Ein Abstract zur Bachelorarbeit von Anna-Marie Rönsch
Diese Arbeit untersucht, wie digitale Health Apps mediale und infrastrukturelle Logiken von Gesundheit und Krankheit herstellen und welche Rolle NutzerInnen darin einnehmen. Anhand einer autoethnographischen Analyse von MindDoc und Apple Health werden Funktionen, Visualisierungen, Zeitlichkeiten und Datenpraktiken betrachtet sowie in eine infrastrukturelle Perspektive nach Star, Bowker (2000) und Schabacher (2022) eingeordnet. Der Körper wird als
aktive Infrastruktur im Machtnetzwerk digitaler Daseinsvorsorge verstanden, dessen Quantifizierung sowohl Empowerment als auch Disziplinierungs- und
Überwachungsmechanismen impliziert. Mit Bezug auf Foucaults Biopolitik (1975), Lemkes „Testobjekt“ (o. J.) und Bröcklings „unternehmerisches Selbst“ (2013) wird gezeigt, dass Gesund-Bleiben zunehmend als eigenverantwortliche Infrastrukturierungsarbeit gilt, während Krankheit als selbstverschuldete Störung normativ gerahmt wird.