Abschied von Condwiramurs (4. Buch, 223,26ff)

Nach der siegreichen Rückkehr Parzivals folgen nun zwei Szenen, die bildlich nicht eindeutig trennbar sind und durch einen Reiter verbunden werden:
Links ist der Sockel eines schmalen Gebäudes zu sehen, auf dem wieder eine Figur in rotem Kleid steht. Rechts davon ist ein nach rechts gerichtetes Pferd dargestellt. Statt des Sattels ist ein roter Saum zu sehen, was wiederum auf einen reitenden ... mehr anzeigen
Nach der siegreichen Rückkehr Parzivals folgen nun zwei Szenen, die bildlich nicht eindeutig trennbar sind und durch einen Reiter verbunden werden:
Links ist der Sockel eines schmalen Gebäudes zu sehen, auf dem wieder eine Figur in rotem Kleid steht. Rechts davon ist ein nach rechts gerichtetes Pferd dargestellt. Statt des Sattels ist ein roter Saum zu sehen, was wiederum auf einen reitenden Ritter schließen lässt. Das Pferd bewegt sich auf einen Turm zu. Dort steht eine Gestalt, die den Reiter empfängt. Von der Figur im Turm ist nur noch die untere Hälfte sichtbar, sie trägt ein wadenlanges helles Gewand und schwarze Schuhe.

Analog zur vorangehenden Szene kann die rotgewandete Figur im linken Gebäude als Condwiramurs identifiziert werden. Bei dem nicht mehr sichtbaren Ritter auf dem Pferd handelt es sich wohl erneut um Parzival, den "roten Ritter", der am roten Gewandsaum gerade noch zu erkennen ist. Auf der einen Seite wird er von Condwiramurs verabschiedet, auf der anderen Seite an anderem Ort – vermutlich auf der Gralsburg – von einer anderen Person wieder in Empfang genommen.

Parzival bittet Condwiramurs darum, fortziehen zu dürfen. Seine Hauptmotivation dabei ist es, seine Mutter wiederzufinden und sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Unterwegs ist er jedoch auch Abenteuern nicht abgeneigt. Condwiramurs gewährt ihm diese Freiheit und Parzival reitet ganz ohne Gefolge davon. weniger anzeigen

  • Abb. 1 von 1 - Bildquelle: Franz-Josef Stiele-Werdermann, Konstanz

    Abschied von Condwiramurs

    Sus het er urloubes gegert.
    er was ir liep, so daz maere giht:
    sine wolde im versagen niht.
    von allen sînen mannen
    schiet er al eine dannen.

    (223, 26-30)

    Er bat also um Urlaub, und da sie ihn – wie es in der Erzählung heißt – liebte, wollte sie seine Bitte nicht abschlagen. Parzival ließ all sein Gefolge zurück und zog allein von dannen.
    (Spiewok, Band 1, S. 381)