{"id":1524,"date":"2026-09-13T18:48:40","date_gmt":"2026-09-13T16:48:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/?p=1524"},"modified":"2026-09-13T18:48:40","modified_gmt":"2026-09-13T16:48:40","slug":"interview-mit-luise-merle-zu-besuch-in-der-kunstschule-konstanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/2026\/09\/13\/interview-mit-luise-merle-zu-besuch-in-der-kunstschule-konstanz\/","title":{"rendered":"Interview mit Luise Merle: Zu Besuch in der Kunstschule Konstanz"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p>\n<p>Wer die <a href=\"https:\/\/www.kunstschule-konstanz.de\/\">Kunstschule Konstanz<\/a> zum ersten Mal betritt, merkt schnell: Hier wird tats\u00e4chlich gearbeitet. Materialien stehen in den R\u00e4umen, der n\u00e4chste Kurs wird vorbereitet und irgendwo im Geb\u00e4ude entsteht gerade eine neue Dunkelkammer. Minimalismus sucht man eher vergeblich.<\/p>\n<div id=\"attachment_1529\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1529\" class=\"wp-image-1529 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2394-225x300.jpeg\" alt=\"Ein Blick in den Tonraum der Kunstschule.\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2394-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2394-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2394-113x150.jpeg 113w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2394-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2394-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2394-1200x1600.jpeg 1200w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2394-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-1529\" class=\"wp-caption-text\">Foto @ KWS<\/p><\/div>\n<p>Beim Rundgang geht es vorbei an Druckraum, Tonraum und Holzwerkstatt, an einer Galerie, die f\u00fcr Ausstellungen genutzt werden kann &#8211; und dann noch eine Etage weiter. Die Kunstschule ist \u00fcber die Jahre St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck gewachsen. Fast ein bisschen so, als h\u00e4tte sie sich das Geb\u00e4ude nach und nach angeeignet. Hinter jeder Ecke steckt noch ein Raum, in dem gemalt, gedruckt, gebaut oder gezeichnet werden kann.<\/p>\n<p>Dass es diesen Ort heute \u00fcberhaupt gibt, begann allerdings mit einer ziemlich einfachen Frage.<\/p>\n<h5><span style=\"font-size: 18px\">Warum gibt es hier eigentlich keine Kunstschule?<\/span><\/h5>\n<p>Als Luise Merle vor rund zwanzig Jahren nach Konstanz kam, sollte die Stadt urspr\u00fcnglich eher ein Zwischenstopp sein. Nach Jahren des Unterwegsseins wurde daraus schlie\u00dflich ein Zuhause. Luise unterrichtete zun\u00e4chst Englisch und Kunst an Schulen in der Region \u2013 und wunderte sich immer wieder dar\u00fcber, dass es in Konstanz keine freie Kunstschule gab.<\/p>\n<p>Jahrelang habe sie sich dar\u00fcber aufgeregt, erz\u00e4hlt sie. Bis irgendwann aus dem \u00c4rger ein Entschluss wurde:<\/p>\n<p>\u201eDann habe ich gesagt: Nein, ich mach das jetzt.\u201c<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst begann sie, eigene Zeichenkurse in der Stadt anzubieten. Ohne feste R\u00e4ume, daf\u00fcr mit viel wachsendem Interesse. Dann meldete sich Corinna bei ihr. Die beiden kannten sich vorher nicht, obwohl sich sp\u00e4ter herausstellte, dass sie beinahe nebeneinander wohnten. Corinna brachte bereits Erfahrungen und Material aus einem Kunstatelier f\u00fcr Kinder mit, Luise ihre Kurse und einen ersten Kundenstamm.<\/p>\n<p>Statt lediglich ein gemeinsames Atelier zu er\u00f6ffnen, beschlossen sie, gr\u00f6\u00dfer zu denken:<\/p>\n<h6><span style=\"font-size: 18px\">Das Ganze sollte Kunstschule Konstanz hei\u00dfen.<\/span><\/h6>\n<p>Die ersten R\u00e4ume fanden sie in den ehemaligen Werkr\u00e4umen der Zoffingen-Schule. Vieles entstand nach dem Prinzip Learning by Doing. Perfekt funktionierende Verwaltungsstrukturen gab es damals noch nicht, daf\u00fcr handgeschriebene Zettel und ziemlich viel Improvisation. Bereits wenige Monate nach der Gr\u00fcndung brauchten die beiden Verst\u00e4rkung.<\/p>\n<p>\u201eWir sind ins kalte Wasser gesprungen, volle Kanne.\u201c<\/p>\n<p>Als klar wurde, dass die R\u00e4ume nur vor\u00fcbergehend zur Verf\u00fcgung standen, begann die n\u00e4chste Suche. Schlie\u00dflich landete die Kunstschule in den R\u00e4umen des ehemaligen Technologiezentrums.<\/p>\n<p>Was zun\u00e4chst mit wenigen Zimmern begann, breitete sich mit den Jahren immer weiter aus. Heute erstreckt sich die Kunstschule dort \u00fcber \u00a0mehrere Etagen obwohl das heutige Geb\u00e4ude urspr\u00fcnglich auch als \u00dcbergangsl\u00f6sung gedacht war. Nach mehreren Umz\u00fcgen ist Luise inzwischen allerdings ziemlich froh, hier fest angekommen zu sein:<\/p>\n<p>\u201eWir sind froh, nicht mehr umziehen zu m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_1531\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1531\" class=\"wp-image-1531 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2407-225x300.jpeg\" alt=\"Vorbereitungen f\u00fcr die n\u00e4chste Ausstellung in der Galerie der Kunstschule.\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2407-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2407-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2407-113x150.jpeg 113w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2407-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2407-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2407-1200x1600.jpeg 1200w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2407-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-1531\" class=\"wp-caption-text\">Foto @KWS<\/p><\/div>\n<p>So vielf\u00e4ltig wie die R\u00e4ume sind auch die Menschen, die hier arbeiten. Das Angebot reicht von Kindern und Jugendlichen bis zu Erwachsenen. Es gibt Kurse f\u00fcr Malerei, Zeichnung, Drucktechniken und Aktzeichnen, inzwischen auch f\u00fcr Fotografie Workshops und jeden ersten Freitag im Monat freie Atelier Stunden.<\/p>\n<p>Gerade Erwachsene k\u00e4men h\u00e4ufig mit einer ziemlich festen \u00dcberzeugung in die Kunstschule: <em>Eigentlich kann ich gar nicht zeichnen. Eigentlich bin ich nicht kreativ.<\/em> Oft h\u00e4tten sie irgendwann gelernt, die eigenen F\u00e4higkeiten genau so einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Luise ist es wichtig, diese Erwartungshaltung aufzubrechen.<\/p>\n<p>\u201eEs geht eigentlich wirklich gar nicht ums Ergebnis.\u201c<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sei es sch\u00f6n, wenn am Ende etwas entstehe, das einem gef\u00e4llt. Entscheidend sei aber zun\u00e4chst das Machen selbst: sich Zeit f\u00fcr etwas zu nehmen, sich zu konzentrieren und etwas auszuprobieren.<\/p>\n<p>Oder, wie Luise es noch einfacher ausdr\u00fcckt:<\/p>\n<p>\u201eFarbe tut einfach gut.\u201c<\/p>\n<p>Bei den Kindern gibt es deshalb sogar eine feste Regel:<\/p>\n<p>\u201eDie eigene Arbeit wird nicht runtergemacht.\u201c<\/p>\n<p>S\u00e4tze wie \u201e<em>Das was ich gemacht habe, sieht nicht gut aus.<\/em>\u201c sind nicht erlaubt. Besonders sch\u00f6n sei es, wenn Kinder, die schon l\u00e4nger dabei sind, diese Regel irgendwann selbst an Neuank\u00f6mmlinge weitergeben. Mit der Zeit w\u00fcrden sie sicherer in dem, was sie tun und h\u00f6rten tats\u00e4chlich auf, ihre eigenen Arbeiten sofort abzuwerten.<\/p>\n<div id=\"attachment_1532\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1532\" class=\"wp-image-1532 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2411-225x300.jpeg\" alt=\"Arbeiten und Farbspuren im Atelier der Kunstschule Konstanz.\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2411-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2411-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2411-113x150.jpeg 113w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2411-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2411-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2411-1200x1600.jpeg 1200w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2411-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-1532\" class=\"wp-caption-text\">Foto @ KWS<\/p><\/div>\n<p>Das bedeutet allerdings nicht, dass Technik keine Rolle spielt. Im Gegenteil. Zeichnen, Kohle, Pastell und verschiedene Drucktechniken: Zun\u00e4chst lernen Kinder und Jugendliche die verschiedenen M\u00f6glichkeiten der Materialen kennen. Mit zunehmender Erfahrung k\u00f6nnen sie selbst entscheiden, was sie daraus machen.<\/p>\n<p>Besonders spannend wird es f\u00fcr Luise bei den \u00c4lteren. W\u00e4hrend mit kleinen Kindern noch spielerischer gearbeitet wird und die etwas \u00c4lteren Techniken tats\u00e4chlich kennenlernen wollen, kann sie Jugendliche mit wachsender Erfahrung immer freier arbeiten lassen.<\/p>\n<p>\u201eUnd dann k\u00f6nnen alle loslegen.\u201c<\/p>\n<h6><span style=\"font-size: 18px\">Ein Ort zum Rummatschen<\/span><\/h6>\n<p>Vielleicht bekommt ein solcher Ort gerade deshalb eine besondere Bedeutung, weil immer gr\u00f6\u00dfere Teile unseres Alltags digital stattfinden.<\/p>\n<p>Social Media und KI haben auch die Kunst ver\u00e4ndert. In der Kunstschule selbst erlebt Luise allerdings fast eine Gegenbewegung:<\/p>\n<p>\u201eMenschen kommen her, weil sie analog arbeiten wollen.\u201c<\/p>\n<p>Hier wird gezeichnet, gedruckt, gemalt, ges\u00e4gt und mit Ton gearbeitet. Und hier darf es auch dreckig werden.<\/p>\n<p>\u201eDu kannst hier einfach rummatschen.\u201c<\/p>\n<p>Das klingt zun\u00e4chst banal, beschreibt aber ziemlich gut, was ein solcher Ort erm\u00f6glichen kann. Wer zu Hause keinen Platz f\u00fcr Leinw\u00e4nde, Farben oder gr\u00f6\u00dfere Projekte hat, kann hier Materialien und R\u00e4ume nutzen, ohne sich Gedanken dar\u00fcber machen zu m\u00fcssen, ob sich die Farbe anschlie\u00dfend in der halben Wohnung verteilt.<\/p>\n<p>Das Analoge bedeutet f\u00fcr Luise aber noch etwas anderes: Konzentration.<\/p>\n<p>Besonders bei ihren Abendkursen beobachtet sie immer wieder, wie Menschen ersch\u00f6pft von der Arbeit ankommen und einige Stunden sp\u00e4ter v\u00f6llig anders nach Hause gehen. Beim konzentrierten Zeichnen oder Malen verschwinde die Au\u00dfenwelt f\u00fcr eine Weile.<\/p>\n<p>Kunst wird damit nicht nur zum Produkt, sondern zu einer T\u00e4tigkeit, die ihren Wert schon im Machen selbst hat.<\/p>\n<p>Und sie bringt Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnet w\u00e4ren. Luise erz\u00e4hlt von Kursen, in denen ein Professor neben einer pensionierten Pastorin sitzt. Menschen verschiedener Generationen und Lebenswege arbeiten gemeinsam, tauschen sich aus und inspirieren sich gegenseitig.<\/p>\n<p>Gerade im Erwachsenenleben, in dem neue Begegnungen manchmal seltener werden, entsteht dadurch ganz nebenbei auch ein sozialer Raum.<\/p>\n<div id=\"attachment_1530\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1530\" class=\"wp-image-1530 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2397-225x300.jpeg\" alt=\"Materialien und Arbeiten aus dem Druckbereich.\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2397-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2397-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2397-113x150.jpeg 113w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2397-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2397-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2397-1200x1600.jpeg 1200w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/09\/IMG_2397-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-1530\" class=\"wp-caption-text\">Foto @ KWS<\/p><\/div>\n<h6><span style=\"font-size: 18px\">Mittendrin<\/span><\/h6>\n<p>Die Kunstschule versteht sich dabei l\u00e4ngst nicht mehr als abgeschlossene Insel. Als Luise und Corinna anfingen h\u00e4tten andere eher freundlich beobachtet und abgewartet, ob das Ganze \u00fcberhaupt funktioniert.<\/p>\n<p>Heute beantwortet Luise die Frage nach dem Platz der Kunstschule im kulturellen Leben von Konstanz deutlich selbstbewusster:<\/p>\n<p>\u201eWir sind mittendrin.\u201c<\/p>\n<p>Die Kunstschule arbeitet mit st\u00e4dtischen Institutionen, Museen und anderen Kulturorten zusammen. Zu aktuellen Ausstellungen entstehen beispielsweise Formate, bei denen zun\u00e4chst gemeinsam mit einer Kunsthistorikerin durch die Ausstellung gegangen und anschlie\u00dfend selbst praktisch gearbeitet wird.<\/p>\n<p>Kunst soll damit nicht nur etwas sein, das im Museum betrachtet wird. Die Besucher:innen k\u00f6nnen auf das Gesehene reagieren und selbst t\u00e4tig werden.<\/p>\n<p>Auch die Zusammenarbeit zwischen Kunstschaffenden und Schulen h\u00e4lt Luise f\u00fcr wichtig. Sch\u00fcler:innen sollen dabei erfahren, dass Kunst nicht ausschlie\u00dflich ein Schulfach ist.<\/p>\n<p>\u201eEs sind nicht nur Lehrer, sondern es gibt auch Menschen, die von Kunst leben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Dass Kunst ein Beruf und ein m\u00f6glicher Lebensentwurf sein kann, sollte ihrer Meinung nach fr\u00fch sichtbar werden.<\/p>\n<p>Generell sieht Luise in Konstanz in den vergangenen Jahren eine zunehmend vernetzte freie Kulturszene. Sie nennt unter anderem das Neuwerk und die Unterst\u00fctzung durch das Kulturamt. Gerade die \u00fcberschaubare Gr\u00f6\u00dfe der Stadt k\u00f6nne dabei ein Vorteil sein: Man kennt sich, wei\u00df, wen man f\u00fcr ein Projekt ansprechen kann, vermittelt Kontakte und entwickelt gemeinsam neue Ideen.<\/p>\n<p>Trotzdem ist ihre Antwort auf die Frage, ob es f\u00fcr junge Menschen in Konstanz gen\u00fcgend kreative R\u00e4ume gibt, zun\u00e4chst ziemlich knapp:<\/p>\n<p>\u201eMan muss sie suchen.\u201c<\/p>\n<p>Es gebe Angebote, nur seien diese nicht immer besonders sichtbar. Auch in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung d\u00fcrfte Kunst f\u00fcr Luise gelegentlich mehr Platz bekommen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig beschreibt sie Konstanz als eine Stadt, in der neue Ideen durchaus m\u00f6glich sind. Gerade die Vernetzung innerhalb der freien Kulturszene und die Bereitschaft, ungew\u00f6hnliche Projekte zu unterst\u00fctzen, sch\u00e4tzt sie.<\/p>\n<h6><span style=\"font-size: 18px\">Mehr als ein Kursprogramm<\/span><\/h6>\n<p>Wie gro\u00df die Gemeinschaft rund um die Kunstschule inzwischen geworden ist, zeigt sich besonders bei ihrer Werkschau.<\/p>\n<p>Einmal im Jahr d\u00fcrfen Kursteilnehmende eigene Arbeiten ausstellen. Rund 500 bis 600 Werke kommen laut Luise dabei inzwischen zusammen. Kursteilnehmende helfen beim Auf- und Abbau, \u00fcbernehmen Aufsichten oder bringen Kuchen mit. Menschen aus unterschiedlichen Kursen treffen aufeinander und sehen pl\u00f6tzlich, woran in den anderen R\u00e4umen das ganze Jahr gearbeitet wurde.<\/p>\n<p>Auch die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die an der Kunstschule unterrichten, sind Teil dieses Netzwerks. Viele kommen aus Konstanz und der Region. Ihre Kurse gestalten sie weitgehend selbstst\u00e4ndig. F\u00fcr Luise ist das auch eine M\u00f6glichkeit, lokale Kunstschaffende konkret zu unterst\u00fctzen: Ein regelm\u00e4\u00dfiger Kurs kann ein zus\u00e4tzliches Einkommen schaffen und gleichzeitig Raum f\u00fcr die eigene k\u00fcnstlerische Entwicklung bieten.<\/p>\n<p>Im Zentrum stehen bis heute Luise und Corinna.<\/p>\n<p>Aus zwei Menschen, die sich vor der gemeinsamen Gr\u00fcndung nicht einmal kannten, sind \u00fcber die Jahre Gesch\u00e4ftspartnerinnen und Freundinnen geworden. Ihre Arbeitsweisen k\u00f6nnten dabei teilweise kaum unterschiedlicher sein. Corinna beschreibt Luise als perfektionistischer und etwas introvertierter.<\/p>\n<p>Und sich selbst?<\/p>\n<p>\u201eIch bin so ein bisschen blubberiger.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Corinna manche Ecken sorgf\u00e4ltig gestaltet, ist Luise eher diejenige, die spontan etwas abstellt, umbaut oder noch irgendwo ein Regal anschraubt. Dass diese beiden Herangehensweisen nebeneinander funktionieren, scheint inzwischen Teil des Konzepts zu sein.<\/p>\n<p>Vielleicht passt gerade das ziemlich gut zur Kunstschule selbst. Manches ist sorgf\u00e4ltig geplant, anderes entsteht aus dem Moment heraus. Fertig scheint dieser Ort jedenfalls nie wirklich zu sein.<\/p>\n<p>Als ich Luise frage, was ihr an ihrer Arbeit eigentlich am meisten Spa\u00df macht, kommt die Antwort ziemlich schnell:<\/p>\n<p>\u201eB\u00fcro nicht.\u201c<\/p>\n<p>Lieber baut sie eine neue Dunkelkammer auf, unterrichtet oder arbeitet selbst k\u00fcnstlerisch. F\u00fcr ihre eigenen kreativen Phasen hat sie sogar ein Wort: \u201eBlubberphasen\u201c.<\/p>\n<p>Dass Kunst f\u00fcr Luise weit mehr als ein Beruf ist, wird w\u00e4hrend unseres Gespr\u00e4chs immer wieder deutlich.<\/p>\n<p>Am Ende stelle ich ihr deshalb eine ziemlich gro\u00dfe Frage.<\/p>\n<p>Was bedeutet Kunst f\u00fcr sie?<br \/>\nDie Antwort braucht nur ein Wort.<\/p>\n<p>\u201eAlles.\u201c<\/p>\n<p>Seit ihrer Jugend sei Kunst ihr Lebensinhalt. Egal, ob sie selbst etwas schafft, Kunst vermittelt oder die Arbeiten anderer betrachtet.<\/p>\n<p>Nach einem Rundgang durch die Kunstschule wirkt diese Antwort eigentlich ziemlich passend. Denn auch hier ist Kunst weniger etwas, das man nur anschaut sondern etwas, das man macht.<\/p>\n<p>(F\u00fcr weitere Informationen und Kurs-\u00dcbersichten geht es hier per Link zur <a href=\"https:\/\/www.kunstschule-konstanz.de\/\">Homepage der Kunstschule<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":58,"featured_media":1531,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_stc_notifier_status":"sent","_stc_notifier_sent_time":"2026-09-13 19:20:55","_stc_notifier_request":false,"_stc_notifier_prevent":false,"_stc_subscriber_keywords":"","_stc_subscriber_search_areas":"","footnotes":""},"categories":[1,2,19,13,110,113],"tags":[213,33,210,212,214,211],"class_list":["post-1524","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-deutsch","category-junge-kunst","category-ersti-erasmus-tipps","category-kulturell","category-kunst-im-oeffentlichen-raum","tag-atelier","tag-konstanz","tag-kunstschule-konstanz","tag-kurse","tag-lokale-kuenstler","tag-luise-merle","has-featured-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1524","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1524"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1524\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1537,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1524\/revisions\/1537"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}