{"id":1182,"date":"2026-04-16T00:52:04","date_gmt":"2026-04-15T22:52:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/?p=1182"},"modified":"2026-04-16T00:52:04","modified_gmt":"2026-04-15T22:52:04","slug":"der-narr-hans-kuony-von-stockach-seine-geschichte-seine-braeuche-und-sein-denkmal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lkm.uni-konstanz.de\/kws\/2026\/04\/16\/der-narr-hans-kuony-von-stockach-seine-geschichte-seine-braeuche-und-sein-denkmal\/","title":{"rendered":"Der Narr Hans Kuony von Stockach \u2014 seine Geschichte, seine Br\u00e4uche und sein Denkmal"},"content":{"rendered":"<p>Hans Kuony ist eine der bekanntesten Figuren der schw\u00e4bisch-alemannischen Fasnacht. Es gibt zwar keine eindeutigen Belege f\u00fcr seine historische Existenz, aber seine Geschichte lebt in Stockach, im ber\u00fchmten Narrengericht und im Hans Kuony-Brunnen weiter. Die Geschichte von Hans Kuony beginnt mit der Schlacht am Morgarten. Kuony soll als Hofnarr f\u00fcr den Habsburger Herzog Leopold I. gearbeitet haben. Bevor die Armee in die Schweiz loszog, gab Kuony dem Herzog einen Rat: \u201eDa hand ir all geratten wa ir in dasz land koment, aber keiner hat geratten wa ir her wider usz koment.\u201c (Da habt ihr alle \u00fcberlegt, wie ihr in das Land kommt, aber keiner hat \u00fcberlegt, wie ihr wieder raus kommt.) Der Herzog ignorierte diese Warnung. Die Folge war eine vernichtende Niederlage. Erst im Nachhinein wurde realisiert, wie schlau der Narr war. Die Geschichte machte Kuony zu einem ganz besonderen Hofnarren. Denn er durfte die Wahrheiten aussprechen, die anderen verwehrt blieben. Als Dankesch\u00f6n soll Kuony einen Wunsch erf\u00fcllt haben. Er wollte, dass seine Heimatstadt Stockach einmal im Jahr Gericht halten d\u00fcrfe. Dieses Privileg wurde, so hei\u00dft es, 1351 von Albrecht II. von \u00d6sterreich genehmigt. So kam es zur Gr\u00fcndung des \u201eHohen Narrengerichts zu Stocken\u201c, das bis heute besteht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Aber was macht Kuony eigentlich heute?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch heute ist Hans Kuony die zentrale Symbolfigur der Stockacher Fastnacht. Beim Narrengericht ist er selbst als Figur dabei \u2014 als Narr, der das Geschehen begleitet und sozusagen der geistige Ursprung der Veranstaltung ist. Jedes Jahr am \u201eSchmotzigen Dunschtig\u201c wird eine prominente Pers\u00f6nlichkeit, oft aus der Politik, vor das Narrengericht geladen. Dabei geht es nicht darum, zu bestrafen, sondern um satirische Kritik. Damit ist Kuony viel mehr als nur ein vermeintlicher Mythos \u2014 er ist ein lebendiges Symbol f\u00fcr politische Satire und b\u00fcrgerliche Selbstbestimmung.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Und wenn mal keine Fasnacht ist, macht der Hans-Kuony Brunnen als Denkmal auf diese Tradition aufmerksam. Die Brunnenfigur zeigt Kuony als warnenden Narren mit erhobenem Finger. Die Figur wurde von dem Bildhauer Werner G\u00fcrtner, geschaffen. Seit die Innenstadt umgestaltet wurde, steht der Brunnen in der Hauptstra\u00dfe vor dem B\u00fcrgerhaus. Der Brunnen, das Narrengericht und die Figur des Hans Kuony sind alle miteinander verbunden. Sie machen die Geschichte in Stockach sichtbar und erlebbar. Obwohl manche Historiker bezweifeln, dass es Kuony wirklich gab, ist seine Wirkung unbestreitbar. Er steht f\u00fcr eine jahrhundertealte Tradition, in der Humor, Kritik und Gemeinschaft zusammenkommen. Somit tr\u00e4gt der Narr bis heute zur kulturellen Identit\u00e4t von Stockach bei.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hans Kuony ist eine der bekanntesten Figuren der schw\u00e4bisch-alemannischen Fasnacht. 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