Filme vermitteln Informationen, indem sie sie uns zeigen; es scheint im Vergleich zu anderen narrativen Formen sogar die zentrale Eigenschaft des Films zu sein, konkrete Objekte, Personen und Handlungen vor den Augen der Betrachter*innen zu entfalten.
Dennoch gibt eine Vielzahl von Filmen, die bewusste Leerstellen produzieren. So verzichten sie beispielsweise auf die Darstellung des geheimnisvollen Verfolgers wie in THE BLAIR WITCH PROJECT oder der Monster wie in BIRDBOX. Auch in PULP FICTION bleibt der Inhalt des umkämpften Aktenkoffers unklar und auch das Motiv des Gemäldes, das in ROCK’N’ROLLA den Besitzer wechselt, bleibt für die Betrachter*innen eine Leerstelle. Experimentelle Filme wie PLAYTIME oder A GHOST STORY hingegen produzieren inhaltliche Leere, während INCEPTION eine Open-End-Leerstelle generiert, indem die Narration mit einem Cliffhanger aufhört.
Während pragmatische Gründe für die bewusste Auslassung angeführt werden können, scheint dennoch eine besondere Aktivierung der Betrachter*innen implizit zu sein – die filmische Leerstelle wirkt wie ein Imperativ, die fehlenden Informationen zu ergänzen.
Zwei Beispiele von Filmen, die von den Studierenden im Rahmen des Seminars unter Leitung von Manuel Schaub produziert wurden, zeigen wir hier:
Der Schatten über Innsmuehlen
von Mia Gallinger, Karina Konjuschenko und Lea Vass