LKM Facetten

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Masterarbeit: Kunst im öffentlichen Raum zwischen Barriere und Beteiligung – Interdisziplinäre Perspektiven auf Zugang, Vermittlung und Partizipation am Beispiel der Aktion „Kunst in der Stadt“ in Rottweil a.N.

Ein Abstract zur Masterarbeit von Bibi Deibler

Die Masterarbeit „Kunst im öffentlichen Raum zwischen Barriere und Beteiligung“ untersucht am Beispiel der Aktion „Kunst in der Stadt“ in Rottweil, warum Skulpturen im Stadtraum zunehmend aus der Wahrnehmung verschwinden.
Ausgangspunkt der Untersuchung ist eine wiederkehrende Alltagssituation im Stadtraum. Der tägliche Weg entlang eines Kunstwerks, das im gemeinsamen Erleben mit meinem Kind durch Berühren, Umrunden und spielerisches Befragen körperlich und sinnlich angeeignet wird. Diese persönliche, relationale Erfahrung steht im Kontrast zur weitgehenden Nicht-Wahrnehmung desselben Werks im öffentlichen Kontext. Aus diesem Spannungsverhältnis zwischen individueller Aneignung und kollektiver Unsichtbarkeit entwickelt sich die leitende Fragestellung der Arbeit. Welche physischen, sozialen, semantischen und kulturellen Barrieren strukturieren die Rezeption von Kunst im öffentlichen Raum und inwiefern beeinflussen sie Zugang, Teilhabe und Partizipation?
Die Arbeit verknüpft kunstwissenschaftliche Analyse mit Raumtheorien und Disability Studies. Öffentlicher Raum erscheint dabei als sozial produzierter, von Macht- und Bedeutungsstrukturen geprägter Ort. Kunstwerke werden nicht als autonome Objekte verstanden, sondern als relationale Elemente, die Öffentlichkeit stiften, Identität formen und zugleich Exklusion reproduzieren können. Auf Grundlage von Werkanalysen, Feldbeobachtungen und Expert*inneninterviews wird ein gestuftes Vermittlungskonzept entwickelt. Ziel ist es, Resonanzräume zu eröffnen, Zugänglichkeit als kulturelle Praxis zu begreifen und Kunst im Stadtraum neu zu codieren.
Die Arbeit ist zugleich wissenschaftliche Untersuchung und persönliche Standortbestimmung. Ich bin in Rottweil geboren und bewusst in meine Heimat zurückgekehrt, um hier etwas zu bewegen. Mit der Übernahme und Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses mitten in der Stadt, verbinde ich Geschichte mit Zukunft, Tradition mit Transformation. Meine beruflichen Stationen im Theater- und Veranstaltungsbereich, mein Studium der Kunst- und Medienwissenschaften sowie mein Engagement für Rottweil haben meinen Blick geschärft für die Frage, wie Stadt durch Kultur lebendig bleibt. Meine Masterarbeit soll eine Initialzündung sein Kunst nicht als Dekoration zu begreifen, sondern als Möglichkeitsraum für Beteiligung, Identität und gemeinschaftliche Stadtgestaltung.

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