{"id":1583,"date":"2026-10-18T17:00:59","date_gmt":"2026-10-18T15:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/?p=1583"},"modified":"2026-10-18T16:18:16","modified_gmt":"2026-10-18T14:18:16","slug":"interview-mit-sarah-hugentobler-wer-spricht-wenn-ich-spreche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/2026\/10\/18\/interview-mit-sarah-hugentobler-wer-spricht-wenn-ich-spreche\/","title":{"rendered":"Interview mit Sarah Hugentobler: Wer spricht, wenn ich spreche?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wer ist \u00abIch\u00bb? Und bin ich noch \u00abIch\u00bb, wenn ich viele bin? Oder bin ich nur \u00abIch\u00bb durch \u00abDich\u00bb?<\/strong><\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/1106690809\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>\u00abBin ich das? Ein Solo f\u00fcr Viele\u00bb<\/i><\/a> setzt sich die K\u00fcnstlerin und Swiss Art Award-Preistr\u00e4gerin Sarah Hugentobler mit Fragen rund um Identit\u00e4t und Wahrnehmung auseinander. Mit Lip-Sync, Videoprojektionen und viel Humor leiht sie ihren K\u00f6rper den Stimmen dreier ganz unterschiedlicher Menschen. Was passiert, wenn Stimme und Erscheinung nicht zusammenpassen? Und wo verschwimmen die Grenzen zwischen Ich und Du?<\/p>\n<p>Am 24. Oktober ist die Performance im Ph\u00f6nix Theater in Steckborn und am 27. November in der Bachturnhalle in Schaffhausen zu sehen. Im Interview erz\u00e4hlt sie, wie das St\u00fcck entstanden ist, welche Herausforderungen sie dabei gemeistert hat und was sie daran fasziniert, den Stimmen anderer Menschen ihren K\u00f6rper zu leihen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1591\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1591\" class=\"wp-image-1591 size-large\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_667-1024x683.jpg\" alt=\"Sarah Hugentobler bei ihrer Performance mit einem tragbaren Lautsprecher am Shirt. Im Hintergrund zeigt eine Videoprojektion sie im Kost\u00fcm beim Musizieren.\" width=\"700\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_667-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_667-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_667-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_667-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_667-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_667-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_667-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-1591\" class=\"wp-caption-text\">Schlachthaus Theater \u2013 Sarah Hugentobler, \u00abBin ich das? Ein Solo f\u00fcr Viele\u00bb\u00a0\u00a9 Ben Zurbriggen<\/p><\/div>\n<p><i>Welches Verh\u00e4ltnis hast du zu Theater und Rollenspielen? Wie bist du dazu gekommen?<\/i><\/p>\n<p>Ich habe schon vor meinem Kunststudium Theater gespielt und fand es immer faszinierend. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich in Theaterproduktionen vor allem in der ausf\u00fchrenden Rolle war und selbst kreieren wollte. Ich wollte meine eigene k\u00fcnstlerische Sprache entwickeln und habe mich deshalb f\u00fcr ein Studium der bildenden Kunst entschieden. Das Theater habe ich aber immer ein bisschen vermisst.<\/p>\n<p>Ich habe mich dann vor allem dem Video gewidmet und dabei eine eigene Arbeitsweise entwickelt, in der ich meine Figuren selbst spiele und mit Lip-Sync arbeite. So konnte ich bereits performen, allerdings vor der Kamera und nicht live. Mich hat es immer interessiert, als bildende K\u00fcnstlerin mit anderen Disziplinen in Kontakt zu kommen. Als ich anfing, Videos f\u00fcr Theaterproduktionen zu machen, merkte ich, wie spannend es ist, Video und Live-Situationen miteinander zu verbinden.<\/p>\n<p>Deshalb habe ich mich entschieden, einen Performance-Master an der HKB in Bern zu machen. Dort kamen Menschen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen zusammen, etwa aus der bildenden Kunst, dem Schauspiel, der Musik und dem Tanz. In diesem Rahmen konnte ich ausprobieren, wie ich meine Arbeit mit Video und Lip-Sync auf die B\u00fchne \u00fcbertragen kann. Ich habe dort zum ersten Mal live Lip-Sync gemacht und dabei habe ich gemerkt, wie gut das funktioniert und wie viel Spa\u00df mir das Auftreten macht. Seitdem wei\u00df ich, dass ich diesen Weg weiterverfolgen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Wie ist die Idee zu \u00abBin ich das? Ein Solo f\u00fcr Viele\u00bb entstanden? Gab es einen konkreten Moment, eine Begegnung oder eine Frage, die den Ausgangspunkt bildete?<\/i><\/p>\n<p>\u00abBin ich das? Ein Solo f\u00fcr Viele\u00bb ist mein erstes abendf\u00fcllendes B\u00fchnenst\u00fcck. Es ist eine Koproduktion mit dem Schlachthaus Theater in Bern, wo im letzten Herbst die Premiere stattfand.<\/p>\n<p>Der Ausgangspunkt war eine k\u00fcrzere Performance mit dem Titel <i>\u00abFloating Knights\u00bb<\/i>. Daf\u00fcr habe ich zum ersten Mal Interviews gef\u00fchrt und mit drei unterschiedlichen M\u00e4nnern gesprochen. Es war auch meine erste Performance ohne Video. Dabei habe ich entdeckt, wie faszinierend ich die Sprechweise von Menschen in privaten Gespr\u00e4chen finde.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, versuche ich, einen Raum zu schaffen, in dem sich die Person wohlf\u00fchlt und frei erz\u00e4hlen kann. Zu diesem freien Erz\u00e4hlen geh\u00f6rt f\u00fcr mich auch, dass Menschen ihre S\u00e4tze erst beim Sprechen entwickeln. Sie versprechen sich, machen Denkpausen, lachen oder husten. Ich finde es unglaublich interessant, diese Eigenheiten in der Performance zu reproduzieren, also beispielsweise auch einen Versprecher nachzuspielen. Dabei habe ich gemerkt, dass Sprache nicht nur aus Informationen besteht, sondern auch aus Klang und Rhythmus. Ich \u00fcbe die Aufnahmen sehr musikalisch ein und muss sie oft wiederholen, bis ich mir ihren Rhythmus eingepr\u00e4gt habe.<\/p>\n<p>Mich interessieren besonders Gespr\u00e4che mit Menschen, die es nicht gewohnt sind, vor einem Mikrofon zu sprechen oder in der \u00d6ffentlichkeit zu stehen. Ihre Art zu erz\u00e4hlen hat eine besondere Qualit\u00e4t, die ich sehr spannend finde. Aus dieser Besch\u00e4ftigung mit privaten Gespr\u00e4chen ist schlie\u00dflich auch \u00abBin ich das? Ein Solo f\u00fcr Viele\u00bb entstanden.<\/p>\n<div id=\"attachment_1593\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1593\" class=\"wp-image-1593 size-large\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_809-1024x683.jpg\" alt=\"Sarah Hugentobler musiziert auf der B\u00fchne. Im Hintergrund zeigt eine Videoprojektion zwei Dalmatiner.\" width=\"700\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_809-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_809-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_809-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_809-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_809-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_809-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_809-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-1593\" class=\"wp-caption-text\">Schlachthaus Theater \u2013 Sarah Hugentobler, \u00abBin ich das? Ein Solo f\u00fcr Viele\u00bb\u00a0\u00a9 Ben Zurbriggen<\/p><\/div>\n<p><i>Du hast dich letztlich auf drei sehr unterschiedliche Menschen konzentriert. Was hat dich an ihren Geschichten interessiert?<\/i><\/p>\n<p>Zum Beispiel habe ich f\u00fcr das St\u00fcck ein neunj\u00e4hriges M\u00e4dchen interviewt, das mir ihr Puppenhaus erkl\u00e4rt hat. Solche Geschichten h\u00f6rt man normalerweise nicht im Radio oder Fernsehen. Mich interessieren genau solche ungew\u00f6hnlichen Einblicke.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich hatte ich vor, acht bis zw\u00f6lf Menschen zu interviewen. Dann habe ich aber gemerkt, dass die drei Personen, mit denen ich gesprochen hatte \u2013 ein M\u00e4dchen, eine K\u00fcnstlerin und der Nachbar meiner Eltern \u2013, bereits so viel Material lieferten, dass ich mich lieber intensiver mit ihnen besch\u00e4ftigen wollte. Aus diesen drei Gespr\u00e4chen ein St\u00fcck zu entwickeln, wurde zum Konzept.<\/p>\n<p>Dabei war von Anfang an Teil des Konzepts, dass ich noch nicht wusste, was die Menschen erz\u00e4hlen w\u00fcrden. Als ich das Projekt f\u00fcr F\u00f6rderungen einreichte, standen die Form und die Arbeitsweise bereits fest: Ich wollte mit Videoprojektionen und einer Videofigur arbeiten und einen tragbaren Lautsprecher einsetzen, sodass die Stimmen direkt aus meinem K\u00f6rper zu kommen scheinen. \u00dcber Lip-Sync und K\u00f6rpersprache interpretiere ich sie dann auf der B\u00fchne. Was die Menschen tats\u00e4chlich erz\u00e4hlen w\u00fcrden, war dagegen noch offen \u2013 und genau diese Offenheit geh\u00f6rte zum Konzept.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Was war die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bei der Entwicklung dieses St\u00fccks?<\/i><\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte k\u00fcnstlerische Herausforderung war, aus dieser festgelegten Form und den ganz unterschiedlichen Geschichten ein ganzes St\u00fcck zu entwickeln. Ich habe mich intensiv mit den drei Personen auseinandergesetzt und versucht, Verbindungen zwischen ihnen und auch zu mir selbst zu finden. Mein Wunsch war, mich so tief in ihre Geschichten einzuarbeiten, dass ich dem Publikum vermitteln kann, was mich an diesen Menschen fasziniert.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist das, was auf der B\u00fchne entsteht, nat\u00fcrlich auch mein ganz pers\u00f6nlicher Blick auf sie. Ich kann die Personen nicht einfach dokumentarisch abbilden. Indem ich ihre Stimmen und Geschichten in einen k\u00fcnstlichen Theaterkontext setze, entstehen Figuren, die auch von meiner Wahrnehmung gepr\u00e4gt sind. Das wirft f\u00fcr mich Fragen nach Verantwortung und Macht auf: Ich entscheide, was ich aus ihren Erz\u00e4hlungen mache, w\u00e4hrend sie darauf keinen Einfluss mehr haben. In gewisser Weise sind sie meine Puppen in meinem Puppenhaus. Gleichzeitig werde ich w\u00e4hrend der Auff\u00fchrung selbst zur Marionette ihrer Stimmen, weil ich ihnen ganz genau folgen muss \u2013 bis hin zum Atmen oder R\u00e4uspern. Mich interessieren diese unterschiedlichen Machtverh\u00e4ltnisse, die in der Arbeit miteinander entstehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1592\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1592\" class=\"wp-image-1592 size-large\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_225-1024x683.jpg\" alt=\"Sarah Hugentobler sitzt auf der B\u00fchne und zeigt auf etwas an der Decke des Theaterraums. Neben ihr ist eine Videoprojektion zu sehen.\" width=\"700\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_225-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_225-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_225-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_225-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_225-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_225-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/10\/SarahHugentobler_BinIchDas_225-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-1592\" class=\"wp-caption-text\">Schlachthaus Theater \u2013 Sarah Hugentobler, \u00abBin ich das? Ein Solo f\u00fcr Viele\u00bb\u00a0\u00a9 Ben Zurbriggen<\/p><\/div>\n<p><i>Wie hast du die Geschichten und Stimmen dann in konkrete B\u00fchnensituationen \u00fcbersetzt?<\/i><\/p>\n<p>Das war eine weitere gro\u00dfe Herausforderung, denn es gab sehr viel Text. Ich wollte nicht einfach eine Stunde lang dastehen und Lip-Sync machen, sondern die Geschichten in den Theaterraum \u00fcbersetzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dabei kam mir wieder das Puppenhaus des M\u00e4dchens in den Sinn. Wenn sie erz\u00e4hlt, wo ihre Mutter, ihr Vater und der Hund im Puppenhaus sitzen, zeige ich auf Menschen im Publikum. Wenn sie sagt, dass ein Licht kaputt ist, zeige ich auf die Theaterbeleuchtung. \u00c4hnlich gehe ich mit den Geschichten der anderen beiden Personen um. Der Nachbar meiner Eltern erz\u00e4hlt zum Beispiel von seinem Haus, das er selbst umgebaut hat. Auch diese Geschichte \u00fcbertrage ich auf den Theaterraum. Solche konkreten Verbindungen zu finden, war f\u00fcr mich entscheidend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Was hast du durch die Arbeit am Theater \u00fcber die Unterschiede zur bildenden Kunst gelernt \u2013 und was kannst du aus beiden Bereichen jeweils f\u00fcr deine weitere Arbeit mitnehmen?<\/i><\/p>\n<p>Die Produktionsbedingungen am Theater waren neu f\u00fcr mich. Ein ganzes St\u00fcck auf die Beine zu stellen, bedeutet viel organisatorischen und administrativen Aufwand: Ich muss Geld auftreiben, ein Team zusammenstellen und Produktionspartner finden. Das ist anspruchsvoll und ich lerne bis heute dazu.<\/p>\n<p>Am Theater finde ich toll, dass ich vor einem Live-Publikum auftreten und ein ganzes St\u00fcck entwickeln kann. Au\u00dferdem lassen sich gr\u00f6\u00dfere Projekte umsetzen, bei denen ich mit anderen Menschen zusammenarbeite und sie f\u00fcr ihre Arbeit bezahlen kann. Gleichzeitig ist die Organisation viel aufwendiger. In der bildenden Kunst sch\u00e4tze ich dagegen, dass man unkomplizierter experimentieren und auch einmal etwas ausprobieren kann, ohne anderthalb Jahre im Voraus planen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte auch in Zukunft zwischen Theater und bildender Kunst wechseln und mir aus beiden Bereichen das mitnehmen, was mich interessiert. Ich finde es spannend, wie sie sich gegenseitig inspirieren und voneinander profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wo die Performance als N\u00e4chstes zu sehen ist:<\/strong><\/p>\n<p>Sa, 24. Oktober 2026 \u2014 19.30 UHR<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.phoenix-theater.ch\/spielplan\/2\/156-Bin-ich-das-Ein-Solo-f\u00fcr-Viele\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ph\u00f6nix Theater, Steckborn<\/a><\/p>\n<p>Sa, 27. November 2026 \u2014 19.30 UHR<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bachturnhalle.ch\/veranstaltungen\/sarah-hugentobler\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Theater Bachturnhalle, Schaffhausen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer ist \u00abIch\u00bb? Und bin ich noch \u00abIch\u00bb, wenn ich viele bin? Oder bin ich nur \u00abIch\u00bb durch \u00abDich\u00bb? In \u00abBin ich das? 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