Friedrich Gräsel
ohne Titel (Röhrenlandschaft Hockgrabental)
1974/75

Die Röhrenplastiken sind in drei Stationen über eine annähernd 600 Meter lange, gerade Strecke über das flache Gelände des Hockgrabens verteilt. In einer imaginären Linie verbinden sie die Universität, den Ort der Lehre, mit den Studentenwohnheimen im Sonnenbühl. Alle Plastiken sind aus dem gleichen Grundelement gefügt: eine blaue Röhre von sechs Metern Länge und einem Durchmesser ... mehr anzeigenDie Röhrenplastiken sind in drei Stationen über eine annähernd 600 Meter lange, gerade Strecke über das flache Gelände des Hockgrabens verteilt. In einer imaginären Linie verbinden sie die Universität, den Ort der Lehre, mit den Studentenwohnheimen im Sonnenbühl. Alle Plastiken sind aus dem gleichen Grundelement gefügt: eine blaue Röhre von sechs Metern Länge und einem Durchmesser von zwei Metern.
Die erste Station, wenn man beim Wohnheim beginnt, besteht aus einem einzelnen, hochgestellten Rohr. Die zweite Station ist zusammengesetzt aus einem, entlang der imaginären Linie ausgerichteten, liegenden Rohr, auf das zwei identische, jeweils aus drei Röhren gebildete Tore folgen. Die letzte, nahe der Universität gelegene Station ist die komplexeste. Sie besteht aus drei plastischen Einheiten, die auf zwei Inseln in einem künstlichen Teich verteilt sind. Die kleinere Insel trägt ein niedriges Tor, die größere eine T-Form und ein mächtiges, kompaktes Gebilde, einen Kubus, bei dem drei unterschiedlich geformte Elemente so ineinander gefügt sind, dass bis auf zwei alle möglichen Stellen einer drei-teiligen kubischen Gitterstruktur besetzt sind.Die drei Stationen bilden zusammen, wenn man sie vom Sonnenbühl ausgehend abschreitet, eine Art Crescendo: Sie erscheinen immer vielfältiger und raumgreifender. Die Arbeit hat eine erhabene Wirkung aufgrund der klaren Fügung der immer gleichen Teile und der kräftigen, blauen Farbe, die sich von der Umgebung stark absetzt.

Friedrich Gräsel wurde 1927 in Bochum geboren. Nach seinem Kriegshilfsdienst und Kriegsdienst in den Jahren 1943-1948 konnte er 1951 sein Abitur absolvieren und studierte darauf an den Kunsthochschulen München und Hamburg. Dort war er u.a. Schüler von Ernst Nay und Josef Fassbender. Gräsel, der lange Jahre selber an Gymnasien, pädagogischen Hochschulen und Universitäten lehrte, hinterließ ein umfangreiches plastisches Werk. Die Konstanzer Röhrenlandschaft, eine der ersten großen Arbeiten, die Gräsel realisieren konnte, betrachtete er als seine bedeutendste. Friedrich Gräsel starb 2013 in Osnabrück.

➔ Vertiefender Artikel zur Röhrenlandschaft

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  • Friedrich Gräsel, Röhrenlandschaft Hockgrabental, 1974