In den letzten Jahren ist ein Boom der Fotobücher zu verzeichnen. Einige Verlage haben sich auf relativ unaufwändige Formen des Publizierens spezialisiert, die auch ohne großen finanziellen Aufwand die Publikation eines eigenen Buchs möglich macht, andere veröffentlichen hingegen ästhetisch wie drucktechnisch ungemein ambitionierte Bücher mit Papieren in verschiedenen Farben, Größen und Stärken, mit Klapptafeln und lackierten Bildern und mitunter sogar eingebundenen Heften in unterschiedlichem Format. So oder so sehen wir: Fotobücher haben sich als künstlerische Gestaltungsform durchgesetzt. Nicht selten werden die Fotografien von den Künstler*innen eigens für die Fotobücher angefertigt und folgen einem klaren Konzept.
Gleichwohl haben Fotobücher eine lange Geschichte. Bereits im 19., dann aber nachdrücklich mit den Avantgarden zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden noch heute begeisternde Fotobücher veröffentlicht. Einige von ihnen haben die Fotografie der Gegenwart nachhaltig geprägt und das nicht zuletzt durch innovative Gestaltungsformen und neue Bildsprachen. In einem Seminar im Sommersemester 2024 haben wir einige Etappen der Geschichte des Fotobuchs von Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart anhand wichtiger „landmarks“ rekonstruiert und Grundzüge einer Theorie des Fotobuchs erarbeitet. Zugleich sind im Seminar eine ganze Reihe von Fotobüchern entstanden bzw. sind noch im Entstehen begriffen, von denen einige hier zu sehen sind: