathause hier, daß zu beiden Seiten der Waschhausthüre zwei Medaillons, Relief in Sandstein gehauen, in die Mauer eingesetzt seien. Genauere Besichtigung ergab, daß das eine den hl. Georg, das andere den Löwen, Symbol des hl. Markus, darstellte. Auf Befragen erfuhr ich, daß diese Bilder aus der Kirche [Oberzell] stammten und zum Schmucke des Lettners gehörten.[sic]
    (Jakobs 1999, S. 189)

  • Abb. 2 von 2 - Bildquelle: Damaris Kriegs, Romy Abraham

    Markustondo

    Wie sein nördliches Pendant ersetzt auch das zweite Sandsteinmedaillon die durch den Einbau des Lettners zerstörten gemalten Tondi. Das Symbol des Evangelisten Markus, der geflügelte Löwe, ist noch stärker zerstört als die Darstellung des hl. Georgs. Wenn die Reliefs wirklich Teil des ehemaligen Lettners gewesen sein sollten, wären sie erneut in unmittelbarer Nähe zu ihrem ursprünglichen Ort in die Kirche eingebracht worden.