{"id":1215,"date":"2026-05-03T17:34:07","date_gmt":"2026-05-03T15:34:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/?p=1215"},"modified":"2026-05-04T12:04:47","modified_gmt":"2026-05-04T10:04:47","slug":"kurze-kuenstlerinnenvorstellung-helen-meier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/2026\/05\/03\/kurze-kuenstlerinnenvorstellung-helen-meier\/","title":{"rendered":"Kurze K\u00fcnstlerinnenvorstellung: Helen Meier"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>&#8222;Und ausserdem ist das Schreiben, was es wiedrum mit der Liebe gemeinsam hat, das Beste, das in dieser Zeit geschehen kann.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieses von Helen Meier stammende Zitat greift ziemlich genau zwei Kernthemen ihrer Texte auf: das Schreiben und die Liebe. 1929 in Mels, im St. Galler Oberland, geboren, war sie zun\u00e4chst Primar-, also Grundschuldlehrerin, und studiert sp\u00e4ter Sprachen und P\u00e4dagogik in Freiburg. Au\u00dferdem engagierte sie sich beim Schweizerischen Roten Kreuz in Sachen Fl\u00fcchtlingshilfe und erweiterte ihre Ausbildung zur Lehrerin auf das einer Sonderschullehrerin, womit sie eine Lehrstelle in Heiden wahrnehmen konnte. Diese T\u00e4tigkeit scheint f\u00fcr sie eine pr\u00e4gende gewese zu sein; 1984 reicht sie beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt einen Text \u00fcber einen ihrer Sch\u00fcler*innen mit einer Lernbehinderung ein (&#8222;Lichtempflindlich&#8220;) und bekommt im Zuge dessen einen Platz beim Ernst-Willner-Stipendium. Nichtsdestotrotz tritt sie 1987 vom Schuldienat zur\u00fcck, was sie als Schriftstellerin zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n<div id=\"attachment_1216\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1216\" class=\"size-medium wp-image-1216\" src=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/05\/IMG_4256-190x300.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/05\/IMG_4256-190x300.jpg 190w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/05\/IMG_4256-647x1024.jpg 647w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/05\/IMG_4256-95x150.jpg 95w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/05\/IMG_4256-768x1215.jpg 768w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/05\/IMG_4256-971x1536.jpg 971w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/05\/IMG_4256-1294x2048.jpg 1294w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/05\/IMG_4256-1200x1899.jpg 1200w, https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2026\/05\/IMG_4256.jpg 1349w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><p id=\"caption-attachment-1216\" class=\"wp-caption-text\">Portr\u00e4t von Helen Meier (Foto: Peter Lober), entnommen aus &#8222;Bodensee-Lesebuch. 18 Autoren stellen sich vor&#8220; herausgegeben von G. Braun<\/p><\/div>\n<p>Kernthemen in Meiers Prosa umfassen sowohl Schicksalsschl\u00e4ge, unvorhergesehene Zuk\u00fcnfte und Lebensrealit\u00e4ten, unerf\u00fcllte Liebe als auch ihre Wahrnehmung und Perspektiven auf das Altern.<\/p>\n<p>Ihr zweites Buch &#8222;Das einzige Objekt in Farbe&#8220; ist eine Sammlung aus 13 Geschichten und besch\u00e4ftigt sich mit Bindungen und Verh\u00e4ltnissen zwischen Frau und Mann, und wirft die Frage auf, wie Liebe funktioniert und was sie mit uns macht. Dabei bindet sie Bez\u00fcge zur Kindheit und deren Auswirkungen auf das Jetzt mit ein.<\/p>\n<p>Beispielsweise in der dritten Erz\u00e4hlung des Buches, &#8222;Zweiglein&#8220;, eine Geschichte \u00fcber einen Mann, der eine Frau kennenlernt, welche ihn zu bemuttern m\u00fcssen scheint, schreibt sie \u00fcber dessen Hauptfigur:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Felix Zweiglein sehnte sich oft nach seiner Kindheit zur\u00fcck, der einzigen Zeit seines Lebens, in der er, wie es ihm schien, gelebt hatte, unbedenklich, k\u00fchn, die Tage randvoll mit Erlebnissen, Hoffnungen, Ahnungen, die N\u00e4chte ein endloser Samtpfad der Wiedergeburten.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Kapitel &#8222;Disteln&#8220; wird \u00fcber die Protagonistin Sabine \u00e4hnliches ge\u00e4u\u00dfert:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Um das Ger\u00e4usch h\u00f6ren zu k\u00f6nnen, \u00f6ffnete sie wiederum das Fenster. Es setzte ein, das beruhigende und zugleich aufhetzende Zischen, die Rhythmik uralter Ernte, des Anfangs und des Endes. Wiederum vermochte es in Sabine Erinnerungen heraufzuholen, schillernde Blasen fr\u00fcheren Lebens, bl\u00e4ulichgr\u00fcnlich schwebend aus den Glasg\u00e4rten ihrer Kindheit, die nicht hinter ihr, sondern vor ihr lagen, als Ziel, wie nach einem langen Lauf.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>In einem anderen Sammelband, &#8222;Liebe Stimme&#8220;, erz\u00e4hlt Meier teilweise abstruse Liebesgeschichten, ob es um Zwangsst\u00f6rungen, Altersunterschiede oder Fantasievorstellungen geht.<\/p>\n<p>In der Kurzgeschichte &#8222;Involtini&#8220; wird eine romantische Beziehung zu der 19 Jahre j\u00fcngeren Stella umschrieben, welche von der gemeinsamen Leidenschaft des Kochens gepr\u00e4gt ist. Dabei wird thematisiert, inwiefern Menschen unterschiedlich lieben und auf welchen Ebenen ein Wir zustande kommen muss, daf\u00fcr, dass das Gemeinsame funktionieren kann.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wir streiten viel, schreien, schmettern T\u00fcren. Wir heulen bei jeder Vers\u00f6hnung, l\u00e4cheln, falls es uns gelingt, Licht in unser dunkles Inneres zu werfen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<div><\/div>\n<div>Ihr Vorliebe des Schreibens l\u00e4sst die Autorin beispielsweise in &#8222;Strahler&#8220; aus demselbigen Buch durchscheinen, worin sie aus der Perspektive einer Schriftstellerin schreibt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Helen Meier gew\u00e4hrt in ihren Werken Einblick in unterschiedliche Figuren und Lebensweisen, manche von ihnen fast gruselig bizarr und befremdlich, andere beneidens- und bewundernswert. Egal, nach welchen es Lesende strebt, ihre Texte k\u00f6nnen begeistern. Ihr Archiv ist im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern zu finden, viele ihrer B\u00fccher beispielsweise in der Universit\u00e4tsbibliothek Konstanz!<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Und ausserdem ist das Schreiben, was es wiedrum mit der Liebe gemeinsam hat, das Beste, das in dieser Zeit geschehen kann.&#8220; Dieses von Helen Meier stammende Zitat greift ziemlich genau [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":54,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_stc_notifier_status":"sent","_stc_notifier_sent_time":"2026-05-03 18:22:18","_stc_notifier_request":false,"_stc_notifier_prevent":false,"_stc_subscriber_keywords":"","_stc_subscriber_search_areas":"","footnotes":""},"categories":[1,13,112],"tags":[170,32,36,172,174,171,173,175],"class_list":["post-1215","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-ersti-erasmus-tipps","category-literarisch","tag-autorin","tag-bodensee","tag-geschichte","tag-helen-meier","tag-kurzgeschichte","tag-meier","tag-prosa","tag-st-gallen","no-featured-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/users\/54"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1215"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1215\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1222,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1215\/revisions\/1222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}