{"id":1447,"date":"2026-08-23T12:00:21","date_gmt":"2026-08-23T10:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/?p=1447"},"modified":"2026-08-22T16:05:57","modified_gmt":"2026-08-22T14:05:57","slug":"kurze-kuenstlerinnenvorstellung-gisela-munz-schmidt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/2026\/08\/23\/kurze-kuenstlerinnenvorstellung-gisela-munz-schmidt\/","title":{"rendered":"Kurze K\u00fcnstlerinnenvorstellung: Gisela Munz-Schmidt"},"content":{"rendered":"<p>Gisela Munz Schmidt, aufgewachsen in Heilbronn, zog es 1984 in die Bodenseeregion nach Owingen. Vor ihrem Beginn als Schriftstellerin studierte sie Anglistik und Germanistik in Heidelberg und war anschlie\u00dfend an verschiedenen Gymnasien als Lehrerin f\u00fcr Deutsch und Englisch t\u00e4tig. Drei Jahre nach ihrer Ankunft am Bodensee begann sie, sich verst\u00e4rkt dem literarischen Schreiben zu widmen. Seit 1987 entstehen vor allem Gedichte, daneben aber auch Kurzprosa und Texte f\u00fcr Kinder. Ihre erste Ver\u00f6ffentlichung erschien 1988. Heute blickt Munz Schmidt auf eine Vielzahl literarischer Publikationen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ein besonderes Merkmal ihres Schaffens ist die Verbindung von Sprache und bildender Kunst. Diese Kombination aus Text und Bild zeigt sich in ihren sechs Lyrikbildb\u00e4nden, in denen ihre Gedichte durch Aquarelle der K\u00fcnstlerin Sibylle Buderath erg\u00e4nzt werden. Zu diesen gemeinsamen Arbeiten z\u00e4hlen unter anderem <em>My Way Along Lake Constance<\/em>, <em>Rosen am Weg<\/em> und <em>B\u00e4ume am Weg<\/em>. Die Bilder und Gedichte treten dabei in einen Dialog, sodass die Impressionen von Bodensee, sowohl sprachlich als auch visuell erfahrbar werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_1448\" style=\"width: 218px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1448\" class=\"wp-image-1448 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/IMG_0576-1067x1536-1-208x300.jpeg\" alt=\"Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienbl\u00fcten\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/IMG_0576-1067x1536-1-208x300.jpeg 208w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/IMG_0576-1067x1536-1-711x1024.jpeg 711w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/IMG_0576-1067x1536-1-104x150.jpeg 104w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/IMG_0576-1067x1536-1-768x1106.jpeg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/IMG_0576-1067x1536-1.jpeg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><p id=\"caption-attachment-1448\" class=\"wp-caption-text\">Aquarell von Sibylle Buderath, Kastanienbl\u00fcten<\/p><\/div>\n<p><strong><span style=\"font-size: 16px\"><em>Kastanien<\/em> &#8211; aus B\u00e4ume am Weg<\/span><\/strong><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-size: 16px\">Bevor sie w\u00e4chst und bl\u00fcht und Fr\u00fcchte tr\u00e4gt,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">treibt sie, damit kein Sturm sie legt,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">kein Wetter sie erschl\u00e4gt,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">den langen Wurzelpfahl tief in den Grund.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">Dann jubelt sie den Fr\u00fchling ein<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">in vollen roten Bl\u00fctenglocken,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">kr\u00e4ftig und untererschrocken,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">und sp\u00e4t im Herbst sind ihre Samen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">gl\u00e4nzend, glatt und rund<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Das Prinzip ihres Schreibens, \u201e[\u2026] damit ich verstehe und dass ich bleibe.\u201c , findet sich in zahlreichen Gedichten der Lyrikerin wieder. In pointierter Sprache verleiht die Autorin allt\u00e4glichen Beobachtungen mit nur wenigen Mitteln (einem Stift und einem Blatt Papier) eine sinnliche Dimension. Dabei gelingt es ihr, \u00e4u\u00dfere Landschaft und innere Wahrnehmung miteinander zu verbinden. So zeigt sich beispielsweise im Gedicht \u201eF\u00f6hnstimmung\u201c, dass der Bodensee in seiner \u00e4u\u00dferen Erscheinung zugleich zum Spiegelbild einer inneren Gem\u00fctslage werden kann. Auch die Vielf\u00e4ltigkeit der Bodenseeregion lassen sich nicht mit einem einzigen, pr\u00e4zisen Wort erfassen. Stattdessen entfaltet sich im Gedicht \u201eAm Bodensee\u201c eine Reihe pr\u00e4gnanter Assoziationsketten, die den Facettenreichtum der Umgebung eindrucksvoll einfangen.<\/p>\n<p><strong><em>F\u00f6hnstimmung<\/em> &#8211; aus Wege am See<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>In der Silberschmiede<\/p>\n<p>des Windes<\/p>\n<p>schmilzt der See<\/p>\n<p>und gl\u00e4nzt sich aus.<\/p>\n<p>Da gl\u00e4nzt ich wortlos<\/p>\n<p>mich ein.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Am <\/strong><strong>Bodensee\u00a0<\/strong><\/em><strong><em>\u00a0<\/em>&#8211; aus Wege am See<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Wass und H\u00fcgel, der M\u00f6wen Fl\u00fcgel.<\/p>\n<p>Nein, nicht nur Natur, Molassefelsen und Ried<\/p>\n<p>Kunst und Kultur, ein Lied, ein Gedicht.<\/p>\n<p>Rebh\u00e4nge, D\u00f6rfer, Spazierg\u00e4nge,<\/p>\n<p>der hohen Berge nahes Gesicht.<\/p>\n<p>Kirchen, St\u00e4dte und Kapellen,<\/p>\n<p>Quellen, B\u00e4che, Strandesstellen,<\/p>\n<p>Narrenh\u00e4s\u00a0 und Karbatschenschnellen,<\/p>\n<p>Rummel und Bummel.<\/p>\n<p>B\u00e4ume, Wiesen, Windes Spur,<\/p>\n<p>Segel, Schiffe, Boote, Flauten,<\/p>\n<p>F\u00f6hn und sch\u00f6ne alte Bauten.<\/p>\n<p>Fremde Fahnen neben vertrauten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rote \u00c4pfel, gelbe Birnen, gr\u00fcne N\u00fcsse.<\/p>\n<p>Der Wellen Fluss. Der Kirschen K\u00fcsse.<\/p>\n<p>Des Lebens Genuss, Sanftmut und K\u00fchne.<\/p>\n<p>Der Zeiten und der Sch\u00f6nheit B\u00fchne.<\/p><\/blockquote>\n<p>Neben ihrer T\u00e4tigkeit als Schriftstellerin engagiert sich Gisela Munz Schmidt auch im gesellschaftlichen und kommunalen Kontext. So entstand beispielsweise die Ausstellungsreihe Land am See, in der sich die Lyrikerin mit ihrer k\u00fcnstlerischen Ausdrucksform f\u00fcr Umwelt- und Naturschutz einsetzte. Um die Existenz dieser K\u00fcnstlerischen Expression zu wahren, war Munz Schmidt zeitweise als Gemeinder\u00e4tin t\u00e4tig, um der regionalen Kunstf\u00f6rderung eine Stimme zu geben.<\/p>\n<p>Im Jahre 2005 hat sich die Lyrik von Gisela Munz-Schmidt dauerhaft mit der Landschaft verbunden \u2013 einer Landschaft, die eine bedeutende Rolle im Werk der Autorin spielt. Mit der Einweihung des Lyrikwegs in Owingen wurden ihre Gedichte dauerhaft im \u00f6ffentlichen Raum verankert. Der idyllische Rundweg verbindet Naturerlebnis und Lyrik miteinander. Entlang des Weges befinden sich sieben Gedichtstelen mit Werken ihrer. Die Gedichte greifen Eindr\u00fccke und Beobachtungen der Landschaft auf und laden die Spazierg\u00e4nger*innen dazu ein, die wahrgenommene Umgebung aus einer neuen Perspektive zu begegnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1460\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1460\" class=\"size-medium wp-image-1460\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/D8A5C200-7B4C-4CEB-BBB0-043E2EE41B8F-1536x1536-1-300x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/D8A5C200-7B4C-4CEB-BBB0-043E2EE41B8F-1536x1536-1-300x300.jpeg 300w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/D8A5C200-7B4C-4CEB-BBB0-043E2EE41B8F-1536x1536-1-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/D8A5C200-7B4C-4CEB-BBB0-043E2EE41B8F-1536x1536-1-150x150.jpeg 150w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/D8A5C200-7B4C-4CEB-BBB0-043E2EE41B8F-1536x1536-1-768x768.jpeg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/D8A5C200-7B4C-4CEB-BBB0-043E2EE41B8F-1536x1536-1-1200x1200.jpeg 1200w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/08\/D8A5C200-7B4C-4CEB-BBB0-043E2EE41B8F-1536x1536-1.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-1460\" class=\"wp-caption-text\">Stele beim Haslerhof der Familie Bischoff<\/p><\/div>\n<p>In diesem Zusammenhang, Munz-Schmidt \u201eEs ist ja nicht \u00fcblich, dass man zu Lebzeiten mit seinen Gedichten verewigt wird\u201c<\/p>\n<p>Weitere interessant und lesensw\u00fcrdige Informationen sowie Gedichte findet Ihr auf der Website von Gisela Munz-Schmidt: <a href=\"https:\/\/munz-schmidt.de\/\">Gisela Munz-Schmidt \u2013 Lyrik vom Bodensee<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gisela Munz Schmidt, aufgewachsen in Heilbronn, zog es 1984 in die Bodenseeregion nach Owingen. 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